Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ACLASTA 5mg / 100ml infusionslösung
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Aclasta 5 mg Infusionslösung
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Eine Flasche mit 100 ml Lösung enthält 5 mg Zoledronsäure (als Monohydrat).
Jeder ml der Lösung enthält 0,05 mg Zoledronsäure (als Monohydrat).
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Infusionslösung
Klare und farblose Lösung
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Behandlung der Osteoporose
* bei postmenopausalen Frauen
* bei erwachsenen Männernmit einem erhöhten Risiko für Frakturen, einschließlich bei Patienten mit einer kürzlich erlittenenniedrig-traumatischen Hüftfraktur.
Behandlung der Osteoporose in Zusammenhang mit einer systemischen Langzeit-Glukokortikoid-
Therapie* bei postmenopausalen Frauen
* bei erwachsenen Männernmit einem erhöhten Frakturrisiko.
Behandlung von Morbus Paget des Knochens bei Erwachsenen.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungVor der Anwendung von Aclasta müssen die Patienten eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr(Hydratation) erhalten. Dies ist besonders wichtig bei älteren Patienten (≥ 65 Jahre) und bei Patienten,die eine diuretische Behandlung erhalten.
Zusammen mit der Anwendung von Aclasta wird eine ausreichende Einnahme von Kalzium und
Vitamin D empfohlen.
OsteoporoseZur Behandlung der postmenopausalen Osteoporose, der Osteoporose bei Männern und der
Behandlung der Osteoporose in Zusammenhang mit einer systemischen Langzeit-Glukokortikoid-
Therapie wird eine intravenöse Infusion von 5 mg Aclasta einmal jährlich empfohlen.
Die optimale Dauer einer Bisphosphonat-Behandlung bei Osteoporose ist nicht festgelegt. Die
Notwendigkeit einer Weiterbehandlung sollte in regelmäßigen Abständen auf Grundlage des Nutzensund potenzieller Risiken von Aclasta für jeden Patienten individuell beurteilt werden, insbesondere beieiner Anwendung über 5 oder mehr Jahre.
Bei Patienten mit einer niedrig-traumatischen Hüftfraktur wird die Verabreichung der Infusion von
Aclasta frühestens zwei Wochen nach der operativen Versorgung der Hüftfraktur empfohlen (siehe
Abschnitt 5.1). Bei Patienten mit einer kürzlich erlittenen niedrig-traumatischen Hüftfraktur wird eine
Initialdosis von 50.000 bis 125.000 I.E. oralem oder intramuskulärem Vitamin D vor der ersten
Aclasta-Infusion empfohlen.
Morbus Paget
Für die Behandlung des Morbus Paget sollte Aclasta nur von Ärzten verschrieben werden, die
Erfahrung in der Behandlung des Morbus Paget des Knochens haben. Die empfohlene Dosis ist eineintravenöse Infusion von 5 mg Aclasta. Bei Patienten mit Morbus Paget wird dringend angeraten, eineausreichende Zufuhr von Kalzium, entsprechend zweimal täglich mindestens 500 mg elementarem
Kalzium, für mindestens 10 Tage nach der Gabe von Aclasta sicherzustellen (siehe Abschnitt 4.4).
Zur Wiederbehandlung des Morbus Paget: Nach einer Erst-Behandlung des Morbus Paget mit Aclastawurde ein langer Remissionszeitraum bei Patienten beobachtet, die auf die Therapie angesprochenhaben. Die Wiederbehandlung besteht aus einer weiteren intravenösen Infusion von 5 mg Aclasta ineinem Abstand von einem Jahr oder länger nach der Erst-Behandlung bei Patienten, die einen Rückfallhatten. Zur Wiederbehandlung des Morbus Paget sind wenige Daten verfügbar (siehe Abschnitt 5.1).
Besondere PatientengruppenPatienten mit NierenfunktionsstörungAclasta ist bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von < 35 ml/min kontraindiziert (siehe
Abschnitte 4.3 und 4.4).
Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance ≥ 35 ml/min ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Patienten mit LeberfunktionsstörungEine Dosisanpassung ist nicht erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Ältere Personen (≥ 65 Jahre)
Eine Dosisanpassung ist nicht notwendig, da die Bioverfügbarkeit, Distribution und Elimination beiälteren Patienten ähnlich wie bei jüngeren ist.
Kinder und JugendlicheAclasta darf bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden. Es liegen keine
Daten für Kinder unter 5 Jahren vor. Zurzeit vorliegende Daten für Kinder zwischen 5 und 17 Jahrenwerden in Abschnitt 5.1. beschrieben.
Art der AnwendungIntravenöse Anwendung.
Aclasta wird durch einen entlüfteten Infusionsschlauch und langsam mit konstanter
Infusionsgeschwindigkeit verabreicht. Die Dauer der Infusion muss mindestens 15 Minuten betragen.
Hinweise für die Infusion von Aclasta siehe Abschnitt 6.6.
An Patienten, die mit Aclasta behandelt werden, sollte die Gebrauchsinformation und die
Erinnerungskarte für Patienten ausgehändigt werden.
4.3 Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Bisphosphonate oder einen der in
Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
- Patienten mit Hypokalzämie (siehe Abschnitt 4.4).
- Schwere Nierenfunktionsstörung mit einer Kreatinin-Clearance von < 35 ml/min (siehe
Abschnitt 4.4).
- Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6).
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Nierenfunktion
Die Anwendung von Aclasta ist bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-
Clearance von < 35 ml/min) wegen des erhöhten Risikos von Nierenversagen in dieser Populationkontraindiziert.
Nierenfunktionsstörungen wurde nach der Verabreichung von Aclasta festgestellt (siehe
Abschnitt 4.8), insbesondere bei Patienten mit vorbestehender Nierendysfunktion oder mit anderen
Risiken, einschließlich fortgeschrittenem Alter, gleichzeitiger Anwendung von nephrotoxischen
Arzneimitteln, gleichzeitiger diuretischer Therapie (siehe Abschnitt 4.5) oder Dehydratation, die nachder Aclasta-Verabreichung auftrat. Nierenfunktionsstörungen wurden bei Patienten nach einereinzigen Verabreichung festgestellt. Ein dialysepflichtiges Nierenversagen oder Nierenversagen mitletalem Ausgang trat selten bei Patienten mit einer vorbestehenden Nierenfunktionsstörung oderanderen der oben beschriebenen Risikofaktoren auf.
Die folgenden Vorsichtsmaßnahmen sollten berücksichtigt werden, um das Risiko einer renalen
Nebenwirkung zu verringern:
* Die Kreatinin-Clearance sollte vor jeder Verabreichung von Aclasta auf der Basis desgegenwärtigen Körpergewichts unter Verwendung der Cockcroft-Gault-Formel berechnetwerden.
* Ein vorübergehender Anstieg der Serum-Kreatinin-Konzentration kann bei Patienten mitvorbestehender Nierenfunktionsstörung stärker sein.
* Bei Patienten mit einem erhöhten Risiko sollte die Überwachung des Serum-Kreatinins in
Betracht gezogen werden.
* Aclasta sollte bei gleichzeitiger Anwendung von anderen Arzneimitteln, die die Nierenfunktionbeeinflussen könnten, mit Vorsicht eingesetzt werden (siehe Abschnitt 4.5).
* Patienten, insbesondere ältere Patienten und solche mit einer diuretischen Therapie, sollten vorder Verabreichung von Aclasta angemessen mit Flüssigkeit versorgt worden sein.
* Eine einzelne Dosis von Aclasta sollte 5 mg Zoledronsäure nicht überschreiten und die Dauerder Infusion sollte mindestens 15 Minuten betragen (siehe Abschnitt 4.2).
Hypokalzämie
Eine vorbestehende Hypokalzämie ist vor Beginn der Therapie mit Aclasta durch ausreichende Zufuhrvon Kalzium und Vitamin D zu behandeln (siehe Abschnitt 4.3). Auch andere Störungen des
Mineralstoffhaushalts sind wirksam zu behandeln (z. B. verminderte Funktion der Nebenschilddrüsen,intestinale Kalzium-Malabsorption). Der Arzt sollte eine klinische Überwachung dieser Patienten in
Erwägung ziehen.
Für den Morbus Paget des Knochens ist ein beschleunigter Umbau des Knochengewebeskennzeichnend. Wegen des schnellen Einsetzens der Wirkung von Zoledronsäure auf den
Knochenumbau kann sich eine vorübergehende, mitunter symptomatische Hypokalzämie entwickeln,deren Maximum üblicherweise innerhalb der ersten 10 Tage nach der Infusion von Aclasta auftritt(siehe Abschnitt 4.8).
Zusammen mit der Anwendung von Aclasta wird eine ausreichende Einnahme von Kalzium und
Vitamin D empfohlen. Zusätzlich ist es sehr ratsam, bei Patienten mit Morbus Paget eine ausreichende
Zufuhr von Kalzium, entsprechend zweimal täglich mindestens 500 mg elementarem Kalzium, fürmindestens 10 Tage nach der Gabe von Aclasta sicherzustellen (siehe Abschnitt 4.2).
Patienten müssen über die Symptome einer Hypokalzämie informiert und während der
Risikozeitspanne angemessen klinisch überwacht werden. Bei Patienten mit Morbus Paget wird die
Messung des Serum-Kalziums vor der Infusion von Aclasta empfohlen.
Selten wurde bei Patienten, die Bisphosphonate, einschließlich Zoledronsäure, erhielten, über schwereund gelegentlich behindernde Knochen-, Gelenk- und/oder Muskelschmerzen berichtet (siehe
Abschnitt 4.8).
Osteonekrosen im Kieferbereich
Nach Markteinführung wurde bei Patienten mit Osteoporose, die Aclasta (Zoledronsäure) erhielten,über Osteonekrosen im Kieferbereich berichtet (siehe Abschnitt 4.8).
Der Beginn der Behandlung oder eines neuen Behandlungszyklus sollte bei Patienten mit nichtverheilten, offenen Weichteilläsionen im Mund verschoben werden. Eine zahnärztliche Untersuchungmit präventiver Zahnbehandlung und eine individuelle Nutzen-Risiko-Bewertung werden vor der
Behandlung mit Aclasta bei Patienten mit begleitenden Risikofaktoren empfohlen.
Folgende Faktoren sollten in die Bewertung des Patientenrisikos, eine Osteonekrose im Kieferbereichzu entwickeln, einbezogen werden:
- Die Wirksamkeit des Arzneimittels, das die Knochenresorption hemmt (höheres Risiko fürhochwirksame Substanzen), die Art der Verabreichung (höheres Risiko für die parenterale
Verabreichung) und die kumulative Dosis der Knochenresorptionstherapie.
- Krebs, Begleiterkrankungen (z. B. Anämie, Koagulopathien, Infektion), Rauchen.
- Begleitende Therapien: Kortikosteroide, Chemotherapie, Angiogenese-Inhibitoren,
Strahlentherapie an Kopf und Hals.
- Schlechte Mundhygiene, parodontale Erkrankungen schlecht sitzender Zahnersatz,
Zahnerkrankungen in der Vorgeschichte, invasive zahnärztliche Eingriffe, wie z. B.
Zahnextraktionen.
Während der Behandlung mit Zoledronsäure sollten alle Patienten ermutigt werden, auf eine gute
Mundhygiene zu achten, routinemäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen durchführen zu lassenund sofort über Symptome im Mund, wie Lockerung der Zähne, Schmerzen oder Schwellungen,
Nichtverheilen von Wunden oder Sekretaustritt zu berichten. Während der Behandlung sollteninvasive zahnärztliche Eingriffe mit Vorsicht durchgeführt und die zeitliche Nähe zur Verabreichungvon Zoledronsäure vermieden werden.
Der Behandlungsplan für Patienten, die Osteonekrosen im Kieferbereich entwickeln, sollte in enger
Zusammenarbeit zwischen dem behandelnden Arzt und einem Zahnarzt oder Kieferchirurgen mit
Expertise in der Behandlung von Kieferosteonekrosen erstellt werden. Eine vorübergehende
Unterbrechung der Zoledronsäure-Behandlung sollte in Erwägung gezogen werden, bis der Zustandbehoben ist und die dazu beitragenden Risikofaktoren soweit möglich begrenzt werden können.
Osteonekrose des äußeren Gehörgangs
Bei der Anwendung von Bisphosphonaten wurde über Knochennekrosen des äußeren Gehörgangsberichtet, und zwar hauptsächlich im Zusammenhang mit Langzeitbehandlungen. Zu den möglichen
Risikofaktoren für eine Knochennekrose des äußeren Gehörgangs zählen die Anwendung von
Steroiden und chemotherapeutischen Behandlungen und/oder lokale Risikofaktoren wie z. B.
Infektionen oder Traumata. Die Möglichkeit einer Knochennekrose des äußeren Gehörgangs sollte bei
Patienten, die Bisphosphonate erhalten und mit Ohrsymptomen, einschließlich chronischer
Ohreninfektionen, vorstellig werden, in Betracht gezogen werden.
Atypische Femurfrakturen
Atypische subtrochantäre und diaphysäre Femurfrakturen wurden unter Bisphosphonat-Therapieberichtet, vor allem bei Patienten unter Langzeitbehandlung gegen Osteoporose. Diese transversalenoder kurzen Schrägfrakturen können überall entlang des Oberschenkelknochens auftreten, direktunterhalb des Trochanter minor bis direkt oberhalb der Femurkondylen. Diese Frakturen entstehennach einem minimalen Trauma oder ohne Trauma, und manche Patienten verspüren Oberschenkel-oder Leistenschmerzen oft im Zusammenhang mit Anzeichen einer Niedrig-Energie Fraktur inbildgebenden Verfahren Wochen bis Monate vor dem Auftreten einer manifesten Femurfraktur.
Frakturen treten häufig bilateral auf. Aus diesem Grund sollte bei Patienten, die mit Bisphosphonatenbehandelt werden und eine Femurschaftfraktur hatten, der kontralaterale Femur ebenfalls untersuchtwerden. Über eine schlechte Heilung dieser Frakturen ist ebenfalls berichtet worden. Bei Patienten mit
Verdacht auf eine atypische Femurfraktur sollte ein Absetzen der Bisphosphonat-Therapie,vorbehaltlich einer Beurteilung des Patienten, auf Grundlage einer individuellen Nutzen-Risiko-
Bewertung in Betracht gezogen werden.
Während einer Behandlung mit Bisphosphonaten sollte den Patienten geraten werden, über jegliche
Oberschenkel-, Hüft- oder Leistenschmerzen zu berichten, und jeder Patient mit diesen Symptomensollte auf eine unvollständige Femurfraktur hin untersucht werden.
Akute-Phase-Reaktionen
Es wurden Akute-Phase-Reaktionen (APRs) oder Symptome nach der Verabreichung von Aclasta, wie
Fieber, Myalgie, grippeähnliche Symptome, Arthralgie und Kopfschmerzen beobachtet, von denen diemeisten innerhalb von drei Tagen nach der Verabreichung von Aclasta auftraten.
APRs können manchmal schwerwiegend oder von längerer Dauer sein. Die Häufigkeit der Post-
Infusions-Symptome kann durch die Verabreichung von Paracetamol oder Ibuprofen kurz nach der
Verabreichung von Aclasta reduziert werden. Es ist auch ratsam, die Behandlung zu verschieben,wenn der Patient aufgrund einer akuten Erkrankung klinisch instabil ist und eine APR problematischsein könnte (siehe Abschnitt 4.8).
AllgemeinesBei onkologischen Indikationen stehen andere Arzneimittel, die Zoledronsäure als Wirkstoff enthalten,zur Verfügung. Patienten, die mit Aclasta behandelt werden, sollten nicht gleichzeitig mit diesen
Arzneimitteln oder anderen Bisphosphonaten behandelt werden, da die kombinierten Wirkungendieser Wirkstoffe unbekannt sind.
Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro 100-ml- Durchstechflasche
Aclasta, d. h. es ist nahezu 'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen mit anderen Arzneimittelndurchgeführt. Zoledronsäure wird nicht systemisch metabolisiert und hat in vitro keinen Einfluss aufdie menschlichen Cytochrom-P450-Enzyme (siehe Abschnitt 5.2). Da Zoledronsäure nicht stark an
Plasmaproteine gebunden wird (ca. 43-55 % gebunden), sind Interaktionen als Folge der Verdrängunghochgradig proteingebundener Arzneimittel unwahrscheinlich.
Die Elimination der Zoledronsäure erfolgt durch renale Ausscheidung. Vorsicht ist angezeigt, falls
Zoledronsäure zusammen mit Arzneimitteln angewendet wird, welche die Nierenfunktion wesentlichbeeinflussen können (z. B. Aminoglykoside oder Diuretika, die eine Dehydratation bewirken können)(siehe Abschnitt 4.4).
Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung können die Blutspiegel von begleitend verabreichten
Arzneimitteln, die primär über die Niere ausgeschieden werden, ansteigen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen AlterAclasta wird bei Frauen im gebärfähigen Alter nicht empfohlen.
SchwangerschaftAclasta ist während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Es liegen keinehinreichenden Daten für die Verwendung von Zoledronsäure bei Schwangeren vor. Tierexperimentelle
Studien mit Zoledronsäure haben reproduktionstoxikologische Effekte, einschließlich Missbildungen(siehe Abschnitt 5.3), gezeigt. Das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.
StillzeitAclasta ist während der Stillzeit kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Es ist nicht bekannt, ob
Zoledronsäure in die Muttermilch übergeht.
FertilitätZoledronsäure wurde in Ratten auf mögliche unerwünschte Wirkungen auf die Fertilität der Eltern undder F1-Generation untersucht. Dies führte zu überschießenden pharmakologischen Effekten, die als
Wirkstoff-bedingte Hemmung der skelettalen Kalzium-Mobilisierung gewertet wurden, und die zum
Zeitraum der Geburt zu Hypokalzämie, einem Klasseneffekt der Bisphosphonate, zu Dystokie undzum frühen Abbruch der Studie führten. Folglich machten es diese Ergebnisse unmöglich,maßgebliche Auswirkung von Aclasta auf die Fertilität beim Menschen zu bestimmen.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenNebenwirkungen, wie Schwindel, können die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu steuern oder Maschinen zubedienen, beeinträchtigen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie Gesamtprozentzahl an Patienten, die Nebenwirkungen entwickelten, betrug 44,7 %, 16,7 % bzw.10,2 % nach der ersten, der zweiten bzw. dritten Infusion. Auftreten von individuellen
Nebenwirkungen nach der ersten Infusion: Pyrexie (17,1 %), Myalgie (7,8 %), Influenza-ähnliche
Erkrankung (6,7 %), Arthralgie (4,8 %) und Kopfschmerzen (5,1 %), siehe 'Akute-Phase-Reaktionen“unten.
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenNebenwirkungen sind in der Tabelle 1 entsprechend der MedDRA-Systemorganklassen und
Häufigkeitsgruppen aufgelistet. Die Häufigkeitsgruppen werden unter Verwendung der folgenden
Konvention festgelegt: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1.000, <1/100),selten (≥1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10.000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungenmit abnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabelle 1
Infektionen und parasitäre Gelegentlich: Influenza, Nasopharyngitis
Erkrankungen
Erkrankungen des Blutes und des Gelegentlich: Anämie
Lymphsystems
Erkrankungen des Immunsystems Nicht bekannt**: Überempfindlichkeitsreaktionen,einschließlich seltener Fälle von
Bronchospasmus, Urtikaria und
Angioödem und sehr seltener Fälle vonanaphylaktischer Reaktion/Schock
Stoffwechsel- und Häufig: Hypokalzämie*
Ernährungsstörungen Gelegentlich: Verminderter Appetit
Selten: Hypophosphatämie
Psychiatrische Erkrankungen Gelegentlich: Schlaflosigkeit
Erkrankungen des Nervensystems Häufig: Kopfschmerz, Schwindel
Gelegentlich: Lethargie, Parästhesie, Schläfrigkeit,
Tremor, Synkope, Geschmacksstörung
Augenerkrankungen Häufig: Hyperämie der Augen
Gelegentlich: Konjunktivitis, Augenschmerz
Selten: Uveitis, Episkleritis, Iritis
Nicht bekannt**: Skleritis und Parophthalmia
Erkrankungen des Ohrs und des Gelegentlich: Vertigo
Labyrinths
Herzerkrankungen Häufig: Vorhofflimmern
Gelegentlich: Palpitationen
Gefäßerkrankungen Gelegentlich: Hypertonie, Gesichtsrötung
Nicht bekannt**: Hypotension (einige Patienten hattenzugrunde liegende Risikofaktoren)
Erkrankungen der Atemwege, des Gelegentlich: Husten, Dyspnoe
Brustraums und Mediastinums
Erkrankungen des Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö
Gastrointestinaltraktes Gelegentlich: Dyspepsie, Schmerz im Oberbauch,
Bauchschmerz, gastroösophageale
Refluxkrankheit, Verstopfung, trockener
Mund, Ösophagitis, Zahnschmerz,
Gastritis#
Erkrankungen der Haut und des Gelegentlich: Hautausschlag, Hyperhidrose, Pruritus,
Unterhautgewebes Erythem
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Häufig: Myalgie, Arthralgie, Knochenschmerz,
Knochenerkrankungen Rückenschmerz, Schmerz in den
Extremitäten
Gelegentlich: Nackenschmerzen, muskuloskelettale
Steifheit, Gelenkschwellung,
Muskelspasmen, muskuloskelettaler
Brustschmerz, muskuloskelettaler
Schmerz, Gelenksteifigkeit, Arthritis,
Muskelschwäche
Selten: Atypische subtrochantäre unddiaphysäre Femurfrakturen†(unerwünschte Wirkung der
Substanzklasse der Bisphosphonate)
Sehr selten: Knochennekrose des äußeren
Gehörgangs (Nebenwirkung der
Arzneimittelklasse der Bisphosphonate)
Nicht bekannt**: Osteonekrose des Kiefers (siehe
Abschnitte 4.4 und 4.8'Klasseneffekte“)
Erkrankungen der Nieren und Gelegentlich: Serum-Kreatinin erhöht, Pollakisurie,
Harnwege Proteinurie
Nicht bekannt**: Nierenfunktionsstörung. In Einzelfällenwurde bei Patienten mit vorbestehenderrenaler Dysfunktion oder anderen
Risikofaktoren, wie z. B.fortgeschrittenem Alter, beigleichzeitiger Anwendung vonnephrotoxischen Arzneimitteln, beigleichzeitiger diuretischer Therapie oderbei Dehydrierung im Zeitraum nach der
Infusion, über ein dialysepflichtiges
Nierenversagen oder Nierenversagen mitletalem Ausgang berichtet (siehe
Abschnitte 4.4 und 4.8'Klasseneffekte“).
Allgemeine Erkrankungen und Sehr häufig: Pyrexie
Beschwerden am Verabreichungsort Häufig: Influenza-ähnliche Erkrankung,
Schüttelfrost, Müdigkeit, Asthenie,
Schmerz, Unwohlsein, Reaktion an der
Infusionsstelle
Gelegentlich: Periphere Ödeme, Durst, Akute-Phase-
Reaktion, nichtkardialer Brustschmerz
Nicht bekannt**: Dehydrierung infolge von Akute-Phase-
Reaktionen (Post-Infusions-Symptomen,wie Pyrexie, Erbrechen und Diarrhö)
Untersuchungen Häufig: C-reaktives Protein erhöht
Gelegentlich: Serum-Kalzium erniedrigt# Wurde bei Patienten beobachtet, die begleitend Glukokortikoide einnahmen.
* Häufig nur bei Morbus Paget.
** Basierend auf Berichten nach der Markteinführung. Die Häufigkeit kann auf Basis derverfügbaren Daten nicht eingeschätzt werden.† Identifiziert nach der Markteinführung.
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenVorhofflimmern
In der HORIZON - Pivotal Fracture Trial [PFT] (siehe Abschnitt 5.1) betrug die Gesamthäufigkeit an
Vorhofflimmern 2,5 % (96 von 3.862) bzw. 1,9 % (75 von 3.852) bei Patienten, die Aclasta bzw.
Placebo erhielten. Die Häufigkeit der als schwerwiegende Nebenwirkungen gemeldeten Fälle an
Vorhofflimmern war bei Patienten, die Aclasta erhielten, erhöht (1,3 %) (51 von 3.862) im Vergleichzu Patienten, die Placebo erhielten (0,6 %) (22 von 3.852). Der Mechanismus hinter der vermehrten
Häufigkeit an Vorhofflimmern ist unbekannt. In den Osteoporose-Studien (PFT, HORIZON -
Recurrent Fracture Trial [RFT]) war die Gesamthäufigkeit von Vorhofflimmern zwischen Aclasta(2,6 %) und Placebo (2,1 %) vergleichbar. Die Gesamthäufigkeit von Vorhofflimmern, das alsschwerwiegendes unerwünschtes Ereignis eingestuft wurde, lag bei 1,3 % für Aclasta und 0,8 % für
Placebo.
Klassen-Effekte
NierenfunktionsstörungZoledronsäure wurde mit Nierenfunktionsstörungen, die sich als Abnahme der Nierenfunktion (d. h.einer Erhöhung des Serum-Kreatinins) und in seltenen Fällen als akutes Nierenversagen äußerten, in
Verbindung gebracht. Nierenfunktionsstörungen wurden nach Anwendung von Zoledronsäurebeobachtet; insbesondere bei Patienten mit vorbestehender Nierendysfunktion oder zusätzlichen
Risikofaktoren (z. B. fortgeschrittenes Alter, Krebspatienten unter Chemotherapie, gleichzeitige
Anwendung von nephrotoxischen Arzneimitteln, gleichzeitige diuretische Therapie, schwere
Dehydratation). Die meisten dieser Patienten erhielten eine Dosis von 4 mg alle 3-4 Wochen.
Nierenfunktionsstörungen wurden jedoch auch nach Verabreichung einer Einzeldosis beobachtet.
Die Veränderung der Kreatinin-Clearance (jährlich vor der Verabreichung gemessen) und das
Auftreten von Nierenversagen sowie einer eingeschränkten Nierenfunktion waren in einer klinischen
Studie bei Osteoporose über drei Jahre vergleichbar zwischen der Aclasta- und der Placebo-Gruppe.
Eine vorübergehende Erhöhung des Serum-Kreatinins innerhalb von 10 Tagen nach Gabe wurde bei1,8 % der mit Aclasta behandelten Patienten gegenüber 0,8 % der mit Placebo behandelten Patientenbeobachtet.
Hypokalzämie
In einer klinischen Studie bei Osteoporose wiesen nach Verabreichung von Aclasta ca. 0,2 % der
Patienten eine merkliche Erniedrigung des Serum-Kalzium-Spiegels auf (weniger als 1,87 mmol/l). Eswurden keine Fälle von symptomatischer Hypokalzämie beobachtet.
In den Morbus-Paget-Studien wurde bei ca. 1 % der Patienten eine symptomatische Hypokalzämiebeobachtet, welche sich in allen Fällen normalisierte.
Basierend auf der Bewertung der Laborbefunde traten die vorübergehenden asymptomatischen
Kalzium-Werte, die unterhalb des normalen Schwankungsbereiches (weniger als 2,10 mmol/l) lagen,bei 2,3 % der mit Aclasta in einer großen klinischen Studie behandelten Patienten im Vergleich zu21 % der mit Aclasta in den Morbus-Paget-Studien behandelten Patienten auf. Die Häufigkeit einer
Hypokalzämie war nach den anschließenden Infusionen wesentlich geringer.
Alle Patienten erhielten ergänzend ausreichende Mengen Vitamin D und Kalzium in der Studie zurpostmenopausalen Osteoporose, in der Studie zur Vermeidung von klinischen Frakturen nach einer
Hüftfraktur und in den Morbus-Paget-Studien (siehe Abschnitt 4.2). In der Studie zur Vermeidung vonklinischen Frakturen nach einer kürzlich erlittenen Hüftfraktur wurden die Vitamin-D-Spiegel nichtroutinemäßig gemessen, jedoch erhielt die Mehrzahl der Patienten eine Initialdosis Vitamin D vor der
Verabreichung von Aclasta (siehe Abschnitt 4.2).
Lokale Reaktionen
Nach der Verabreichung von Zoledronsäure in einer großen klinischen Studie wurde über lokale
Reaktionen an der Infusionsstelle, wie Rötung, Schwellung und/oder Schmerz, berichtet (0,7 %).
Osteonekrosen im Kieferbereich
Über Osteonekrosen im Kieferbereich wurde berichtet, vor allem bei Krebspatienten, die mit
Arzneimitteln behandelt wurden, die die Knochenresorption hemmen (einschließlich Zoledronsäure)(siehe Abschnitt 4.4). In einer großen klinischen Studie mit 7.736 Patienten trat Osteonekrose im
Kieferbereich bei einem mit Aclasta und bei einem mit Placebo behandelten Patienten auf. Über Fällevon Osteonekrosen im Kieferbereich wurde nach der Markteinführung von Aclasta berichtet.
Akute-Phase-Reaktionen
Der Gesamtprozentsatz der Patienten, die über Akute-Phase-Reaktionen oder Symptome nach der
Verabreichung von Aclasta (einschließlich schwerer Fälle) berichteten, stellt sich wie folgt dar(Häufigkeit abgeleitet aus der Studie zur Behandlung postmenopausaler Osteoporose): Fieber(18,1 %), Myalgie (9,4 %), grippeähnliche Symptome (7,8 %), Arthralgie (6,8 %) und Kopfschmerzen(6,5 %), von denen die meisten innerhalb der ersten 3 Tage nach der Verabreichung von Aclastaauftraten. Die Mehrzahl dieser Symptome waren leichter bis mittelschwerer Natur und klangeninnerhalb von 3 Tagen nach Beginn des Ereignisses ab. Die Häufigkeit dieser Symptome nahm mitden nachfolgenden jährlichen Dosen von Aclasta ab. Der prozentuale Anteil der Patienten, bei denen
Nebenwirkungen auftraten, war niedriger in einer kleineren Studie (19,5 %, 10,4 % bzw. 10,7 % nachder ersten, zweiten bzw. dritten Infusion), in der den Nebenwirkungen vorgebeugt wurde (siehe
Abschnitt 4.4).
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Die klinische Erfahrung mit akuten Überdosierungen ist begrenzt. Patienten, die eine höhere als dieempfohlene Dosierung erhalten haben, müssen sorgfältig überwacht werden. Im Falle einer
Überdosierung, die zu einer klinisch relevanten Hypokalzämie führt, kann durch Gabe von oralem
Kalzium und/oder einer intravenösen Infusion von Kalziumgluconat ein Ausgleich erreicht werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Arzneimittel zur Behandlung von Knochenerkrankungen,
Bisphosphonate, ATC-Code: M05 BA 08
WirkmechanismusZoledronsäure gehört zur Klasse der stickstoffhaltigen Bisphosphonate und wirkt primär auf den
Knochen. Sie ist ein Inhibitor der Osteoklasten-vermittelten Knochenresorption.
Pharmakodynamische WirkungenDie selektive Wirkung von Bisphosphonaten auf die Knochen beruht auf ihrer hohen Affinität zummineralisierten Knochen.
Wichtigstes molekulares Angriffsziel der Zoledronsäure in den Osteoklasten ist das Enzym
Farnesylpyrophosphat-Synthase. Die lange Wirkdauer der Zoledronsäure wird auf ihre hohe
Bindungsaffinität zum aktiven Zentrum der Farnesylpyrophosphat-(FPP-)Synthase und auf ihre starke
Bindung an Knochenmineralien zurückgeführt.
Die Behandlung mit Aclasta reduzierte schnell die erhöhte postmenopausale Knochenumbaurate. Die
Resorptionsmarker erreichten am Tag 7, die Bildungsmarker nach 12 Wochen die tiefste
Konzentration. Anschließend stabilisierten sich die Knochenmarker innerhalb des prämenopausalen
Bereichs. Bei wiederholter jährlicher Dosierung trat keine fortschreitende Reduktion von
Knochenumbaumarkern auf.
Klinische Wirksamkeit bei der Behandlung der postmenopausalen Osteoporose (PFT)
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Aclasta 5 mg einmal jährlich für 3 aufeinanderfolgende Jahrewurde bei postmenopausalen Frauen (7.736 Frauen im Alter zwischen 65 und 89 Jahren) mit entwedereinem Knochendichtewert-(BMD)-T-Score für den Schenkelhals ≤ -1,5 und mindestens zwei leichtenoder einer mittelschweren bestehenden Wirbelkörperfraktur oder einem BMD-T-Score für den
Schenkelhals ≤ -2,5 mit oder ohne Anzeichen einer bestehenden Wirbelkörperfraktur aufgezeigt. 85 %der Patienten waren Bisphosphonat-naiv. Die Frauen, bei denen die Häufigkeit von
Wirbelkörperfrakturen untersucht wurde, erhielten gleichzeitig keine Osteoporose-Therapie. Bei den
Frauen, die zur Bewertung von Hüftfrakturen und allgemeinen klinischen Frakturen beitrugen, wardies erlaubt. Eine gleichzeitige Osteoporose-Therapie beinhaltete: Calcitonin, Raloxifen, Tamoxifen,
Hormonersatztherapie, Tibolon; andere Bisphosphonate waren ausgeschlossen. Alle Frauen erhieltentäglich 1.000 bis 1.500 mg elementares Kalzium und 400 bis 1.200 I.E. Vitamin D.
Effekte auf morphometrische Wirbelkörperfrakturen
Aclasta senkte signifikant über einen Zeitraum von drei Jahren sowie bereits nach einem Jahr die
Häufigkeit von einer oder mehreren neuen Wirbelkörperfrakturen (siehe Tabelle 2).
Tabelle 2 Zusammenfassung der Wirksamkeit bei Wirbelkörperfraktur nach 12, 24 und36 Monaten
Ergebnis Aclasta (%) Placebo Absolute Reduktion Relative Reduktion(%) der Fraktur- der Fraktur-Inzidenz
Inzidenz % (CI) % (CI)
Mindestens eine neue 1,5 3,7 2,2 (1,4; 3,1) 60 (43; 72)**
Wirbelkörperfraktur (Jahr 0-1)
Mindestens eine neue 2,2 7,7 5,5 (4,4; 6,6) 71 (62; 78)**
Wirbelkörperfraktur (Jahr 0-2)
Mindestens eine neue 3,3 10,9 7,6 (6,3; 9,0) 70 (62; 76)**
Wirbelkörperfraktur (Jahr 0-3)
** p <0,0001
Aclasta-behandelte Patientinnen von 75 Jahren und älter hatten ein um 60 % verringertes Risiko für
Wirbelkörperfrakturen, verglichen mit Placebo-Patienten (p<0,0001).
Effekte auf Hüftfrakturen
Aclasta wies eine gleich bleibende Wirkung über drei Jahre auf, die in einem um 41 % (95 % CI, 17 %bis 58 %) reduzierten Risiko für Hüftfrakturen resultierte. Die Häufigkeit von Hüftfrakturen betrug1,44 % für Aclasta-Patienten, verglichen mit 2,49 % für Placebo-Patienten. Die Risikoreduktionbetrug 51 % bei Bisphosphonat-naiven Patienten und 42 % bei Patienten, bei denen eine begleitende
Osteoporose-Therapie erlaubt war.
Effekte auf alle klinischen Frakturen
Alle klinischen Frakturen wurden auf der Basis von radiographischen und/oder klinischen Nachweisenverifiziert. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse ist in Tabelle 3 dargestellt.
Tabelle 3 Vergleich der Häufigkeiten für die wichtigsten klinischen Frakturgruppen übereinen Zeitraum von drei Jahren
Ergebnis Aclasta Placebo Absolute Reduktion Relative(N=3.875) (N=3.861) der Fraktur- Risikoreduktion
Inzidenz Inzidenz Inzidenz % der Fraktur-(%) (%) (CI) Inzidenz % (CI)
Alle klinischen Frakturen (1) 8,4 12,8 4,4 (3,0; 5,8) 33 (23; 42)**
Klinische Wirbelkörperfraktur (2) 0,5 2,6 2,1 (1,5; 2,7) 77 (63; 86)**
Nicht-Wirbelkörperfraktur (1) 8,0 10,7 2,7 (1,4; 4,0) 25 (13; 36)**
*p-Wert <0,001, **p-Wert <0,0001(1) ohne Finger-, Zeh- und Gesichtsfrakturen(2) einschließlich klinischer Brust- und Lendenwirbelkörperfrakturen
Effekt auf die Knochendichte (BMD)
Aclasta erhöhte die Knochendichte an der Lendenwirbelsäure, Hüfte und am distalen Radiusverglichen mit der Placebo-Behandlung signifikant zu allen Zeitpunkten (6, 12, 24 und 36 Monate).
Verglichen mit der Placebo-Behandlung führte die Behandlung mit Aclasta über drei Jahre zu einer
Erhöhung der Knochendichte der Lendenwirbelsäule um 6,7 %, der gesamten Hüfte um 6,0 %, des
Schenkelhals um 5,1 % und des distalen Radius um 3,2 %.
Knochenhistologie
Bei 152 postmenopausalen osteoporotischen Patientinnen, die mit Aclasta (N=82) oder Placebo(N=70) behandelt wurden, wurden ein Jahr nach der dritten jährlichen Dosis Knochenbiopsien ausdem Beckenkamm entnommen. Die histomorphometrische Analyse zeigte eine 63 %ige Reduktion des
Knochenumbaus. Bei mit Aclasta behandelten Patienten wurde keine Osteomalazie,
Knochenmarksfibrose oder Geflechtknochenbildung festgestellt. Tetrazyklin-Markierungen wurdenbei allen außer einer von 82 Biopsien gefunden. Eine Mikrocomputertomographie-(µCT-)Analysezeigte bei mit Aclasta behandelten Patienten im Vergleich zu Placebo eine Erhöhung des trabekulären
Knochenvolumens und den Erhalt der trabekulären Knochenarchitektur.
Knochenumsatzmarker
Die knochenspezifische alkalische Phosphatase (BSAP), das N-terminale Propeptid des Typ-I-
Kollagen (P1NP) im Serum und das Beta-C-Telopeptid (b-CTx) im Serum wurden in Untergruppenvon 517 bis 1.246 Patienten in periodischen Intervallen während der Studiendauer bestimmt. Die
Behandlung mit einer jährlichen 5-mg-Dosis Aclasta reduzierte BSAP nach 12 Monaten signifikantum 30 % im Vergleich zum Ausgangswert und wurde bei 28 % unterhalb des Ausgangswerts bis36 Monate gehalten. P1NP wurde signifikant um 61 % unterhalb des Ausgangswerts nach 12 Monatenreduziert und wurde bei 52 % unterhalb des Ausgangswerts bis 36 Monate gehalten. B-CTx wurdesignifikant um 61 % unterhalb des Ausgangswertes nach 12 Monaten reduziert und wurde bei 55 %unterhalb des Ausgangswerts bis 36 Monate gehalten. Während der gesamten Zeit lagen die Markerdes Knochenumbaus am Ende eines jeden Jahres innerhalb des prämenopausalen Bereichs.
Wiederholte Verabreichungen führten nicht zu einer weiteren Reduktion der Knochenumbaumarker.
Effekte auf die Körpergröße
In der 3-Jahres-Osteoporosestudie wurde jährlich die Körpergröße im Stehen mit einem Stadiometergemessen. Die Aclasta-Gruppe wies eine um ca. 2,5 mm geringere Abnahme der Körpergröße im
Vergleich zur Placebo-Gruppe auf (95 % CI: 1,6 mm, 3,5 mm) [p<0,0001].
Anzahl Tage mit Behinderung
Verglichen mit Placebo reduzierte Aclasta die mittlere Anzahl der Tage mit eingeschränkter Aktivitätbzw. die Anzahl der Tage mit Bettlägerigkeit aufgrund von Rückenschmerzen signifikant um 17,9bzw. 11,3 Tage. Die mittlere Anzahl der Tage mit eingeschränkter Aktivität bzw. mit Bettlägerigkeitaufgrund von Frakturen wurden signifikant um 2,9 bzw. 0,5 Tage im Vergleich zu Placebo reduziert(alle p <0.01).
Klinische Wirksamkeit der Osteoporose-Behandlung bei Patienten mit einem erhöhten Risiko für
Frakturen nach einer kürzlich erlittenen Hüftfraktur (RFT)
Die Häufigkeit von klinischen Frakturen, einschließlich vertebraler, nicht-vertebraler und
Hüftfrakturen, wurde bei 2.127 Männern und Frauen im Alter von 50-95 Jahren (mittleres Alter74,5 Jahre) untersucht, die kürzlich (innerhalb von 90 Tagen) eine niedrig-traumatische Hüftfrakturerlitten hatten und für eine mittlere Dauer von 2 Jahren unter der Studienbehandlung (Aclasta)beobachtet wurden. Ca. 42 % der Patienten hatten einen Schenkelhals-BMD-T-Score unter -2,5 undca. 45 % der Patienten hatten einen Schenkelhals-BMD-T-Score über -2,5. Aclasta wurde solangeeinmal jährlich verabreicht, bis wenigstens 211 Patienten aus der Studienpopulation bestätigteklinische Frakturen hatten. Die Vitamin-D-Spiegel wurden nicht routinemäßig gemessen, aber die
Mehrheit der Patienten erhielt eine Anfangsdosis Vitamin D (50.000 bis 125.000 I.E. oral oderintramuskulär) 2 Wochen vor der Infusion. Alle Teilnehmer erhielten eine Supplementierung von1.000 bis 1.500 mg elementarem Kalzium plus 800 bis 1.200 I.E. Vitamin D pro Tag. 95 % der
Patienten erhielten die Infusion zwei oder mehr Wochen nach der operativen Versorgung der
Hüftfraktur, und der mediane Zeitpunkt der Infusion lag bei ca. 6 Wochen nach der operativen
Versorgung der Hüftfraktur. Der primäre Wirksamkeitsparameter war die Häufigkeit von klinischen
Frakturen über die Zeitdauer der Studie.
Effekte auf alle klinischen Frakturen
Die Häufigkeiten der wichtigsten klinischen Frakturgruppen sind in Tabelle 4 dargestellt.
Tabelle 4 Vergleich der Häufigkeiten für die wichtigsten klinischen Frakturgruppen
Ergebnis Aclasta (N=1.065) Placebo Absolute Relative
Inzidenz (%) (N=1.062) Reduktion der Risikoreduktion
Inzidenz (%) Fraktur-Inzidenz der Fraktur-% Inzidenz % (CI)(CI)
Alle klinischen Frakturen 8,6 13,9 5,3 (2,3; 8,3) 35 (16; 50)**(1)
Klinische 1,7 3,8 2,1 (0,5; 3,7) 46 (8; 68)*
Wirbelkörperfraktur (2)
Nicht- 7,6 10,7 3,1 (0,3; 5,9) 27 (2; 45)*
Wirbelkörperfraktur (1)
*p-Wert <0,05, **p-Wert <0,01(1) ohne Finger-, Zeh- und Gesichtsfrakturen(2) einschließlich klinischer Brust- und Lendenwirbelkörperfrakturen
Die Studie war nicht dazu ausgelegt, signifikante Unterschiede bei Hüftfrakturen zu messen. Ein
Trend zur Reduktion von neuen Hüftfrakturen wurde aber beobachtet.
Die Gesamtmortalität lag bei 10 % (101 Patienten) in der mit Aclasta behandelten Gruppe, verglichenmit 13 % (141 Patienten) in der Placebo-Gruppe. Dies entspricht einer 28 %igen Reduktion des
Gesamtmortalitätsrisikos (p=0,01).
Die Rate von verzögerten Hüftfrakturheilungen war vergleichbar zwischen Aclasta (34 [3,2 %]) und
Placebo (29 [2,7 %]).
Effekt auf die Knochenmineraldichte (BMD)
In der HORIZON-RFT-Studie erhöhte die Aclasta-Behandlung im Vergleich zur Placebo-Behandlungdie BMD an der Gesamthüfte und Schenkelhals zu allen Zeitpunkten. Die Aclasta-Behandlung führteüber 24 Monate im Vergleich zur Placebo-Behandlung zu einer Erhöhung der BMD um 5,4 % an der
Gesamthüfte und um 4,3 % am Schenkelhals.
Klinische Wirksamkeit bei Männern
In der HORIZON-RFT-Studie wurden 508 Männer randomisiert und bei 185 Patienten wurde die
BMD nach 24 Monaten beurteilt. Nach 24 Monaten wurde ein ähnlicher signifikanter Anstieg der
BMD an der Gesamthüfte um 3,6 % bei den mit Aclasta behandelten Patienten beobachtet. Dies istvergleichbar mit den Effekten, die bei postmenopausalen Frauen in der HORIZON-PFT-Studiebeobachtet wurden. Die Studie war nicht dafür ausgelegt, eine Verringerung der klinischen Frakturenbei Männern zu zeigen; die Häufigkeit von klinischen Frakturen betrug 7,5 % bei Aclasta-behandelten
Männern im Vergleich zu 8,7 % bei Placebo.
In einer anderen Studie bei Männern (Studie CZOL446M2308) war die einmal jährliche
Verabreichung von Aclasta im Vergleich zur einmal wöchentlichen Gabe von Alendronat bezogen aufdie prozentuale Veränderung der Lendenwirbel-BMD nach 24 Monaten im Vergleich zum
Ausgangswert nicht unterlegen.
Klinische Wirksamkeit bei Osteoporose, die mit einer systemischen Langzeit-Glukokortikoid-
Therapie assoziiert ist
Die Wirksamkeit und Sicherheit von Aclasta bei der Behandlung und Prävention der Osteoporose, diemit einer systemischen Langzeit-Glukokortikoid-Therapie assoziiert ist, wurde in einer randomisiertenmultizentrischen, stratifizierten und aktiv kontrollierten Doppelblindstudie mit 833 Männern und
Frauen im Alter von 18 bis 85 Jahren (mittleres Alter der Männer 56,4 Jahre, der Frauen 53,5 Jahre)untersucht. Die Patienten wurden mit oralem Prednison (oder einem Äquivalent) in einer Dosierungvon > 7,5 mg täglich behandelt. Die Patienten wurden entsprechend der Dauer des Glukokortikoid-
Gebrauchs vor der Randomisierung stratifiziert (≤ 3 Monate versus > 3 Monate). Die Studiendauerbetrug ein Jahr. Die Patienten erhielten randomisiert entweder 5 mg Aclasta als einmalige Infusionoder täglich 5 mg orales Risedronat für ein Jahr. Alle Patienten erhielten zusätzlich täglich 1.000 mgelementares Kalzium sowie 400 bis 1.000 I.E. Vitamin D. Als Beleg für die Wirksamkeit galt dersequenzielle Nachweis der Nicht-Unterlegenheit gegenüber Risedronat im Hinblick auf dieprozentuale Veränderung der BMD der Lendenwirbelsäule nach 12 Monaten im Vergleich zum
Ausgangswert, jeweils in der Behandlungs- und der Präventions-Subpopulation. Die Mehrzahl der
Patienten erhielt weiterhin Glukokortikoide für die einjährige Dauer der Studie.
Wirkung auf die Knochenmineraldichte (BMD)
Die Zunahme der BMD war in der Aclasta-Gruppe im Bereich der Lendenwirbelsäule und des
Schenkelhalses nach 12 Monaten signifikant größer als in der Risedronat-Gruppe (alle p<0,03). In der
Subpopulation der Patienten, die Glukokortikoid für länger als 3 Monate vor der Randomisierungerhalten hatten, führte Aclasta zu einem Anstieg der BMD der Lendenwirbelsäule um 4,06 %,verglichen mit 2,71 % unter Risedronat (mittlere Differenz: 1,36 %; p<0,001). In der Subpopulationder Patienten, die Glukokortikoid für 3 Monate oder weniger vor der Randomisierung erhalten hatten,führte Aclasta zu einem Anstieg der BMD der Lendenwirbelsäule um 2,60 %, verglichen mit 0,64 %unter Risedronat (mittlere Differenz: 1,96 %; p<0,001). Die Studie war statistisch nicht daraufausgelegt, eine Reduktion von klinischen Frakturen im Vergleich zu Risedronat zu zeigen. Die Anzahlvon Frakturen war 8 bei mit Aclasta behandelten Patienten im Vergleich zu 7 für mit Risedronatbehandelten Patienten (p=0,8055).
Klinische Wirksamkeit der Behandlung bei Morbus Paget des Knochens
Aclasta wurde an Patientinnen und Patienten im Alter über 30 Jahren mit radiologisch bestätigtem, vorallem leichtem bis mäßig schwerem Morbus Paget des Knochens untersucht (mittlere Serum-Spiegelder alkalischen Phosphatase entsprechend dem 2,6fachen bis 3,0fachen altersspezifischen oberen
Normalwert bei Aufnahme in die Studie).
Die Wirksamkeit einer Infusion von 5 mg Zoledronsäure im Vergleich zur Einnahme von 30 mg
Risedronat einmal täglich während 2 Monaten wurde in zwei sechsmonatigen Vergleichsstudiennachgewiesen. Nach 6 Monaten zeigte Aclasta Ansprech- bzw. Alkalische-Serum-Phosphatase-(SAP)-
Normalisierungsraten von 96 % (169/176) bzw. 89 % (156/176) im Vergleich zu 74 % (127/171) bzw.58 % (99/171) für Risedronat (alle p-Werte < 0,001).
Bei den kombinierten Ergebnissen wurde nach 6 Monaten eine ähnliche Abnahme der Schmerzstärkeund Schmerzbeeinflussung im Vergleich zum Ausgangswert für Aclasta und Risedronat beobachtet.
Patienten, die am Ende der sechsmonatigen Hauptstudie als Responder klassifiziert wurden (auf die
Therapie angesprochen hatten), konnten in eine Nachbeobachtungsphase aufgenommen werden. Vonden 153 mit Aclasta und den 115 mit Risedronat behandelten Patienten, die an der
Nachbeobachtungsstudie bei einer mittleren Dauer der Nachbeobachtung von 3,8 Jahren nach der
Verabreichung teilnahmen, war der Anteil der Patienten, der die Nachbeobachtungsphase wegen der
Notwendigkeit einer erneuten Behandlung (klinische Beurteilung) abbrach, mit Risedronat(48 Patienten oder 41,7%) höher als mit Zoledronsäure (11 Patienten oder 7,2%). Die mittlere Dauer,ausgehend von der Erst-Behandlung, bis zum Abbruch der Nachbeobachtungsphase wegen der
Notwendigkeit zur Wiederbehandlung des Morbus Paget, war länger bei Zoledronsäure (7,7 Jahre) alsbei Risedronat (5,1 Jahre).
6 Patienten, die ein therapeutisches Ansprechen 6 Monate nach der Behandlung mit Aclasta erreichtenund später einen Rückfall der Erkrankung während der Nachbeobachtungsphase erlitten, wurden mit
Aclasta bei einer mittleren Zeitdauer von 6,5 Jahren nach der Erst-Behandlung bis zur
Wiederbehandlung erneut behandelt. 5 der 6 Patienten hatten einen SAP-Wert innerhalb des normalen
Bereichs nach 6 Monaten (Last Observation Carried Forward, LOCF).
Die Knochenhistologie wurde bei 7 Patienten mit Morbus Paget 6 Monate nach Verabreichung von5 mg Zoledronsäure beurteilt. Die Knochenbiopsien zeigten ein qualitativ normales Gewebe ohne
Störung des Knochenumbaus und ohne Mineralisierungsdefekt. Diese Ergebnisse standen im Einklangmit den biochemischen Markern, die auf eine Normalisierung des Knochenumbaus hinwiesen.
Kinder und JugendlicheEine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie wurde bei pädiatrischen Patienten im
Alter von 5 bis 17 Jahren in Behandlung mit Glukokortikoiden durchgeführt, die eine verminderte
Knochenmineraldichte (BMD-Z-Score der Lendenwirbelsäule von 0,5 oder weniger) und eine Frakturmit geringer Auswirkung und Fragmentierung hatten. Die in dieser Studie randomisierte
Patientenpopulation (ITT-Population) umfasste Patienten mit mehreren Subtypen von rheumatischen
Erkrankungen, entzündlichen Darmerkrankungen oder Duchenne-Muskeldystrophie. Die Studie warmit 92 Patienten geplant, allerdings wurden nur 34 Patienten eingeschlossen und randomisiert, umentweder zweimal jährlich eine 0,05 mg/kg (max. 5 mg) intravenöse Zoledronsäureinfusion oder
Placebo für ein Jahr zu erhalten. Alle Patienten mussten sich einer Hintergrundtherapie mit Vitamin Dund Kalzium unterziehen.
Die Infusion mit Zoledronsäure führte zu einer Erhöhung der mittleren Differenz des BMD-Z-Scoreleast square (LS) der Lendenwirbelsäule um 0,41 im Monat 12 im Vergleich zu Placebo (95% CI:0,02, 0,81; 18 bzw. 16 Patienten). Nach 6 Monaten Behandlung war kein Effekt auf den
Lendenwirbelsäule-BMD-Z-Score erkennbar. Im Monat 12 wurde eine statistisch signifikante(p<0,05) Reduktion von drei Knochenumsatz-Markern (P1NP, BSAP, NTX) in der
Zoledronsäuregruppe im Vergleich zur Placebogruppe beobachtet. Es wurden keine statistischsignifikanten Unterschiede im Knochenmineralgehalt des gesamten Körpers zwischen Patientenbeobachtet, die mit Zoledronsäure im Vergleich zu Placebo nach 6 oder 12 Monaten behandeltwurden. Es gibt keine eindeutigen Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen BMD-
Veränderungen und Frakturprävention bei Kindern im Wachstum.
In der Zoledronsäuregruppe wurden keine neuen Wirbelbrüche beobachtet, verglichen mit zwei neuen
Brüchen in der Placebogruppe.
Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen nach der Infusion von Zoledronsäure waren
Arthralgie (28%), Pyrexie (22%), Erbrechen (22%), Kopfschmerz (22%), Übelkeit (17%), Myalgie(17%), Schmerzen (17%), Durchfall (11%) und Hypokalzämie (11%).
Mehr Patienten berichteten über schwerwiegende Nebenwirkungen in der Zoledronsäuregruppe als inder Placebogruppe (5 [27,8%] Patienten gegenüber einem [6,3%] Patienten).
In der 12-monatigen offenen Verlängerung der oben erwähnten Hauptstudie wurden keine neuenklinischen Frakturen beobachtet. Allerdings hatten 2 Patienten, jeweils einer in jeder der
Behandlungsgruppen der Hauptstudie (Zoledronsäuregruppe: 1/9, 11,1 % und Placebogruppe: 1/14,7,1 %), neue morphometrische Wirbelkörperfrakturen. Es gab keine neuen Sicherheitsergebnisse.
Langfristige Sicherheitsdaten in dieser Population können aus diesen Studien nicht ermittelt werden.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für Aclasta eine Freistellung von der Verpflichtung zur
Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen Altersklassen bei Morbus Paget des
Knochens, Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit einem erhöhten Frakturrisiko, Osteoporosebei Männern mit einem erhöhten Frakturrisiko und zur Vermeidung von klinischen Frakturen nacheiner Hüftfraktur bei Männern und Frauen gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur
Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Einmalige und mehrfache 5 und 15 Minuten dauernde Infusionen von 2, 4, 8 und 16 mg Zoledronsäurebei 64 Patienten ergaben folgende pharmakokinetische Daten, die sich als dosisunabhängig erwiesen.
VerteilungNach Beginn der Infusion von Zoledronsäure stieg der Plasmaspiegel des Wirkstoffs rasch an underreichte seinen höchsten Wert am Ende der Infusion. Danach nahm der Plasmaspiegel rasch ab auf< 10 % des Höchstwertes nach 4 h und < 1 % nach 24 h, gefolgt von einer lang andauernden Phasesehr geringer Konzentration, nicht mehr als 0,1 % des Höchstwertes.
EliminationIntravenös verabreichte Zoledronsäure wird in drei Phasen eliminiert: Rasches biphasisches
Verschwinden aus dem großen Kreislauf mit Halbwertszeiten t½α 0,24 und t½β 1,87 Stunden, gefolgtvon einer langen Eliminationsphase mit einer terminalen Eliminationshalbswertszeit t½γ 146 Stunden.
Nach mehrfacher Gabe alle 28 Tage zeigte sich keine Wirkstoffakkumulation im Plasma. Die frühen
Verteilungsphasen (α und β, mit den oben genannten t½-Werten) repräsentieren vermutlich dieschnelle Resorption in den Knochen und die Ausscheidung über die Nieren.
Zoledronsäure wird nicht metabolisiert, ihre Ausscheidung erfolgt in unveränderter Form über die
Nieren. In den ersten 24 h finden sich 39 ± 16 % der verabreichten Dosis im Urin, während der Resthauptsächlich an Knochengewebe gebunden ist. Die Aufnahme in die Knochen ist typisch für alle
Bisphosphonate und vermutlich eine Folge der strukturellen Ähnlichkeit zu Pyrophosphat. Wie beianderen Bisphosphonaten ist die Verweildauer von Zoledronsäure in den Knochen sehr lang. Aus dem
Knochengewebe wird der Wirkstoff sehr langsam zurück in den systemischen Kreislauf freigesetztund über die Nieren eliminiert. Die Gesamtkörper-Clearance beträgt unabhängig von der Dosis5,04 ± 2,5 l/h und bleibt unbeeinflusst von Geschlecht, Alter, Rasse oder Körpergewicht. Die inter-bzw. intraindividuelle Variation der Clearance von Zoledronsäure aus dem Blutplasma wurde mit36 % bzw. 34 % ermittelt. Eine Verlängerung der Infusionszeit von 5 auf 15 Minuten führte zur
Abnahme der Zoledronsäure-Konzentration um 30 % am Ende der Infusion, hatte aber keine
Auswirkung auf die Fläche unter der Kurve (Plasmakonzentration gegen Zeit).
Pharmakokinetische/pharmakodynamische ZusammenhängeEs wurden keine Interaktionsstudien mit anderen Arzneimitteln durchgeführt. Eine verminderte
Clearance von durch Cytochrom-P450-Enzymsysteme metabolisierten Substanzen istunwahrscheinlich, weil Zoledronsäure beim Menschen nicht metabolisiert wird und weil sie einschwacher oder gar kein direkter und/oder irreversibler, stoffwechselabhängiger Inhibitor der P450-
Enzyme ist. Zoledronsäure wird nicht stark an Plasmaproteine gebunden (ca. 43-55 % gebunden) unddie Bindung ist unabhängig von der Konzentration. Daher sind Interaktionen durch Verdrängunghochgradig proteingebundener Arzneimittel unwahrscheinlich.
Spezielle Patientengruppen (siehe Abschnitt 4.2)
NierenfunktionsstörungDie renale Clearance der Zoledronsäure korrelierte mit der Kreatinin-Clearance, nämlich 75 ± 33 %der Kreatinin-Clearance, und betrug bei den 64 untersuchten Patienten im Mittel 84 ± 29 ml/min(Bereich 22 bis 143 ml/min). Bei leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung zeigte sich im Vergleichzu Patienten mit normaler Nierenfunktion ein geringer Anstieg der AUC(0-24h) um ungefähr 30-40 %.
Unabhängig von der Nierenfunktion kam es nach mehrfacher Gabe nicht zu einer
Wirkstoffakkumulation. Daraus ergibt sich, dass eine leichte (Clcr = 50-80 ml/min) und eine mäßige
Nierenfunktionsstörung bis herunter zu einer Kreatinin-Clearance bis auf 35 ml/min keine
Dosisanpassung der Zoledronsäure erfordert. Die Anwendung von Aclasta ist bei Patienten mitschwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance von < 35 ml/min) wegen des erhöhten Risikosvon Nierenversagen in dieser Population kontraindiziert.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Akute Toxizität
Die höchste nicht letal wirkende intravenöse Einzeldosis betrug bei Mäusen 10 mg/kg Körpergewichtund bei Ratten 0,6 mg/kg Körpergewicht. Bei Studien an Hunden wurden Einzeldosen von 1,0 mg/kg(basierend auf der AUC das 6fache der empfohlenen human-therapeutischen Exposition), verabreichtüber einen Zeitraum von 15 Minuten, gut und ohne eine renale Beeinflussung vertragen.
Subchronische und chronische Toxizität
In Studien mit intravenöser Anwendung wurde die renale Verträglichkeit von Zoledronsäure bei
Ratten ermittelt, indem Dosen von 0,6 mg/kg als 15-minütige Infusion in 3-Tages-Intervallen,insgesamt 6-mal (eine kumulative Dosis, die etwa dem 6fachen der human-therapeutischen
Exposition, bezogen auf die AUC, entspricht) verabreicht wurden; bei Hunden wurde eine 15-minütige Infusion 0,25 mg/kg, verabreicht in Intervallen von 2-3 Wochen (eine kumulative Dosis, diedem 7fachen der human-therapeutischen Exposition, bezogen auf die AUC, entspricht), gut vertragen.
In Studien mit intravenösen Bolus-Verabreichungen verminderte sich die Verträglichkeit mitzunehmender Studienlänge: 0,2 bzw. 0,02 mg/kg täglich wurde für 4 Wochen bei Ratten bzw. Hundengut vertragen, aber nur 0,01 mg/kg bzw. 0,005 mg/kg bei Ratten bzw. Hunden, wenn die Substanzüber einen Zeitraum von 52 Wochen verabreicht wurde.
In Langzeitstudien mit wiederholter Anwendung bei kumulierten Expositionen, die das Maximum derbeabsichtigten Human-Exposition ausreichend überschritten, traten toxikologische Wirkungen beianderen Organen, einschließlich dem Gastrointestinaltrakt und der Leber, sowie an der intravenösen
Injektionsstelle auf. Die klinische Relevanz dieser Befunde ist nicht bekannt. Der häufigste Befund bei
Studien mit wiederholter Anwendung war eine vermehrte primäre Spongiosa in der Metaphyse derlangen Knochen bei Tieren in der Wachstumsphase mit nahezu allen Dosierungen, ein Befund, der diepharmakologische, antiresorptive Wirkung der Substanz widerspiegelt.
ReproduktionstoxikologieUntersuchungen zur Teratogenität erfolgten an zwei Spezies, jeweils mit subkutaner Applikation. An
Ratten beobachtete man eine Teratogenität bei Dosierungen ab 0,2 mg/kg als äußere und innere(viszerale) Missbildungen und solche des Skeletts. Ein gestörter Geburtsverlauf (Dystokie) wurde beider niedrigsten an Ratten getesteten Dosis (0,01 mg/kg Körpergewicht) beobachtet. An Kaninchenwurden keine teratogenen Wirkungen oder embryo-fetalen Effekte beobachtet, obwohl die mütterliche
Toxizität bei 0,1 mg/kg infolge erniedrigter Serum-Kalzium-Spiegel ausgeprägt war.
Mutagenität und Kanzerogenität
In den durchgeführten Mutagenitätstests war Zoledronsäure nicht mutagen. Kanzerogenitätstestsergaben keinen Hinweis auf ein karzinogenes Potenzial.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Mannitol
Natriumcitrat
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Dieses Arzneimittel darf nicht mit kalziumhaltigen Lösungen in Kontakt kommen. Aclasta darf wedermit anderen Arzneimitteln gemischt werden noch zusammen mit anderen Arzneimitteln intravenösverabreicht werden.
6.3 Haltbarkeit
Ungeöffnete Flasche: 3 Jahre
Nach dem Öffnen: 24 Stunden bei 2°C- 8°C
Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel sofort verwendet werden. Falls das Arzneimittelnicht unmittelbar verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer und Bedingungen der
Aufbewahrung nach Zubereitung bis zur Anwendung verantwortlich; normalerweise dürfen24 Stunden bei 2°C-8°C nicht überschritten werden.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
100 ml Lösung in einer transparenten Kunstoff-Flasche (Cycloolefin-Copolymer), verschlossen miteinem Fluoro-Polymer-beschichteten Bromobutyl-Gummistopfen und einem
Aluminium/Polypropylen-Schnappdeckel mit Umknickvorrichtung.
Aclasta wird als Packung mit einer Flasche als Einzelpackung oder als Bündelpackung bestehend ausfünf Packungen, die jeweils eine Flasche enthalten, geliefert.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
HandhabungFür den einmaligen Gebrauch.
Nur klare, partikelfreie und farblose Lösung darf verwendet werden.
Im Falle gekühlter Lagerung soll die Lösung vor der Infusion Raumtemperatur annehmen. Die
Zubereitung der Infusion hat unter aseptischen Bedingung zu erfolgen.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Sandoz Pharmaceuticals d.d.
Verovškova ulica 571000 Ljubljana
Slowenien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/05/308/001
EU/1/05/308/002
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 15. April 2005
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 19. Januar 2015
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.