Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ADYNOVI 500UI/5ml 100UI / ml pulver + lösungsmittel zur herstellung einer injektionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
ADYNOVI 250 I.E./5 ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
ADYNOVI 500 I.E./5 ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
ADYNOVI 1 000 I.E./5 ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
ADYNOVI 2 000 I.E./5 ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
ADYNOVI 3 000 I.E./5 ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
ADYNOVI 250 I.E./5 ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominal 250 I.E. Blutgerinnungsfaktor VIII vom Menschen (rDNA,
Rurioctocog alfa pegol), entsprechend einer Konzentration von 50 I.E./ml nach Rekonstitution in 5 ml
Lösungsmittel.ADYNOVI 500 I.E./5 ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominal 500 I.E. Blutgerinnungsfaktor VIII vom Menschen (rDNA,
Rurioctocog alfa pegol), entsprechend einer Konzentration von 100 I.E./ml nach Rekonstitution in5 ml Lösungsmittel.
ADYNOVI 1 000 I.E./5 ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominal 1 000 I.E. Blutgerinnungsfaktor VIII vom Menschen (rDNA,
Rurioctocog alfa pegol), entsprechend einer Konzentration von 200 I.E./ml nach Rekonstitution in5 ml Lösungsmittel.
ADYNOVI 2 000 I.E./5 ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominal 2 000 I.E. Blutgerinnungsfaktor VIII vom Menschen (rDNA,
Rurioctocog alfa pegol), entsprechend einer Konzentration von 400 I.E./ml nach Rekonstitution in5 ml Lösungsmittel.
ADYNOVI 3 000 I.E./5 ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Jede Durchstechflasche enthält nominal 3 000 I.E. Blutgerinnungsfaktor VIII vom Menschen (rDNA,
Rurioctocog alfa pegol), entsprechend einer Konzentration von 600 I.E./ml nach Rekonstitution in5 ml Lösungsmittel.
Die Aktivität (internationale Einheiten) wird unter Verwendung des chromogenen Tests bestimmt. Diespezifische Aktivität von ADYNOVI beträgt etwa 3 800-6 000 I.E./mg Protein.
Rurioctocog alfa pegol (PEGylierter Blutgerinnungsfaktor VIII vom Menschen [rDNA]) ist ein aus2 332 Aminosäuren bestehendes Protein mit einem Molekulargewicht von ca. 280 kDa, verknüpft miteinem Polyethylenglykol (PEG) mit einem Molekulargewicht von 20 kDa. Es wird mittelsrekombinanter DNA-Technologie in einer Ovarialzelllinie des chinesischen Hamsters (CHO)hergestellt.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJede Durchstechflasche mit Pulver enthält 0,45 mmol (10 mg) Natrium, siehe Abschnitt 4.4.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung (Pulver zur Herstellung einer
Injektionslösung).
Pulver: weißes bis gelbliches, körniges Pulver.
Lösungsmittel: klare, farblose Lösung.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Behandlung und Prophylaxe von Blutungen bei Patienten ab einem Alter von 12 Jahren mit
Hämophilie A (kongenitalem Faktor-VIII-Mangel).
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Die Behandlung sollte unter der Überwachung eines Arztes erfolgen, der mit der Behandlung von
Hämophilie vertraut ist.
Zuvor unbehandelte Patienten
Die Sicherheit und Wirksamkeit von ADYNOVI bei zuvor unbehandelten Patienten ist noch nichterwiesen. Es liegen keine Daten vor.
Überwachung der Therapie
Während der Behandlung wird zur Festlegung der zu verabreichenden Dosis und der Häufigkeit der
Infusionen eine geeignete Bestimmung der Faktor-VIII-Spiegel empfohlen. Die Reaktionen einzelner
Patienten auf Faktor VIII können unterschiedlich sein und zu verschiedenen Halbwertszeiten und
Recovery-Werten führen. Die nach Körpergewicht berechnete Dosis muss möglicherweise beiuntergewichtigen oder übergewichtigen Patienten angepasst werden. Insbesondere bei größerenoperativen Eingriffen ist eine genaue Überwachung der Substitutionstherapie durch eine
Gerinnungsanalyse (Faktor-VIII-Aktivität im Plasma) unerlässlich.
Eine Feldstudie hat ergeben, dass Faktor-VIII-Spiegel im Plasma entweder mithilfe eineschromogenen Tests oder eines Einstufen-Gerinnungstests, die zur Routine in klinischen Laborsgehören, bestimmt werden können.
DosierungDie Dosis und Dauer der Substitutionstherapie richten sich nach dem Schweregrad des Faktor-VIII-
Mangels, dem Ort und Ausmaß der Blutung sowie dem klinischen Zustand des Patienten.
Die Anzahl der verabreichten Faktor-VIII-Einheiten wird in internationalen Einheiten (I.E.)entsprechend dem aktuellen Konzentratstandard der WHO (World Health Organization,
Weltgesundheitsorganisation) für Faktor-VIII-Produkte angegeben. Die Faktor-VIII-Aktivität im
Plasma wird entweder in Prozent (in Bezug auf das normale menschliche Plasma) oder vorzugsweisein internationalen Einheiten (entsprechend einem internationalen Standard für Faktor VIII im Plasma)angegeben.
Eine internationale Einheit (I.E.) der Faktor-VIII-Aktivität entspricht der Menge an Faktor VIII ineinem ml normalem menschlichem Plasma.
Bedarfsbehandlung
Die Berechnung der erforderlichen Dosis Faktor VIII basiert auf dem empirischen Befund, dass 1 I.E.
Faktor VIII pro kg Körpergewicht die Faktor-VIII-Aktivität im Plasma um 2 I.E./dl steigert. Dieerforderliche Dosis wird mit folgender Formel berechnet:
Erforderliche internationale Einheiten (I.E.) = Körpergewicht (kg) x gewünschter Faktor-VIII-
Anstieg (%) x 0,5
Die zu verabreichende Dosis und die Häufigkeit der Verabreichung sollten sich immer nach derklinischen Wirksamkeit im Einzelfall richten.
Bei den folgenden hämorrhagischen Ereignissen darf die Faktor-VIII-Aktivität im entsprechenden
Zeitraum nicht unter die angegebenen Plasmaspiegel (in % der Norm oder I.E./dl) abfallen.
Die folgende Tabelle 1 enthält Richtwerte für die Dosierung bei Blutungen und chirurgischen
Eingriffen:
Tabelle 1: Richtwerte für die Dosierung bei Blutungen und operativen Eingriffen
Grad der Blutung/Art des Erforderlicher Faktor- Häufigkeit der Dosierungchirurgischen Eingriffs VIII-Spiegel (% oder (Stunden)/Behandlungsdauer (Tage)
I.E./dl)
BlutungGelenkblutung im Frühstadium, 20 - 40 Injektion alle 12 bis 24 Stunden
Muskelblutungen oder wiederholen. Mindestens 1 Tag, bis die
Blutungen im Mund Blutung (angezeigt durch Schmerzen)zum Stehen gekommen ist oder
Wundheilung erreicht ist.
Ausgeprägtere Gelenk- oder 30 - 60 Injektion alle 12 bis 24 Stunden für
Muskelblutungen oder 3 bis 4 Tage oder länger wiederholen,
Hämatome bis die Schmerzen und die akute
Beeinträchtigung beseitigt sind.
Lebensbedrohliche Blutungen 60 - 100 Injektion alle 8 bis 24 Stundenwiederholen, bis die Gefahr vorüber ist.
Chirurgische EingriffeKleinere Eingriffe 30 - 60 Alle 24 Stunden mindestens 1 Tag, biseinschließlich Zahnextraktion Wundheilung erreicht ist.
Größere Eingriffe 80 - 100 Injektion alle 8 bis 24 Stundenwiederholen, bis ausreichende(prä- und postoperativ) Wundheilung erreicht ist, dann
Therapie für mindestens weitere 7 Tagezur Aufrechterhaltung einer Faktor-
VIII-Aktivität von 30 % bis 60 %(I.E./dl) fortsetzen.
ProphylaxeZur Langzeitprophylaxe beträgt die empfohlene Dosis 40 bis 50 I.E. ADYNOVI pro kg
Körpergewicht zweimal wöchentlich im Abstand von 3 bis 4 Tagen. Dosisanpassungen und die
Häufigkeit der Verabreichung können auf Grundlage der erzielten FVIII-Spiegel und der individuellen
Blutungsneigung in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitte 5.1 und 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Dosierung bei Bedarfsbehandlung von Kindern und Jugendlichen (12 bis 18 Jahren) ist dieselbewie für Erwachsene. Die prophylaktische Behandlung von Patienten im Alter von 12 bis < 18 Jahrenist dieselbe wie für Erwachsene. Derzeit vorliegende Daten für Patienten unter 12 Jahren werden inden Abschnitten 4.8, 5.1 und 5.2 beschrieben. Dosisanpassungen und die Häufigkeit der
Verabreichung können auf Grundlage der erzielten FVIII-Spiegel und der individuellen
Blutungsneigung in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitte 5.1 und 5.2).
Art der AnwendungADYNOVI ist zur intravenösen Anwendung.
Die Verabreichungsgeschwindigkeit sollte sich nach dem Befinden des Patienten richten, wobei einemaximale Injektionsrate von 10 ml/min nicht überschritten werden sollte.
Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen das Ausgangsmolekül Octocog alfa oder einen der in
Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Bekannte allergische Reaktion gegen Maus- oder Hamsterprotein.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
ÜberempfindlichkeitIm Zusammenhang mit ADYNOVI wurden allergische Überempfindlichkeitsreaktionen,einschließlich Anaphylaxie, berichtet. Das Arzneimittel enthält Spuren von Maus- und
Hamsterproteinen. Wenn Symptome von Überempfindlichkeit auftreten, sollten Patienten angewiesenwerden, die Anwendung des Arzneimittels sofort abzubrechen und ihren Arzt aufzusuchen. Patientensollten entsprechend unterwiesen werden, um die ersten Anzeichen einer
Überempfindlichkeitsreaktion wie Quaddeln, generalisierte Urtikaria, Engegefühl in der Brust,
Giemen, Hypotonie und Anaphylaxie zu erkennen.
Im Falle eines Schocks ist eine Schocktherapie nach aktuellem medizinischem Standarddurchzuführen.
Inhibitoren
Die Bildung neutralisierender Antikörper (Inhibitoren) gegen Faktor VIII ist eine bekannte
Komplikation bei der Behandlung von Patienten mit Hämophilie A. Diese Inhibitoren sind stets gegendie prokoagulatorische Aktivität von Faktor VIII gerichtete IgG Immunglobuline, die in Bethesda
Einheiten (B.E.) pro ml Plasma mittels eines modifizierten Assays quantifiziert werden. Das Risiko,
Inhibitoren zu entwickeln, korreliert mit dem Schweregrad der Erkrankung sowie der Expositiongegenüber dem Faktor VIII, wobei das Risiko innerhalb der ersten 50 Expositionstage am größten ist,jedoch während des gesamten Lebens fortbesteht und mit der Häufigkeit 'gelegentlich“ auftritt.
Die klinische Relevanz der Inhibitorentwicklung ist abhängig vom Titer des Inhibitors, wobei niedrige
Titer ein geringeres Risiko für ein ungenügendes klinisches Ansprechen aufweisen als hochtitrige
Inhibitoren.
Ganz allgemein sollten alle Patienten, die mit Blutgerinnungsfaktor VIII behandelt wurden, sorgfältigmittels klinischer Befunde und mit geeigneten Labortests hinsichtlich der Entwicklung von Inhibitorenüberwacht werden. Wenn der erwartete Faktor-VIII-Spiegel nicht erreicht wird oder die Blutung nichtdurch die Verabreichung einer geeigneten Dosis gestillt werden kann, sollte der Patient auf Faktor-
VIII-Hemmkörper hin untersucht werden. Bei Patienten mit hohen Inhibitorspiegeln kann die Faktor-
VIII-Therapie unwirksam sein und es müssen andere Therapiemöglichkeiten in Betracht gezogenwerden. Die Behandlung solcher Patienten sollte durch Ärzte erfolgen, die Erfahrung mit Hämophilieund mit Inhibitoren gegen Faktor VIII haben.
Immuntoleranz-Induktion (ITI)
Es liegen keine klinischen Daten zur Anwendung von ADYNOVI zur ITI vor.
Kardiovaskuläre Ereignisse
Bei Patienten mit bestehenden kardiovaskulären Risikofaktoren kann eine Substitutionstherapie mit
Faktor VIII das kardiovaskuläre Risiko erhöhen.
Katheterbedingte Komplikationen bei der Behandlung
Falls ein zentralvenöser Zugang (ZVK) erforderlich sein sollte, ist auf Komplikationen wie lokale
Infektionen, Bakteriämie und Katheterthrombose zu achten.
Hinweis zu den sonstigen Bestandteilen
Dieses Arzneimittel enthält bis zu 12,42 mg Natrium pro Durchstechflasche, entsprechend 0,62 % dervon der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der
Nahrung von 2 g. Abhängig von Körpergewicht und Dosierung kann ein Patient mehr als eine
Durchstechflasche erhalten. Dies sollte bei einer Anwendung bei Patienten unter kochsalzarmer Diätberücksichtigt werden.
Es wird dringend empfohlen, bei jeder Verabreichung von ADYNOVI an einen Patienten den Namenund die Chargennummer des Arzneimittels zu notieren, um eine Verbindung zwischen dem Patientenund der Charge des Arzneimittels herzustellen.
Kinder und JugendlicheDie aufgeführten Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen gelten sowohl für Erwachsene als auch für
Kinder.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es sind keine Wechselwirkungen von Arzneimitteln, die Blutgerinnungsfaktor VIII vom Menschen(rDNA) enthalten, mit anderen Arzneimitteln bekannt.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Mit Faktor VIII wurden keine tierexperimentellen Reproduktionsstudien durchgeführt. Bedingt durchdas seltene Auftreten von Hämophilie A bei Frauen liegen keine Erfahrungen über die Anwendungvon Faktor VIII während Schwangerschaft und Stillzeit vor. Deshalb sollte Faktor VIII während der
Schwangerschaft und der Stillzeit nur bei eindeutiger Indikationsstellung angewendet werden.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenADYNOVI hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die
Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsIn seltenen Fällen wurden Überempfindlichkeitsreaktionen oder allergische Reaktionen (einschließlich
Angioödem, Brennen und Stechen an der Injektionsstelle, Schüttelfrost, Hitzegefühl (Flush),generalisierte Urtikaria, Kopfschmerz, Quaddeln, Hypotonie, Lethargie, Übelkeit, Unruhe,
Tachykardie, Engegefühl in der Brust, Kribbeln, Erbrechen, Giemen) beobachtet, die in manchen
Fällen zur schweren Anaphylaxie (einschließlich Schock) führen können.
Bei Patienten mit Hämophilie A, die mit Faktor VIII, einschließlich ADYNOVI, behandelt werden,können sich neutralisierende Antikörper (Inhibitoren) entwickeln. Bei Auftreten solcher Inhibitorenwird sich dieser Zustand in einer unzureichenden klinischen Wirksamkeit manifestieren. In diesem
Fall wird empfohlen, Kontakt mit einem auf Hämophilie spezialisierten Zentrum aufzunehmen (siehe
Abschnitt 5.1).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie Sicherheit von ADYNOVI wurde in sechs abgeschlossenen, multizentrischen, prospektiven,offenen klinischen Studien und in einer noch laufenden klinischen Studie mit 365 zuvor behandelten
Patienten mit schwerer Hämophilie A (Faktor VIII unter 1 % des Normalwerts) untersucht, diemindestens eine Dosis ADYNOVI erhielten.
In nachstehender Tabelle sind die Nebenwirkungen gemäß der MedDRA-Terminologie nach
Systemorganklassen und bevorzugten Begriffen zusammengefasst.
Die Häufigkeit von Nebenwirkungen wurde nach den folgenden Kriterien angegeben: sehr häufig(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100), selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000),sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nichtabschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem
Schweregrad angegeben.
Tabelle 2: Für ADYNOVI gemeldete Nebenwirkungen
MedDRA-Standard-
Nebenwirkungen Häufigkeit
Systemorganklasse
Erkrankungen des Blutes und des Faktor-VIII-Inhibition Gelegentlich (PTPs)*
Lymphsystems
Erkrankungen des Immunsystems Überempfindlichkeit Gelegentlich
Anaphylaktische Nicht bekannt
Reaktion**
Erkrankungen des Nervensystems Kopfschmerz Sehr häufig
Schwindelgefühl Häufig
Augenerkrankungen Okuläre Hyperämie Gelegentlich
Gefäßerkrankungen flüchtige Hautrötungen Gelegentlich
MedDRA-Standard-
Nebenwirkungen Häufigkeit
Systemorganklasse
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Diarrhoe Häufig
Übelkeit Häufig
Erkrankungen der Haut und des Ausschlag Häufig
Unterhautgewebes Ausschlag mit Juckreiz Gelegentlich
Urtikaria Häufig
Untersuchungen Eosinophilenzahl erhöht Gelegentlich
Verletzung, Vergiftung und durch Reaktion im Gelegentlich
Eingriffe bedingte Komplikationen Zusammenhang mit einer
Infusion
* Die Häufigkeit basiert auf Studien mit allen FVIII-Produkten, wozu auch Patienten mit schwerer
Hämophilie A gehörten. PTPs = vorbehandelte Patienten
Die angegebenen Häufigkeiten wurden unter Berücksichtigung aller unerwünschten Ereignisseberechnet, unabhängig davon, ob sie im Zusammenhang mit der Behandlung stehen oder nicht.
** Nach der Markteinführung beobachtete Nebenwirkung.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenÜberempfindlichkeitDie beobachtete Überempfindlichkeitsreaktion war ein leichter, vorübergehender, nichtschwerwiegender Ausschlag bei einem 2-jährigen Patienten, der unter ADYNOVI bereits früher
Ausschlag bekommen hatte.
Kinder und JugendlicheBei Kindern sind Nebenwirkungen derselben Häufigkeit, Art und Schwere zu erwarten wie bei
Erwachsenen. Die Sicherheit von ADYNOVI wurde bei 38 Patienten < 6 Jahren und 34 Patienten von6 bis < 12 Jahren mit insgesamt 2 880 bzw. 2 975 Expositionstagen (EDs) untersucht. Das mittlere
Alter (SA) betrug 3,3 (1,55) bzw. 8,1 (1,92) Jahre.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Es wurden keine Symptome einer Überdosierung mit dem rekombinantem Gerinnungsfaktor VIIIberichtet.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihämorrhagika, Blutgerinnungsfaktor VIII, ATC-Code:
B02BD02.
Der Faktor VIII/von-Willebrand-Faktor-Komplex besteht aus zwei Molekülen (Faktor VIII und von-
Willebrand-Faktor) mit unterschiedlichen physiologischen Funktionen. Nach der Infusion bindet der
Faktor VIII im Kreislauf des Hämophiliepatienten an den von-Willebrand-Faktor. Aktivierter
Faktor VIII beschleunigt zusammen mit aktiviertem Faktor IX die Umwandlung von Faktor X inaktivierten Faktor X. Aktivierter Faktor X wandelt Prothrombin in Thrombin um. Thrombin wiederumwandelt Fibrinogen zu Fibrin um, wodurch eine Gerinnselbildung erfolgen kann. Hämophilie A isteine geschlechtsgebundene Erbkrankheit der Blutgerinnung aufgrund erniedrigter
Faktor-VIII:C-Spiegel. Dies führt, entweder spontan oder in Folge unfallbedingter oder chirurgischer
Traumata, zu starken Blutungen in Gelenken, Muskeln oder inneren Organen. Durch die
Substitutionstherapie werden die Faktor-VIII-Plasmaspiegel erhöht, wodurch eine vorübergehende
Korrektur des Faktor-VIII-Mangels und der Blutungsneigung erfolgt.
Rurioctocog alfa pegol ist ein pegylierter, rekombinanter Faktor VIII vom Menschen mit einerverlängerten Halbwertszeit. Rurioctocog alfa pegol ist ein kovalentes Konjugat von Octocog alfa undbesteht aus 2 332 Aminosäuren, verknüpft mit Polyethylenglykol (PEG) (MG 20 kDa). Dietherapeutische Aktivität von Rurioctocog alfa pegol stammt von Octocog alfa, das mittelsrekombinanter DNA-Technologie in einer Ovarialzelllinie des chinesischen Hamsters hergestellt wird.
Octocog alfa wird dann kovalent mit PEG konjugiert. Der PEG-Teil wird mit Octocog alfa konjugiert,um die Plasmahalbwertszeit zu verlängern.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Sicherheit, Wirksamkeit und Pharmakokinetik von ADYNOVI wurden in einer pivotalenmultizentrischen, offenen, prospektiven klinischen Studie untersucht, in der die Wirksamkeit einerzweimal wöchentlichen prophylaktischen Gabe mit einer Bedarfsbehandlung verglichen und diehämostatische Wirksamkeit bei der Behandlung von Blutungsepisoden bestimmt wurde. Insgesamt137 männliche zuvor behandelte Patienten (von 12 bis 65 Jahren) mit schwerer Hämophilie Aerhielten mindestens eine Infusion mit ADYNOVI. Fünfundzwanzig der 137 Patienten waren
Jugendliche (12 bis unter 18 Jahre).
ImmunogenitätKeiner der Patienten, die an einer oder mehreren der 6 abgeschlossenen Studien mit vorbehandelten
Patienten (PTPs) teilnahmen, entwickelte persistierende neutralisierende Antikörper (Inhibitoren)gegen FVIII mit einem Titer von ≥ 0,6 BU/ml (basierend auf dem modifizierten Nijmegen-Bethesda-
Assay). Ein Patient entwickelte während einer personalisierten Prophylaxe mit einem FVIII-Zielwertvon 8-12 % vorübergehend FVIII-Inhibitoren an der niedrigsten positiven Nachweisgrenze (0,6 BU).
Aus einer laufenden Studie mit nicht vorbehandelten Patienten im Alter < 6 Jahren mit schwerer
Hämophilie A liegen vorläufige Berichte über 9 Fälle einer FVIII-Inhibitor-Entwicklung in
Verbindung mit der ADYNOVI-Behandlung vor.
Prophylaktische Behandlung
Die Patienten erhielten für einen Zeitraum von 6 Monaten entweder eine prophylaktische Behandlung(n = 120) mit ADYNOVI mit einer Dosis von 40-50 I.E. pro kg zweimal wöchentlich oder eine
Bedarfsbehandlung (n = 17) mit ADYNOVI mit einer Dosis von 10-60 I.E. pro kg. Das mediane
Dosisintervall betrug 3,6 Tage und die mittlere Dosis (SA) betrug 48,7 (4,4) I.E./kg.
Einhundertachtzehn der 120 Prophylaxepatienten (98 %) erhielten ohne Dosisanpassung durchgehenddas anfänglich empfohlene Dosierungsschema; bei zwei Patienten wurde die Dosis aufgrund von
Blutungen in Zielgelenken während der Prophylaxe auf 60 I.E./kg erhöht.
In der Per-Protokoll-Population, also den Patienten, die die Dosen gemäß den prüfplanspezifischen
Dosierungsvorgaben erhielten, wurden insgesamt 101 Patienten zweimal wöchentlich im Prophylaxe-
Arm behandelt und 17 Patienten episodisch im Bedarfs-Arm. Die mediane annualisierte Blutungsrate(ABR) im Bedarfsbehandlungs-Arm betrug 41,5, die im Prophylaxe-Arm betrug 1,9. Die mediane
ABR in Gelenken (Q1; Q3) im Bedarfs-Arm betrug 38,1 (24,5; 44,6) verglichen mit 0,0 (0,0; 2,0) im
Prophylaxe-Arm, und die mediane spontane ABR war 21,6 (11,2; 33,2) im Bedarfs-Arm bzw.0,0 (0,0; 2,2) im Prophylaxe-Arm. Die Ergebnisse in der Full-Analysis-Population waren ähnlich zudenen in der Per-Protokoll-Population. Es wird darauf hingewiesen, dass die ABR nicht vergleichbarist zwischen verschiedenen Faktor-Konzentraten und verschiedenen klinischen Studien.
Im Prophylaxe-Arm hatten 40 von 101 Patienten (40 %) keine Blutungsepisoden, 58 von101 Patienten (57 %) keine Blutungsepisoden in Gelenken und 58 von 101 Patienten (57 %) keinespontanen Blutungsepisoden. Alle Patienten im Bedarfs-Arm hatten eine Blutungsepisode, daruntereine Episode mit Gelenkblutung oder spontaner Blutung.
Behandlung von Blutungsepisoden
In der Per-Protokoll-Population wurden insgesamt 518 Blutungsepisoden mit ADYNOVI behandelt.
Davon traten 361 Blutungsepisoden (n = 17 Patienten) im Bedarfs-Arm und 157 (n = 61 Patienten) im
Prophylaxe-Arm auf. Die mediane Dosis pro Infusion zur Behandlung aller Blutungsepisoden in der
Per-Protokoll-Population betrug 32,0 (Quartilabstand [IQR]: 21,5) I.E. pro kg. Insgesamt wurden95,9 % aller Blutungsepisoden mit 1 bis 2 Infusionen kontrolliert und 85,5 % mit nur 1 Infusion. Vonden 518 Blutungsepisoden wurde bei 96,1 % die Reaktion auf die Behandlung mit ADYNOVI alshervorragend (vollständige Schmerzlinderung und Wegfall objektiver Blutungsanzeichen nach einereinzigen Infusion) oder gut (deutliche Schmerzlinderung und/oder Besserung der Blutungsanzeichennach einer einzigen Infusion) eingestuft.
Kinder und Jugendliche < 12 Jahren
In der pädiatrischen Studie wurden insgesamt 66 zuvor behandelte Patienten (PTPs) mit schwerer
Hämophilie A behandelt (32 Patienten < 6 Jahren und 34 Patienten zwischen 6 und < 12 Jahren). Das
Dosierungsschema der prophylaktischen Behandlung war 40 bis 60 I.E./kg ADYNOVI zweimalwöchentlich. Die mittlere Dosis (SA) betrug 54,3 (6,3) I.E./kg und die mittlere Häufigkeit der
Infusionen pro Woche war 1,87. Die mediane gesamte ABR betrug 2,0 (IQR: 3,9) bei den 65 Patientenin der Per-Protokoll-Population, und der Medianwert der ABR für spontane Blutungsepisoden und
Gelenkblutungsepisoden war jeweils 0 (IQR: 1,9). Im Prophylaxe-Arm hatten 24 von 65 Patienten(37 %) keine Blutungsepisoden, 47 von 65 Patienten (72 %) keine Blutungsepisoden in Gelenken und43 von 65 Patienten (66 %) keine spontanen Blutungsepisoden.
Von den 70 Blutungsepisoden, die während der pädiatrischen Studie beobachtet wurden, wurden82,9 % mit 1 Infusion und 91,4 % mit 1 oder 2 Infusionen kontrolliert. Von den 70 Blutungsepisodenwurde bei 63 (90,0 %) die Blutungskontrolle als hervorragend (vollständige Schmerzlinderung und
Wegfall objektiver Blutungsanzeichen nach einer einzigen Infusion) oder gut (deutliche
Schmerzlinderung und/oder Besserung der Blutungsanzeichen nach einer einzigen Infusion)eingestuft.
Perioperative Versorgung (chirurgische Prophylaxe)
In der chirurgischen Studie wurden bei 21 verschiedenen Patienten insgesamt 21 größere operative
Eingriffe und weitere 5 kleinere Eingriffe durchgeführt und beurteilt. Bei den größeren Eingriffen lagdie präoperative Anfangsdosis zwischen 36 I.E./kg und 109 I.E./kg (Medianwert: 63 I.E./kg) und diepostoperative Gesamtdosis zwischen 186 I.E./kg und 1 320 I.E./kg (Medianwert: 490 I.E./kg). Diemediane Gesamtdosis betrug bei den größeren Eingriffen 553 I.E./kg (Bereich: 248-1 394 I.E./kg) undbei den kleineren Eingriffen 106 I.E./kg (Bereich: 76-132 I.E./kg).
Die perioperative hämostatische Wirksamkeit wurde bei allen 26 Eingriffen (21 größere, 5 kleinere)als hervorragend eingestuft. (Der Blutverlust war geringer als oder gleich dem, der bei der gleichen
Art von Eingriff bei einem Patienten ohne Hämophilie zu erwarten gewesen wäre, und der Patientbenötigte weniger oder gleich viele Blutkomponenten für die Transfusionen, als es in einer nicht-hämophilen Population zu erwarten gewesen wäre.). Der mediane (IQR) beobachtete intraoperative
Blutverlust (n = 14) betrug 10,0 (20,0) ml verglichen mit dem vorhergesagten durchschnittlichen
Blutverlust (n = 14) von 150,0 (140,0) ml bei größeren orthopädischen Eingriffen.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für ADYNOVI eine Zurückstellung von der Verpflichtungzur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder mehreren pädiatrischen Altersklassen in der
Behandlung des kongenitalen Faktor-VIII-Mangels gewährt. Siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationenzur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen.
Langzeitprophylaxe bei pädiatrischen und erwachsenen Patienten
Die Langzeit-Sicherheit und -Wirksamkeit von ADYNOVI zur Prophylaxe und Bedarfsbehandlungvon Blutungsepisoden wurde bei 216 pädiatrischen und erwachsenen PTPs mit schwerer
Hämophilie A untersucht, die entweder zuvor an anderen ADYNOVI-Studien teilgenommen hatten,oder bisher ADYNOVI-unbehandelt waren. Die Teilnehmer der vorbehandelten Population erhieltenzweimal wöchentlich eine festgelegte Dosis von 40 bis 50 I.E./kg (Teilnehmer im Alter ≥ 12 Jahre)bzw. 40 bis 60 I.E./kg (Teilnehmer im Alter < 12 Jahre). Die Dosis wurde auf bis zu 80 I.E./kgzweimal wöchentlich angepasst, falls dies erforderlich war, um einen FVIII-Talspiegel von > 1 %aufrecht zu erhalten. Teilnehmer, die sich für ein personalisiertes (pharmakokinetischindividualisiertes) Prophylaxeschema entschieden, erhielten mindestens zweimal wöchentlich Dosenvon bis zu 80 I.E./kg pro Infusion, die auf FVIII-Talspiegel von ≥ 3 % abzielten. In Tabelle 3 ist die
ABR nach Prophylaxeschema, Blutungsstelle und Ätiologie dargestellt.
Tabelle 3: Annualisierte Blutungsrate (ABR) nach Prophylaxeschema (ITT-Population)
Zweimal
Alle 5 Tage Alle 7 Tage PK-basiert awöchentlich(n = 56) (n = 15) (n = 25)
Ätiologie der Blutungsstelle (n = 186)
Mittelwert[Punktschätzung - 95-%-Konfidenzintervall]
Gesamt 2,2 [1,85 - 2,69] 2,1 [1,54 - 2,86] 2,7 [1,44 - 5,20] 2,6 [1,70 - 4,08]
Gelenk 1,2 [0,96 - 1,58] 1,1 [0,81 - 1,55] 2,0 [0,90 - 4,62] 1,4 [0,91 - 2,17]
Spontan 1,2 [0,92 - 1,56] 1,3 [0,87 - 2,01] 1,8 [0,78 - 4,06] 1,0 [0,54 - 1,71]
Punktschätzung und 95-%-Konfidenzintervalle aus einem generalisierten linearen Modell entsprechend einer negativen Binomialverteilungmit logarithmischer Funktionsverknüpfung
Teilnehmer mit mehreren Dosisstufen sind in Zusammenfassungen für unterschiedliche Dosisstufen aufgeführt.
Beinhaltet sämtliche Studienteilnehmer (Erwachsene und pädiatrische Patienten unter 18 Jahren bei den zweimal wöchentlichen und PK-basierten Dosierungsgaben; keine Teilnehmer jünger als 12 Jahre bei den wiederholten 5- und 7 Tage-Gaben).
ITT = Intent to treatn = Anzahl der in die Analyse eingeschlossenen Patientena Angestrebte Talwerte für die FVIII-Aktivität von ≥ 3 % des Normwerts
NB: Die ABR ist nicht vergleichbar zwischen verschiedenen Faktor-Konzentraten und verschiedenenklinischen Studien.
Die hämostatische Langzeitwirkung wurde in 910 mit ADYNOVI behandelten Blutungsepisodenuntersucht und bei 88,5 % der Blutungsepisoden als ausgezeichnet oder gut eingestuft. Über alle
Altersklassen hinweg wurden sowohl für das Dosierungsschema mit feststehender Dosis als auch fürdie PK-bestimmte Dosierung > 85 % der Blutungsbehandlungen als ausgezeichnet oder gut eingestuft.
Die meisten Blutungsepisoden wurden mit einer (74,0 %) oder zwei (15,4 %) Infusionen kontrolliert.
Personalisierte Prophylaxe, PROPEL-Studie bei Jugendlichen und Erwachsenen
Die Sicherheit und Wirksamkeit von ADYNOVI wurden in einer prospektiven, randomisierten,offenen, multizentrischen Studie mit 121 (115 randomisierten) jugendlichen (Alter 12-18 Jahre) underwachsenen PTPs mit schwerer Hämophilie A über einen 12-monatigen Behandlungszeitraumuntersucht. In der Studie wurden 2 PK-gelenkte prophylaktische Dosierungsschemata von ADYNOVIverglichen, die bei zweimal wöchentlicher Gabe auf einen Faktor-VIII-Talspiegel von 1 bis 3 %(n = 57) bzw. bei einer Gabe jeden zweiten Tag (n = 58) von 8 bis 12 % abzielten. Der Vergleicherfolgte durch die Bewertung des Anteils an Patienten, die im zweiten 6-monatigen Studienzeitraumeine Gesamt-ABR von 0 erreichten.
Im Durchschnitt wurden im Arm mit dem angestrebten Talspiegel von 1 bis 3 % bzw. im Arm mitdem angestrebten Talspiegel von 8 bis 12 % prophylaktische Dosen von jeweils 3 866,1 I.E./kg pro
Jahr (mittlere [SA] Infusionen/Woche = 2,3 [0,58]) bzw. 7 532,8 I.E./kg pro Jahr (mittlere [SA]
Infusionen/Woche = 3,6 [1,18]) verabreicht. Nach Dosisanpassung in den ersten 6 Monaten der
Prophylaxe lagen die medianen Talspiegel im zweiten 6-Monatszeitraum (basierend auf demeinstufigen Gerinnungsassay und am Ende des geplanten Infusionsintervalls berechnet) im Arm mitdem angestrebten Talspiegel von 1 bis 3 % zwischen 2,10 I.E./dl und 3,00 I.E./dl und im Arm mit demangestrebten Talspiegel von 8 bis 12 % zwischen 10,70 I.E./dl und 11,70 I.E./dl. Die Dosierung war inbeiden Prophylaxeschemata somit generell geeignet, um die gewünschten FVIII-Talspiegel zuerreichen und aufrecht zu halten.
Der primäre Endpunkt der Studie, der Anteil der Probanden, die während des zweiten 6-
Monatszeitraums eine Gesamt-ABR von 0 hatten, wurde in der ITT-Patientenpopulation nicht erreicht(p = 0,0545), aber in der Per-Protokoll-Population (p = 0,0154). Die Anteile an randomisierten
Teilnehmern mit Gesamt-ABR, spontanen ABR und spontanen jährlichen Gelenkblutungsraten(AJBR) von 0 im zweiten 6-Monatszeitraum der Studie sind in Tabelle 4 dargestellt.
Tabelle 4: Annualisierte Blutungsrate (ABR) von 0, zweiter 6-Monatszeitraum der Studie
Anteil an Patienten ohne Blutungen in 6 Monaten[Punktschätzung - 95-%-Konfidenzintervall]
ITT-Population
Talspiegel von 1 bis 3 % (n = 57) Talspiegel von 8 bis 12 % (n = 58)
Gesamt-ABR von 0 0,421 [0,292; 0,549] 0,621 [0,491; 0,750]
Spontane ABR von 0 0,596 [0,469; 0,724] 0,760 [0,645; 0,875]
Spontane AJBR von 0 0,649 [0,525; 0,773] 0,850 [0,753; 0,947]
ABR = Annualisierte Blutungsrate. AJBR = Annualisierte Gelenkblutungsrate.
Ermittlung der annualisierten Blutungsrate durch Division der Anzahl an Blutungen durch den Beobachtungszeitraum in Jahren.
Anteil an Patienten ohne Blutungen in 6 Monaten[Punktschätzung - 95-%-Konfidenzintervall]
Per-Protokoll-Population
Talspiegel von 1 bis 3 % (n = 52) Talspiegel von 8 bis 12% (n = 43)
Gesamt-ABR von 0 0,404 [0,270; 0,549] 0,674 [0,515; 0,809]
Spontane ABR von 0 0,596 [0,451; 0,730] 0,814 [0,666; 0,916]
Spontane AJBR von 0 0,654 [0,509; 0,780] 0,907 [0,779; 0,974]
ABR = Annualisierte Blutungsrate. AJBR = Annualisierte Gelenkblutungsrate.
Per-Protokoll-Population = alle Patienten, welche die 6-monatige Prophylaxe ohne größere, die Studienergebnisse beeinflussenden
Abweichungen vom Prüfplan abschlossen.
Ermittlung der annualisierten Blutungsrate durch Division der Anzahl an Blutungen durch den Beobachtungszeitraum in Jahren.
NB: Die ABR ist nicht vergleichbar zwischen verschiedenen Faktor-Konzentraten und verschiedenenklinischen Studien.
Die Gesamt-ABR, spontane ABR und spontane AJBR während des zweiten 6-Monatszeitraums der
Studie sind in Tabelle 5 dargestellt.
Tabelle 5: Annualisierte Blutungsrate (ABR), zweiter 6-Monatszeitraum der Studie(ITT-Population)
Talspiegel von 1 bis 3 % (n = 57) Talspiegel von 8 bis 12% (n = 53)
Medianwert Mittelwert (SD) Medianwert Mittelwert (SD)
Gesamt-ABR 2,0 3,6 (7,5) 0,0 1,6 (3,4)
Spontane ABR 0,0 2,5 (6,6) 0,0 0,7 (1,7)
Spontane AJBR 0,0 2,0 (6,4) 0,0 0,5 (1,7)
ABR = Annualisierte Blutungsrate. AJBR = Annualisierte Gelenkblutungsrate.
Ermittlung der annualisierten Blutungsrate durch Division der Anzahl an Blutungen durch den Beobachtungszeitraum in Jahren.
Per-Protokoll-Population
Talspiegel von 1 bis 3 % (n = 52) Talspiegel von 8 bis 12% (n = 43)
Medianwert Mittelwert (SD) Medianwert Mittelwert (SD)
Gesamt-ABR 2,0 2,4 (3,2) 0,0 2,1 (4,2)
Spontane ABR 0,0 1,6 (2,6) 0,0 0,8 (2,4)
Spontane AJBR 0,0 1,0 (1,8) 0,0 0,7 (2,2)
ABR = Annualisierte Blutungsrate. AJBR = Annualisierte Gelenkblutungsrate.
Per-Protokoll-Population = alle Patienten, welche die 6-monatige Prophylaxe ohne größere, die Studienergebnisse beeinflussenden
Abweichungen vom Prüfplan abschlossen.
Ermittlung der annualisierten Blutungsrate durch Division der Anzahl an Blutungen durch den Beobachtungszeitraum in Jahren.
Insgesamt wurden 242 Blutungsepisoden bei 66 Teilnehmern mit ADYNOVI behandelt, davon155 Blutungen bei 40 Teilnehmern im Talspiegel-Arm von 1 bis 3 % und 87 Blutungen bei26 Teilnehmern im Talspiegel-Arm von 8 bis 12 %. Die meisten Blutungen (86,0 %, 208/242) wurdenmit 1 oder 2 Infusionen kontrolliert. In 84,7 % (205/242) der Blutungsfälle wurde die
Blutungskontrolle nach Ende der Blutungsepisode als ausgezeichnet oder gut eingestuft.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Die Pharmakokinetik (PK) von ADYNOVI wurde in einer Crossover-Studie mit Octocog alfaan 26 Patienten (18 Erwachsene und 8 Jugendliche) und 22 Patienten (16 Erwachsene und6 Jugendliche) nach 6 Monaten Behandlung mit ADYNOVI untersucht. Die Faktor-VIII-Aktivität im
Plasma wurde mithilfe des Einstufen-Gerinnungstests und des chromogenen Tests bestimmt.
ADYNOVI hat im Vergleich zum rekombinanten humanen Gerinnungsfaktor VIII (Octocog alfa) bei
Jugendlichen und Erwachsenen eine um das 1,4-Fache bis 1,5-Fache verlängerte Halbwertszeit,gemessen mit dem Einstufen-Gerinnungstest bzw. dem chromogenen Test. Eine Vergrößerung der
AUC und eine Verringerung der Clearance im Vergleich zum Ausgangsmolekül Octocog alfa wurdenebenfalls beobachtet. Die inkrementelle Recovery war bei beiden Wirkstoffen vergleichbar. Die
Veränderung der PK-Parameter war bei Erwachsenen und Jugendlichen sowohl bei Bestimmungmittels Einstufen-Gerinnungstest als auch mittels chromogenem Test ähnlich.
Pharmakokinetik bei Kindern und JugendlichenEs sind pharmakokinetische Parameter von 39 Patienten unter 18 Jahren (Intent-to-Treat-Analyse)verfügbar, davon waren 14 Kleinkinder (2 bis unter 6 Jahren), 17 größere Kinder (6 bis unter12 Jahren) und 8 Jugendliche (12 bis unter 18 Jahren). Die Verlängerung der Halbwertszeit bei derpädiatrischen Population betrug sowohl bei Bestimmung mittels Einstufen-Gerinnungstest als auchmittels chromogenem Test das 1,3-Fache bis 1,5-Fache. Die mittlere Clearance (auf Basis des
Körpergewichts) von ADYNOVI war höher, und die mittlere Halbwertszeit war bei Kindern unter 12
Jahren kürzer als bei Erwachsenen.
Bei Kindern unter 12 Jahren könnte eine höhere Dosis erforderlich sein, siehe Abschnitt 4.2.
Tabelle 6: Pharmakokinetische Parameter, ermittelt mit dem chromogenen Test(Arithmetischer Mittelwert ± SA)
ADYNOVI ADYNOVI ADYNOVI ADYNOVI
Erwachsene Jugendliche Kinder Kinder(ab 18 Jahren) (12 bis (6 bis < 12 Jahre) (< 6 Jahre)
PK-Parameter n = 18 < 18 Jahre) n = 17 n = 14
Dosis: n = 8 Dosis: Dosis:45 ± 5 I.E./kg Dosis: 50 ± 10 I.E./kg 50 ± 10 I.E./kg45 ± 5 I.E./kg
Individuelle PK mit kompletter Populations-PK mit reduzierter
Design
Probenahmea Probenahmeb
Terminale15,01 ± 3,89 13,80 ± 4,01 11,93 ± 2,58 12,99 ± 8,75
Halbwertszeit (h)
MRT (h) 19,70 ± 5,05 17,73 ± 5,44 17,24 ± 3,73 18,74 ± 12,60
CL (ml/[kg·h])d 2,16 ± 0,75 2,58 ± 0,84 2,80 ± 0,67 3,49 ± 1,21
Inkrementellen. z.c n. z.c
Recovery 2,87 ± 0,61 2,34 ± 0,62(2,19 ± 0,40) (1,90 ± 0,27)([I.E./dl]/[I.E./kg])
AUC0-Inf (I.E.·h/dl) 2 589 ± 848 1 900 ± 841 2 259 ± 514 2 190 ± 1593
Vss (dl/kg) 0,40 ± 0,09 0,54 ± 0,22 0,46 ± 0,04 0,54 ± 0,03n. z.c n. z.c
Cmax (I.E./dl) 145 ± 29 117 ± 28(130 ± 24) (117 ± 16)
Abkürzungen: Cmax: maximal beobachtete Aktivität; AUC: Fläche unter der Kurve; MRT: mittlere
Verweildauer; CL: Clearance; Vss: körpergewichtsbereinigtes Verteilungsvolumen im Steady-Statea Individuelle PK mit 12 nach der Infusion entnommenen Proben.b Populations-PK-Modell mit drei nach der Infusion entnommenen Proben nach einem randomisierten
Probenahmeplan.c n. z., nicht zutreffend, weil die inkrementelle Recovery und Cmax bei Kindern per individueller PKbestimmt wurden. Durch individuelle PK bestimmte Ergebnisse für inkrementelle Recovery und
Cmax stehen in Klammern.
d Der Clearance-Wert von 12,18 ml/(kg·h) für den Patienten 122001 in der Altersgruppe12 bis < 18 Jahre wurde nicht in die Analyse der Clearance aufgenommen.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
In der Studie zur Toxizität bei wiederholter Gabe an Cynomolgus-Affen zeigten zwei Tiere aus der
Gruppe der mittleren Dosis (350 I.E./kg) eine Vakuolisierung in der Niere. Die Vakuolisierung heiltenach 2 Wochen nicht ab. Die Relevanz für den Menschen der in der präklinischen Studie beobachteten
Vakuolisierung in der Niere ist nicht bekannt.
Nicht-klinische Daten sind auf eine Exposition von 1 Monat begrenzt und es wurden keine Studien mit
Jungtieren mit ADYNOVI durchgeführt. Daher war es nicht möglich, für die chronische Anwendungvon ADYNOVI in der pädiatrischen Population relevante Schlüsse bezüglich des potenziellen Risikoseiner PEG-Akkumulation in verschiedenen Geweben/Organen zu ziehen. Mit ADYNOVI wurdenkeine Studien zur Genotoxizität, zum kanzerogenen Potenzial oder zur Reproduktionstoxizitätdurchgeführt.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
PulverMannitol (E421)
Trehalosedihydrat
Histidin
Glutathion
Natriumchlorid
Calciumchlorid-Dihydrat (E509)
Tris(hydroxymethyl)-aminomethan
Polysorbat 80 (E433)
LösungsmittelWasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
Ungeöffnete Durchstechflasche2 Jahre.
Das Arzneimittel kann vor dem Öffnen bis zu 3 Monate bei Raumtemperatur (maximal 30 °C)gelagert werden. Das Ende der 3-monatigen Lagerung bei Raumtemperatur sollte auf dem Umkartonvermerkt werden. Dieses Datum darf nicht nach dem auf dem Umkarton aufgedruckten Verfallsdatumliegen. Nach Ablauf dieser Frist darf das Arzneimittel nicht erneut im Kühlschrank gelagert werden,sondern muss verwendet oder entsorgt werden.
Nach RekonstitutionDie chemische und physikalische Stabilität der gebrauchsfertigen Lösung ist für 3 Stunden bei einer
Temperatur bis zu 30 °C belegt. Aus mikrobiologischer Sicht sollte das rekonstituierte Arzneimittelsofort verwendet werden, außer die Herstellung der gebrauchsfertigen Lösung schließt das Risikoeiner mikrobiellen Kontamination aus. Wird die gebrauchsfertige Lösung nicht sofort verwendet,liegen die Lagerungsdauer und -bedingungen in der Verantwortung des Anwenders. Nicht im
Kühlschrank aufbewahren.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
ADYNOVI mit BAXJECT II Hi-Flow-Gerät: Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, umden Inhalt vor Licht zu schützen.
ADYNOVI im BAXJECT III-System: Die versiegelte Blisterpackung im Umkarton aufbewahren, umden Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Mit einem Chlorobutylgummistopfen verschlossene Durchstechflasche aus Typ-I-Glas mit 250 I.E.,500 I.E., 1 000 I.E., 2 000 I.E oder 3 000 I.E. Pulver.
Mit einem Chlorobutyl- oder Bromobutylgummistopfen verschlossene Durchstechflasche aus Typ-I-
Glas mit 5 ml Wasser für Injektionszwecke.
Das Arzneimittel wird in einer der folgenden Kombinationen bereitgestellt:
- ADYNOVI mit BAXJECT II Hi-Flow-Gerät: Jede Packung enthält eine Durchstechflasche mit
Pulver, eine Durchstechflasche mit Lösungsmittel und ein Gerät für die Rekonstitution(BAXJECT II Hi-Flow).
- ADYNOVI im BAXJECT III-System: Jede Packung enthält ein gebrauchsfertiges
BAXJECT III-System in einer versiegelten Blisterpackung, an dem die Pulverdurchstechflascheund die Lösungsmitteldurchstechflasche bereits zur Rekonstitution vormontiert sind.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungDas rekonstituierte Arzneimittel sollte vor der Verabreichung visuell auf Partikel und Verfärbungenüberprüft werden. Die Lösung sollte klar oder leicht opaleszierend sein. Verwenden Sie keine
Lösungen, die trüb sind oder Ablagerungen aufweisen.
Nach der Rekonstitution hat die Lösung einen pH-Wert von 6,7 bis 7,3. Die Osmolalität ist≥ 380 mOsmol/kg.
Vorbereitung und Rekonstitution mit dem BAXJECT II Hi-Flow-Gerät
Zur Rekonstitution ausschließlich die in der Packung vorhandene Durchstechflasche mit
Lösungsmittel und das Rekonstitutionsgerät verwenden.1. Die Rekonstitution muss unter aseptischen Bedingungen (sauber und keimarm) auf einerflachen Arbeitsfläche erfolgen.2. Die Durchstechflaschen mit Pulver und Lösungsmittel vor Verwendung Raumtemperatur(zwischen 15 °C und 25 °C) erreichen lassen.3. Kunststoffkappen von den Durchstechflaschen mit Pulver und Lösungsmittel entfernen.4. Vor der Verwendung die Gummistopfen mit einem Alkoholtupfer reinigen und trocknen lassen.5. Die Verpackung des BAXJECT II Hi-Flow-Geräts durch Abziehen des Verschlusses öffnen,ohne dabei den Packungsinhalt zu berühren (Abbildung A). Das Gerät nicht aus der Verpackungnehmen.
6. Die Packung umdrehen. Durch gerades Herunterdrücken den durchsichtigen Kunststoffdornvollständig durch den Stopfen der Lösungsmitteldurchstechflasche stechen (Abbildung B).
7. Die BAXJECT II Hi-Flow-Packung an der Kante greifen und vom Gerät abziehen(Abbildung C). Die blaue Kappe nicht vom BAXJECT II Hi-Flow-Gerät entfernen. Denfreiliegenden violetten Kunststoffdorn nicht berühren.
8. Das System umdrehen, so dass die Lösungsmitteldurchstechflasche oben ist. Durch gerades
Herunterdrücken den violetten Kunststoffdorn schnell vollständig durch den Stopfen der
Pulverdurchstechflasche stechen (Abbildung D). Durch den Unterdruck wird das Lösungsmittelin die Pulverdurchstechflasche gezogen.
9. Den Behälter leicht schwenken, bis das Pulver vollständig gelöst ist. Das Arzneimittel nach der
Rekonstitution nicht im Kühlschrank lagern.
Abbildung A Abbildung B Abbildung C
Abbildung D Abbildung E Abbildung F
Anwendung- Rekonstituierte Lösung vor der Anwendung visuell auf Partikel und Verfärbungen überprüfen.
o Das Aussehen der rekonstituierten Lösung ist klar und farblos.o Nicht verwenden, wenn Partikel oder Verfärbungen vorhanden sind.
- Lösung unverzüglich oder innerhalb von 3 Stunden nach Rekonstitution verwenden.
Anwendungsschritte1. Die blaue Kappe vom BAXJECT II Hi-Flow-Gerät entfernen (Abbildung E). Keine Luft in die
Spritze ziehen. Die Spritze mit dem BAXJECT II Hi-Flow-Gerät verbinden. Die Verwendungeiner Spritze mit Luer-Lock wird empfohlen.
2. Das System umdrehen (jetzt ist die Durchstechflasche mit dem Pulver oben). Die rekonstituierte
Lösung durch langsames Zurückziehen des Kolbens in die Spritze aufziehen (Abbildung F).
3. Die Spritze entfernen, eine geeignete Nadel anbringen und das Arzneimittel intravenösinjizieren. Wenn ein Patient mehr als eine Durchstechflasche ADYNOVI erhalten soll, kann der
Inhalt mehrerer Durchstechflaschen in derselben Spritze aufgezogen werden.
Zur Rekonstitution mit dem Lösungsmittel ist für jede Durchstechflasche ADYNOVI einseparates BAXJECT II Hi-Flow-Gerät erforderlich.
4. Die Verabreichung sollte maximal 5 Minuten dauern (maximale Infusionsrate 10 ml/min).
Es wird dringend empfohlen, bei jeder Verabreichung von ADYNOVI den Namen und die
Chargennummer des Arzneimittels zu notieren. Auf der Durchstechflasche mit dem Pulver befindensich abziehbare Etiketten.
Rekonstitution mit dem BAXJECT III-System
Nicht verwenden, wenn der Verschluss auf der Blisterpackung nicht vollständig versiegelt ist.
1. Wenn das Produkt noch in einem Kühlschrank gelagert ist, die versiegelte Blisterpackung(enthält Pulver- und Lösungsmitteldurchstechflasche mit bereits angebrachtem
Rekonstitutionsgerät) aus dem Kühlschrank nehmen und Raumtemperatur erreichen lassen(zwischen 15 °C und 25 °C).
2. Hände sorgfältig mit Seife und warmem Wasser waschen.3. Die ADYNOVI-Blisterpackung durch Abziehen des Verschlusses öffnen. Das BAXJECT III-
System aus der Blisterpackung nehmen.4. Die Einheit auf eine ebene Fläche stellen, so dass die Durchstechflasche mit dem Pulver untenund die Durchstechflasche mit dem Lösungsmittel oben ist (Abbildung 1). Die
Lösungsmitteldurchstechflasche ist mit einem blauen Streifen gekennzeichnet. Die blaue Kappenicht entfernen, bis dies in einem späteren Schritt verlangt wird.
5. Die Pulverdurchstechflasche im BAXJECT III-System mit einer Hand festhalten und mit deranderen Hand die Lösungsmitteldurchstechflasche fest nach unten drücken, bis das Systemvollständig zusammengedrückt ist und das Lösungsmittel nach unten in die
Pulverdurchstechflasche fließt (Abbildung 2). Das System nicht neigen, bis der Transferabgeschlossen ist.
6. Überprüfen, ob das Lösungsmittel vollständig durchgeflossen ist. Den Behälter leichtschwenken, bis das Pulver vollständig gelöst ist (Abbildung 3). Das Pulver muss vollständiggelöst sein, da sonst nicht die gesamte rekonstituierte Lösung durch den Gerätefilter gelangt.
Das Produkt löst sich schnell auf (in der Regel in weniger als 1 Minute). Nach der
Rekonstitution sollte die Lösung klar, farblos und frei von Partikeln sein.
Abbildung 1 Abbildung 2 Abbildung 3
Abbildung 4 Abbildung 5
Anwendung- Rekonstituierte Lösung vor der Anwendung visuell auf Partikel und Verfärbungen überprüfen.
o Das Aussehen der rekonstituierten Lösung ist klar und farblos.o Nicht verwenden, wenn Partikel oder Verfärbungen vorhanden sind.
- Lösung unverzüglich oder innerhalb von 3 Stunden nach Rekonstitution verwenden.
Anwendungsschritte1. Die blaue Schutzkappe vom BAXJECT III-System entfernen (Abbildung 4). Keine Luft in die
Spritze ziehen. Die Spritze mit dem BAXJECT III-System verbinden. Die Verwendung einer
Spritze mit Luer-Lock wird empfohlen.
2. Das System umdrehen (jetzt ist die Durchstechflasche mit dem Pulver oben). Die rekonstituierte
Lösung durch langsames Zurückziehen des Kolbens in die Spritze ziehen (Abbildung 5).
3. Die Spritze entfernen, eine geeignete Nadel anbringen und das Arzneimittel intravenösinjizieren. Wenn ein Patient mehr als eine Durchstechflasche ADYNOVI erhalten soll, kann der
Inhalt mehrerer Durchstechflaschen in derselben Spritze aufgezogen werden.
4. Die Verabreichung sollte maximal 5 Minuten dauern (maximale Infusionsrate 10 ml/min).
Es wird dringend empfohlen, bei jeder Verabreichung von ADYNOVI den Namen und die
Chargennummer des Arzneimittels zu notieren. Auf der Blisterpackung befinden sich abziehbare
Etiketten.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Baxalta Innovations GmbH
Industriestraße 671221 Wien
ÖsterreichmedinfoEMEA@takeda.com
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/17/1247/003
EU/1/17/1247/004
EU/1/17/1247/007
EU/1/17/1247/008
EU/1/17/1247/011
EU/1/17/1247/012
EU/1/17/1247/013
EU/1/17/1247/014
EU/1/17/1247/015
EU/1/17/1247/016
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 08. Januar 2018
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 09. November 2022
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.