Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ACTRAPID 40UI / ml injektionslösung in einer durchstechflasche
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Actrapid 40 Internationale Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche.
Actrapid 100 Internationale Einheiten/ml Injektionslösung in einer Durchstechflasche.
Actrapid Penfill 100 Internationale Einheiten/ml Injektionslösung in einer Patrone.
Actrapid InnoLet 100 Internationale Einheiten/ml Injektionslösung im Fertigpen.
Actrapid FlexPen 100 Internationale Einheiten/ml Injektionslösung im Fertigpen.
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Actrapid Durchstechflasche (40 Internationale Einheiten/ml)1 Durchstechflasche enthält 10 ml entsprechend 400 Internationalen Einheiten. 1 ml Lösung enthält40 Internationale Einheiten Insulin human* (entsprechend 1,4 mg).
Actrapid Durchstechflasche (100 Internationale Einheiten/ml)1 Durchstechflasche enthält 10 ml entsprechend 1.000 Internationalen Einheiten. 1 ml Lösung enthält100 Internationale Einheiten Insulin human* (entsprechend 3,5 mg).
Actrapid Penfill1 Patrone enthält 3 ml entsprechend 300 Internationalen Einheiten. 1 ml Lösung enthält100 Internationale Einheiten Insulin human* (entsprechend 3,5 mg).
Actrapid InnoLet/Actrapid FlexPen1 Fertigpen enthält 3 ml entsprechend 300 Internationalen Einheiten. 1 ml Lösung enthält100 Internationale Einheiten Insulin human* (entsprechend 3,5 mg).
*Humaninsulin wird durch rekombinante DNS-Technologie gentechnisch in Saccharomyces cerevisiaehergestellt.
Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:Actrapid enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Dosis, d. h. Actrapid ist nahezu'natriumfrei“.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung.
Die Lösung ist klar, farblos und wässrig.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Actrapid wird angewendet zur Behandlung von Diabetes mellitus.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungDie Wirkstärke von Humaninsulin wird in Internationalen Einheiten ausgedrückt.
Die Dosierung von Actrapid ist individuell und wird gemäß dem Bedarf des Patienten bestimmt. Eskann alleine oder in Kombination mit einem intermediär oder lang wirkenden Insulin vor einer Mahlzeitoder einer Zwischenmahlzeit angewendet werden.
Der individuelle Insulinbedarf liegt in der Regel zwischen 0,3 und 1,0 Internationalen Einheiten/kg/Tag.
Eine Anpassung der Dosierung kann bei erhöhter körperlicher Aktivität, einer Änderung der
Ernährungsgewohnheiten oder während einer Begleiterkrankung des Patienten notwendig sein.
Spezielle PopulationenÄltere Patienten (≥ 65 Jahre)Actrapid kann bei älteren Patienten angewendet werden.
Bei älteren Patienten muss die Überwachung des Blutzuckers intensiviert und die Insulindosisindividuell angepasst werden.
Nieren- und Leberfunktionsstörungen
Nieren- oder Leberfunktionsstörungen können den Insulinbedarf des Patienten verringern.
Bei Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörung muss die Überwachung des Blutzuckersintensiviert und die Insulindosis individuell angepasst werden.
Kinder und JugendlicheActrapid kann bei Kindern und Jugendlichen angewendet werden.
Umstellung von anderen Insulinarzneimitteln
Bei der Umstellung von anderen Insulinarzneimitteln kann eine Anpassung der Actrapid Dosis und der
Dosis des Basalinsulins erforderlich sein.
Eine engmaschige Überwachung des Blutzuckers während der Umstellung und in den ersten Wochendanach wird empfohlen (siehe Abschnitt 4.4).
Art der AnwendungActrapid ist ein schnell wirkendes Humaninsulin und kann in Kombination mit intermediär oder langwirkenden Insulinarzneimitteln angewendet werden.
Actrapid wird subkutan mittels Injektion in die Bauchdecke, den Oberschenkel, den Gesäßbereich oderden Oberarm verabreicht. Innerhalb desselben Bereichs sind die Injektionsstellen stets regelmäßig zuwechseln, um das Risiko einer Lipodystrophie und einer kutanen Amyloidose zu reduzieren (siehe
Abschnitte 4.4. und 4.8). Das Risiko einer unbeabsichtigten intramuskulären Injektion ist vermindert,wenn die Injektion in eine angehobene Hautfalte erfolgt.
Die Nadel sollte mindestens 6 Sekunden lang unter der Haut belassen werden, um sicherzustellen, dassdie gesamte Dosis injiziert wurde. Die subkutane Injektion in das Unterhautfettgewebe des Bauchesführt im Vergleich zu anderen Injektionsstellen zu einer schnelleren Resorption. Die Wirkdauer variiertabhängig von Dosis, Injektionsstelle, Durchblutung, Temperatur und dem Ausmaß der körperlichen
Betätigung.
Innerhalb von 30 Minuten nach der Injektion sollte eine kohlenhydrathaltige Mahlzeit oder
Zwischenmahlzeit eingenommen werden.
Aufgrund des Risikos einer Ausflockung in Pumpenkathetern sollte Actrapid nicht in Insulinpumpenzur kontinuierlichen subkutanen Insulininfusion verwendet werden.
Actrapid Durchstechflasche (40 Internationale Einheiten/ml)/Actrapid Durchstechflasche(100 Internationale Einheiten/ml)
Intravenöse Anwendung
Falls nötig, kann Actrapid intravenös gegeben werden; dies muss jedoch durch medizinisches
Fachpersonal erfolgen.
Bei intravenöser Anwendung sind Infusionssysteme mit Actrapid in Konzentrationen von0,05 Internationalen Einheiten/ml bis 1,0 Internationalen Einheiten/ml Humaninsulin in den
Infusionsflüssigkeiten 0,9 % isotonische Natriumchloridlösung, 5 % Glucose und 10 % Glucose mit40 mmol/l Kaliumchlorid bei Benutzung von Infusionsbeuteln aus Polypropylen bei Raumtemperatur24 Stunden lang stabil. Obwohl die Lösung stabil ist, wird zu Anfang eine gewisse Menge des Insulinsan das Material des Infusionsbeutels adsorbiert. Während der Infusion muss der Blutzuckerspiegelüberwacht werden.
Detaillierte Anwendungshinweise, siehe Packungsbeilage.
Actrapid Durchstechflasche (40 Internationale Einheiten/ml)/Actrapid Durchstechflasche(100 Internationale Einheiten/ml)
Anwendung mit einer Spritze
Actrapid Durchstechflaschen sind zur Verwendung mit Insulinspritzen mit einer passenden
Einheitenskala vorgesehen. Wenn zwei Arten von Insulin gemischt werden, sind die Insulinarzneimittelimmer in derselben Reihenfolge zu mischen.
Actrapid Penfill
Anwendung mit einem Insulininjektionssystem
Actrapid ist zur Verwendung mit einem Novo Nordisk Insulininjektionssystem und NovoFine oder
NovoTwist Nadeln vorgesehen. Actrapid Penfill ist nur für subkutane Injektionen aus einemwiederverwendbaren Pen geeignet. Falls die Anwendung einer Spritze oder intravenösen Injektionnotwendig ist, sollte eine Durchstechflasche verwendet werden.
Actrapid Innolet
Anwendung mit einem InnoLet
Actrapid InnoLet ist ein Fertigpen, der für die Verwendung mit NovoFine oder NovoTwist Einweg-
Nadeln mit einer Länge von bis zu 8 mm vorgesehen ist. InnoLet gibt 1-50 Einheiten in Schritten vonjeweils 1 Einheit ab. Actrapid InnoLet ist nur für subkutane Injektionen geeignet. Falls die Anwendungeiner Spritze oder intravenösen Injektion notwendig ist, sollte eine Durchstechflasche verwendetwerden.
Actrapid FlexPen
Anwendung mit einem FlexPen
Actrapid FlexPen ist ein Fertigpen, der für die Verwendung mit NovoFine oder NovoTwist Einweg-
Nadeln mit einer Länge von bis zu 8 mm vorgesehen ist. FlexPen gibt 1-60 Einheiten in Schritten vonjeweils 1 Einheit ab. Actrapid FlexPen ist nur für subkutane Injektionen geeignet. Falls die Anwendungeiner Spritze oder intravenösen Injektion notwendig ist, sollte eine Durchstechflasche verwendetwerden.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Bevor der Patient in andere Zeitzonen reist, muss er sich mit seinem Arzt beraten, da dies bedeutenkann, dass er das Insulin und die Mahlzeiten zu anderen Uhrzeiten anwenden bzw. einnehmen muss.
HyperglykämieEine unzureichende Dosierung oder das Unterbrechen der Therapie kann, insbesondere bei Typ 1
Diabetes, zu Hyperglykämie und diabetischer Ketoazidose führen. Die ersten Symptome einer
Hyperglykämie treten in der Regel allmählich über einen Zeitraum von Stunden oder Tagen auf. Dazugehören Durst, verstärkter Harndrang, Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit, gerötete trockene Haut,
Mundtrockenheit, Appetitlosigkeit und nach Aceton riechender Atem. Bei Typ 1 Diabetes könnenunbehandelte Hyperglykämien zu diabetischer Ketoazidose führen, die tödlich sein kann.
HypoglykämieDas Auslassen einer Mahlzeit oder ungeplante anstrengende körperliche Aktivität kann zu einer
Hypoglykämie führen.
Eine Hypoglykämie kann auftreten, wenn die Insulindosis im Verhältnis zum Insulinbedarf zu hoch ist.
Im Fall einer Hypoglykämie oder falls das Auftreten einer Hypoglykämie befürchtet wird, darf Actrapidnicht injiziert werden. Nach der Stabilisierung des Blutzuckers des Patienten sollte eine Anpassung der
Dosis in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitte 4.8 und 4.9).
Patienten, deren Blutzuckereinstellung sich beispielsweise durch eine intensivierte Insulintherapiedeutlich verbessert hat, können eine Veränderung ihrer Hypoglykämie-Warnsymptome empfinden undsollten dementsprechend beraten werden. Bei Patienten mit schon lange bestehendem Diabetesverschwinden möglicherweise die üblichen Warnsymptome.
Begleiterkrankungen, insbesondere Infektionen und fiebrige Zustände, erhöhen in der Regel den
Insulinbedarf des Patienten. Begleiterkrankungen der Nieren, der Leber oder mit Einfluss auf
Nebennieren, Hirnanhang- oder Schilddrüse können eine Anpassung der Insulindosis erforderlichmachen.
Wenn Patienten auf einen anderen Insulintyp umgestellt werden, können die frühen Warnsymptomeeiner Hypoglykämie verändert oder weniger ausgeprägt wahrgenommen werden als bei ihrem vorherverwendeten Insulin.
Umstellung von anderen Insulinarzneimitteln
Die Umstellung eines Patienten auf einen anderen Insulintyp oder eine andere Insulinmarke muss unterstrenger medizinischer Überwachung erfolgen. Veränderungen der Stärke, der Insulinmarke(Hersteller), des Insulintyps, des Ursprungs des Insulins (tierisches Insulin, Humaninsulin oder
Insulinanalogon) und/oder des Herstellungsverfahrens (rekombinante DNS gegenüber Insulin tierischen
Ursprungs) können eine Veränderung der Dosis erforderlich machen. Patienten, die von einem anderen
Insulintyp auf Actrapid umgestellt werden, benötigen möglicherweise eine erhöhte Anzahl täglicher
Injektionen oder eine gegenüber ihren üblichen Insulinarzneimitteln veränderte Dosis. Wenn eine
Anpassung erforderlich ist, kann diese bei der ersten Dosis oder innerhalb der ersten Wochen oder
Monate notwendig sein.
Reaktionen an der InjektionsstelleWie bei jeder Insulintherapie können Reaktionen an der Injektionsstelle auftreten, wie z. B. Schmerzen,
Rötungen, Nesselsucht, Entzündungen, Blutergüsse, Schwellungen und Juckreiz. Das kontinuierliche
Wechseln der Injektionsstelle innerhalb eines bestimmten Bereiches reduziert das Risiko, diese
Reaktionen zu entwickeln. Die Reaktionen klingen gewöhnlich nach einigen Tagen oder Wochenwieder ab. In seltenen Fällen können Reaktionen an der Injektionsstelle das Absetzen von Actrapiderforderlich machen.
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesPatienten müssen angewiesen werden, die Injektionsstelle regelmäßig zu wechseln, um das Risiko einer
Lipodystrophie und einer kutanen Amyloidose zu reduzieren. Es besteht das potenzielle Risiko einerverzögerten Insulinresorption und einer schlechteren Blutzuckerkontrolle nach Insulininjektionen an
Stellen mit diesen Reaktionen. Bei einem plötzlichen Wechsel der Injektionsstelle zu einem nichtbetroffenen Bereich wurde darüber berichtet, dass dies zu Hypoglykämie führte. Nach einem Wechselder Injektionsstelle von einem betroffenen zu einem nicht betroffenen Bereich wird eine Überwachungdes Blutzuckers empfohlen und eine Dosisanpassung der Antidiabetika kann in Erwägung gezogenwerden.
Kombination von Actrapid mit Pioglitazon
Es gibt Spontanmeldungen von Herzinsuffizienz, wenn Pioglitazon in Kombination mit Insulin,insbesondere Patienten mit Risikofaktoren für die Entwicklung von Herzinsuffizienz, verabreicht wurde.
Dies sollte beachtet werden, falls eine Behandlung mit der Kombination von Pioglitazon und Actrapiderwogen wird. Falls die Kombination angewendet wird, sollten die Patienten hinsichtlich Anzeichenund Symptomen von Herzinsuffizienz, Gewichtszunahme und Ödemen beobachtet werden. Pioglitazonmuss beim Auftreten jeder Verschlechterung kardialer Symptome abgesetzt werden.
Vermeidung von versehentlichen Verwechslungen/Medikationsfehlern
Die Patienten müssen angewiesen werden, vor jeder Injektion immer das Insulin-Etikett zu überprüfen,um versehentliche Verwechslungen zwischen Actrapid und anderen Insulin-Arzneimitteln zuvermeiden.
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiertwerden.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Der Glucosestoffwechsel wird von einigen Arzneimitteln beeinflusst.
Die folgenden Substanzen können den Insulinbedarf des Patienten senken:
Orale Antidiabetika, Monoaminoxidasehemmer (MAO-Hemmer), Betarezeptorenblocker, Angiotensin-
Converting-Enzym (ACE)-Hemmer, Salicylate, anabole Steroide und Sulfonamide.
Die folgenden Substanzen können den Insulinbedarf des Patienten erhöhen:
Orale Kontrazeptiva, Thiazide, Glucocorticoide, Schilddrüsenhormone, Sympathomimetika,
Wachstumshormon und Danazol.
Betarezeptorenblocker können die Symptome einer Hypoglykämie verschleiern.
Octreotid/Lanreotid kann den Insulinbedarf entweder erhöhen oder senken.
Alkohol kann die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin verstärken oder verringern.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftFür die Anwendung von Insulin zur Diabetesbehandlung bestehen während der Schwangerschaft keine
Einschränkungen, da Insulin nicht plazentagängig ist.
Sowohl Hypoglykämie als auch Hyperglykämie, die bei einer nicht ausreichend kontrollierten
Diabetestherapie auftreten können, erhöhen das Risiko von Missbildungen und Fruchttod in utero.
Frauen, die an Diabetes erkrankt sind und eine Schwangerschaft planen bzw. bereits schwanger sind,sollten intensiver überwacht und die Blutzuckerkontrolle sollte intensiviert werden. Im ersten Trimenonfällt gewöhnlich der Insulinbedarf, steigt aber anschließend im Verlauf des zweiten und dritten
Trimenons wieder an. Nach der Entbindung kehrt der Insulinbedarf normalerweise schnell wieder aufdas Niveau vor der Schwangerschaft zurück.
StillzeitWährend der Stillzeit kann Actrapid uneingeschränkt zur Therapie eingesetzt werden. Die
Insulinbehandlung der stillenden Mutter stellt kein Risiko für das Kind dar. Eventuell muss jedoch die
Dosis von Actrapid angepasst werden.
FertilitätTierexperimentelle Reproduktionsstudien mit Humaninsulin haben keine Hinweise auf schädliche
Auswirkungen in Bezug auf die Fertilität gezeigt.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Eine Hypoglykämie kann die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit eines Patienten herabsetzen. Dieskann in Situationen, in denen diese Fähigkeiten von besonderer Bedeutung sind (z. B. beim Fahreneines Autos oder beim Bedienen von Maschinen), ein Risiko darstellen.
Den Patienten sollte geraten werden, Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung von Hypoglykämien beim
Führen von Fahrzeugen zu treffen. Dies ist bei Patienten mit verringerter oder fehlender Wahrnehmungvon Hypoglykämie-Warnsymptomen oder häufigen Hypoglykämie-Episoden besonders wichtig. Indiesen Fällen sollte überlegt werden, ob das Führen eines Fahrzeugs ratsam ist.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie während der Behandlung am häufigsten gemeldete Nebenwirkung ist Hypoglykämie. Die
Häufigkeit von Hypoglykämien variiert in Abhängigkeit von der Patientenpopulation, dem verordneten
Dosierungsschema und dem Niveau der Blutzuckereinstellung, siehe unten Beschreibung ausgewählter
Nebenwirkungen.
Zu Beginn der Insulintherapie können Refraktionsanomalien, Ödeme oder Reaktionen an der
Injektionsstelle (Schmerzen, Rötung, Nesselsucht, Entzündungen, Blutergüsse, Schwellung und
Juckreiz an der Injektionsstelle) auftreten. Diese Symptome sind normalerweise vorübergehend. Eineschnelle Besserung der Blutzuckereinstellung kann mit akuter schmerzhafter Neuropathie verbundensein, die normalerweise reversibel ist. Eine Intensivierung der Insulintherapie mit einer plötzlichen
Verbesserung der Blutzuckereinstellung kann mit einer vorübergehenden Verschlechterung derdiabetischen Retinopathie verbunden sein, während eine langfristige Verbesserung der
Blutzuckereinstellung das Risiko des Fortschreitens einer diabetischen Retinopathie verringert.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenDie unten dargestellten Nebenwirkungen basieren auf Daten aus klinischen Studien und sind gemäß
MedDRA nach Häufigkeit und Systemorganklassen aufgeführt. Die Häufigkeiten sind nach derfolgenden Konvention definiert: Sehr häufig (≥ 1/10); Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10); Gelegentlich(≥ 1/1.000 bis < 1/100); Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000); Sehr selten (< 1/10.000); nicht bekannt(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Gelegentlich - Urtikaria, Hautausschlag
Erkrankungen des
Immunsystems Sehr selten - Anaphylaktische Reaktionen*
Stoffwechsel- und Sehr häufig - Hypoglykämie*
Ernährungsstörungen
Erkrankungen des Nerven- Gelegentlich - Periphere Neuropathie (schmerzhaftesystems Neuropathie)
Augenerkrankungen Gelegentlich - Refraktionsanomalien
Sehr selten - Diabetische Retinopathie
Erkrankungen der Haut und Gelegentlich - Lipodystrophie*des Unterhautzellgewebes
Nicht bekannt - Kutane Amyloidose*†
Allgemeine Erkrankungen und Gelegentlich - Reaktionen an der Injektionsstelle
Beschwerden am
Verabreichungsort Gelegentlich - Ödeme
* siehe Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen† Arzneimittelnebenwirkung aus Meldungen nach Markteinführung.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenAnaphylaktische ReaktionenDas Auftreten generalisierter Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich generalisierter
Hautausschlag, Jucken, Schwitzen, gastrointestinale Störungen, angioneurotisches Ödem,
Atembeschwerden, Herzklopfen und Absenkung des Blutdrucks) ist sehr selten, kann aberlebensbedrohlich sein.
HypoglykämieDie am häufigsten gemeldete Nebenwirkung ist Hypoglykämie. Sie kann auftreten, wenn die
Insulindosis in Relation zum Insulinbedarf zu hoch ist. Eine schwere Hypoglykämie kann zu
Bewusstlosigkeit und/oder Krampfanfällen führen und mit einer vorübergehenden oder dauerhaften
Störung der Gehirnfunktion oder sogar dem Tod enden. Die Symptome einer Hypoglykämie treten inder Regel plötzlich auf. Die Symptome können sein: kalter Schweiß, kalte blasse Haut, Ermattung,
Nervosität oder Zittern, Angstgefühle, ungewöhnliche Müdigkeit oder Schwäche, Verwirrung,
Konzentrationsschwierigkeiten, Benommenheit, Heißhunger, Sehstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeitund Herzklopfen.
In klinischen Studien variierte die Häufigkeit von Hypoglykämien in Abhängigkeit von der
Patientenpopulation, den verordneten Dosierungsschemen und dem Niveau der Blutzuckereinstellung.
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesLipodystrophie (einschließlich Lipohypertrophie, Lipoatrophie) und kutane Amyloidose können an der
Injektionsstelle auftreten und die lokale Insulinresorption verzögern. Ein regelmäßiges Wechseln der
Injektionsstelle innerhalb des jeweiligen Injektionsbereichs kann helfen, diese Reaktionen zu reduzierenoder zu verhindern (siehe Abschnitt 4.4).
Kinder und JugendlicheBasierend auf den Erfahrungen nach Markteinführung und aus klinischen Studien weisen Häufigkeit,
Art und Schwere der beobachteten Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen nicht auf einen
Unterschied zu den breiteren Erfahrungen in der Gesamtpopulation hin.
Andere spezielle Populationen
Basierend auf den Erfahrungen nach Markteinführung und aus klinischen Studien weisen Häufigkeit,
Art und Schwere der beobachteten Nebenwirkungen bei älteren Patienten und Patienten miteingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion nicht auf einen Unterschied zu den breiteren Erfahrungen inder Gesamtpopulation hin.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Für Insulin kann keine spezifische Überdosierung angegeben werden, eine Hypoglykämie kann sichjedoch stufenweise entwickeln, wenn, verglichen mit dem Bedarf des Patienten, zu hohe Dosen gegebenwerden:
* Leichte Hypoglykämien können durch die orale Verabreichung von Glucose bzw. zuckerhaltigen
Lebensmitteln behandelt werden. Ein Diabetiker sollte deshalb immer zuckerhaltige Lebensmittelbei sich haben.
* Schwere Hypoglykämien mit Bewusstlosigkeit können mit einer intramuskulären odersubkutanen Injektion von Glucagon (0,5 bis 1 mg) behandelt werden, die von einer geschulten
Person gegeben wird oder der intravenösen Gabe von Glucose durch einen Arzt. Spricht der
Patient nicht innerhalb von 10 bis 15 Minuten auf Glucagon an, muss Glucose intravenös gegebenwerden. Sobald der Patient wieder bei Bewusstsein ist, wird die orale Gabe von Kohlenhydratenempfohlen, um einen Rückfall zu vermeiden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiabetika. Insuline und Analoga zur Injektion, schnell wirkend,
Insulin (human). ATC Code: A10AB01.
Wirkmechanismus und pharmakodynamische Wirkung
Die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin beruht auf der verstärkten Aufnahme von Glucose nach
Bindung von Insulin an Insulinrezeptoren in Muskel- und Fettzellen und der gleichzeitigen Hemmungder Freisetzung von Glucose aus der Leber.
Ein klinischer Versuch in einer Intensivstation zur Behandlung von Hyperglykämie (Blutzucker über10 mmol/l) mit 204 diabetischen und 1344 nicht-diabetischen Patienten, die sich größeren chirurgischen
Eingriffen unterzogen, hat gezeigt, dass eine durch intravenös gegebenes Actrapid induzierte
Normoglykämie (Blutzucker 4,4 - 6,1 mmol/l) die Mortalität um 42 % reduzierte (8 % gegenüber4,6 %).
Actrapid ist ein schnell wirkendes Insulin.
Die Wirkung beginnt innerhalb von einer halben Stunde, das Wirkmaximum wird innerhalb von 1,5-3,5
Stunden erreicht und die gesamte Wirkdauer beträgt etwa 7-8 Stunden.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Insulin hat in der Blutbahn eine Halbwertszeit von einigen Minuten. Deshalb wird das zeitliche
Wirkprofil eines Insulinpräparats ausschließlich von seinen Resorptionseigenschaften bestimmt.
Dieser Prozess wird von mehreren Faktoren beeinflusst (z. B. Insulindosis, Injektionsweg und -ort,
Stärke des subkutanen Fettgewebes, Diabetes-Typ). Die pharmakokinetischen Eigenschaften von
Insulinarzneimitteln unterliegen daher signifikanten intra- und interindividuellen Schwankungen.
ResorptionDie maximale Plasmakonzentration wird innerhalb von 1,5-2,5 Stunden nach subkutaner Injektionerreicht.
VerteilungEs wurde keine starke Bindung an Plasmaproteine beobachtet, von zirkulierenden Insulinantikörpern(soweit vorhanden) abgesehen.
Metabolismus
Es wird berichtet, dass Humaninsulin durch Insulinprotease oder Insulin abbauende Enzyme undmöglicherweise Protein-Disulfid-Isomerase abgebaut wird. Eine Reihe von Spaltungs- (Hydrolyse-)
Stellen im Humaninsulinmolekül wurden in Erwägung gezogen; keiner der durch die Spaltunggebildeten Metaboliten ist aktiv.
EliminationDie terminale Halbwertszeit wird durch die Resorptionsrate aus dem subkutanen Gewebe bestimmt. Dieterminale Halbwertszeit (t½) ist daher eher ein Maß der Resorption als ein Maß der Elimination per sedes Insulins aus dem Plasma (Insulin hat im Blutkreislauf eine t½ von nur wenigen Minuten). Studienhaben eine t½ von etwa 2-5 Stunden ergeben.
Kinder und JugendlicheDas pharmakokinetische Profil von Actrapid wurde an einer kleineren Zahl (n = 18) diabetischer Kinder(im Alter zwischen 6 und 12 Jahren) und Jugendlicher (im Alter zwischen 13 und 17 Jahren) untersucht.
Die Daten sind begrenzt, legen jedoch die Annahme nahe, dass das pharmakokinetische Profil bei
Kindern und Jugendlichen dem von Erwachsenen ähnlich ist. Beim Cmax-Wert gab es jedoch
Unterschiede zwischen den Altersgruppen, was die Wichtigkeit einer individuellen Dosis-Titrationunterstreicht.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter
Gabe, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potential lassendie präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Zinkchlorid
Glycerol
Metacresol (Ph. Eur.)
Natriumhydroxid (zur Einstellung des pH-Wertes)
Salzsäure (zur Einstellung des pH-Wertes)
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Insulinarzneimittel dürfen nur zu Stoffen hinzugefügt werden, von denen bekannt ist, dass eine
Kompatibilität besteht. Arzneimittel, die der Insulinlösung hinzugefügt werden, können zur Degradationdes Insulinmoleküls führen, z. B. wenn diese Arzneimittel Thiole oder Sulfite enthalten.
6.3 Haltbarkeit
Vor dem ersten Öffnen: 30 Monate.
Actrapid Durchstechflasche (40 Internationale Einheiten/ml)
Während des Gebrauchs oder bei Verwendung als Ersatz: Das Arzneimittel darf maximal 4 Wochengelagert werden. Nicht über 25°C lagern.
Actrapid Durchstechflasche (100 Internationale Einheiten/ml)
Während des Gebrauchs oder bei Verwendung als Ersatz: Das Arzneimittel darf maximal 6 Wochengelagert werden. Nicht über 25°C lagern.
Actrapid Penfill/Actrapid InnoLet/Actrapid FlexPen (100 Internationale Einheiten/ml)
Während des Gebrauchs oder bei Verwendung als Ersatz: Das Arzneimittel darf maximal 6 Wochengelagert werden. Nicht über 30°C lagern.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Vor dem ersten Öffnen: Im Kühlschrank lagern (2°C - 8°C). Nicht einfrieren.
Actrapid Durchstechflasche (40 Internationale Einheiten/ml)/Actrapid Durchstechflasche(100 Internationale Einheiten/ml)
Während des Gebrauchs oder bei Verwendung als Ersatz: Nicht über 25°C lagern. Nicht im
Kühlschrank lagern oder einfrieren.
Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Actrapid Penfill
Während des Gebrauchs oder bei Verwendung als Ersatz: Nicht über 30°C lagern. Nicht im
Kühlschrank lagern oder einfrieren.
Die Patrone im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Actrapid InnoLet/Actrapid FlexPen
Während des Gebrauchs oder bei Verwendung als Ersatz: Nicht über 30°C lagern. Nicht im
Kühlschrank lagern oder einfrieren.
Die Penkappe aufgesetzt lassen, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Actrapid Durchstechflasche (40 Internationale Einheiten/ml)/Actrapid Durchstechflasche(100 Internationale Einheiten/ml)
Durchstechflasche (Typ 1 Glas), die mit einer Scheibe (Brombutyl/Polyisopren-Gummi) und einer vor
Manipulationen schützenden Plastikkappe verschlossen ist und 10 ml Lösung enthält.
Packungsgrößen mit 1 und 5 Durchstechflaschen zu je 10 ml oder eine Bündelpackung mit 5 Packungenzu je 1 x 10 ml Durchstechflasche. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den
Verkehr gebracht.
Actrapid Penfill
Patrone (Typ 1 Glas) mit einem Kolben (Brombutyl) und einem Gummiverschluss(Brombutyl/Polyisopren), die 3 ml Lösung enthält.
Packungsgrößen mit 1, 5 und 10 Patronen. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den
Verkehr gebracht.
Actrapid InnoLet/Actrapid FlexPen
Patrone (Typ 1 Glas) mit einem Kolben (Brombutyl) und einem Gummiverschluss(Brombutyl/Polyisopren), in einem Mehrdosen-Einweg-Fertigpen aus Polypropylen, die 3 ml Lösungenthält.
Packungsgrößen mit 1, 5 und 10 Fertigpens. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen inden Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungDieses Arzneimittel darf nicht verwendet werden, wenn Sie feststellen, dass die Lösung nicht klar,farblos und wässrig ist.
Einmal gefrorenes Actrapid darf nicht verwendet werden.
Der Patient sollte darauf hingewiesen werden, die Nadel und die Spritze nach jeder Injektion zuentsorgen.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zubeseitigen.
Nadeln, Spritzen, Patronen und Fertigpens dürfen nicht mit Anderen geteilt werden.
Die Patrone darf nicht wieder aufgefüllt werden.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Novo Nordisk A/S
Novo Allé
DK-2880 Bagsværd
Dänemark
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
Actrapid Durchstechflasche (40 Internationale Einheiten/ml)
EU/1/02/230/001
EU/1/02/230/002
EU/1/02/230/016
Actrapid Durchstechflasche (100 Internationale Einheiten/ml)
EU/1/02/230/003
EU/1/02/230/004
EU/1/02/230/017
Actrapid Penfill
EU/1/02/230/005
EU/1/02/230/006
EU/1/02/230/007
Actrapid InnoLet
EU/1/02/230/010
EU/1/02/230/011
EU/1/02/230/012
Actrapid FlexPen
EU/1/02/230/013
EU/1/02/230/014
EU/1/02/230/015
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 07. Oktober 2002
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 18. September 2007
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.