ABRAXANE 5mg / ml pulver zur herstellung einer infusionssuspension merkblatt medikamente

L01CD01 Paclitaxel • ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | PFLANZLICHE ALKALOIDE UND ANDERE NATÜRLICHE MITTEL | Taxane

Paclitaxel ist ein Chemotherapeutikum, das zur Behandlung verschiedener Krebsarten eingesetzt wird, einschließlich Brust-, Eierstock- und Lungenkrebs. Es wirkt, indem es die Zellteilung hemmt, Mikrotubuli stabilisiert und die Trennung der Chromosomen während der Mitose verhindert.

Das Medikament wird intravenös verabreicht, wie von einem Arzt verordnet, in der Regel alle drei Wochen. Es ist wichtig, dass Patienten die Behandlung einhalten und regelmäßige Tests durchführen lassen, um die Wirkung der Therapie zu überwachen.

Patienten sollten sich möglicher Nebenwirkungen wie Übelkeit, Haarausfall oder peripherer Neuropathie bewusst sein. Es ist wichtig, den Arzt über ungewöhnliche Symptome zu informieren.

Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Haarausfall und periphere Neuropathie. In seltenen Fällen können schwere Reaktionen wie Myelosuppression oder allergische Reaktionen auftreten. Patienten sollten vor der Anwendung über diese Risiken informiert werden.

Allgemeine Daten zu ABRAXANE 5mg / ml

Substanz: Paclitaxel

Datum der letzten Medikamentenliste: 01-04-2022

Handelsgesetzbuch: W66420001

Konzentration: 5mg / ml

Pharmazeutisches Formblatt: pulver zur herstellung einer infusionssuspension

Quantität: 1

Produktart: original

Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

Zulassungshersteller: CELGENE EUROPE LIMITED - MAREA BRITANIE

Zulassungsinhaber: CN UNIFARM S.A. - ROMANIA

Zulassungsnummer: 552/2020/01

Haltbarkeit: 3 Jahre

Verfügbare Konzentrationen für Paclitaxel

5mg/ml, 6mg/ml

Andere ähnliche Substanzen wie Paclitaxel

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ABRAXANE 5mg / ml pulver zur herstellung einer infusionssuspension

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Abraxane 5 mg/ml Pulver zur Herstellung einer Infusionsdispersion.

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Durchstechflasche enthält 100 mg Paclitaxel als an Albumin gebundene Nanopartikel-

Formulierung.

Jede Durchstechflasche enthält 250 mg Paclitaxel als an Albumin gebundene Nanopartikel-

Formulierung.

Nach der Rekonstitution enthält jeder ml der Dispersion 5 mg Paclitaxel als an Albumin gebundene

Nanopartikel-Formulierung.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Pulver zur Herstellung einer Infusionsdispersion.

Die rekonstituierte Dispersion hat einen pH-Wert von 6-7,5 und eine Osmolalität von300-360 mOsm/kg.

Die Farbe des Pulvers ist weiß bis gelb.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Abraxane-Monotherapie ist indiziert für die Behandlung des metastasierten Mammakarzinoms beierwachsenen Patienten, bei denen die Erstlinientherapie der metastasierten Erkrankung fehlgeschlagenist und für die eine standardmäßige Anthracyclin-enthaltende Therapie nicht angezeigt ist (siehe

Abschnitt 4.4).

Abraxane ist in Kombination mit Gemcitabin indiziert für die Erstlinienbehandlung von erwachsenen

Patienten mit metastasiertem Adenokarzinom des Pankreas.

Abraxane ist in Kombination mit Carboplatin indiziert für die Erstlinienbehandlung desnicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms bei erwachsenen Patienten, bei denen keine potentiell kurative

Operation und/oder Strahlentherapie möglich ist.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Anwendung von Abraxane sollte nur unter Aufsicht eines qualifizierten Onkologen in

Einrichtungen, die auf Therapien mit Zytostatika spezialisiert sind, erfolgen. Es soll nicht als Ersatzfür andere Paclitaxel-Formulierungen verwendet und auch nicht durch solche Formulierungen ersetztwerden.

Dosierung

Mammakarzinom

Die empfohlene Dosis für Abraxane beträgt 260 mg/m2, gegeben als intravenöse Infusion über30 Minuten alle 3 Wochen.

Dosisanpassung während der Behandlung des Mammakarzinoms

Bei Patienten mit schwerer Neutropenie (Neutrophilenzahl < 500 Zellen/mm3 über einen Zeitraum voneiner Woche oder länger) oder schwerer sensorischer Neuropathie während der Abraxane-Therapiesollte die Dosis in den nachfolgenden Zyklen auf 220 mg/m2 reduziert werden. Bei Wiederauftreteneiner schweren Neutropenie oder einer schweren sensorischen Neuropathie sollte die Dosis auf180 mg/m2 herabgesetzt werden. Abraxane sollte nicht angewendet werden, bis sich die

Neutrophilenzahl auf > 1.500 Zellen/mm3 erholt hat. Bei einer sensorischen Neuropathie Grad 3 ist die

Behandlung zu unterbrechen bis eine Besserung auf Grad 1 oder 2 erreicht wird und bei allennachfolgenden Zyklen ist die Dosis zu reduzieren.

Adenokarzinom des Pankreas

Die in Kombination mit Gemcitabin empfohlene Dosis von Abraxane beträgt 125 mg/m2, verabreichtals intravenöse Infusion über 30 Minuten an den Tagen 1, 8 und 15 eines jeden 28-Tage-Zyklus. Dieempfohlene Dosis des Kombinationspartners Gemcitabin beträgt 1.000 mg/m2 als intravenöse Infusionüber 30 Minuten unmittelbar im Anschluss an die Abraxane-Gabe an den Tagen 1, 8 und 15 einesjeden 28-Tage-Zyklus.

Dosisanpassungen während der Behandlung des Adenokarzinoms des Pankreas

Tabelle 1: Dosisstufenreduktionen bei Patienten mit Adenokarzinom des Pankreas

Dosisstufe Abraxane-Dosis (mg/m2) Gemcitabin-Dosis (mg/m2)

Volle Dosis 125 1.0001. Dosisstufenreduktion 100 8002. Dosisstufenreduktion 75 600

Falls eine weitere Dosisreduktionerforderlich wird Absetzen der Behandlung Absetzen der Behandlung

Tabelle 2: Dosismodifikationen bei Neutropenie und/oder Thrombozytopenie zu Beginn oderwährend eines Zyklus bei Patienten mit Adenokarzinom des Pankreas

Zyklus- ANZ Thrombozytenzahl Gemcitabin-tag (Zellen/mm3) (Zellen/mm3) Abraxane-Dosis Dosis

Tag 1 < 1.500 ODER < 100.000 Verabreichung der Dosen bis zur

Erholung verschieben

Tag 8 ≥ 500 aber < 1.000 ODER ≥ 50.000 aber< 75.000 Dosen um 1 Dosisstufe reduzieren< 500 ODER < 50.000 Dosen nicht verabreichen

Tag 15: Sofern die Dosen an Tag 8 ohne Modifikation verabreicht wurden:

Mit der Dosisstufe von Tag 8behandeln, anschließend

Tag 15 ≥ 500 aber < 1.000 ODER ≥ 50.000 aber Leukozyten-Wachstumsfaktoren< 75.000 ODER

Dosen gegenüber Dosen von Tag 8um 1 Dosisstufe reduzieren< 500 ODER < 50.000 Dosen nicht verabreichen

Tag 15: Sofern die Dosen an Tag 8 reduziert wurden:

Wieder mit den Dosisstufen von

Tag 1 behandeln, anschließend

Leukozyten-Wachstumsfaktoren

Tag 15 ≥ 1.000 UND ≥ 75.000 ODER

Mit denselben Dosen wie an Tag 8behandeln

Mit den Dosisstufen von Tag 8behandeln, anschließend

Leukozyten-Wachstumsfaktoren≥ 500 aber < 1.000 ODER ≥ 50.000 aber< 75.000 ODER

Dosen gegenüber Dosen von Tag 8um 1 Dosisstufe reduzieren< 500 ODER < 50.000 Dosen nicht verabreichen

Tag 15: Sofern die Dosen an Tag 8 nicht verabreicht wurden:

Wieder mit der Dosisstufe von

Tag 1 behandeln, anschließend

Leukozyten-Wachstumsfaktoren

Tag 15 ≥ 1.000 UND ≥ 75.000 ODER

Dosen gegenüber Dosen von Tag 1um 1 Dosisstufe reduzieren

Dosen um 1 Dosisstufe reduzieren,anschließend Leukozyten-≥ 500 aber < 1.000 ODER ≥ 50.000 aber Wachstumsfaktoren< 75.000 ODER

Dosen gegenüber Dosen von Tag 1um 2 Dosisstufen reduzieren< 500 ODER < 50.000 Dosen nicht verabreichen

Abkürzungen: ANZ = Absolute Neutrophilenzahl (ANC=Absolute Neutrophil Count); Leukozyten (WBC=white blood cell)

Tabelle 3: Dosismodifikationen wegen anderer unerwünschter Arzneimittelwirkungen bei

Patienten mit Adenokarzinom des Pankreas

Unerwünschte

Arzneimittelwirkung Abraxane-Dosis Gemcitabin-Dosis(UAW)

Febrile Neutropenie: Dosen so lange nicht verabreichen, bis sich das Fieber zurückgebildethat und die ANZ wieder ≥ 1.500 beträgt; Behandlung mit

Grad 3 oder 4 nächstniedrigerer Dosisstufe wiederaufnehmena

Dosis bis Besserung auf ≤ Grad 1

Periphere Neuropathie: nicht verabreichen;

Behandlung mit Mit derselben Dosis behandeln

Grad 3 oder 4 nächstniedrigerer Dosisstufewiederaufnehmena

Kutane Toxizität: Dosen auf nächstniedrigere Dosisstufe reduzierena;

Grad 2 oder 3 bei Persistieren der UAW Behandlung absetzen

Gastrointestinale

Toxizität: Dosen bis Besserung auf ≤ Grad 1 nicht verabreichen;

Mukositis oder Behandlung mit nächstniedrigerer Dosisstufe wiederaufnehmena

Diarrhoe Grad 3aDosisstufenreduktionen siehe Tabelle 1

Nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom:

Die empfohlene Dosis von Abraxane beträgt 100 mg/m2, verabreicht als intravenöse Infusion über30 Minuten an den Tagen 1, 8 und 15 eines jeden 21-Tage-Zyklus. Die empfohlene Dosis von

Carboplatin beträgt AUC = 6 mg*min/ml, verabreicht nur an Tag 1 eines jeden 21-Tage-Zyklus, wobeimit der Verabreichung unmittelbar im Anschluss an die Abraxane-Gabe begonnen wird.

Dosisanpassungen während der Behandlung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms:

Abraxane sollte an Tag 1 eines Zyklus erst verabreicht werden, wenn die absolute Neutrophilenzahl(ANZ) ≥ 1.500 Zellen/mm3 und die Thrombozytenzahl ≥ 100.000 Zellen/mm3 beträgt. Für jede dernachfolgenden wöchentlichen Abraxane-Gaben muss die ANZ ≥ 500 Zellen/mm3 und die

Thrombozytenzahl > 50.000 Zellen/mm3 betragen; andernfalls ist die Dosis auszusetzen bis sich das

Blutbild entsprechend erholt hat. Wenn sich das Blutbild erholt hat, wird die Dosierung in derfolgenden Woche nach den Kriterien in Tabelle 4 wiederaufgenommen. Die nachfolgende Dosis istnur dann zu reduzieren, wenn die Kriterien in Tabelle 4 erfüllt sind.

Tabelle 4: Dosisreduktionen wegen hämatologischer Toxizitäten bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom

Hämatologische Toxizität Auftreten Abraxane-Dosis Carboplatin-Dosis(mg/m2)1 (AUC mg*min/ml)1

Nadir der ANZ < 500/mm3 mit Erstes 75 4,5neutropenischem Fieber > 38 °C

ODER Zweites 50 3,0

Verschieben des nächsten Zyklus wegenpersistierender Neutropenie2 (Nadir der

ANZ < 1.500/mm3) Drittes Absetzen der Behandlung

ODER

Nadir der ANZ < 500/mm3 über> 1 Woche

Nadir der Thrombozytenzahl Erstes 75 4,5< 50.000/mm3 Zweites Absetzen der Behandlung1An Tag 1 des 21-Tage-Zyklus ist die Dosis von Abraxane und Carboplatin gleichzeitig zu reduzieren. An Tag 8 oder 15 des 21-Tage-Zyklusist die Dosis von Abraxane zu reduzieren; die Dosis von Carboplatin ist im folgenden Zyklus zu reduzieren2Maximal 7 Tage nach der vorgesehenen Tag 1-Dosis des nächsten Zyklus.

Bei kutaner Toxizität Grad 2 oder 3, Diarrhoe Grad 3 oder Mukositis Grad 3 ist die Behandlung zuunterbrechen bis eine Besserung der Toxizität auf ≤ Grad 1 erreicht ist, anschließend wird die

Behandlung nach den Vorgaben in Tabelle 5 wiederaufgenommen. Bei peripherer Neuropathie≥ Grad 3 ist die Behandlung zu unterbrechen bis eine Rückbildung auf ≤ Grad 1 erreicht ist. Die

Behandlung kann in nachfolgenden Zyklen nach den Vorgaben in Tabelle 5 mit der nächstniedrigeren

Dosisstufe wiederaufgenommen werden. Bei jeder anderen nicht-hämatologischen Toxizität Grad 3oder 4 ist die Behandlung zu unterbrechen bis eine Besserung der Toxizität auf ≤ Grad 2 erreicht ist,anschließend wird die Behandlung nach den Vorgaben in Tabelle 5 wiederaufgenommen.

Tabelle 5: Dosisreduktionen wegen nicht-hämatologischer Toxizitäten bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom

Nicht-hämatologische Toxizität Auftreten Abraxane-Dosis Carboplatin-Dosis(mg/m2)1 (AUC mg*min/ml)1

Kutane Toxizität Grad 2 oder 3 Erstes 75 4,5

Diarrhoe Grad 3

Mukositis Grad 3 Zweites 50 3,0

Periphere Neuropathie ≥ Grad 3

Jede andere nicht-hämatologische Drittes Absetzen der Behandlung

Toxizität Grad 3 oder 4

Kutane Toxizität, Diarrhoe oder Erstes Absetzen der Behandlung

Mukositis Grad 41An Tag 1 des 21-Tage-Zyklus ist die Dosis von Abraxane und Carboplatin gleichzeitig zu reduzieren. An Tag 8 oder 15 des 21-Tage-Zyklusist die Dosis von Abraxane zu reduzieren; die Dosis von Carboplatin ist im folgenden Zyklus zu reduzieren.

Besondere Patientengruppen
Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit leicht eingeschränkter Leberfunktion (Gesamtbilirubin > 1 bis ≤ 1,5 x ULN und

Aspartataminotransferase [AST] ≤ 10 x ULN) sind unabhängig vom Anwendungsgebiet keine

Dosisanpassungen erforderlich. Die Patienten sind mit derselben Dosis zu behandeln wie Patienten mitnormaler Leberfunktion.

Bei Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom sowie bei Patienten mit nicht-kleinzelligem

Bronchialkarzinom, die eine mäßig bis stark eingeschränkte Leberfunktion (Gesamtbilirubin > 1,5 bis≤ 5 x ULN und AST ≤ 10 x ULN) haben, wird eine Dosisreduktion um 20 % empfohlen. Sofern der

Patient die Behandlung über mindestens zwei Zyklen verträgt, kann die reduzierte Dosis auf die für

Patienten mit normaler Leberfunktion vorgesehene Dosis gesteigert werden (siehe Abschnitte 4.4 und5.2).

Bei Patienten mit metastasiertem Adenokarzinom des Pankreas, die eine mäßig bis starkeingeschränkte Leberfunktion haben, liegen keine ausreichenden Daten für Dosierungsempfehlungenvor (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Bei Patienten mit einem Gesamtbilirubin > 5 x ULN oder AST > 10 x ULN liegen keineausreichenden Daten für Dosierungsempfehlungen vor, unabhängig vom Anwendungsgebiet (siehe

Abschnitte 4.4 und 5.2).

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei Patienten mit leicht bis mäßig eingeschränkter Nierenfunktion (geschätzte Kreatinin-Clearance≥ 30 bis < 90 ml/min) ist keine Anpassung der Initialdosis von Abraxane erforderlich. Es gibt keineausreichenden Daten zur Empfehlung von Dosisanpassungen von Abraxane bei Patienten mit starkeingeschränkter Nierenfunktion oder terminaler Niereninsuffizienz (geschätzte Kreatinin-Clearance< 30 ml/min) (siehe Abschnitt 5.2).

Ältere Patienten

Neben den für alle Patienten geltenden Dosisreduktionen gibt es für Patienten ab 65 Jahren keinezusätzlichen Dosisempfehlungen.

Von den 229 in der randomisierten Studie mit der Abraxane-Monotherapie wegen Mammakarzinombehandelten Patienten waren 13 % mindestens 65 Jahre alt und < 2 % waren mindestens 75 Jahre alt.

Bei den mindestens 65 Jahre alten Patienten, die Abraxane erhielten, traten Toxizitäten nicht deutlichhäufiger auf. Eine nachfolgende Analyse von 981 Patienten, die eine Abraxane-Monotherapie zur

Behandlung des metastasierten Mammakarzinoms erhielten und von denen 15 % ≥ 65 Jahre und 2 %≥ 75 Jahre alt waren, zeigte bei Patienten ≥ 65 Jahre jedoch eine höhere Inzidenz von Epistaxis,

Diarrhoe, Dehydratation, Fatigue und peripheren Ödemen.

Von den 421 Patienten mit Adenokarzinom des Pankreas in der randomisierten Studie, die Abraxanein Kombination mit Gemcitabin erhielten, waren 41 % mindestens 65 Jahre und 10 % mindestens75 Jahre alt. Bei den mindestens 75 Jahre alten Patienten, die Abraxane und Gemcitabin erhielten, kames mit höherer Inzidenz zu schwerwiegenden Nebenwirkungen sowie Nebenwirkungen, welche zum

Absetzen der Behandlung führten (siehe Abschnitt 4.4). Patienten ab einem Alter von 75 Jahren mit

Adenokarzinom des Pankreas sollten sorgfältig untersucht werden, bevor eine Behandlung erwogenwird (siehe Abschnitt 4.4).

Von den 514 Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom in der randomisierten Studie, die

Abraxane in Kombination mit Carboplatin erhielten, waren 31 % mindestens 65 Jahre und 3,5 %mindestens 75 Jahre alt. Myelosuppressionen, periphere Neuropathien und Arthralgien waren bei

Patienten ab 65 Jahren häufiger als bei Patienten unter 65 Jahren. Es liegen begrenzte Erfahrungen zur

Anwendung von Abraxane/Carboplatin bei Patienten ab 75 Jahren vor.

Ein pharmakokinetisches/pharmakodynamisches Modell unter Verwendung der Daten von 125

Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren zeigt, dass Patienten ≥ 65 Jahre möglicherweiseanfälliger für die Entstehung einer Neutropenie während des ersten Behandlungszyklus sind.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Abraxane bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 bis unter18 Jahren ist nicht erwiesen. Zurzeit vorliegende Daten werden in den Abschnitten 4.8, 5.1 und 5.2beschrieben; eine Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden. Es gibt im

Anwendungsgebiet des metastasierten Mammakarzinoms bzw. des Adenokarzinoms des Pankreasbzw. des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms keinen relevanten Nutzen von Abraxane bei Kindernund Jugendlichen.

Art der Anwendung

Verabreichen Sie die rekonstituierte Abraxane-Dispersion intravenös mittels eines Infusionsbestecksmit integriertem 15-μm-Filter. Es wird empfohlen, den Infusionsschlauch nach der Verabreichung mitisotonischer Natriumchloridlösung für Injektionszwecke zu spülen, um sicherzustellen, dass dievollständige Dosis verabreicht wird.

Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

4.3 Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Stillen (siehe Abschnitt 4.6).

Patienten mit einem Ausgangswert der Neutrophilenzahl von < 1.500 Zellen/mm3.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Abraxane ist eine Albumin-gebundene Nanopartikel-Formulierung von Paclitaxel, die wesentlichandere pharmakologische Merkmale als andere Formulierungen von Paclitaxel aufweisen dürfte (siehe

Abschnitte 5.1 und 5.2). Es soll deshalb nicht als Ersatz für andere Paclitaxel-Formulierungenverwendet und auch nicht durch solche Formulierungen ersetzt werden.

Überempfindlichkeit

In seltenen Fällen wurden schwere Überempfindlichkeitsreaktionen beobachtet, einschließlich sehrselten auftretender anaphylaktischer Reaktionen mit tödlichem Ausgang. Wenn eine

Überempfindlichkeitsreaktion auftritt, muss das Arzneimittel sofort abgesetzt und einesymptomatische Behandlung eingeleitet werden, und der Patient darf nicht erneut mit Paclitaxelbehandelt werden.

Hämatologie

Knochenmarksuppression (insbesondere Neutropenie) tritt unter Abraxane-Therapie häufig auf.

Neutropenie ist dosisabhängig und eine dosisbegrenzende Toxizität. Während der Abraxane-Therapiemuss das Blutbild regelmäßig kontrolliert werden. Die Patienten sollten daher keine erneuten

Abraxane-Behandlungszyklen erhalten, bis die Neutrophilenzahl wieder auf > 1.500 Zellen/mm3angestiegen ist und die Thrombozytenzahl wieder auf > 100.000 Zellen/mm3 angestiegen ist (siehe

Abschnitt 4.2).

Neuropathie

Sensorische Neuropathie tritt unter Abraxane-Therapie häufig auf, die Entwicklung schwerer

Symptome ist weniger häufig. Das Auftreten einer sensorischen Neuropathie Grad 1 oder 2 erfordertnormalerweise keine Dosisreduktion. Entwickelt sich unter einer Monotherapie mit Abraxane jedocheine sensorische Neuropathie Grad 3, muss die Behandlung bis zur Besserung auf Grad 1 oder 2eingestellt werden. Für die nachfolgenden Abraxane-Zyklen wird eine Reduzierung der Dosisempfohlen (siehe Abschnitt 4.2). Entwickelt sich bei kombinierter Anwendung von Abraxane und

Gemcitabin eine periphere Neuropathie ≥ Grad 3, ist Abraxane auszusetzen; die Behandlung mit

Gemcitabin ist mit derselben Dosis fortzusetzen. Bei Besserung der peripheren Neuropathie auf

Grad 0 oder 1 ist die Behandlung mit Abraxane in reduzierter Dosis wiederaufzunehmen (siehe

Abschnitt 4.2). Entwickelt sich bei kombinierter Anwendung von Abraxane und Carboplatin eineperiphere Neuropathie Grad 3 oder höher, ist die Behandlung bis zur Besserung auf Grad 0 oder 1auszusetzen, mit anschließender Dosisreduktion für alle nachfolgenden Abraxane/Carboplatin-Zyklen(siehe Abschnitt 4.2).

Sepsis

Über Sepsis wurde bei Patienten mit oder ohne Neutropenie, die Abraxane in Kombination mit

Gemcitabin erhielten, mit einer Rate von 5 % berichtet. Komplikationen infolge der Grunderkrankung

Pankreaskarzinom, insbesondere Gallenobstruktion oder das Vorhandensein eines Gallenstents,wurden als erhebliche begünstigende Faktoren identifiziert. Wenn sich bei einem Patienten Fieberentwickelt (unabhängig von der Neutrophilenzahl), sollte eine Behandlung mit Breitbandantibiotikabegonnen werden. Bei febriler Neutropenie ist die Behandlung mit Abraxane und Gemcitabinauszusetzen, bis sich das Fieber zurückgebildet hat und die ANZ auf ≥ 1.500 Zellen/mm3 angestiegenist, anschließend ist die Behandlung mit reduzierten Dosisstufen wiederaufzunehmen (siehe

Abschnitt 4.2).

Pneumonitis

Zu Pneumonitis kam es bei 1 % der Patienten unter der Abraxane-Monotherapie und bei 4 % der

Patienten unter Abraxane in Kombination mit Gemcitabin. Alle Patienten sind auf Anzeichen und

Symptome einer Pneumonitis engmaschig zu überwachen. Nach Ausschluss einer infektiösen

Ätiologie und Stellung der Diagnose Pneumonitis ist die Behandlung mit Abraxane und Gemcitabindauerhaft abzusetzen und unverzüglich mit einer angemessenen Behandlung und unterstützenden

Maßnahmen zu beginnen (siehe Abschnitt 4.2).

Leberfunktionsstörung

Da die Toxizität von Paclitaxel bei eingeschränkter Leberfunktion erhöht sein kann, ist bei der

Verabreichung von Abraxane bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen Vorsicht geboten. Bei

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion kann ein erhöhtes Toxizitätsrisiko bestehen, insbesonderefür Myelosuppression. Diese Patienten müssen, bezogen auf die Entwicklung einer schweren

Myelosuppression, engmaschig überwacht werden.

Abraxane wird nicht empfohlen bei Patienten mit einem Gesamtbilirubin > 5 x ULN oder AST> 10 x ULN. Ferner wird Abraxane nicht empfohlen bei Patienten mit metastasiertem Adenokarzinomdes Pankreas, die eine mäßig bis stark eingeschränkte Leberfunktion (Gesamtbilirubin > 1,5 x ULNund AST ≤ 10 x ULN) haben (siehe Abschnitt 5.2).

Kardiotoxizität

In seltenen Fällen wurden bei Patienten unter Abraxane Stauungsinsuffizienz und linksventrikuläre

Dysfunktion beobachtet. Die Mehrheit der betroffenen Patienten hatte zuvor kardiotoxische

Arzneimittel wie Anthrazykline eingenommen oder wies eine kardiale Grunderkrankung auf. Deshalbist bei den mit Abraxane behandelten Patienten eine strenge ärztliche Überwachung auf kardiale

Ereignisse notwendig.

Metastasen im ZNS

Bei Patienten mit Metastasen im zentralen Nervensystem (ZNS) wurde die Wirksamkeit und

Unbedenklichkeit von Abraxane nicht nachgewiesen. ZNS-Metastasen sind generell durch einesystemische Chemotherapie nicht gut zu kontrollieren.

Gastrointestinale Symptome

Falls bei den Patienten nach der Gabe von Abraxane Übelkeit, Erbrechen und Diarrhoe eintreten,können diese mit den üblichen Antiemetika und obstipierenden Mitteln behandelt werden.

Augenerkrankungen

Zystoides Makulaödem (CMÖ) ist bei Patienten berichtet worden, die mit Abraxane behandeltwurden. Patienten mit beeinträchtigtem Sehvermögen sollten einer sofortigen und vollständigenophthalmologischen Untersuchung unterzogen werden. Falls ein CMÖ diagnostiziert wird, sollte die

Abraxane-Behandlung abgebrochen und eine geeignete Behandlung eingeleitet werden (siehe

Abschnitt 4.8).

Patienten ab 75 Jahre

Bei Patienten ab 75 Jahre wurde für die Kombinationsbehandlung mit Abraxane und Gemcitabingegenüber der Gemcitabin-Monotherapie kein Nutzen gezeigt. Bei sehr alten Patienten (≥ 75 Jahre),die Abraxane und Gemcitabin erhielten, kam es mit höherer Inzidenz zu schwerwiegenden

Nebenwirkungen sowie Nebenwirkungen, welche zum Absetzen der Behandlung führten, unteranderem zu hämatologischen Toxizitäten, peripherer Neuropathie, verringertem Appetit und

Dehydratation. Bei Patienten ab einem Alter von 75 Jahren mit Adenokarzinom des Pankreas istsorgfältig abzuklären, ob sie Abraxane in Kombination mit Gemcitabin tolerieren können. Dabei sindinsbesondere der Performance-Status, Komorbiditäten und ein erhöhtes Infektionsrisiko zuberücksichtigen (siehe Abschnitte 4.2 und 4.8).

Sonstige Hinweise

Da nur begrenzte Daten vorliegen, wurde bei Patienten mit Adenokarzinom des Pankreas mitnormalen CA 19-9-Spiegeln vor Beginn der Behandlung mit Abraxane und Gemcitabin hinsichtlicheiner Verlängerung des Gesamtüberlebens kein eindeutiger Nutzen belegt (siehe Abschnitt 5.1).

Erlotinib sollte nicht zusammen mit Abraxane plus Gemcitabin gegeben werden (siehe Abschnitt 4.5).

Sonstige Bestandteile

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro 100 mg, d.h. es ist nahezu'natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Der Stoffwechsel von Paclitaxel wird zum Teil durch die Cytochrom-P450-Isoenzyme CYP2C8 und

CYP3A4 katalysiert (siehe Abschnitt 5.2). Deshalb ist angesichts des Fehlens einer Studie zur

Erfassung pharmakokinetischer Arzneimittel-Wechselwirkungen Vorsicht geboten, wenn Paclitaxelzusammen mit anderen Arzneimitteln angewendet wird, die entweder CYP2C8 oder CYP3A4hemmen (z. B. Ketoconazol und andere Imidazol-Antimykotika, Erythromycin, Fluoxetin,

Gemfibrozil, Clopidogrel, Cimetidin, Ritonavir, Saquinavir, Indinavir und Nelfinavir), da die Toxizitätvon Paclitaxel aufgrund der höheren Paclitaxel-Exposition erhöht sein kann. Die Anwendung von

Paclitaxel zusammen mit anderen Arzneimitteln, die entweder CYP2C8 oder CYP3A4 induzieren(z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Efavirenz, Nevirapin), ist nicht empfohlen, da die

Wirksamkeit aufgrund der geringeren Paclitaxel-Exposition beeinträchtigt sein kann.

Paclitaxel und Gemcitabin haben keinen gemeinsamen Stoffwechselweg. Die Paclitaxel-Clearancewird primär bestimmt durch die von CYP2C8 und CYP3A4 vermittelte Metabolisierung mitanschließender biliärer Exkretion, während Gemcitabin durch Cytidindeaminase inaktiviert undanschließend mit dem Urin ausgeschieden wird. Pharmakokinetische Wechselwirkungen zwischen

Abraxane und Gemcitabin wurden beim Menschen nicht untersucht.

Bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom wurde eine pharmakokinetische Studie mit

Abraxane und Carboplatin durchgeführt. Dabei wurden zwischen Abraxane und Carboplatin keineklinisch relevanten pharmakokinetischen Wechselwirkungen festgestellt.

Abraxane ist beim Mammakarzinom als Monotherapie, beim Adenokarzinom des Pankreas in

Kombination mit Gemcitabin bzw. beim nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom in Kombination mit

Carboplatin indiziert (siehe Abschnitt 4.1). Abraxane sollte nicht in Kombination mit anderen

Arzneimitteln zur Behandlung von Krebs angewendet werden.

Kinder und Jugendliche

Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Kontrazeption bei Männern und Frauen

Gebärfähige Frauen sollten während der Behandlung und bis zu einem Monat nach der Behandlungmit Abraxane eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Männlichen Patienten, die mit

Abraxane behandelt werden, wird angeraten, während und bis zu sechs Monate nach der Behandlungeine zuverlässige Verhütungsmethode anzuwenden und es zu vermeiden, ein Kind zu zeugen.

Schwangerschaft

Es gibt nur wenige Daten über die Anwendung von Paclitaxel während der Schwangerschaft beim

Menschen. Es besteht der Verdacht, dass eine Anwendung von Paclitaxel während der

Schwangerschaft schwerwiegende Schädigungen des Ungeborenen auslösen kann. Tierexperimentelle

Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Bei gebärfähigen Frauen istvor Beginn der Behandlung mit Abraxane ein Schwangerschaftstest durchzuführen. Abraxane solltenicht bei Schwangeren oder bei gebärfähigen Frauen, die keine wirksame Empfängnisverhütungpraktizieren, angewendet werden, es sei denn, eine Behandlung mit Paclitaxel ist aufgrund desklinischen Zustandes der Mutter erforderlich.

Stillzeit

Paclitaxel und/oder seine Metaboliten gingen in die Milch laktierender Ratten über (siehe

Abschnitt 5.3). Es ist nicht bekannt, ob Paclitaxel beim Menschen in die Muttermilch übergeht.

Aufgrund der potenziell schwerwiegenden Nebenwirkungen bei gestillten Säuglingen ist Abraxanewährend der Stillzeit kontraindiziert. Das Stillen muss während der Behandlung unterbrochen werden.

Fertilität

Bei männlichen Ratten verursachte Abraxane Unfruchtbarkeit (siehe Abschnitt 5.3). Aufgrund von

Beobachtungen bei Tieren kann sowohl die männliche als auch die weibliche Fertilität beeinträchtigtwerden. Männliche Patienten sollten sich vor der Behandlung über eine Spermakonservierung beratenlassen, da durch die Therapie mit Abraxane die Möglichkeit einer irreversiblen Unfruchtbarkeitbesteht.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Abraxane hat geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen. Abraxane kann Nebenwirkungen verursachen wie Müdigkeit (sehr häufig)und Schwindel (häufig), die sich auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen auswirken können. Patienten sollten angewiesen werden, nicht Auto zu fahren oder

Maschinen zu bedienen, wenn sie sich müde oder schwindlig fühlen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die häufigsten klinisch relevanten Nebenwirkungen, welche mit der Anwendung von Abraxane in

Zusammenhang standen, waren Neutropenie, periphere Neuropathie, Arthralgie/Myalgie undgastrointestinale Erkrankungen.

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

In Tabelle 6 sind die Nebenwirkungen aufgeführt, die in Verbindung mit Abraxane als Monotherapiebei jeder Dosis und Indikation in klinischen Studien aufgetreten sind (N = 789) sowie mit Abraxane in

Kombination mit Gemcitabin beim Adenokarzinom des Pankreas in der klinischen Phase-III-Studie(N = 421), mit Abraxane in Kombination mit Carboplatin beim nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomin der Phase-III-Studie (N = 514) und bei der Anwendung von Abraxane nach der Zulassung.

Die Häufigkeitsangaben sind definiert als: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich(≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nicht bekannt(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder

Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Tabelle 6: Nebenwirkungen, die unter Abraxane berichtet wurden

Monotherapie (N = 789) Kombinations- Kombinations-therapie mit therapie mit

Gemcitabin Carboplatin(N = 421) (N = 514)

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Infektion, Harnwegsinfektion, Sepsis, Pneumonie, Pneumonie,

Follikulitis, Infektion der oberen orale Candidose Bronchitis, Infektion

Atemwege, Candidiasis, der oberen

Häufig: Sinusitis Atemwege,

Harnwegsinfektion

Sepsis1, neutropenische Sepsis1, Sepsis, orale

Pneumonie, orale Candidose, Candidose

Nasopharingitis, Zellulitis,

Gelegentlich: Herpes simplex, Virusinfektion,

Herpes zoster, Pilzinfektion,katheterbedingte Infektion,

Infektion an der Injektionsstelle

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Gelegentlich: Tumornekrose,

Metastasenschmerz

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Knochenmarksuppression, Neutropenie, Neutropenie3,

Sehr häufig: Neutropenie, Thrombozytopenie, Thrombozytopenie, Thrombozytopenie3,

Anämie, Leukopenie, Anämie Anämie3,

Lymphopenie Leukopenie3

Häufig: Febrile Neutropenie Panzytopenie Febrile Neutropenie,

Lymphopenie

Thrombotisch- Panzytopenie

Gelegentlich: thrombozyto-penische Purpura

Selten: Panzytopenie

Erkrankungen des Immunsystems

Überempfindlichkeit Arzneimittelüber-

Gelegentlich: empfindlichkeit,

Überempfindlichkeit

Selten: Schwere Überempfindlichkeit1

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Anorexie Dehydratation, verminderter Appetit

Sehr häufig: verminderter

Appetit,

Hypokaliämie

Häufig: Dehydratation, verminderter Dehydratation

Appetit, Hypokaliämie

Hypophosphatämie,

Flüssigkeitsretention,

Gelegentlich: Hypoalbuminämie, Polydipsie,

Hyperglykämie, Hypokalzämie,

Hypoglykämie, Hyponatriämie

Nicht bekannt: Tumorlysesyndrom1

Psychiatrische Erkrankungen

Sehr häufig: Depression,

Schlaflosigkeit

Tabelle 6: Nebenwirkungen, die unter Abraxane berichtet wurden

Häufig: Depression, Schlaflosigkeit, Angst Schlaflosigkeit

Angst

Gelegentlich: Unruhe

Erkrankungen des Nervensystems

Periphere Neuropathie, Periphere Periphere

Neuropathie, Hypästhesie, Neuropathie, Neuropathie

Sehr häufig: Parästhesie Schwindelgefühl,

Kopfschmerzen,

Dysgeusie

Periphere sensorische Schwindelgefühl,

Neuropathie, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen,

Häufig: periphere motorische Dysgeusie

Neuropathie, Ataxie,

Kopfschmerzen, Gefühlsstörung,

Somnolenz, Dysgeusie

Polyneuropathie, Areflexie, Lähmung des

Synkope, orthostatischer siebten Hirnnervs

Schwindel, Dyskinesie,

Gelegentlich: Hyporeflexie, Neuralgie,neuropathischer Schmerz,

Tremor,

Sinnesempfindungsverlust

Nicht bekannt: Multiple Hirnnervenlähmungen 1

Augenerkrankungen

Verschwommenes Sehen, Tränensekretion Verschwommenes

Tränensekretion verstärkt, verstärkt Sehen

Häufig: trockenes Auge,

Keratokonjunktivitis sicca,

Madarosis

Verminderte Sehschärfe, Zystoidesanomales Sehen, Augenreizung, Makulaödem

Gelegentlich: Augenschmerzen,

Konjunktivitis, Sehstörung,

Augenjucken, Keratitis

Selten: Zystoides Makulaödem1

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Häufig: Vertigo

Gelegentlich: Tinnitus, Ohrschmerzen

Herzerkrankungen

Häufig: Arrhythmie, Tachykardie, Stauungsinsuffiziensupraventrikuläre Tachykardie z, Tachykardie

Herzstillstand,

Stauungsinsuffizienz,

Selten: Funktionsstörung des linken

Ventrikels, atrioventrikulärer

Block1, Bradykardie

Gefäßerkrankungen

Häufig: Hypertonie, Lymphödem, Hypotonie, Hypotonie,

Flush, Hitzewallungen Hypertonie Hypertonie

Gelegentlich: Hypotonie, Orthostasesyndrom, Flush Flushperipheres Kältegefühl

Selten: Thrombose

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr häufig: Dyspnoe, Epistaxis, Dyspnoe

Husten

Tabelle 6: Nebenwirkungen, die unter Abraxane berichtet wurden

Interstitielle Pneumonitis2, Pneumonitis, Hämoptoe,

Häufig: Dyspnoe, Epistaxis, Nasenverstopfung Epistaxis, Husten

Pharyngolaryngealschmerzen,

Husten, Rhinitis, Rhinorrhoe

Lungenembolie, pulmonale Halstrockenheit, Pneumonitis

Thromboembolie, Pleuraerguss, trockene

Belastungsdyspnoe, Sinus Nasenschleimhaut

Sekretstau, verminderte

Gelegentlich: Atemgeräusche, Husten mit

Auswurf, allergische Rhinitis,

Heiserkeit, Nasenverstopfung,trockene Nasenschleimhaut,

Giemen

Nicht bekannt: Stimmbandparese1

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Diarrhoe, Diarrhoe, Erbrechen,

Erbrechen, Übelkeit,

Übelkeit, Obstipation

Sehr häufig: Diarrhoe, Erbrechen, Übelkeit,

Obstipation, Stomatitis Obstipation,

Abdominalschmerz, Schmerzen

Oberbauch

Gastroösophageale Darmobstruktion, Stomatitis,

Refluxerkrankung, Dyspepsie, Kolitis, Stomatitis, Dyspepsie,

Häufig: Abdominalschmerz, Abdominale Mundtrockenheit Dysphagie,

Distension, Schmerzen Abdominalschmerz

Oberbauch, orale Hypoästhesie

Rektalblutung,

Dysphagie, Flatulenz,

Glossodynie, Mundtrockenheit,

Gelegentlich: schmerzendes Zahnfleisch,lockerer Stuhlgang, Ösophagitis,

Schmerzen Unterbauch,

Mundulzeration,

Mundschmerzen

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig: Cholangitis Hyperbilirubinämie

Gelegentlich: Hepatomegalie

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig: Alopezie, Ausschlag Alopezie, Alopezie, Ausschlag

Ausschlag

Pruritus, trockene Haut, Pruritus, trockene Pruritus,

Nagelerkrankung, Erythem, Haut, Nagelerkrankung

Fingernagelpigmentation/ Nagelerkrankung

Häufig: Nagelverfärbung,

Hauthyperpigmentierung,

Onycholyse,

Nagelveränderungen

Tabelle 6: Nebenwirkungen, die unter Abraxane berichtet wurden

Lichtempfindlichkeitsreaktion, Exfoliation der

Urtikaria, Hautschmerzen, Haut, allergischegeneralisierter Pruritus, Dermatitis, Urtikaria

Ausschlag mit Juckreiz,

Hauterkrankung,

Pigmentierungsstörung,

Hyperhidrose, Onychomadesis,erythematöser Ausschlag,

Gelegentlich: generalisierter Ausschlag,

Dermatitis, nächtliche

Schweißausbrüche,makulopapulöser Ausschlag,

Vitiligo, Hypotrichose,

Schmerzhaftigkeit des

Nagelbetts, Nagelbeschwerden,makulöser Ausschlag, papulöser

Ausschlag, Hautläsion,aufgeschwollenes Gesicht

Sehr Selten: Stevens-Johnson-Syndrom ,

Epidermolysis acuta toxica 1

Palmar-plantares

Nicht bekannt: Erythrodysästhesiesyndrom1, 4,

Sklerodermie1

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Arthralgie, Arthralgie, Myalgie

Sehr häufig: Arthralgie, Myalgie Myalgie, Schmerzin einer Extremität

Rückenschmerzen, Schmerz in Muskuläre Rückenschmerzen,einer Extremität, Schwäche, Schmerz in einer

Häufig: Knochenschmerzen, Knochenschmerzen Extremität,

Muskelkrämpfe, Schmerzen des

Gliederschmerzen Muskel- und

Skelettsystems

Brustwandschmerz, muskuläre

Schwäche, Nackenschmerzen,

Leistenschmerzen,

Gelegentlich: Muskelspasmen, Schmerzen des

Muskel- und Skelettsystems,

Flankenschmerz,

Gliederbeschwerden,

Muskelschwäche

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Akutes

Nierenversagen

Hämaturie, Dysurie, Hämolytisch-

Gelegentlich: Pollakisurie, Nykturie, Polyurie, urämisches

Harninkontinenz Syndrom

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Gelegentlich: Brustschmerz

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Ermüdung, Asthenie, Fieber Ermüdung, Ermüdung,

Sehr häufig: Asthenie, Fieber, Asthenie,peripheres Ödem, peripheres Ödem

Schüttelfrost,

Tabelle 6: Nebenwirkungen, die unter Abraxane berichtet wurden

Unwohlsein, Lethargie, Reaktion an der Fieber,

Schwäche, peripheres Ödem, Infusionsstelle Brustkorbschmerz

Schleimhautentzündung,

Schmerz, Rigor, Ödem,

Häufig: verschlechterter

Allgemeinzustand,

Brustkorbschmerz,grippeähnliche Erkrankung,

Hyperpyrexie

Brustkorbbeschwerden, Schleimhautent-anomaler Gang, Schwellung, zündung, Extravasat

Reaktion an der Injektionsstelle an der

Gelegentlich: Infusionsstelle,

Entzündung an der

Infusionsstelle,

Ausschlag an der

Infusionsstelle

Selten: Extravasat

Untersuchungen

Gewicht erniedrigt,

Sehr häufig: erhöhte

Alaninamino-transferase

Gewicht erniedrigt, erhöhte Erhöhte Gewicht erniedrigt,

Alaninaminotransferase, erhöhte Aspartatamino- erhöhte

Aspartataminotransferase, transferase, Alaninamino-erniedrigter Hämatokrit, erhöhtes Bilirubin transferase, erhöhteerniedrigte Erythrozytenzahl, im Blut, erhöhtes Aspartatamino-

Häufig: erhöhte Körpertemperatur, Kreatinin im Blut transferase, erhöhteerhöhte alkalische

Gamma-Glutamyltransferase, Phosphatase im Bluterhöhte alkalische Phosphataseim Blut

Erhöhter Blutdruck, erhöhtes

Gewicht, erhöhte

Laktatdehydrogenase im Blut,

Gelegentlich: erhöhtes Kreatinin im Blut,

Glucose im Blut erhöht,

Phosphor im Blut erhöht,

Kalium im Blut erniedrigt,erhöhtes Bilirubin

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe bedingte Komplikationen

Gelegentlich: Kontusion

Selten: Radiation-Recall-Syndrom,strahlenbedingte Pneumonitis1 Wie im Rahmen der Überwachung von Abraxane nach Zulassung berichtet.2 Die Berechnung der Pneumonitishäufigkeit erfolgte auf Basis gepoolter Daten von 1.310 Patienten, die im Rahmen klinischer Studienwegen Mammakarzinom oder anderer Indikationen eine Abraxane-Monotherapie erhielten.3 Anhand von Laboruntersuchungen erhoben: höchster Grad der Myelosuppression (behandeltes Kollektiv).4 Bei einigen Patienten, die früher mit Capecitabin behandelt wurden.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Dieser Abschnitt enthält die häufigsten Nebenwirkungen mit klinischer Relevanz, welche in

Verbindung mit Abraxane auftraten.

Es wurden Nebenwirkungen von 229 Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom bewertet, die inder pivotalen klinischen Phase-III-Studie einmal alle drei Wochen mit 260 mg/m2 Abraxane behandeltwurden (Monotherapie mit Abraxane).

Es wurden Nebenwirkungen von 421 Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom bewertet,welche mit Abraxane in Kombination mit Gemcitabin behandelt wurden (an den Tagen 1, 8 und 15eines jeden 28-Tage-Zyklus mit jeweils 125 mg/m2 Abraxane in Kombination mit Gemcitabin in einer

Dosierung von 1.000 mg/m2) und von 402 mit einer Gemcitabin-Monotherapie behandelten Patienten,die eine systemische Erstlinienbehandlung bei einem metastasiertem Adenokarzinom des Pankreaserhielten (Abraxane/Gemcitabin).

Es wurden Nebenwirkungen von 514 Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom bewertet,die mit Abraxane in Kombination mit Carboplatin (100mg/m2 Abraxane an den Tagen 1, 8 und 15eines jeden 21-Tage-Zyklus in Kombination mit Carboplatin, welches an Tag 1 eines jeden Zyklusgegeben wurde) in der randomisierten, kontrollierten klinischen Phase-III-Studie behandelt wurden(Abraxane/Carboplatin). Die Beurteilung der Taxan-Toxizität anhand der von den Patientengemachten Angaben erfolgte mithilfe der 4 Unterskalen des Fragebogens 'Functional Assessment of

Cancer Therapy (FACT)-Taxane“. Bei der Analyse für wiederholte Messungen fielen die Ergebnisseauf 3 der 4 Unterskalen (periphere Neuropathie, Schmerzen an Händen/Füßen und Hörvermögen)zugunsten von Abraxane in Kombination mit Carboplatin aus (p ≤ 0,002). Für die weitere Unterskala(Ödeme) wurde kein Unterschied zwischen den Behandlungsarmen festgestellt.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Abraxane/Gemcitabin

Über Sepsis wurde mit einer Rate von 5 % berichtet bei Patienten mit oder ohne Neutropenie, die

Abraxane in Kombination mit Gemcitabin im Rahmen einer klinischen Studie beim Adenokarzinomdes Pankreas erhielten. Von den 22 Sepsis-Fällen, die unter Behandlung mit Abraxane in Kombinationmit Gemcitabin berichtet wurden, verliefen 5 tödlich. Komplikationen infolge der Grunderkrankung

Pankreaskarzinom, insbesondere Gallenobstruktion oder das Vorhandensein eines Gallenstents,wurden als erhebliche begünstigende Faktoren identifiziert. Wenn sich bei einem Patienten Fieberentwickelt (unabhängig von der Neutrophilenzahl), sollte eine Behandlung mit Breitbandantibiotikabegonnen werden. Bei febriler Neutropenie ist die Behandlung mit Abraxane und Gemcitabinauszusetzen, bis sich das Fieber zurückgebildet hat und die ANZ auf ≥ 1.500 Zellen/mm3 angestiegenist, anschließend ist die Behandlung mit reduzierten Dosisstufen wiederaufzunehmen (siehe

Abschnitt 4.2).

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Monotherapie mit Abraxane - metastasiertes Mammakarzinom

Bei Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom war Neutropenie die auffälligste wichtigehämatologische Toxizität (von 79 % der Patienten gemeldet) und war schnell reversibel unddosisabhängig; Leukopenie wurde von 71 % der Patienten gemeldet. Neutropenie Grad 4(< 500 Zellen/mm3) trat bei 9 % der mit Abraxane behandelten Patienten auf. Febrile Neutropenie tratbei vier mit Abraxane behandelten Patienten auf. Anämie (Hb <10 g/dl) wurde bei 46 % der mit

Abraxane behandelten Patienten beobachtet und war in drei Fällen schwer (Hb <8 g/dl). Lymphopeniewurde bei 45 % der Patienten beobachtet.

Abraxane/Gemcitabin

In Tabelle 7 sind die Häufigkeit und der Schweregrad pathologischer Blutbildwerte bei Patienten, diemit Abraxane in Kombination mit Gemcitabin bzw. nur mit Gemcitabin behandelt wurden, aufgeführt.

Tabelle 7: Pathologische Blutbildwerte in der Studie an Patienten mit Adenokarzinom des

Pankreas

Abraxane (125 mg/m2)/

Gemcitabin Gemcitabin

Grad 1 - 4 Grad 3 - 4 Grad 1 - 4 Grad 3 - 4(%) (%) (%) (%)

Anämiea,b 97 13 96 12

Neutropeniea,b 73 38 58 27

Thrombozytopenieb,c 74 13 70 9a 405 beurteilte Patienten in der mit Abraxane/Gemcitabin behandelten Gruppeb 388 beurteilte Patienten in der mit Gemcitabin behandelten Gruppec 404 beurteilte Patienten in der mit Abraxane/Gemcitabin behandelten Gruppe.

Abraxane/Carboplatin

Über Anämie und Thrombozytopenie wurde im Abraxane/Carboplatin-Arm häufiger als im

Taxol/Carboplatin-Arm berichtet (54 % versus 28 % bzw. 45 % versus 27 %).

Erkrankungen des Nervensystems

Monotherapie mit Abraxane - metastasiertes Mammakarzinom

Generell war die Häufigkeit und Schwere der Neurotoxizität bei den mit Abraxane behandelten

Patienten dosisabhängig. Periphere Neuropathie (hauptsächlich sensorische Neuropathie Grad 1 oder2) wurde bei 68 % der mit Abraxane behandelten Patienten beobachtet, 10 % hatten den

Schweregrad 3. Es gab keinen Fall von Grad 4.

Abraxane/Gemcitabin

Unter der Behandlung mit Abraxane in Kombination mit Gemcitabin lag die mediane Zeit bis zumerstmaligen Auftreten einer peripheren Neuropathie Grad 3 bei 140 Tagen. Die mediane Zeit bis zur

Besserung um mindestens 1 Grad betrug 21 Tage, und die mediane Zeit bis zur Besserung einerperipheren Neuropathie Grad 3 auf Grad 0 oder 1 betrug 29 Tage. Von den Patienten, bei denen die

Behandlung wegen peripherer Neuropathie unterbrochen wurde, konnten 44 % (31/70 Patienten) die

Behandlung mit Abraxane in einer reduzierten Dosis wiederaufnehmen. Bei keinem der mit Abraxanein Kombination mit Gemcitabin behandelten Patienten kam es zu peripherer Neuropathie Grad 4.

Abraxane/Carboplatin

Unter der Behandlung von Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom mit Abraxane in

Kombination mit Carboplatin lag die mediane Zeit bis zum erstmaligen Auftreten einerbehandlungsbedingten peripheren Neuropathie Grad 3 bei 121 Tagen, und die mediane Zeit bis zur

Besserung der behandlungsbedingten peripheren Neuropathie von Grad 3 auf Grad 1 betrug 38 Tage.

Bei keinem der mit Abraxane in Kombination mit Carboplatin behandelten Patienten kam es zu einerperipheren Neuropathie Grad 4.

Augenerkrankungen

Während der Überwachung nach Zulassung wurde unter der Behandlung mit Abraxane selten übereine verminderte Sehschärfe infolge eines zystoiden Makulaödems berichtet (siehe Abschnitt 4.4).

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Abraxane/Gemcitabin

Zu Pneumonitis kam es bei 4 % der Patienten unter Abraxane in Kombination mit Gemcitabin. Vonden 17 Fällen von Pneumonitis, die bei Patienten gemeldet wurden, die mit Abraxane in Kombinationmit Gemcitabin behandelt wurden, hatten 2 einen tödlichen Ausgang. Alle Patienten sind auf

Anzeichen und Symptome einer Pneumonitis engmaschig zu überwachen. Nach Ausschluss einerinfektiösen Ätiologie und Stellung der Diagnose Pneumonitis ist die Behandlung mit Abraxane und

Gemcitabin dauerhaft abzusetzen und unverzüglich mit einer angemessenen Behandlung undunterstützenden Maßnahmen zu beginnen (siehe Abschnitt 4.2).

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Monotherapie mit Abraxane - metastasiertes Mammakarzinom

Übelkeit trat bei 29 % und Diarrhoe bei 25 % der Patienten auf.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Monotherapie mit Abraxane - metastasiertes Mammakarzinom

Alopezie wurde bei > 80 % der mit Abraxane behandelten Patienten beobachtet. Die Mehrzahl der

Alopezie-Ereignisse trat innerhalb von weniger als einem Monat nach Beginn der Behandlung mit

Abraxane auf. Bei den meisten Patienten, bei denen es zu Alopezie kommt, ist mit einem ausgeprägten

Haarverlust von ≥ 50 % zu rechnen.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Monotherapie mit Abraxane - metastasiertes Mammakarzinom

Arthralgie trat bei 32 % der mit Abraxane behandelten Patienten auf und war in 6 % der Fälleschwerwiegend. Myalgie trat bei 24 % der mit Abraxane behandelten Patienten auf und war in 7 % der

Fälle schwerwiegend. Die Symptome waren gewöhnlich vorübergehend, traten meist drei Tage nachder Gabe von Abraxane auf und verschwanden innerhalb einer Woche.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Monotherapie mit Abraxane - metastasiertes Mammakarzinom

Asthenie/Fatigue wurde bei 40 % der Patienten gemeldet.

Kinder und Jugendliche

Die Studie umfasste 106 Patienten, von diesen waren 104 pädiatrische Patienten im Alter von6 Monaten bis unter 18 Jahren (siehe Abschnitt 5.1). Bei jedem Patienten trat mindestens1 Nebenwirkung auf. Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Neutropenie, Anämie,

Leukopenie und Fieber. Schwerwiegende Nebenwirkungen, die für mehr als 2 Patienten berichtetwurden, waren Fieber, Rückenschmerzen, peripheres Ödem und Erbrechen. Bei der begrenzten

Anzahl der mit Abraxane behandelten pädiatrischen Patienten, wurden keine neuen Sicherheitssignaleidentifiziert und das Sicherheitsprofil ähnelte dem der erwachsenen Population.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Gegen eine Überdosierung mit Paclitaxel ist kein Antidot bekannt. Im Fall einer Überdosierung mussder Patient engmaschig überwacht werden. Die Behandlung sollte auf die am wichtigstenvorkommenden Toxizitäten wie Knochenmarkdepression, Mukositis und periphere Neuropathiegerichtet werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische Mittel, pflanzliche Alkaloide und anderenatürliche Mittel, Taxane, ATC-Code: L01CD01

Wirkmechanismus

Paclitaxel ist ein Antimikrotubuli-Wirkstoff, der die Zusammenlagerung der Mikrotubuli aus den

Tubulindimeren fördert und die Mikrotubuli durch Hemmung ihrer Depolymerisation stabilisiert.

Diese Stabilisierung führt zu einer Hemmung der normalen dynamischen Reorganisation desmikrotubulären Netzwerkes, das für die vitale Interphase und die mitotischen Zellfunktionenwesentlich ist. Zudem induziert Paclitaxel die Bildung von Mikrotubulibündeln während des

Zellzyklus und erzeugt multiple Aster in der Mitose.

Abraxane enthält Paclitaxel, das an ca. 130 nm große Humanserumalbumin-Nanopartikel gebundenist, so dass Paclitaxel in einem nicht-kristallinen, amorphen Zustand vorliegt. Nach intravenöser

Verabreichung dissoziieren die Nanopartikel rasch zu löslichen, ca. 10 nm großen, an Albumingebundenen Paclitaxel-Komplexen. Es ist bekannt, dass Albumin die kaveoläre Transzytose von

Plasmakomponenten in die Endothelzellen vermittelt, und im Rahmen von in-vitro-Studien wurdenachgewiesen, dass die Gegenwart von Albumin in Abraxane den Transport von Paclitaxel durch die

Endothelzellen fördert. Es wird angenommen, dass dieser verbesserte transendotheliale kaveoläre

Transport durch den gp-60-Albuminrezeptor vermittelt wird und aufgrund des albuminbindenden

Proteins Secreted Protein Acidic Rich in Cysteine (SPARC) eine verstärkte Paclitaxel-Akkumulationim Bereich des Tumors auftritt.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Mammakarzinom

Die Anwendung von Abraxane für metastasiertes Mammakarzinom wird durch Daten von106 Patienten in zwei einarmigen unverblindeten Studien und von 454 Patienten, die in einerrandomisierten Phase-III-Vergleichsstudie behandelt wurden, unterstützt. Diese Information ist untenaufgeführt.

Einarmige unverblindete Studien

In einer Studie wurden 43 Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom mit Abraxane behandelt,welches in Form einer Infusion über 30 Minuten mit einer Dosis von 175 mg/m2 gegeben wurde. Inder zweiten Studie wurde eine Dosis von 300 mg/m2 als Infusion über 30 Minuten an 63 Patienten mitmetastasiertem Mammakarzinom verwendet. Die Patienten wurden ohne vorherige Steroidgabe odergeplante G-CSF-Unterstützung behandelt. Die Zyklen wurden in Intervallen von 3 Wochen gegeben.

Die Ansprechraten bei allen Patienten betrugen jeweils 39,5 % (95 % CI: 24,9 % - 54,2 %) und 47,6 %(95 % CI: 35,3 % - 60,0 %). Die mediane Zeit bis zum Fortschreiten der Krankheit betrug 5,3 Monate(175 mg/m2; 95 % CI: 4,6-6,2 Monate) und 6,1 Monate (300 mg/m2; 95 % CI: 4,2-9,8 Monate).

Randomisierte Vergleichsstudie

Diese multizentrische Studie wurde bei Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom durchgeführt,die alle 3 Wochen eine Monotherapie mit Paclitaxel erhielten, entweder in Form vonlösungsmittelhaltigem Paclitaxel 175 mg/m2 als 3-stündige Infusion mit Prämedikation zur Verhütungeiner allergischen Reaktion (N = 225) oder in Form von Abraxane 260 mg/m2 als 30-minütige

Infusion ohne Prämedikation (N = 229).

Bei der Aufnahme in die Studie hatten 64 % der Patienten einen beeinträchtigten Allgemeinzustand(ECOG 1 oder 2), 79 % hatten viszerale Metastasen und 76 % hatten mehr als 3 Metastasestellen.14 % der Patienten hatten vorher noch keine Chemotherapie erhalten, 27 % hatten nur eine adjuvante

Chemotherapie, 40 % nur wegen Metastasierung und 19 % wegen Metastasierung und zur adjuvanten

Behandlung. 59 % der Patienten erhielten das Studienarzneimittel als Zweitlinien-Therapie oder inspäterer Therapielinie. 77 % der Patienten hatten früher bereits Anthracycline erhalten.

Die Ergebnisse für die allgemeine Ansprechrate und Zeit bis zum Fortschreiten der Krankheit sowieprogressionsfreies Überleben und Überleben für Patienten, die > First-Line-Therapie erhielten, sindunten dargelegt.

Tabelle 8: Ergebnisse für allgemeine Ansprechrate, mediane Zeit bis zum Fortschreiten der

Krankheit und progressionsfreies Überleben laut Beurteilung des Prüfarztes

Wirksamkeitsvariable Abraxane Lösungsmittelhaltiges p-Wert(260 mg/m2) Paclitaxel(175 mg/m2)

Ansprechrate [95 % KI] (%)> First-Line-Therapie 26,5 [18,98; 34,05] (n = 132) 13,2 [7,54; 18,93] (n = 136) 0,006a

*Mediane Zeit bis zur Krankheitsprogression [95 % KI] (Wochen)> First-Line-Therapie 20,9 [15,7; 25,9] (n = 131) 16,1 [15,0; 19,3] (n = 135) 0,011b

*Medianes progressionsfreies Überleben [95 % KI] (Wochen)> First-Line-Therapie 20,6 [15,6; 25,9] (n = 131) 16,1 [15,0; 18,3] (n = 135) 0,010b

*Überleben [95 % KI] (Wochen)> First-Line-Therapie 56,4 [45,1; 76,9] (n = 131) 46,7 [39,0; 55,3] (n = 136) 0,020b

*Diese Daten basieren auf dem klinischen Studienbericht: CA012-0 Zusatz, endgültige Fassung (23. März 2005)a Chi-Quadrat-Testb Log-Rank-Test229 in der randomisierten, kontrollierten klinischen Studie mit Abraxane behandelte Patienten wurdenauf Sicherheit hin evaluiert. Neurotoxizität gegenüber Paclitaxel wurde durch die Verbesserung umein Grad für Patienten, die zu einem Zeitpunkt während der Therapie eine periphere Neuropathie

Grad 3 erlebten, evaluiert. Der natürliche Verlauf von peripherer Neuropathie zum Abklingen auf

Baseline aufgrund der kumulativen Toxizität von Abraxane nach >6 Behandlungskursen wurde nichtevaluiert und ist weiterhin unbekannt.

Adenokarzinom des Pankreas

Eine multizentrische, multinationale, randomisierte, unverblindete Studie wurde an 861 Patientendurchgeführt, um Abraxane/Gemcitabin mit der Gemcitabin-Monotherapie als Erstlinienbehandlungbei Patienten mit metastasiertem Adenokarzinom des Pankreas zu vergleichen. Abraxane wurde den

Patienten (N = 431) als intravenöse Infusion über 30 - 40 Minuten in einer Dosis von 125 mg/m2gefolgt von Gemcitabin als intravenöse Infusion über 30 - 40 Minuten in einer Dosis von 1.000 mg/m2an den Tagen 1, 8 und 15 eines jeden 28-Tage-Zyklus verabreicht. Im Vergleichstherapie-Arm wurdedie Gemcitabin-Monotherapie den Patienten (N = 430) entsprechend der empfohlenen Dosis und desempfohlenen Dosierungsschemas verabreicht. Die Behandlung wurde bis zum Progress oder bis zur

Entwicklung einer inakzeptablen Toxizität fortgeführt. Von den 431 Patienten mit Adenokarzinom des

Pankreas, die auf die Behandlung mit Abraxane in Kombination mit Gemcitabin randomisiert wurden,waren die meisten (93 %) weißer, 4 % schwarzer und 2 % asiatischer ethnischer Herkunft. 16 % der

Patienten wiesen einen Karnofsky-Performance-Status (KPS) von 100, 42 % einen KPS von 90, 35 %einen KPS von 80, 7 % einen KPS von 70 und < 1 % einen KPS von unter 70 auf. Patienten mithohem kardiovaskulärem Risiko, anamnestisch bekannter peripherer arterieller Verschlusskrankheitund/oder Bindegewebserkrankung und/oder interstitieller Lungenerkrankung waren von der Studieausgeschlossen.

Die Patienten wurden im Abraxane/Gemcitabin-Arm im Median 3,9 Monate und im Gemcitabin-Arm2,8 Monate lang behandelt. 32 % der Patienten im Abraxane/Gemcitabin-Arm gegenüber 15 % der

Patienten im Gemcitabin-Arm wurden 6 oder mehr Monate lang behandelt. Im behandelten Kollektivbetrug die mediane relative Dosisintensität für Gemcitabin im Abraxane/Gemcitabin-Arm 75 % undim Gemcitabin-Arm 85 %. Die mediane relative Dosisintensität von Abraxane betrug 81 %. Im

Abraxane/Gemcitabin-Arm wurde eine höhere mediane kumulative Gemcitabin-Dosis verabreicht(11.400 mg/m2) als im Gemcitabin-Arm (9.000 mg/m2).

Primärer Wirksamkeitsendpunkt war das Gesamtüberleben (OS). Die wichtigsten sekundären

Endpunkte waren das progressionsfreie Überleben (PFS) und die Gesamtansprechrate (ORR), beideerhoben durch unabhängige, zentrale, verblindete radiologische Befundung anhand der RECIST-

Leitlinien (Version 1.0).

Tabelle 9: Wirksamkeitsergebnisse aus der randomisierten Studie an Patienten mit

Adenokarzinom des Pankreas (Intent-to-treat-Kollektiv)

Abraxane Gemcitabin(125 mg/m2)/Gemcitabin (N = 430)(N = 431)

Gesamtüberleben

Anzahl Todesfälle (%) 333 (77) 359 (83)

Mediane

Gesamtüberlebenszeit, 8,5 (7,89; 9,53) 6,7 (6,01; 7,23)

Monate (95 % - KI)

HRA+G/G (95 % - KI)a 0,72 (0,617; 0,835)p-Wertb < 0,0001

Überlebensrate in % (95 % -

KI) nach1 Jahr 35 % (29,7; 39,5) 22 % (18,1; 26,7)2 Jahren 9 % (6,2; 13,1) 4 % (2,3; 7,2)75. Perzentile

Gesamtüberlebenszeit 14,8 11,4(Monate)

Progressionsfreies Überleben

Tod oder Progression, n (%) 277 (64) 265 (62)

Mediane progressionsfreie

Überlebenszeit, Monate (95 5,5 (4,47; 5,95) 3,7 (3,61; 4,04)% - KI)

HRA+G/G (95 % - KI)a 0,69 (0,581; 0,821)p-Wertb < 0,0001

Gesamtansprechrate

Bestätigte komplette oderpartielle Remissionen 99 (23) 31 (7)insgesamt, n (%)95 % - KI 19,1; 27,2 5,0; 10,1pA+G/pG (95 % - KI) 3,19 (2,178; 4,662)p-Wert (χ²-Test) < 0,0001

KI = Konfidenzintervall, HRA+G/G = Hazard Ratio Abraxane+Gemcitabin/Gemcitabin, pA+G/pG = Quotient der Ansprechraten unter

Abraxane+Gemcitabin/Gemcitabina Stratifiziertes Proportional-Hazards-Modell nach Coxb Stratifizierter Log-Rank-Test mit Stratifizierung nach geographischer Region (Nordamerika versus Sonstige), KPS (70 bis 80 versus 90 bis100) und Vorliegen einer Lebermetastasierung (ja versus nein).

Bei den mit Abraxane/Gemcitabin behandelten Patienten ergab sich gegenüber der Gemcitabin-

Monotherapie eine statistisch signifikante Verbesserung des OS mit einer 1,8-monatigen Verlängerungdes medianen OS, einer 28 %igen Gesamtreduktion des Sterberisikos, einer 59 %igen Verbesserungder 1-Jahres-Überlebensrate und einer 125 %igen Verbesserung der 2-Jahres-Überlebensrate.

Abbildung 1: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens (Intent-to-treat-Kollektiv)1,0

ABRAXANE+Gemcitabin0,9 Gemcitabin0,80,70,6

Survivalof0,50,4

Proportion0,30,20,10,0(Patienten unter Risiko)

ABX/GEM :

GEM :

Zeit (Monate)

Die Wirkungen der Behandlung auf das OS fielen für die Mehrzahl der nach bestimmten Kriterien(einschließlich Geschlecht, KPS, geographischer Region, primärer Lokalisierung des

Pankreaskarzinoms, Stadium bei Diagnosestellung, Vorliegen von Lebermetastasen, Vorliegen einer

Peritonealkarzinomatose, vorherige Whipple-Operation, Vorhandensein eines Gallenstents bei

Baseline, Vorliegen von Lungenmetastasen und Anzahl der Metastasierungsorte) vorab festgelegten

Subgruppen zugunsten des Abraxane/Gemcitabin-Arms aus. Die Hazard Ratio (HR) für das Überlebenin den Abraxane/Gemcitabin- und Gemcitabin-Armen betrug bei den Patienten ab 75 Jahren 1,08(95 % - KI: 0,653; 1,797). Bei Patienten mit normalen CA 19-9-Spiegeln bei Baseline betrug die

Überlebens-HR 1,07 (95 % - KI: 0,692; 1,661).

Bei den mit Abraxane/Gemcitabin behandelten Patienten ergab sich gegenüber der Gemcitabin-

Monotherapie eine statistisch signifikante Verbesserung des PFS mit einer 1,8-monatigen

Verlängerung des medianen PFS.

Nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom

Eine multizentrische, randomisierte, unverblindete Studie wurde an 1052 Chemotherapie-naiven

Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom Stadium IIIb/IV durchgeführt. Verglichen wurdein der Studie Abraxane in Kombination mit Carboplatin versus lösungsmittelhaltiges Paclitaxel in

Kombination mit Carboplatin als Erstlinienbehandlung bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom. Über 99 % der Patienten hatten einen ECOG (Eastern Cooperative

Oncology Group)-Leistungsstatus von 0 oder 1. Patienten mit vorbestehender Neuropathie ≥ Grad 2oder schwerwiegenden medizinischen Risikofaktoren, die eines der wichtigen Organsysteme betrafen,waren von der Teilnahme ausgeschlossen. Abraxane wurde den Patienten (N = 521) als intravenöse

Infusion über 30 Minuten in einer Dosis von 100 mg/m2 an den Tagen 1, 8 und 15 eines jeden 21-

Tage-Zyklus ohne Steroid-Prämedikation und ohne Prophylaxe mit Granulozyten-Kolonien-stimulierendem Faktor verabreicht. Unmittelbar nach dem Ende der Abraxane-Gabe wurde

Carboplatin in einer Dosis von AUC = 6 mg*min/ml nur an Tag 1 eines jeden 21-Tage-Zyklus

Anteil überlebende Patientenintravenös verabreicht. Lösungsmittelhaltiges Paclitaxel wurde den Patienten (N = 531) alsintravenöse Infusion über 3 Stunden in einer Dosis von 200 mg/m2 mit Standard-Prämedikationverabreicht; unmittelbar im Anschluss daran wurde Carboplatin in einer Dosis von

AUC = 6 mg*min/ml intravenös verabreicht. Beide Arzneimittel wurden an Tag 1 eines jeden 21-

Tage-Zyklus verabreicht. In beiden Studienarmen wurde die Behandlung bis zum Progress oder biszur Entwicklung einer inakzeptablen Toxizität fortgeführt. Die Patienten erhielten in beiden

Studienarmen im Median 6 Behandlungszyklen.

Primärer Wirksamkeitsendpunkt war die Gesamtansprechrate, definiert als der prozentuale Anteil von

Patienten, die ‒ basierend auf einer unabhängigen, zentralen, verblindeten radiologischen Befundunganhand der RECIST-Leitlinien (Version 1.0) ‒ eine objektive bestätigte komplette oder partielle

Remission erreichten. Die Patienten im Abraxane/Carboplatin-Arm wiesen eine im Vergleich zu den

Patienten im Kontrollarm signifikant höhere Gesamtansprechrate auf: 33 % versus 25 %, p = 0,005(Tabelle 10). Bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom mit Plattenepithel-Histologiebestand ein signifikanter Unterschied in der Gesamtansprechrate im Abraxane/Carboplatin-Armverglichen mit dem Kontrollarm (N = 450, 41 % vs. 24 %, p<0,001), dieser Unterschied schlug sichjedoch nicht in einem Unterschied hinsichtlich PFS oder OS nieder. Bei Patienten mit vom

Plattenepithelkarzinom abweichender Histologie bestand zwischen den Behandlungsarmen kein

Unterschied in Bezug auf ORR (N = 602, 26 % vs. 25 %, p=0,808).

Tabelle 10: Gesamtansprechrate in der randomisierten Studie an Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (Intent-to-treat-Kollektiv)

Abraxane Lösungsmittelhaltiges(100 mg/m2/Woche) Paclitaxel+ Carboplatin (200 mg/m2 alle 3 Wochen)(N = 521) + Carboplatin

Wirksamkeitsparameter (N = 531)

Gesamtansprechrate (unabhängige Befundung)

Bestätigte komplette oder partielle Remissioninsgesamt, n (%) 170 (33 %) 132 (25 %)95 %-KI (%) 28,6; 36,7 21,2; 28,5pA/pT (95,1 %-KI) 1,313 (1,082; 1,593)p-Werta 0,005

KI = Konfidenzintervall; HRA/T = Hazard Ratio Abraxane+Carboplatin/lösungsmittelhaltiges Paclitaxel+Carboplatin; pA/pT = Quotient der

Ansprechraten unter Abraxane+Carboplatin/lösungsmittelhaltiges Paclitaxel+Carboplatin.a p-Wert basiert auf einem χ²-Test.

Zwischen den beiden Behandlungsarmen bestand beim progressionsfreien Überleben (PFS; erhobendurch verblindete radiologische Befundung) und Gesamtüberleben (OS) kein statistisch signifikanter

Unterschied. Für PFS und OS wurde eine Nichtunterlegenheitsanalyse mit einer vorab festgelegten

Nichtunterlegenheitsmarge von 15 % durchgeführt. Das Nichtunterlegenheitskriterium wurde sowohlfür PFS als auch für OS erfüllt, wobei die Obergrenze des 95 %-Konfidenzintervalls für diezugehörigen Hazard Ratios unter 1,176 lag (Tabelle 11).

Tabelle 11: Nichtunterlegenheitsanalysen zum progressionsfreien Überleben und

Gesamtüberleben in der randomisierten Studie an Patienten mit nicht-kleinzelligem

Bronchialkarzinom (Intent-to-treat-Kollektiv)

Abraxane Lösungsmittelhaltiges(100 mg/m2/Woche) Paclitaxel+ Carboplatin (200 mg/m2 alle 3 Wochen)(N = 521) + Carboplatin

Wirksamkeitsparameter (N = 531)

Progressionsfreies Überlebena (unabhängige Befundung)

Tod oder Progression, n (%) 429 (82 %) 442 (83 %)

Medianes PFS (95 %-KI) (Monate) 6,8 (5,7; 7,7) 6,5 (5,7; 6,9)

HRA/T (95 %-KI) 0,949 (0,830; 1,086)

Gesamtüberleben

Anzahl Todesfälle, n (%) 360 (69 %) 384 (72 %)

Medianes OS (95 %-KI) (Monate) 12,1 (10,8; 12,9) 11,2 (10,3; 12,6)

HRA/T (95,1 %-KI) 0,922 (0,797; 1,066)

KI = Konfidenzintervall; HRA/T = Hazard Ratio Abraxane+Carboplatin/lösungsmittelhaltiges Paclitaxel+Carboplatin; pA/pT = Quotient der

Ansprechraten unter Abraxane+Carboplatin/lösungsmittelhaltiges Paclitaxel+Carboplatin.a Nach den methodologischen Erwägungen der EMA für den Endpunkt PFS: fehlende Werte oder Beginn einer neuen Folgetherapie wurdennicht zur Zensierung herangezogen.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen ist nicht erwiesen (siehe

Abschnitt 4.2).

Die Studie ABI-007-PST-001, eine multizentrische, offene Dosisfindungsstudie der Phase I/II zur

Beurteilung der Sicherheit, Verträglichkeit und vorläufigen Wirksamkeit von wöchentlichverabreichtem Abraxane bei Kindern und Jugendlichen mit rezidivierenden oder refraktären soliden

Tumoren, umfasste insgesamt 106 Patienten im Alter von ≥ 6 Monaten bis ≤ 24 Jahren.

Der Phase-I-Abschnitt der Studie umfasste insgesamt 64 Patienten im Alter von 6 Monaten bis unter18 Jahren. In diesem Abschnitt wurde die maximal verträgliche Dosis (maximum tolerated dose,

MTD) auf 240 mg/m2 festgelegt, verabreicht als intravenöse, 30-minütige Infusion an den Tagen 1, 8und 15 eines jeden 28-Tage-Zyklus.

Im Phase-II-Abschnitt wurden unter Verwendung eines zweistufigen Minimax-Designs nach Simon42 Patienten, zwischen 6 Monate und 24 Jahre mit rezidivierendem oder refraktärem Ewing-Sarkom,

Neuroblastom oder Rhabdomyosarkom, eingeschlossen, um die Antitumorwirkung, anhand der

Gesamtansprechrate (overall response rate, ORR), zu beurteilen. Von den 42 Patienten war 1 Patient< 2 Jahre alt, 27 waren zwischen ≥ 2 und < 12 Jahre alt, 12 waren zwischen ≥ 12 und < 18 Jahre altund 2 erwachsene Patienten waren zwischen ≥ 18 und 24 Jahre alt.

Die Patienten wurden für eine mediane Dauer von 2 Zyklen mit der MTD behandelt. Von den41 Patienten, die für die Wirksamkeitsbeurteilung in Stufe 1 infrage kamen, wurde bei einem Patientenin der Gruppe mit Rhabdomyosarkom (n =14) ein partielles Ansprechen (partial response, PR)bestätigt, was in einer ORR von 7,1 % (95%-KI: 0,2; 33,9) resultierte. Weder in der Gruppe mit

Ewing-Sarkom (n =13) noch in der Gruppe mit Neuroblastom (n =14) wurde ein bestätigtesvollständiges Ansprechen (complete response, CR) oder PR beobachtet. Keiner der Studienarmewurde in Stufe 2 fortgesetzt, da die im Prüfplan definierte Voraussetzung von ≥ 2 Patienten mit einembestätigten Ansprechen nicht erfüllt wurde.

Die Ergebnisse des medianen Gesamtüberlebens, einschließlich des 1-jährigen

Nachbeobachtungszeitraums, betrugen 32,1 Wochen (95 %-KI: 21,4; 72,9), 32,0 Wochen(95 %-KI: 12; nicht ermittelt) und 19,6 Wochen (95 %-KI: 4; 25,7) für die Gruppe mit Ewing-Sarkom,

Neuroblastom und Rhabdomyosarkom.

Das Gesamtsicherheitsprofil von Abraxane bei Kindern und Jugendlichen entsprach dem bekannten

Sicherheitsprofil von Abraxane bei Erwachsenen (siehe Abschnitt 4.8). Basierend auf diesen

Ergebnissen kam man zu dem Schluss, dass Abraxane als Monotherapie keine bedeutsame klinische

Aktivität oder einen Überlebensvorteil erzielte, die eine weitere Entwicklung bei Kindern und

Jugendlichen rechtfertigen würde.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Pharmakokinetik des Gesamt-Paclitaxel nach 30- und 180-minütigen Infusionen von Abraxanemit einer Dosis von 80 bis 375 mg/m2 wurde in klinischen Studien ermittelt. Die Paclitaxel-Exposition(AUC) erhöhte sich linear von 2.653 auf 16.736 ng·h/ml analog zu einer Dosis von 80 bis 300 mg/m2.

In einer Studie mit Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren wurden die pharmakokinetischen

Eigenschaften von Paclitaxel nach intravenöser 30-minütiger Infusion von 260 mg/m2 Abraxane mitden Werten nach einer 3-stündigen Injektion von 175 mg/m2 lösungsmittelhaltigem Paclitaxelverglichen. Basierend auf einer kompartimentfreien PK-Analyse war die Plasmaclearance von

Paclitaxel nach der Abraxane-Gabe höher (43 %) als nach einer lösungsmittelhaltigen

Paclitaxel-Injektion, und auch das Verteilungsvolumen war bei Abraxane höher (53 %). Bezogen aufdie terminale Halbwertszeit gab es keine Unterschiede.

In einer Studie mit wiederholter Verabreichung an 12 Patienten, denen Abraxane in einer Dosis von260 mg/m2 intravenös gegeben wurde, betrug die intra-individuelle Schwankung der AUC 19 %(Bereich = 3,21 % bis 37,70 %). Es gab keine Anzeichen für eine Akkumulation von Paclitaxel nachmehreren Behandlungszyklen.

Verteilung

Nach der Abraxane-Gabe bei Patienten mit soliden Tumoren wird Paclitaxel gleichmäßig in Blutzellenund Plasma verteilt und in hohem Maße an Plasmaproteine (94 %) gebunden.

Die Proteinbindung von Paclitaxel nach der Verabreichung von Abraxane wurde in einer intra-individuellen Vergleichsstudie mittels Ultrafiltration ermittelt. Die Fraktion von freiem Paclitaxel warunter Abraxane signifikant höher (6,2 %) als unter lösungsmittelhaltigem Paclitaxel (2,3 %). Diesführte zu einer signifikant höheren Exposition gegenüber ungebundenem Paclitaxel bei Abraxane im

Vergleich zu lösungsmittelhaltigem Paclitaxel, obwohl die Gesamtexposition vergleichbar ist. Dies istmöglicherweise darauf zurückzuführen, dass Paclitaxel nicht wie bei der lösungsmittelhaltigen

Formulierung in Cremophor-EL-Mizellen eingeschlossen ist. Nach Angaben in der veröffentlichten

Literatur über in-vitro-Studien zur Bindung von Humanserumproteinen (bei Verwendung von

Paclitaxel in Konzentrationen von 0,1 bis 50 µg/ml) hatte die Gegenwart von Cimetidin, Ranitidin,

Dexamethason oder Diphenhydramin keinerlei Auswirkung auf die Proteinbindung von Paclitaxelerkennen lassen.

Basierend auf einer populationspharmakokinetischen Analyse beträgt das Gesamtverteilungsvolumenetwa 1741 l; das große Verteilungsvolumen weist auf eine ausgedehnte paravasale Verteilungund/oder Gewebebindung von Paclitaxel hin.

Biotransformation und Elimination

In der veröffentlichten Literatur über in-vitro-Studien der humanen Lebermikrosome und

Gewebeschichten wird berichtet, dass Paclitaxel in erster Linie zu 6-Hydroxypaclitaxel und mitgeringerem Anteil zu den zwei Metaboliten 3’-p-Hydroxypaclitaxel und 6-3’-p-Dihydroxypaclitaxelmetabolisiert wird. Die Bildung dieser hydroxylierten Metaboliten erfolgt jeweils über CYP2C8,

CYP3A4 bzw. beide, CYP2C8 und CYP3A4 Isoenzyme.

Nach einer 30-minütigen Infusion von 260 mg/m2 Abraxane bei Patienten mit metastasiertem

Mammakarzinom betrug der Mittelwert für die kumulative Ausscheidung des unveränderten

Wirkstoffs im Urin 4 % der verabreichten Gesamtdosis mit weniger als 1 % in Form der Metaboliten6-Hydroxypaclitaxel und 3’-p-Hydroxypaclitaxel, was auf eine weitreichende nicht-renale Clearancehinweist. Der Haupteliminationsweg von Paclitaxel besteht in der hepatischen Metabolisierung undbiliären Exkretion.

Im klinischen Dosisbereich von 80 bis 300 mg/m2 liegt die mittlere Plasmaclearance von Paclitaxelzwischen 13 und 30 l/h/m2 und die mittlere terminale Halbwertszeit zwischen 13 und 27 Stunden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Der Einfluss einer eingeschränkten Leberfunktion auf die Populationspharmakokinetik von Abraxanewurde bei Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren untersucht. In diese Analyse wurden

Patienten mit normaler Leberfunktion (n =130) und solche mit vorbestehender leichter (n =8), mäßiger(n = 7) oder starker (n = 5) Einschränkung der Leberfunktion (entsprechend den Kriterien der NCI

Organ Dysfunction Working Group) einbezogen. Die Ergebnisse zeigen, dass eine leichteingeschränkte Leberfunktion (Gesamtbilirubin > 1 bis ≤ 1,5 x ULN) keinen klinisch bedeutsamen

Einfluss auf die Pharmakokinetik von Paclitaxel hat. Patienten mit mäßig (Gesamtbilirubin > 1,5 bis≤ 3 x ULN) oder stark (Gesamtbilirubin > 3 bis ≤ 5 x ULN) eingeschränkter Leberfunktion weisen im

Vergleich zu Patienten mit normaler Leberfunktion eine Abnahme der maximalen Eliminationsratevon Paclitaxel um 22 % bis 26 % und eine Zunahme der mittleren AUC von Paclitaxel um etwa 20 %auf. Eine Einschränkung der Leberfunktion hat keinen Einfluss auf die mittlere Cmax von Paclitaxel.

Ferner zeigt die Elimination von Paclitaxel eine umgekehrte Korrelation mit Gesamtbilirubin und einepositive Korrelation mit Serumalbumin.

Ein pharmakokinetisches/pharmakodynamisches Modell weist nach Korrektur für die Abraxane-

Exposition auf keine Korrelation zwischen Leberfunktion (gezeigt anhand des Albuminspiegels oder

Gesamtbilirubinwerts in der Ausgangslage) und Neutropenie hin.

Für Patienten mit einem Gesamtbilirubin > 5 x ULN und für Patienten mit metastasiertem

Adenokarzinom des Pankreas liegen keine Daten zur Pharmakokinetik vor (siehe Abschnitt 4.2).

Eingeschränkte Nierenfunktion

In die populationspharmakokinetische Analyse wurden Patienten mit normaler Nierenfunktion (n =65) und solche mit vorbestehender leichter (n = 61), mäßiger (n = 23) oder starker (n = l)

Einschränkung der Nierenfunktion (entsprechend den vorläufigen FDA-Guidance-Kriterien 2010)einbezogen. Eine leicht bis mäßig eingeschränkte Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance ≥ 30 bis< 90 ml/min) hat keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf die maximale Eliminationsrate undsystemische Exposition (AUC und Cmax) von Paclitaxel. Für Patienten mit stark eingeschränkter

Nierenfunktion sind die Daten zur Pharmakokinetik nicht ausreichend und für Patienten mit terminaler

Niereninsuffizienz liegen keine Daten vor.

Ältere Patienten

Die populationspharmakokinetische Analyse von Abraxane bezog Patienten im Alter von 24 bis85 Jahren ein und zeigte, dass das Alter keinen signifikanten Einfluss auf die maximale

Eliminationsrate und die systemische Exposition (AUC und Cmax) von Paclitaxel hat.

Ein pharmakokinetisches/pharmakodynamisches Modell unter Verwendung der Daten von 125

Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren zeigt, dass Patienten ≥ 65 Jahre möglicherweiseanfälliger für die Entstehung einer Neutropenie während des ersten Behandlungszyklus sind, obwohldie Paclitaxel-Plasmaexposition vom Alter nicht beeinflußt wird.

Kinder und Jugendliche

Die Pharmakokinetik von Paclitaxel wurde in der Phase I einer Phase I/II-Studie mit 64 Patienten (im

Alter von 2 Jahren bis ≤ 18 Jahren) mit rezidivierten oder refraktären pädiatrischen soliden Tumorennach 30-minütiger intravenöser Infusion im Dosisbereich von 120 mg/m² bis 270 mg/m² bestimmt.

Nach einer Dosissteigerung von 120 bis 270 mg/m2 lag die mittlere AUC(0-inf) bei 8867 bis14361 ng*h/ml bzw. die Cmax bei 3488 bis 8078 ng/ml.

Die dosisnormierten Spitzenplasmaspiegel waren über den untersuchten Dosisbereich hinwegvergleichbar, jedoch waren die dosisnormierten Gesamtplasmakonzentrationen nur über den

Dosisbereich von 120 mg/m2 bis 240 mg/m2 vergleichbar, während die dosisnormierte AUC∞ bei einer

Dosis von 270 mg/m2 niedriger war. Bei der MTD von 240 mg/m2 lag die mittlere CL bei 19,1 l/h unddie mittlere terminale Halbwertszeit betrug 13,5 Stunden.

Bei Kindern und Jugendlichen stieg die Paclitaxel-Exposition mit höheren Dosen, und diewöchentliche Arzneimittelexposition war höher als bei Erwachsenen.

Weitere intrinsische Faktoren

Populationspharmakokinetische Analysen von Abraxane weisen darauf hin, dass Geschlecht, Ethnie(asiatisch vs. weiß) und Art der soliden Tumoren keinen klinisch bedeutsamen Einfluss auf diesystemische Exposition (AUC und Cmax) von Paclitaxel haben. Patienten mit einem Körpergewichtvon 50 kg hatten eine um ca. 25 % niedrigere AUC für Paclitaxel als Patienten mit einem

Körpergewicht von 75 kg. Die klinische Relevanz dieses Ergebnisses ist unklar.

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

Untersuchungen zum kanzerogenen Potential von Paclitaxel liegen nicht vor. Ausgehend von derveröffentlichten Literatur ist Paclitaxel jedoch aufgrund seines pharmakodynamischen

Wirkmechanismus in klinischen Dosen ein potenziell kanzerogener und genotoxischer Wirkstoff.

Paclitaxel hat sich in-vitro (Chromosomaberrationen in menschlichen Lymphozyten) und in-vivo(Mikronukleustest in Mäusen) als clastogen erwiesen. Paclitaxel war in-vivo (Mikronukleustest in

Mäusen) genotoxisch, induzierte jedoch keine Mutagenität im Ames-Test oder im

Hypoxanthin-Guaninphosphoribosyltransferase-(CHO/HGPRT)-Genmutationsassay an ovarialen

Zellen des chinesischen Hamsters.

Paclitaxel führte bei Ratten in Dosierungen unterhalb der menschlichen therapeutischen Dosis zu einerherabgesetzten Fertilität, wenn es männlichen und weiblichen Ratten vor oder während der Paarungverabreicht wurde, sowie zu fetaler Toxizität. Tierversuche zeigten irreversible toxische Wirkungenauf die männlichen Fortpflanzungsorgane bei klinisch relevanten Expositionsspiegeln.

Paclitaxel und/oder seine Metaboliten gingen in die Milch laktierender Ratten über. Nach intravenöser

Verabreichung von radioaktiv markiertem Paclitaxel an Ratten an den Tagen 9 bis 10 nach der Geburtwaren die Konzentrationen von Radioaktivität in der Milch höher als im Plasma und sanken parallelzu den Plasmakonzentrationen.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Albuminlösung vom Menschen (enthält Natriumcaprylat und N-Acetyltryptophan).

6.2 Inkompatibilitäten

Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3 Haltbarkeit

Ungeöffnete Durchstechflaschen3 Jahre

Stabilität der rekonstituierten Dispersion in der Durchstechflasche

Die chemische und physikalische Stabilität wurde bei 2°C - 8°C im Originalkarton und vor Lichtgeschützt über 24 Stunden nachgewiesen.

Stabilität der rekonstituierten Dispersion im Infusionsbeutel

Die chemische und physikalische Stabilität wurde bei 2°C - 8°C und vor Licht geschützt über24 Stunden und für weitere 4 Stunden bei 25°C, ebenfalls vor Licht geschützt, nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel jedoch unverzüglich nach der Rekonstitution unddem Befüllen der Infusionsbeutel verwendet werden, es sei denn die Methode zur Rekonstitution undzum Befüllen schließt das Risiko einer mikrobiellen Kontamination aus.

Wenn es nicht unverzüglich verwendet wird, liegen Lagerungszeit und -bedingungen dergebrauchsfertigen Dispersion in der Verantwortung des Anwenders.

Die gesamte Aufbewahrungszeit in der Durchstechflasche und im Infusionsbeutel beträgt 24 Stunden,wenn das rekonstituierte Arzneimittel gekühlt und vor Licht geschützt wird. Im Anschluss daran kanndie Dispersion im Infusionsbeutel für 4 Stunden unter 25°C gelagert werden.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Ungeöffnete Durchstechflaschen

Die Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Die Stabilitätdes Arzneimittels wird weder durch Einfrieren noch durch Lagerung im Kühlschrank beeinträchtigt.

Für dieses Arzneimittel sind bezüglich der Temperatur keine besonderen Lagerungsbedingungenerforderlich.

Rekonstituierte Dispersion

Aufbewahrungsbedingungen nach Rekonstitution des Arzneimittels siehe Abschnitt 6.3.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Durchstechflasche, 50 ml (Typ 1 Glas) mit Stopfen (Butylkautschuk), mit einer Dichtung(Aluminium) und 100 mg Paclitaxel als an Albumin gebundene Nanopartikel-Formulierung.

Durchstechflasche, 100 ml (Typ 1 Glas) mit Stopfen (Butylkautschuk), mit einer Dichtung(Aluminium) und 250 mg Paclitaxel als an Albumin gebundene Nanopartikel-Formulierung.

Packungsgröße: eine Durchstechflasche

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Handhabung

Vorsichtsmaßnahmen für die Zubereitung und Anwendung

Paclitaxel ist ein zytotoxisches antikanzerogenes Arzneimittel, und wie auch bei anderen potenzielltoxischen Stoffen ist beim Umgang mit Abraxane Vorsicht geboten. Es wird empfohlen, Handschuhe,

Schutzbrille und Schutzkleidung zu tragen. Wenn die Dispersion mit der Haut in Berührung kommt,sollte die Haut sofort gründlich mit Wasser und Seife gewaschen werden. Bei einem Kontakt mit den

Schleimhäuten sollten die Schleimhäute gründlich mit Wasser gespült werden. Abraxane sollte nurvon Personal zubereitet und angewendet werden, das im Umgang mit Zytostatika angemessen geschultwurde. Schwangere Mitarbeiterinnen dürfen Abraxane nicht handhaben.

Wegen der Möglichkeit einer Paravasation empfiehlt es sich, die Infusionsstelle während der

Verabreichung des Arzneimittels engmaschig auf eine mögliche Infiltration zu überwachen. Eine

Begrenzung der Abraxane-Infusionsdauer auf 30 Minuten, wie angegeben, vermindert die

Wahrscheinlichkeit infusionsbedingter Reaktionen.

Rekonstitution und Gabe des Arzneimittels

Abraxane wird als steriles lyophilisiertes Pulver geliefert und muss vor der Verwendung rekonstituiertwerden. Nach der Rekonstitution enthält jeder ml der Dispersion 5 mg Paclitaxel als an Albumingebundene Nanopartikel-Formulierung.

Durchstechflasche mit 100 mg: Unter Verwendung einer sterilen Spritze werden langsam über einen

Zeitraum von mindestens 1 Minute 20 ml einer 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Infusionslösung ineine Abraxane-Durchstechflasche injiziert.

Durchstechflasche mit 250 mg: Unter Verwendung einer sterilen Spritze werden langsam über einen

Zeitraum von mindestens 1 Minute 50 ml einer 9 mg/ml (0,9 %) Natriumchlorid-Infusionslösung ineine Abraxane-Durchstechflasche injiziert.

Die Lösung muss gegen die Innenwand der Durchstechflasche gespritzt werden. Die Lösung darf nichtdirekt auf das Pulver gespritzt werden, da dies zur Schaumbildung führt.

Nach vollständiger Zugabe der Lösung sollte die Durchstechflasche mindestens 5 Minuten ruhen, umeine gute Benetzung des Feststoffes zu gewährleisten. Dann sollte die Durchstechflasche fürmindestens 2 Minuten langsam und vorsichtig geschwenkt und/oder invertiert werden, bis einekomplette Redispergierung des Pulvers erfolgt ist.. Eine Schaumbildung muss vermieden werden. Im

Falle eines Schäumens oder Klumpens die Dispersion mindestens 15 Minuten stehenlassen, bis sichder Schaum gesetzt hat.

Die rekonstituierte Dispersion sollte milchig und homogen sein und keine sichtbaren Ausfällungenaufweisen. Ein leichtes Absetzen der rekonstituierten Dispersion kann auftreten. Falls Ausfällungenoder Sinkstoffe sichtbar sind, muss die Durchstechflasche erneut sanft invertiert werden, um vor der

Anwendung eine komplette Redispergierung zu erzielen.

Prüfen Sie die Dispersion in der Durchstechflasche auf Fremdpartikel. Verabreichen Sie dierekonstituierte Dispersion nicht, wenn in der Durchstechflasche sichtbare Fremdpartikel vorhandensind.

Das für den Patienten notwendige exakte Gesamtdosisvolumen der 5 mg/ml-Dispersion ist zuberechnen und die entsprechende Menge des rekonstituierten Abraxane in einen leeren, sterilen

PVC-haltigen oder PVC-freien Infusionsbeutel zu injizieren.

Die Verwendung von Medizinprodukten, welche Silikonöl als Gleitmittel enthalten (d. h. Spritzen und

Infusionsbeutel), zur Rekonstitution und Verabreichung von Abraxane kann zur Bildung proteinöser

Fäden führen. Verabreichen Sie Abraxane mittels eines Infusionsbestecks mit integriertem 15-μm-

Filter, um eine Verabreichung dieser Fäden zu vermeiden. Die Anwendung eines 15-μm-Filtersentfernt die Fäden und verändert die physikalischen und chemischen Eigenschaften desrekonstituierten Produktes nicht.

Die Verwendung von Filtern mit einer Porengröße von weniger als 15 µm kann zum Verstopfen des

Filters führen.

Eine Verwendung spezieller Di(2-Ethylhexyl)phthalat (DEHP)-freier Lösungsbehältnisse oder

Infusionsbestecke ist für die Zubereitung oder Gabe der Abraxane-Infusionen nicht erforderlich.

Es wird empfohlen, den Infusionsschlauch nach der Verabreichung mit isotonischer

Natriumchloridlösung für Injektionszwecke zu spülen, um sicherzustellen, dass die vollständige Dosisverabreicht wird.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Bristol-Myers Squibb Pharma EEIG

Plaza 254

Blanchardstown Corporate Park 2

Dublin 15, D15 T867

Irland

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/07/428/001

EU/1/07/428/002

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 11. Januar 2008

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 14. Januar 2013

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.