Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ABIRATERONE ACCORD 500mg tablets
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
Abirateron Accord 500 mg Filmtabletten
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Jede Filmtablette enthält 500 mg Abirateronacetat.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJede Filmtablette enthält 253,2 mg Lactose-Monohydrat und 12 mg Natrium.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Filmtablette (Tablette)
Ovale, violette Filmtablette, ca. 19 mm lang und 11 mm breit, geprägt mit 'A 7 TN“ auf einer Seiteund '500“ auf der anderen Seite.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Abirateron Accord ist indiziert mit Prednison oder Prednisolon:
* zur Behandlung des neu diagnostizierten Hochrisiko-metastasierten hormonsensitiven
Prostatakarzinoms (mHSPC) bei erwachsenen Männern in Kombination mit
Androgenentzugstherapie (androgen deprivation therapy, ADT) (siehe Abschnitt 5.1)
* zur Behandlung des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) beierwachsenen Männern mit asymptomatischem oder mild symptomatischem Verlauf der
Erkrankung nach Versagen der Androgenentzugstherapie, bei denen eine Chemotherapie nochnicht klinisch indiziert ist (siehe Abschnitt 5.1).
* zur Behandlung des mCRPC bei erwachsenen Männern, deren Erkrankung während oder nacheiner Docetaxel-haltigen Chemotherapie progredient ist.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
Dieses Arzneimittel sollte von einem Arzt, der Erfahrung mit der Behandlung eines metastasierten
Prostatakarzinoms hat, verschrieben werden.
DosierungDie empfohlene Dosis beträgt 1000 mg (zwei 500 mg Tabletten) als tägliche Einmalgabe, die nichtzusammen mit Nahrungsmitteln eingenommen werden darf (siehe 'Art der Anwendung“ unten). Die
Einnahme der Tabletten zusammen mit Nahrungsmitteln erhöht die systemische Exposition von
Abirateron (siehe Abschnitte 4.5 und 5.2).
Dosierung von Prednison oder PrednisolonBeim mHSPC wird Abirateron Accord mit 5 mg Prednison oder Prednisolon täglich angewendet.
Beim mCRPC wird Abirateron Accord mit 10 mg Prednison oder Prednisolon täglich angewendet.
Eine medizinische Kastration mit einem luteinisierenden Hormon Releasing Hormon (LHRH)-
Analogon soll während der Behandlung von Patienten, die nicht chirurgisch kastriert sind, fortgeführtwerden.
Empfohlene KontrollenSerum-Transaminasen sollen vor Beginn der Behandlung, in den ersten drei Monaten der Behandlungalle zwei Wochen und anschließend einmal im Monat bestimmt werden. Blutdruck, Serum-Kaliumund Flüssigkeitsretention sollen einmal im Monat kontrolliert werden. Patienten mit einem erheblichen
Risiko für eine kongestive Herzinsuffizienz sollen in den ersten drei Monaten der Behandlung allezwei Wochen und anschließend einmal im Monat kontrolliert werden (siehe Abschnitt 4.4).
Bei Patienten mit vorbestehender Hypokaliämie oder bei Patienten, die während der Behandlung mit
Abirateronacetat eine Hypokaliämie entwickeln, ist ein Beibehalten des Kalium-Spiegels der Patientenvon ≥ 4,0 mmol/l zu berücksichtigen.
Falls Patienten Toxizitäten im Schweregrad ≥ 3, einschließlich Hypertonie, Hypokaliämie, Ödeme undandere nicht mineralkortikoid-bedingte Toxizitäten, entwickeln, soll die Behandlung unterbrochenwerden und eine entsprechende medizinische Versorgung eingeleitet werden. Die Behandlung mit
Abirateronacetat soll nicht fortgesetzt werden, bis die Symptome der Toxizität auf Schweregrad 1 oderauf den Ausgangswert zurückgegangen sind.
Im Falle einer versäumten Tagesdosis von Abirateron Accord, Prednison oder Prednisolon soll die
Behandlung am folgenden Tag mit der üblichen Tagesdosierung fortgeführt werden.
HepatotoxizitätFalls Patienten während der Behandlung eine Hepatotoxizität entwickeln (Anstieg der
Alaninaminotransferase [ALT] oder der Aspartataminotransferase [AST] über das 5Fache der oberen
Grenze des Normbereichs [upper limit of normal, ULN]), soll die Behandlung unverzüglichunterbrochen werden (siehe Abschnitt 4.4). Nach Rückgang der Leberwerte auf die Ausgangswertedes Patienten kann eine erneute Behandlung mit einer reduzierten Dosis von 500 mg (eine Tablette)einmal täglich erfolgen. Bei Patienten, die erneut behandelt werden, sollen die Serum-Transaminasenüber drei Monate mindestens alle zwei Wochen und anschließend einmal monatlich überwachtwerden. Tritt die Hepatotoxizität unter reduzierter Dosis von 500 mg täglich erneut auf, muss die
Behandlung abgebrochen werden.
Wenn Patienten zu irgendeinem Zeitpunkt während der Behandlung eine schwere Hepatotoxizitätentwickeln (ALT oder AST 20fach über dem ULN), muss die Behandlung abgebrochen und diese
Patienten dürfen nicht erneut behandelt werden.
NierenfunktionsstörungBei Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).
Da jedoch bei Patienten mit Prostatakarzinom und schwerer Nierenfunktionsstörung keine klinischen
Erfahrungen vorliegen, ist bei diesen Patienten Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.4).
LeberfunktionsstörungBei Patienten mit vorbestehender leichter Leberfunktionsstörung, Child-Pugh-Klasse A, ist keine
Dosisanpassung erforderlich.
Eine mäßige Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse B) erhöht die systemische Exposition von
Abirateronacetat nach einer oralen Einmaldosis von 1000 mg Abirateronacetat um das ungefähr4Fache (siehe Abschnitt 5.2). Es liegen keine Daten zur klinischen Sicherheit und Wirksamkeit vonmultiplen Abirateronacetat-Dosen bei Verabreichung an Patienten mit mäßiger bis schwerer
Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse B oder C) vor.
Es kann keine Empfehlung zur Dosisanpassung gegeben werden. Die Anwendung von Abirateron
Accord soll bei Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung, bei denen ein Nutzen deutlich daspotenzielle Risiko überwiegt, mit Vorsicht bewertet werden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2). Abirateron
Accord soll bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht angewendet werden (siehe
Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4 und 5.2).
Kinder und JugendlicheEs gibt keinen relevanten Nutzen von Abirateronacetat bei Kindern und Jugendlichen.
Art der AnwendungAbirateron Accord ist zum Einnehmen.
Die Tabletten sollen mindestens eine Stunde vor oder frühestens zwei Stunden nach dem Esseneingenommen werden. Sie sollen unzerteilt mit Wasser geschluckt werden.
4.3 Kontraindikationen
- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen
Bestandteile.
- Frauen, die schwanger sind oder schwanger sein könnten (siehe Abschnitt 4.6).
- schwere Leberfunktionsstörung [Child-Pugh-Klasse C (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und 5.2)].
- Abirateronacetat mit Prednison oder Prednisolon ist in der Kombination mit Ra223kontraindiziert.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Hypertonie, Hypokaliämie, Flüssigkeitsretention und Herzinsuffizienz infolge eines Mineralkortikoid-
Überschusses
Abirateronacetat kann aufgrund der erhöhten Mineralkortikoid-Spiegel infolge der CYP17-Inhibition(siehe Abschnitt 5.1) Hypertonie, Hypokaliämie und Flüssigkeitsretention hervorrufen (siehe
Abschnitt 4.8). Die gleichzeitige Gabe eines Kortikosteroids supprimiert die Ausschüttung desadrenokortikotropen Hormons (ACTH), wodurch die Inzidenz und die Schwere dieser
Nebenwirkungen verringert werden. Vorsicht ist bei der Behandlung von Patienten geboten, deren
Grunderkrankungen durch einen Blutdruckanstieg, Hypokaliämie (z. B. Patienten unter
Herzglykosiden), oder Flüssigkeitsretention (z. B. Patienten mit Herzinsuffizienz, schwerer oderinstabiler Angina pectoris, kürzlich aufgetretenem Myokardinfarkt oder ventrikulärer Arrhythmiebeeinträchtigt werden könnten, sowie bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung).
Bei Patienten mit einer kardiovaskulären Erkrankung in der Anamnese soll Abirateronacetat mit
Vorsicht angewendet werden. Patienten mit unkontrollierter Hypertonie, klinisch signifikanter
Herzerkrankung nachgewiesen durch Myokardinfarkt oder arterielle thrombotische Ereignisse in denletzten 6 Monaten, schwere oder instabile Angina, Herzinsuffizienz der New York Heart Association(NYHA)-Klasse III oder IV (Studie 301) oder Herzinsuffizienz der Klasse II bis IV (Studien 3011 und302) oder mit einer kardialen Ejektionsfraktion von < 50 % waren von der Phase-III-Studie mit
Abirateronacetat ausgeschlossen. Patienten mit Vorhofflimmern oder anderen kardialen Arrhythmien,die eine medizinische Therapie benötigen, waren von den Studien 3011 und 302 ausgeschlossen. Die
Sicherheit bei Patienten mit einer linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) von < 50 % oder einer
Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse III oder IV (Studie 301) oder einer Herzinsuffizienz der NYHA-
Klasse II bis IV (Studien 3011 und 302) wurde nicht nachgewiesen (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1).
Vor Beginn der Behandlung von Patienten mit einem erheblichen Risiko für eine kongestive
Herzinsuffizienz (z. B. Herzinsuffizienz, unkontrollierte Hypertonie oder kardiale Ereignisse wieischämische Herzerkrankung in der Anamnese) ist eine Kontrolle der Herzfunktion (z. B.
Echokardiogramm) in Betracht zu ziehen. Vor Beginn der Behandlung mit Abirateronacetat soll eine
Herzinsuffizienz behandelt und die Herzfunktion optimiert werden. Hypertonie, Hypokaliämie, und
Flüssigkeitsretention sollen korrigiert und kontrolliert werden. Während der Behandlung sollen
Blutdruck, Serum-Kalium, Flüssigkeitsretention (Gewichtszunahme, periphere Ödeme) und andere
Anzeichen und Symptome für eine Herzinsuffizienz über drei Monate alle zwei Wochen undanschließend einmal im Monat kontrolliert und Anomalien korrigiert werden. Eine QT-Verlängerungwurde bei Patienten beobachtet, die eine Hypokaliämie im Zusammenhang mit einer Abirateronacetat-
Behandlung entwickelten. Die Herzfunktion ist nach klinischer Indikation zu kontrollieren, eineentsprechende Versorgung ist einzuleiten und ein Abbruch dieser Behandlung ist in Betracht zuziehen, wenn eine klinisch signifikante Verminderung der Herzfunktion auftritt (siehe Abschnitt 4.2).
Hepatotoxizität und LeberfunktionsstörungIn kontrollierten klinischen Studien traten deutlich erhöhte Leberwerte auf, die zum Absetzen der
Behandlung oder einer Dosismodifikation führten (siehe Abschnitt 4.8). Serum-Transaminasenspiegelsollen vor Beginn der Behandlung, in den ersten drei Monaten der Behandlung alle zwei Wochen undanschließend einmal im Monat bestimmt werden. Wenn klinische Symptome oder Anzeichenauftreten, die auf eine Hepatotoxizität hindeuten, sollen Serum-Transaminasen umgehend bestimmtwerden. Wenn es zu irgendeinem Zeitpunkt zu einem Anstieg von ALT oder AST über das 5Fachedes ULN kommt, soll die Behandlung unverzüglich unterbrochen und die Leberfunktion engmaschigüberwacht werden. Eine erneute Behandlung kann erst nach Rückgang der Leberwerte auf die
Ausgangswerte des Patienten und mit einer reduzierten Dosierung durchgeführt werden (siehe
Abschnitt 4.2).
Wenn Patienten zu irgendeinem Zeitpunkt während der Behandlung eine schwere Hepatotoxizitätentwickeln (ALT oder AST 20fach über dem ULN), muss die Behandlung abgebrochen und diese
Patienten dürfen nicht erneut behandelt werden.
Patienten mit einer aktiven oder symptomatischen viralen Hepatitis wurden von klinischen Studienausgeschlossen. Daher liegen keine Daten vor, die die Anwendung von Abirateron Accord in dieser
Population stützen.
Es liegen keine Daten zur klinischen Sicherheit und Wirksamkeit von multiplen Abirateronacetat-
Dosen bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse B oder C)vor. Die Anwendung von Abirateronacetat soll bei Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung, beidenen ein Nutzen deutlich das potenzielle Risiko überwiegt, sorgfältig überprüft werden (siehe
Abschnitte 4.2 und 5.2). Abirateronacetat soll bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nichtangewendet werden (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.3 und 5.2).
Nach Markteinführung liegen seltene Berichte über akutes Leberversagen und fulminante Hepatitisvor, einige mit tödlichem Ausgang (siehe Abschnitt 4.8).
Absetzen von Kortikosteroiden und Absicherung von StresssituationenVorsicht ist geboten und eine Überwachung auf eine Insuffizienz der Nebennierenrinde soll erfolgen,wenn Patienten die Behandlung mit Prednison oder Prednisolon absetzen. Wenn die Behandlung mit
Abirateronacetat nach Absetzen der Kortikosteroide fortgeführt wird, sollen die Patienten auf
Symptome eines Überschusses an Mineralkortikoiden überwacht werden (siehe Informationen oben).
Bei Patienten unter Prednison oder Prednisolon, die ungewohntem Stress ausgesetzt sind, kann eineerhöhte Dosis von Kortikosteroiden vor, während und nach der Stresssituation indiziert sein.
KnochendichteBei Männern mit metastasiertem fortgeschrittenem Prostatakarzinom kann eine verminderte
Knochendichte auftreten. Die Anwendung von Abirateronacetat zusammen mit einem Glucokortikoidkönnte diesen Effekt verstärken.
Vorangegangene Therapie mit KetoconazolBei Patienten, die zuvor wegen eines Prostatakarzinoms mit Ketoconazol behandelt wurden, könntengeringere Response-Raten auftreten.
HyperglykämieDie Anwendung von Glucokortikoiden kann eine Hyperglykämie verstärken. Daher soll der
Blutzucker-Wert bei Patienten mit Diabetes häufig gemessen werden.
HypoglykämieEs wurden Fälle von Hypoglykämie berichtet, wenn Abirateronacetat mit Prednison/Prednisolon von
Patienten angewendet wurde, die bei einem vorbestehenden Diabetes Pioglitazon oder Repagliniderhielten (siehe Abschnitt 4.5). Daher soll der Blutzucker-Wert bei Patienten mit Diabetes beobachtetwerden.
Anwendung zusammen mit ChemotherapieDie Sicherheit und Wirksamkeit von Abirateronacetat bei gleichzeitiger Anwendung mit einerzytotoxischen Chemotherapie ist nicht erwiesen (siehe Abschnitt 5.1).
Potenzielle RisikenBei Männern mit metastasiertem Prostatakarzinom, einschließlich derer unter Behandlung mit
Abirateronacetat, können Anämien und sexuelle Funktionsstörungen auftreten.
Einfluss auf die SkelettmuskulaturEs wurden Fälle von Myopathie und von Rhabdomyolyse bei mit Abirateronacetat behandelten
Patienten berichtet. Die meisten Fälle traten innerhalb der ersten 6 Monate der Behandlung auf undwaren nach Absetzen von Abirateronacetat reversibel. Vorsicht ist geboten bei Patienten, diegleichzeitig mit Arzneimitteln behandelt werden, die mit der Entstehung von
Myopathie/Rhabdomyolyse assoziiert sind.
Wechselwirkungen mit anderen ArzneimittelnStarke CYP3A4-Induktoren sollen aufgrund des Risikos einer verringerten Exposition von
Abirateronacetat während der Behandlung vermieden werden, es sei denn, es gibt keine therapeutische
Alternative (siehe Abschnitt 4.5).
Kombination von Abirateron und Prednison/Prednisolon mit Ra-223Die Behandlung mit Abirateronacetat und Prednison/Prednisolon in der Kombination mit Ra-223 istkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Grund hierfür ist ein erhöhtes Frakturrisiko und ein Trend zueiner erhöhten Mortalität bei Patienten mit asymptomatischem oder mild symptomatischem
Prostatakarzinom, wie in klinischen Studien beobachtet wurde.
Es wird empfohlen, eine nachfolgende Behandlung mit Ra-223 nicht vor Ablauf von 5 Tagen nach
Einnahme der letzten Dosis Abirateronacetat in Kombination mit Prednison/Prednisolon zu beginnen.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungDieses Arzneimittel enthält Lactose.
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-
Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
Dieses Arzneimittel enthält 24 mg Natrium pro Dosis von zwei Tabletten; entsprechend 1,04 % dervon der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der
Nahrung von 2 g.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Einfluss von Nahrungsmitteln auf Abirateronacetat
Die Anwendung zusammen mit Nahrungsmitteln erhöht die Resorption von Abirateronacetaterheblich. Die Wirksamkeit und Sicherheit bei Gabe zusammen mit Nahrungsmitteln wurde nichtnachgewiesen. Daher darf dieses Arzneimittel nicht zusammen mit Nahrungsmitteln eingenommenwerden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).
Wechselwirkungen mit anderen ArzneimittelnPotentieller Einfluss von anderen Arzneimitteln auf die Exposition von AbirateronIn einer klinischen pharmakokinetischen Interaktionsstudie mit gesunden Probanden, die mit einemstarken CYP3A4-Induktor Rifampicin 600 mg täglich über 6 Tage vorbehandelt wurden, gefolgt voneiner Einzeldosis Abirateronacetat 1000 mg, war die mittlere Plasma-AUC∞ von Abirateronacetat um55% verringert.
Starke CYP3A4-Induktoren (z. B. Phenytoin, Carbamazepin, Rifampicin, Rifabutin, Rifapentin,
Phenobarbital, Johanniskraut [Hypericum perforatum]) sollen während der Behandlung vermiedenwerden, es sei denn, es gibt keine therapeutische Alternative.
In einer separaten klinischen pharmakokinetischen Interaktionsstudie mit gesunden Probanden hattedie gleichzeitige Anwendung von Ketokonazol, einem starken CYP3A4-Inhibitor, keinen klinischrelevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Abirateronacetat.
Potentieller Einfluss auf die Exposition von anderen ArzneimittelnAbirateronacetat ist ein Inhibitor der Arzneimittel-metabolisierenden Leberenzyme CYP2D6 und
CYP2C8.
In einer Studie, die die Wirkung von Abirateronacetat (plus Prednison) auf eine Einzeldosis des
CYP2D6-Substrats Dextromethorphan untersuchte, war die systemische Exposition mit
Dextromethorphan (AUC) um etwa das 2,9Fache erhöht. Die AUC24 für Dextrorphan, den aktiven
Metaboliten von Dextromethorphan, stieg um ca. 33 % an.
Vorsicht ist geboten bei Anwendung zusammen mit Arzneimitteln, die durch CYP2D6 aktiviert odermetabolisiert werden, insbesondere bei Arzneimitteln mit enger therapeutischer Breite. Bei
Arzneimitteln mit enger therapeutischer Breite, die durch CYP2D6 metabolisiert werden, soll eine
Reduzierung der Dosis in Betracht gezogen werden. Arzneimittel, die durch CYP2D6 metabolisiertwerden, sind beispielsweise Metoprolol, Propranolol, Desipramin, Venlafaxin, Haloperidol,
Risperidon, Propafenon, Flecainid, Codein, Oxycodon und Tramadol (die drei letzten Arzneimittelbenötigen CYP2D6, um ihre aktiven analgetisch wirksamen Metaboliten zu bilden).
In einer CYP2C8-Arzneimittel-Interaktionsstudie mit gesunden Probanden war die AUC von
Pioglitazon bei gleichzeitiger Gabe einer 1000 mg Einzeldosis Abirateronacetat um 46 % erhöht unddie AUCs von M-III und M-IV, den aktiven Metaboliten von Pioglitazon, jeweils um 10 % verringert.
Patienten sollen auf Anzeichen einer Toxizität in Verbindung mit einem CYP2C8-Substrat mit engertherapeutischer Breite überwacht werden, wenn dieses gleichzeitig angewendet wird. Beispiele für
Arzneimittel, die über CYP2C8 metabolisiert werden, sind u. a. Pioglitazon und Repaglinid (siehe
Abschnitt 4.4).
In vitro zeigten die Hauptmetabolite Abirateron-Sulfat und N-Oxid-Abirateron-Sulfat eine Hemmungdes hepatischen Aufnahmetransporters OATP1B1, was infolgedessen zu einem Anstieg der
Konzentrationen von Arzneimitteln führen kann, die durch OATP1B1 eliminiert werden. Es liegenkeine klinischen Daten vor, die eine Transporter-basierte Interaktion bestätigen.
Anwendung mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängernDa eine Androgendeprivationstherapie das QT-Intervall verlängern kann, ist bei gleichzeitiger
Anwendung von Abirateronacetat mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern,oder mit Arzneimitteln, die Torsades de Pointes induzieren können, wie Antiarrhythmika der Klasse
IA (z.B. Chinidin, Disopyramid) oder der Klasse III (z.B. Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid),
Methadon, Moxifloxacin, Antipsychotika etc., Vorsicht geboten.
Anwendung mit SpironolactonSpironolacton bindet an den Androgenrezeptor und kann die Serumlevel des prostataspezifischen
Antigens (PSA) erhöhen. Die gleichzeitige Anwendung mit Abirateronacetat wird nicht empfohlen(siehe Abschnitt 5.1).
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen im gebärfähigen AlterEs liegen keine Daten zur Anwendung von Abirateronacetat in der Schwangerschaft beim Menschenvor. Dieses Arzneimittel ist nicht zur Anwendung bei Frauen im gebärfähigen Alter bestimmt.
Kontrazeption bei Männern und FrauenEs ist nicht bekannt, ob Abirateronacetat oder seine Metabolite im Sperma vorhanden sind. Ein
Kondom ist erforderlich, wenn der Patient mit einer schwangeren Frau sexuell aktiv ist. Hat der
Patient Geschlechtsverkehr mit einer Frau im gebärfähigen Alter, ist sowohl ein Kondom als auch eineandere zuverlässige Verhütungsmethode erforderlich. Tierexperimentelle Studien haben eine
Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).
SchwangerschaftAbirateronacetat ist nicht zur Anwendung bei Frauen bestimmt und ist kontraindiziert bei Frauen, dieschwanger sind oder sein könnten (siehe Abschnitte 4.3 und 5.3).
StillzeitAbirateronacetat ist nicht zur Anwendung bei Frauen bestimmt.
FertilitätAbirateronacetat beeinträchtigte die Fertilität männlicher und weiblicher Ratten. Diese Effekte warenjedoch vollständig reversibel (siehe Abschnitt 5.3).
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
MaschinenAbirateron Accord hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeitund die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsDie Analyse der Nebenwirkungen aus kombinierten Phase-III-Studien mit Abirateronacetat zeigtefolgende Nebenwirkungen bei ≥ 10 % der Patienten: periphere Ödeme, Hypokaliämie, Hypertonie,
Harnwegsinfektion und Anstieg der Alaninaminotransferase (ALT) und/oder Anstieg der
Aspartataminotransferase (AST). Sonstige wichtige Nebenwirkungen schließen Herzerkrankungen,
Hepatotoxizität, Frakturen und allergische Alveolitis ein.
Abirateronacetat kann als pharmakodynamische Folge seines Wirkmechanismus zu Hypertonie,
Hypokaliämie und Flüssigkeitsretention führen. In Phase-III-Studien wurden die erwartetenmineralkortikoiden Nebenwirkungen häufiger bei Patienten beobachtet, die mit Abirateronacetatbehandelt wurden, als bei Patienten der Placebo-Gruppe: Hypokaliämie bei 18 % gegenüber 8 %,
Hypertonie bei 22 % gegenüber 16 % und Flüssigkeitsretention (periphere Ödeme) bei 23 %gegenüber 17 %. Bei mit Abirateronacetat behandelten Patienten gegenüber mit Placebo behandelten
Patienten wurden bei 6 % gegenüber 1 % Hypokaliämie der CTCAE-Schweregrade 3 und 4 (Version4.0), bei 7 % gegenüber 5 % Hypertonie der CTCAE-Schweregrade 3 und 4 (Version 4.0) sowie bei1 % gegenüber 1 % Flüssigkeitsretention (periphere Ödeme) der Schweregrade 3 und 4 beobachtet.
Mineralkortikoide Wirkungen konnten im Allgemeinen erfolgreich medizinisch behandelt werden. Diegleichzeitige Anwendung eines Kortikosteroids verringert die Inzidenz und die Schwere dieser
Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4.4).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenIn Studien mit Patienten mit metastasiertem fortgeschrittenem Prostatakarzinom, die mit einem
LHRH-Analogon behandelt wurden oder bei denen vorher eine Orchiektomie durchgeführt wordenwar, wurde Abirateronacetat in einer Dosierung von 1000 mg täglich in Kombination mit niedrigdosiertem Prednison oder Prednisolon (entweder 5 oder 10 mg täglich, je nach Indikation) gegeben.
Im Folgenden werden die Nebenwirkungen, die in klinischen Studien und nach Markteinführungbeobachtet wurden, nach ihrer Häufigkeit aufgeführt. Bei den Häufigkeitsangaben werden folgende
Kategorien zugrunde gelegt:
Sehr häufig (≥ 1/10)
Häufig (≥ 1/100, < 1/10)
Gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100)
Selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000)
Sehr selten (< 1/10.000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
In jeder Häufigkeitskategorie werden die Nebenwirkungen in abnehmendem Schweregrad dargestellt.
Tabelle 1: Nebenwirkungen, die in klinischen Studien und nach Markteinführung aufgetretensind
Systemorganklasse Nebenwirkung und Häufigkeit
Infektionen und parasitäre Erkrankungen Sehr häufig: Harnwegsinfektion
Häufig: Sepsis
Erkrankungen des Immunsystems Nicht bekannt: anaphylaktische Reaktionen
Endokrine Erkrankungen Gelegentlich: Nebenniereninsuffizienz
Stoffwechsel und Ernährungsstörungen Sehr häufig: Hypokaliämie
Häufig: Hypertriglyceridämie
Herzerkrankungen Häufig: Herzinsuffizienz*, Angina pectoris,
Vorhofflimmern, Tachykardie
Gelegentlich: andere Arrhythmien
Nicht bekannt: Myokardinfarkt,
QT-Verlängerung (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5)
Gefäßerkrankungen Sehr häufig: Hypertonie
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums Selten: allergische Alveolitisaund Mediastinums
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Sehr häufig: Diarrhö
Häufig: Dyspepsie
Leber und Gallenerkrankungen Sehr häufig: erhöhte Alaninaminotransferaseund/oder erhöhte Aspartataminotransferaseb
Selten: fulminante Hepatitis, akutes Leberversagen
Erkrankungen der Haut und des Häufig: Hautausschlag
Unterhautgewebes
Skelettmuskulatur, Bindegewebs und Gelegentlich: Myopathie, Rhabdomyolyse
Knochenerkrankungen
Erkrankungen der Nieren und Harnwege Häufig: Hämaturie
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Sehr häufig: periphere Ödeme
Verabreichungsort
Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe Häufig: Frakturen**bedingte Komplikationen
* Herzinsuffizienz umfasst auch kongestive Herzinsuffizienz, linksventrikuläre Dysfunktion und verminderte
Ejektionsfraktion
** Frakturen beinhalten Osteoporose sowie alle Frakturen mit Ausnahme der pathologischen Frakturena
Spontane Nebenwirkungsmeldungen nach Markteinführungb
Erhöhte Alaninaminotransferase und/oder erhöhte Aspartataminotransferase umfasst erhöhte ALT, erhöhte
AST und abnormale Leberfunktion.
Die folgenden Nebenwirkungen des CTCAE-Schweregrades 3 (Version 4.0) traten bei Patienten, diemit Abirateronacetat behandelt wurden, auf: Hypokaliämie 5 %, Harnwegsinfektion 2 %, erhöhte
Alaninaminotransferase und/oder erhöhte Aspartataminotransferase 4 %, Hypertonie 6 %, Frakturen2 %, periphere Ödeme, Herzinsuffizienz 1 % und Vorhofflimmern 1 %. Im CTCAE-Schweregrad 3(Version 4.0) traten bei < 1 % der Patienten Hypertriglyceridämie und Angina pectoris auf. Im
CTCAE-Schweregrad 4 (Version 4.0) traten bei < 1 % der Patienten Harnwegsinfektion, erhöhte
Alaninaminotransferase und/oder erhöhte Aspartataminotransferase, Hypokaliämie, Herzinsuffizienz,
Vorhofflimmern und Frakturen auf.
In der hormonsensitiven Population (Studie 3011) wurde eine höhere Inzidenz für Hypertonie und
Hypokaliämie beobachtet. Bei 36,7 % der Patienten der hormonsensitiven Population wurde über
Hypertonie berichtet (Studie 3011) im Vergleich zu 11,8 % bzw. 20,2 % in den Studien 301 und 302.
Hypokaliämie wurde bei 20,4 % der Patienten der hormonsensitiven Population beobachtet (Studie3011) im Vergleich zu 19,2 % bzw. 14,9 % in den Studien 301 und 302.
Inzidenz und Schweregrad der Nebenwirkungen waren höher in der Subgruppe der Patienten miteinem initialen ECOG-Performance-Status Grad 2 sowie auch bei älteren Patienten (≥ 75 Jahre).
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenKardiovaskuläre ReaktionenPatienten mit unkontrollierter Hypertonie, klinisch signifikanter Herzerkrankung im Sinne eines
Myokardinfarktes, eines arteriellen thrombotischen Ereignisses in den letzten 6 Monaten, einerschweren oder instabilen Angina, einer Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse III oder IV (Studie 301)oder einer Herzinsuffizienz der Klasse II bis IV (Studien 3011 und 302) oder einer kardialen
Ejektionsfraktion von < 50 % waren von den drei Phase-III-Studien ausgeschlossen. Alleeingeschlossenen Patienten (aktiv behandelte und mit Placebo behandelte Patienten) erhielten einebegleitende Androgenentzugstherapie, vorwiegend unter Verwendung von LHRH-Analoga, die mit
Diabetes, Myokardinfarkt, zerebrovaskulären Ereignissen und plötzlichem Herztod in Verbindunggebracht wird. Die Inzidenz für kardiovaskuläre Nebenwirkungen in den Phase-III-Studien bei
Patienten, die Abirateronacetat eingenommen haben, verglichen mit Patienten, die Placeboeingenommen haben, war wie folgt: Vorhofflimmern 2,6 % vs. 2,0 %, Tachykardie 1,9 % vs. 1,0 %,
Angina pectoris 1,7 % vs. 0,8 %, Herzinsuffizienz 0,7 % vs. 0,2 % und Arrhythmie 0,7 % vs. 0,5 %.
HepatotoxizitätBei Patienten, die mit Abirateronacetat behandelt wurden, wurde über Hepatotoxizität mit erhöhten
Werten für ALT, AST und Gesamt-Bilirubin berichtet. In klinischen Phase-III-Studien wurde von
Hepatotoxizität Grad 3 und 4 (bzw. ALT oder AST-Anstieg von > 5fachem ULN oder Bilirubin-
Anstieg von > 1,5fachem ULN), typischerweise während der ersten 3 Monate nach
Behandlungsbeginn, bei ungefähr 6 % der Patienten berichtet, die Abirateronacetat erhielten. In Studie3011 trat Hepatotoxizität Grad 3 oder 4 bei 8,4 % der mit Abirateronacetat behandelten Patienten auf.
Bei zehn Patienten, die Abirateronacetat erhielten, kam es wegen Hepatotoxizität zum
Behandlungsabbruch; bei zwei lag eine Hepatotoxizität Grad 2 vor, bei sechs lag eine Hepatotoxizität
Grad 3 vor und bei zwei lag eine Hepatotoxizität Grad 4 vor. Kein Patient verstarb in der Studie 3011aufgrund von Hepatotoxizität. In den klinischen Phase-III-Studien traten erhöhte Leberwerte eher beiden Patienten mit erhöhten ALT oder AST-Ausgangswerten auf als bei den Patienten mit normalen
Ausgangswerten. Wenn um > 5fach ULN erhöhte ALT oder AST-Werte oder um > 3fach ULNerhöhte Bilirubinwerte gemessen wurden, wurde die Gabe von Abirateronacetat ausgesetzt oderabgebrochen. In zwei Fällen kam es zu deutlich erhöhten Leberwerten (siehe Abschnitt 4.4). Diesezwei Patienten mit einer normalen Baseline-Leberfunktion entwickelten eine Erhöhung der ALT oder
AST-Werte um 15 bis 40fach ULN und der Bilirubin-Werte um 2 bis 6fachem ULN. Nach
Absetzen der Behandlung normalisierten sich die Leberwerte bei beiden Patienten und ein Patientwurde erneut behandelt, ohne dass die erhöhten Werte noch einmal auftraten. In Studie 302 wurdenbei 35 (6,5 %) Patienten, die mit Abirateronacetat behandelt wurden, Erhöhungen der ALT oder AST-
Werte des Grades 3 oder 4 beobachtet. Erhöhungen der Aminotransferase zeigten sich bei allen bis auf3 Patienten rückläufig (2 mit neuen multiplen Lebermetastasen und 1 mit Erhöhung des AST-Wertesungefähr 3 Wochen nach der letzten Abirateronacetat-Dosis). In klinischen Phase-III-Studien wurdeüber ein Absetzen der Behandlung aufgrund von Erhöhungen der ALT und AST-Werte oderabnormaler Leberfunktion bei 1,1 % der mit Abirateronacetat behandelten Patienten sowie bei 0,6 %der mit Placebo behandelten Patienten berichtet; es wurde über keine Todesfälle aufgrundhepatotoxischer Ereignisse berichtet.
In klinischen Studien wurde das Risiko für eine Hepatotoxizität durch Ausschluss von Patienten miteiner Hepatitis oder signifikanten Veränderungen der Leberwerte zu Beginn der Studie verringert. Inder Studie 3011 wurden Patienten mit ALT und AST-Ausgangswerten von > 2,5fachem ULN,
Bilirubinwerten von > 1,5fachem ULN oder Patienten mit aktiver oder symptomatischer viraler
Hepatitis oder chronischer Lebererkrankung, Aszites oder Blutgerinnungsstörungen infolge einer
Leberfunktionsstörung ausgeschlossen. In der Studie 301 wurden Patienten mit ALT und AST-
Ausgangswerten von ≥ 2,5fachem ULN ohne Lebermetastasen bzw. > 5fachem ULN beivorhandenen Lebermetastasen ausgeschlossen. In der Studie 302 waren Patienten mit Lebermetastasennicht eingeschlossen und Patienten mit ALT und AST-Ausgangswerten ≥ 2,5fachem ULN wurdenausgeschlossen. Traten bei Patienten während der klinischen Studien abnormale Leberwerte auf,wurden unverzüglich die nötigen Maßnahmen ergriffen: Ein Abbruch der Behandlung war erforderlichund eine erneute Behandlung wurde erst wieder aufgenommen, wenn die Leberwerte wieder auf die
Ausgangswerte des Patienten zurückgegangen waren (siehe Abschnitt 4.2). Patienten mit erhöhten
ALT oder AST-Werten > 20fachem ULN wurden nicht erneut behandelt. Die Sicherheit einererneuten Behandlung bei diesen Patienten ist nicht bekannt. Der Mechanismus für eine Hepatotoxizitätist nicht bekannt.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
Erfahrungen zur Überdosierung von Abirateronacetat beim Menschen sind begrenzt.
Es gibt kein spezifisches Antidot. Im Falle einer Überdosierung soll die Behandlung ausgesetzt undallgemeine unterstützende Maßnahmen eingeleitet werden, einschließlich der Überwachung von
Arrhythmien, Hypokaliämie und hinsichtlich Anzeichen und Symptomen einer Flüssigkeitsretention.
Auch die Leberfunktion soll untersucht werden.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Endokrine Therapie, andere Hormonantagonisten und verwandte
Mittel, ATC-Code: L02BX03
WirkmechanismusAbirateronacetat wird in vivo zu Abirateron, einem Androgen-Biosynthese-Inhibitor umgewandelt.
Abirateron inhibiert selektiv das Enzym 17α-Hydroxylase/C17,20-lyase (CYP17). Dieses Enzym wirdin Hoden, Nebennieren und Prostata-Tumorgewebe exprimiert und ist für die Androgen-Biosyntheseerforderlich. CYP17 katalysiert die Umwandlung von Pregnenolon bzw. Progesteron in die
Testosteron-Vorstufen DHEA bzw. Androstenedion durch 17α-Hydroxylierung und Spaltung der
C17,20-Bindung. Die CYP17-Inhibition führt außerdem zu einer erhöhten Mineralkortikoid-
Produktion in den Nebennieren (siehe Abschnitt 4.4).
Androgensensitive Prostatakarzinome sprechen auf eine androgenspiegelsenkende Behandlung an.
Androgenentzugstherapien, wie eine Behandlung mit LHRH-Analoga oder eine Orchiektomie, senkendie Androgenproduktion in den Hoden, wirken sich jedoch nicht auf die Androgenproduktion in den
Nebennieren oder im Tumor aus. Eine Behandlung mit Abirateron senkt den Serum-
Testosteronspiegel auf nicht nachweisbare Konzentrationen (bei Verwendung handelsüblicher Tests),wenn es gemeinsam mit LHRH-Analoga gegeben wird (oder eine Orchiektomie vorgenommenwurde).
Pharmakodynamische WirkungenAbirateronacetat senkt den Spiegel von Serum-Testosteron und anderen Androgenen auf
Konzentrationen, die geringer sind als die, die durch die alleinige Gabe von LHRH-Analoga oder eine
Orchiektomie erreicht werden. Dies resultiert aus der selektiven Inhibition des für die Androgen-
Biosynthese erforderlichen Enzyms CYP17. PSA dient als Biomarker bei Patienten mit
Prostatakarzinom. In einer klinischen Phase-III-Studie an Patienten, die auf eine vorherige
Chemotherapie mit Taxanen nicht mehr angesprochen hatten, wiesen 38 % der Patienten, die mit
Abirateronacetat behandelt wurden, und 10 % der Patienten unter Placebo einen Rückgang des PSA-
Werts um mindestens 50 % gegenüber dem Ausgangswert auf.
Klinische Wirksamkeit und SicherheitDie Wirksamkeit wurde in drei randomisierten, Placebo-kontrollierten, multizentrischen, klinischen
Phase-III-Studien an Patienten mit mHSPC und mCRPC (Studien 3011, 302 und 301) nachgewiesen.
In die Studie 3011 wurden Patienten eingeschlossen, die neu mit mHSPC diagnostiziert wurden(maximal 3 Monate vor Randomisierung) und Hochrisiko-Prognosefaktoren aufwiesen. Hochrisiko-
Prognose war definiert als Vorliegen von mindestens 2 der folgenden 3 Risikofaktoren: (1) Gleason-
Score von ≥ 8; (2) Vorliegen von mindestens 3 Läsionen in der Knochenszintigraphie; (3) Vorliegenvon messbaren viszeralen Metastasen (ausgeschlossen Lymphknotenbefall). Im aktiven Arm wurde
Abirateronacetat in einer Dosierung von 1000 mg täglich in Kombination mit niedrig dosiertem
Prednison 5 mg einmal täglich zusätzlich zur ADT (LHRH-Agonist oder Orchiektomie) gegeben.
Letztere entsprach der Standardbehandlung. Patienten im Kontroll-Arm erhielten ADT und Placebofür sowohl Abirateronacetat als auch Prednison. Die in der Studie 302 eingeschlossenen Patientenwaren Docetaxel-naïv; Patienten hingegen, die in der Studie 301 eingeschlossen waren, hatten zuvor
Docetaxel erhalten. Den Patienten wurde entweder ein LHRH-Analogon gegeben, oder es war zuvoreine Orchiektomie bei ihnen vorgenommen worden. Im aktiven Behandlungsarm wurde
Abirateronacetat in einer Dosierung von 1000 mg täglich in Kombination mit niedrig dosiertem
Prednison oder Prednisolon 5 mg zweimal täglich gegeben. Die Kontrollgruppe erhielt Placebo mitniedrig dosiertem Prednison oder Prednisolon 5 mg zweimal täglich.
Änderungen in der PSA-Konzentration im Serum allein sind nicht immer ein Hinweis auf einenklinischen Nutzen. Daher wurde in allen Studien empfohlen, die Studienbehandlungen der Patientenso lange beizubehalten, bis die weiter unten aufgeführten Abbruchkriterien der jeweiligen Studieerreicht wurden.
In allen Studien war die Anwendung von Spironolacton nicht erlaubt, da Spironolacton an den
Androgenrezeptor bindet und die Serum-PSA-Werte erhöhen kann.
Studie 3011 (Patienten mit neu diagnostiziertem Hochrisiko-mHSPC)Das mediane Alter der in Studie 3011 (n = 1199) eingeschlossenen Patienten betrug 67 Jahre. Die
Anzahl mit Abirateronacetat behandelter Patienten betrug bezogen auf ihre ethnische Herkunft 832
Kaukasier (69,4 %), 246 Asiaten (20,5 %), 25 Schwarz oder Afro-Amerikaner (2,1 %), 80 andererethnischer Herkunft (6,7 %), 13 unbekannter/nicht berichteter Herkunft (1,1 %) und 3 mitindianischem oder alaskischem Ursprung (0,3 %). Der ECOG-Performance-Status war bei 97 % der
Patienten 0 oder 1. Patienten mit bekannten Hirnmetastasen, unkontrollierter Hypertonie, klinischrelevanter Herzerkrankung oder Herzinsuffizienz der New York Heart Association (NYHA) Klasse
II-IV waren ausgeschlossen. Patienten mit vorheriger Arzneimitteltherapie, Strahlentherapie oder
Operation eines metastasierten Prostatakarzinoms waren ausgeschlossen mit Ausnahme von bis zu 3
Monaten ADT oder 1 palliativen Bestrahlungszyklus oder einer chirurgischen Behandlung von
Symptomen, die durch Metastasen verursacht wurden. Co-primäre Wirksamkeitsendpunkte waren
Gesamtüberleben (overall survial, OS) und radiographisch progressionsfreies Überleben(radiographic progression free survival, rPFS). Der mediane Schmerzausgangswert, gemessen anhanddes brief pain inventory-short form (BPI-SF), betrug sowohl in der Behandlungs als auch in der
Placebo-Gruppe 2,0. Neben den co-primären Endpunkten wurde auch der Nutzen anhand folgender
Faktoren beurteilt: Zeit bis zum nächsten skelettalen Ereignis (skeletal-related event, SRE), Zeit biszur Folgetherapie des Prostatakarzinoms, Zeit bis zum Beginn einer Chemotherapie, Zeit bis zur
Schmerzprogression und Zeit bis zur PSA-Progression. Die Behandlung wurde bis zur
Krankheitsprogression, zum Widerruf der Einwilligung, zum Auftreten von inakzetabler Toxizitätoder zum Tod fortgesetzt.
Radiographisch progressionsfreies Überleben war definiert als Zeit von der Randomisierung bis zum
Auftreten einer radiographischen Progression oder zum Tod aufgrund jeglicher Ursache.
Radiographische Progression umfasste den Progressionsnachweis anhand einer Knochenszintigraphie(nach den modifizierten Kriterien der prostate cancer working group 2, PCWG 2) oder den
Progressionsnachweis von Weichteilläsionen anhand von CT oder MRT (nach den Kriterien für die
Bewertung des Ansprechens der Behandlung bei soliden Tumoren = response evaluation criteria insolid tumors, RECIST 1.1).
Es wurde ein signifikanter Unterschied im rPFS zwischen den Behandlungsgruppen beobachtet (siehe
Tabelle 2 und Abbildung 1).
Tabelle 2: Radiographisch progressionsfreies Überleben - Stratifizierte Analyse,
Intent-To-Treat-Population (Studie PCR3011)
Abirateronacetat mit Placebo
Randomisierte Patienten Prednison (AA-P) 602
Ereignis 239 (40,0 %) 354 (58,8 %)
Zensiert 358 (60,0 %) 248 (41,2 %)
Zeit bis Ereignis (in
Monaten)
Median (95 % KI) 33,02 (29,57, NE) 14,78 (14,69, 18,27)
Bereich (0,0 +, 41,0 +) (0,0 +, 40,6 +)p-Werta < 0,0001
Hazard Ratio (95 % KI)b 0,466 (0,394, 0,550)
Hinweis: + = zensierte Beobachtung, NE (not estimable) = nicht auswertbar. Die radiographische Progressionund der Tod sind in der Definition des rPFS-Ereignisses berücksichtigt. AA-P = Patienten, die Abirateronacetatund Prednison erhielten.ap-Wert stammt aus einem Log-Rank-Test, stratifiziert nach ECOG-PS-Score (0/1 oder 2) und viszeralen
Läsionen (nicht vorhanden oder vorhanden).b
Hazard Ratio geht auf ein stratified proportional hazards model zurück. Hazard Ratio < 1 favorisiert AA-P.
Abbildung 1: Kaplan-Meier-Kurve des radiographisch progressionsfreien Überlebens;
Intent-To-Treat-Population (Studie PCR3011)
Im Vergleich zu Placebo plus ADT war eine statistisch signifikante Verbesserung des
Gesamtüberlebens (OS) zugunsten von AA-P plus ADT mit einer 34 %igen Reduktion des Risikos zuversterben zu beobachten (HR = 0,66; 95 % KI: 0,56; 0,78; p < 0,0001), (siehe Tabelle 3 und
Abbildung 2).
Tabelle 3: Gesamtüberleben der Patienten, die entweder mit Abirateronacetat oder mit Placebosin Studie PCR3011 behandelt wurden (Intent-to-Treat-Analyse)
Gesamtüberleben Abirateronacetat mit Placebo
Prednison (N=602)(N=597)
Todesfälle (%) 275 (46 %) 343 (57 %)
Medianes Überleben (Monate) 53,3 36,5(95 % KI) (48,2; NE) (33,5; 40,0)
Hazard-Ratio (95 % KI)1 0,66 (0,56; 0,78)
NE = nicht auswertbar.
1 Das Hazard-Ratio geht auf ein stratified proportional hazards model zurück. Ein Hazard Ratio < 1favorisiert Abirateronacetat mit Prednison
Abbildung 2: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens; Intent-To-Treat-Population in
Studie PCR3011
Die Subgruppen-Analysen fallen konsistent zugunsten der Behandlung mit Abirateronacetat aus. Der
Behandlungseffekt von AA-P in Hinblick auf das rPFS und OS erwies sich in allen vordefinierten
Subgruppen als vorteilhaft und stimmte konsistent mit dem der Gesamtstudienpopulation überein, mit
Ausnahme der Subgruppe mit einem ECOG-Score von 2, bei der kein vorteilhafter Trend beobachtetwurde; hier können keine aussagekräftigen Schlussfolgerungen aufgrund des geringen
Stichprobenumfangs (n = 40) gezogen werden.
Zusätzlich zu den beobachteten Verbesserungen hinsichtlich des Gesamtüberlebens und rPFS zeigtesich ein Vorteil für Abirateronacetat im Vergleich zur Placebo-Behandlung bezüglich aller prospektivdefinierten sekundären Endpunkte.
Studie 302 (Chemotherapie-naive Patienten)
In diese Studie waren Chemotherapie-naive Patienten eingeschlossen, die asymptomatisch oder mildsymptomatisch waren, und bei denen eine Chemotherapie noch nicht klinisch indiziert war. Ein Brief
Pain Inventory Short Form (BPI-SF) von 0 - 1 als stärkster Schmerz in den letzten 24 Stunden wurdeals asymptomatisch definiert und ein Score von 2 3 als mild symptomatisch.
Das mittlere Alter der in Studie 302 (n = 1088) eingeschlossenen Patienten betrug 71 Jahre für die mit
Abirateronacetat plus Prednison oder Prednisolon behandelten Patienten und 70 Jahre für die mit
Placebo plus Prednison oder Prednisolon. Die Anzahl mit Abirateronacetat behandelter Patientenbetrug bezogen auf ihre ethnische Herkunft 520 Kaukasier (95,4 %), 15 Schwarze (2,8 %), 4 Asiaten(0,7 %) und 6 Patienten waren anderer ethnischer Herkunft (1,1 %). Die eingeschlossenen Patientenwiesen in beiden Studienarmen einen Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG)-Performance-
Status von 0 bei 76 % und von 1 bei 24 % der Patienten auf. 50 % der Patienten hatten nur
Knochenmetastasen, weitere 31 % der Patienten hatten Knochen und Weichteil oder
Lymphknotenmetastasen und 19 % der Patienten hatten nur Weichteil oder Lymphknotenmetastasen.
Patienten mit viszeralen Metastasen waren ausgeschlossen. Co-primäre Endpunkte waren
Gesamtüberleben und radiographisch progressionsfreies Überleben (rPFS). Zusätzlich zu den co-primären Endpunkten wurde ein Vorteil durch Zeit bis zum Opiatgebrauch bei krebsbedingten
Schmerzen, Zeit bis zum Beginn einer zytotoxischen Chemotherapie, Zeit bis zur Verschlechterungdes ECOG-Performance-Score um ≥ 1 Punkt und Zeit bis zur PSA-Progression nach den Kriterien der
Prostate Cancer Working Group2 (PCWG2) beurteilt. Die Studienbehandlung wurde zum Zeitpunktdes eindeutigen klinischen Progresses abgebrochen. Die Behandlung konnte nach Ermessen des
Prüfarztes auch zum Zeitpunkt des bestätigten radiographischen Progresses beendet werden.
Das radiographisch progressionsfreie Überleben (rPFS) wurde anhand sequenzieller bildgebender
Verfahren nach Kriterien der PCWG2 (für Knochenläsionen) und modifizierter Kriterien zur
Bewertung des Ansprechens solider Tumore (für Weichteilläsionen, Response Evaluation Criteria In
Solid Tumors, RECIST) bestimmt. Zur Analyse des rPFS wurden zentral geprüfte Befunde desradiographischen Progresses verwendet.
Zum Zeitpunkt der geplanten rPFS-Analyse waren 401 Ereignisse eingetreten: 150 (28 %) der mit
Abirateronacetat behandelten Patienten und 251 (46 %) der mit Placebo behandelten Patienten wieseneinen radiographischen Nachweis eines Progresses auf oder waren verstorben. Es wurde einsignifikanter Unterschied im rPFS zwischen den Behandlungsgruppen beobachtet (Tabelle 4 und
Abbildung 3).
Tabelle 4: Studie 302: Radiographisch progressionsfreies Überleben von Patienten, die entwedermit Abirateronacetat oder Placebo in Kombination mit Prednison oder Prednisolonplus LHRH-Analoga oder vorheriger Orchiektomie behandelt wurden
Abirateronacetat Placebo(N=546) (N=542)
Radiographischprogressionsfreies
Überleben(rPFS)
Progression oder Tod 150 (28 %) 251 (46 %)
Medianes rPFS in Monaten Nicht erreicht 8,3(95 % KI) (11,66; NE) (8,12; 8,54)p-Wert* < 0,0001
Hazard Ratio** (95 % KI) 0,425 (0,347; 0,522)
NE = nicht auswertbar
* p-Wert berechnet mit einem Log-Rank-Test stratifiziert nach ECOG-Score zu Beginn der Studie (0 oder 1)
** Hazard Ratio < 1 zugunsten von Abirateronacetat
Abbildung 3: Kaplan-Meier-Kurven des radiographisch progressionsfreien Überlebens von
Patienten, die entweder mit Abirateronacetat oder Placebo in Kombination mit
Prednison oder Prednisolon plus LHRH-Analoga oder vorheriger Orchiektomiebehandelt wurden
AA = Abirateronacetat
Patientendaten wurden über den Zeitpunkt der zweiten Interimanalyse des Gesamtüberlebens (OS)hinaus gesammelt. Eine Sensitivitätsanalyse der Nachbeobachtungsdaten des rPFS nach Einschätzungdes Prüfarztes ist in Tabelle 5 und Abbildung 4 dargestellt.
Sechshundertsieben (607) Patienten hatten einen radiographischen Progress oder waren verstorben:
271 (50 %) in der Abirateronacetat-Gruppe und 336 (62 %) in der Placebo-Gruppe. Die Behandlungmit Abirateronacetat reduzierte das Risiko der radiographischen Progression oder Tod um 47 % im
Vergleich zu Placebo (HR = 0,530; 95 % KI: [0,451; 0,623], p < 0,0001). Das mediane rPFS betrug16,5 Monate in der Abirateronacetat-Gruppe und 8,3 Monate in der Placebo-Gruppe.
Tabelle 5: Studie 302: Radiographisch progressionsfreies Überleben von Patienten, dieentweder mit Abirateronacetat oder Placebo in Kombination mit Prednison oder
Prednisolon plus LHRH-Analoga oder vorheriger Orchiektomie behandelt wurden(zum Zeitpunkt der zweiten Interimsanalyse des OS -Einschätzung des Prüfarztes)
Abirateronacetat Placebo(N=546) (N=542)
Radiographischprogressionsfreies
Überleben(rPFS)
Progression oder Tod 271 (50 %) 336 (62 %)
Medianes rPFS in Monaten 16,5 8,3 (8,05; 9,43)(95 % KI) (13,80; 16,79)p-Wert* < 0,0001
Hazard Ratio** (95 % KI) 0,530 (0,451; 0,623)
* p-Wert berechnet mit einem Log-Rank-Test stratifiziert nach ECOG-Score zu Beginn der Studie (0 oder 1)
** Hazard Ratio < 1 zugunsten von Abirateronacetat
Abbildung 4: Kaplan-Meier-Kurven des radiographisch progressionsfreien Überlebens von
Patienten, die entweder mit Abirateronacetat oder Placebo in Kombination mit
Prednison oder Prednisolon plus LHRH-Analoga oder vorheriger
Orchiektomie behandelt wurden (zum Zeitpunkt der zweiten Interimsanalysedes OS-Einschätzung des Prüfarztes)
AA = Abirateronacetat
Eine geplante Interimsanalyse (IA) des OS wurde nach 333 beobachteten Todesfällen durchgeführt.
Die Studie wurde aufgrund des Ausmaßes des klinischen Vorteils entblindet und Patienten in der
Placebogruppe eine Behandlung mit Abirateronacetat angeboten. Das Gesamtüberleben war unter
Abirateronacetat länger als unter Placebo mit einer 25%igen Reduktion des Risikos zu versterben (HR= 0,752; 95 % KI: [0,606; 0,934], p = 0,0097), aber das OS war nicht ausgereift und die
Interimsergebnisse erreichten nicht die präspezifizierte Abbruchgrenze für eine statistische Signifikanz(siehe Tabelle 6). Die Nachbeobachtung des Überlebens wurde nach dieser IA fortgesetzt.
Die geplante finale Analyse für das OS wurde durchgeführt, nachdem 741 Todesfälle beobachtetworden waren (bei medianer Nachbeobachtung von 49 Monaten). Fünfundsechzig Prozent (354 von546) der mit Abirateronacetat behandelten Patienten im Vergleich zu 71 % (387 von 542) der mit
Placebo behandelten Patienten waren verstorben. Ein statistisch signifikanter Vorteil des OSzugunsten der Abirateronacetat-Behandlungsgruppe wurde mit einer 19,4%igen Reduktion des Risikoszu versterben (HR = 0,806; 95 % KI: [0,697; 0,931], p = 0,0033) und einer Verbesserung desmedianen OS von 4,4 Monaten (Abirateronacetat 34,7 Monate, Placebo 30,3 Monate) gezeigt (siehe
Tabelle 6 und Abbildung 5). Diese Verbesserung wurde gezeigt, obwohl 44 % der Patienten im
Placeboarm Abirateronacetat als Folgetherapie erhielten.
Tabelle 6: Studie 302: Gesamtüberleben von Patienten, die entweder mit Abirateronacetat oder Placeboin Kombination mit Prednison oder Prednisolon plus LHRH-Analoga oder vorheriger
Orchiektomie behandelt wurden
Abirateronacetat Placebo(n = 546) (n = 542)
Interimsanalyse des
Gesamtüberlebens
Todesfälle (%) 147 (27 %) 186 (34 %)
Medianes Überleben Nicht erreicht 27,2(Monate) (NE; NE) (25,95; NE)(95 % KI)p-Wert* 0,0097
Hazard Ratio** (95 % KI) 0,752 (0,606; 0,934)
Finale Analyse des
Gesamtüberlebens
Todesfälle 354 (65 %) 387 (71 %)
Medianes Gesamtüberleben 34,7 (32,7; 36,8) 30,3 (28,7; 33,3)in
Monaten (95 % KI)p-Wert* 0,0033
Hazard Ratio** (95 % KI) 0,806 (0,697; 0,931)
NE= Nicht auswertbar
* p-Wert berechnet mit einem Log-Rank-Test stratifiziert nach ECOG-Score zu Beginn der Studie (0 oder 1)
** Hazard Ratio < 1 zugunsten von Abirateronacetat
Abbildung 5: Kaplan-Meier-Überlebenskurven von Patienten, die entweder mit
Abirateronacetat oder Placebo in Kombination mit Prednison oder Prednisolonplus LHRH-Analoga oder vorheriger Orchiektomie behandelt wurden, finale
Analyse
AA = Abirateronacetat
Zusätzlich zu den beobachteten Verbesserungen im Gesamtüberleben und rPFS zeigte sich ein Vorteilfür Abirateronacetat im Vergleich zu Placebo hinsichtlich aller sekundären Endpunkte wie folgt:
Zeit bis zur PSA-Progression nach Kriterien der PCWG2: Die mediane Zeit bis zur PSA-Progressionbetrug 11,1 Monate bei Patienten, welche Abirateronacetat erhielten, und 5,6 Monate bei Patienten,welche Placebo erhielten (HR = 0,488; 95 % KI: [0,420; 0,568], p < 0,0001). Die Zeit bis zur PSA-
Progression wurde unter der Behandlung mit Abirateronacetat etwa verdoppelt (HR = 0,488). Der
Anteil an Patienten mit einem bestätigten PSA-Ansprechen war in der Abirateronacetat-Gruppe größerals in der Placebo-Gruppe (62 % gegenüber 24 %; p < 0,0001). Bei Patienten mit messbarer
Weichteilmanifestation zeigten sich unter der Behandlung mit Abirateronacetat signifikant mehr Fällevollständigen und partiellen Tumor-Ansprechens.
Zeit bis zum Opiatgebrauch bei krebsbedingten Schmerzen: Zum Zeitpunkt der finalen Analyse betrugdie mediane Zeit bis zum Opiatgebrauch bei Schmerzen aufgrund von Prostatakrebs 33,4 Monate bei
Patienten, welche Abirateronacetat erhielten, und 23,4 Monate bei Patienten, welche Placebo erhielten(HR = 0,721; 95 % KI: [0,614; 0,846], p < 0,0001).
Zeit bis zum Beginn einer zytotoxischen Chemotherapie: Die mediane Zeit bis zum Beginn einerzytotoxischen Chemotherapie betrug 25,2 Monate bei Patienten, welche Abirateronacetat erhielten,und 16,8 Monate bei Patienten, welche Placebo erhielten (HR = 0,580; 95 % KI: [0,487; 0,691],p < 0,0001).
Zeit bis zur Verschlechterung des ECOG-Performance-Score um ≥ 1 Punkt: Die mediane Zeit bis zur
Verschlechterung des ECOG-Performance-Score um ≥ 1 Punkt betrug 12,3 Monate bei Patienten,welche Abirateronacetat erhielten, und 10,9 Monate bei Patienten, welche Placebo erhielten(HR = 0,821; 95 % KI: [0,714; 0,943], p = 0,0053).
Die folgenden Studienendpunkte zeigten einen statistisch signifikanten Vorteil zugunsten einer
Behandlung mit Abirateronacetat:
Objektives Ansprechen: Objektives Ansprechen war definiert als der Anteil der Patienten mitmessbarer Erkrankung, die ein vollständiges oder partielles Ansprechen nach RECIST-Kriterienerreichten (um als Ziel-Läsion berücksichtigt zu werden, wurde ein Lymphknotendurchmesser zu
Beginn der Studie ≥ 2 cm vorausgesetzt). Der Anteil der Patienten mit messbarer Erkrankung zu
Beginn der Studie, welche ein objektives Ansprechen erreichten, betrug 36% in der Abirateronacetat-
Gruppe und 16 % in der Placebo-Gruppe (p < 0,0001).
Schmerz: Die Behandlung mit Abirateronacetat reduzierte signifikant das Progressionsrisiko dermittleren Schmerzintensität um 18 % im Vergleich zu Placebo (p = 0,0490). Die mediane Zeit bis zur
Progression betrug 26,7 Monate in der Abirateronacetat-Gruppe und 18,4 Monate in der Placebo-
Gruppe.
Zeit bis zur Verschlechterung des FACT-P (Gesamt-Punktzahl): die Behandlung mit Abirateronacetatsenkte das Risiko einer Verschlechterung des FACT-P (Gesamtpunktzahl) um 22 % im Vergleich zu
Placebo (p = 0,0028). Die mediane Zeit bis zur Verschlechterung des FACT-P (Gesamt-Score) betrug12,7 Monate in der Abirateronacetat-Gruppe und 8,3 Monate in der Placebo-Gruppe.
Studie 301 (Patienten, welche eine vorangegangene Chemotherapie erhalten hatten)
In der Studie 301 wurden Patienten eingeschlossen, welche zuvor Docetaxel erhalten hatten. Es warnicht erforderlich, dass die Patienten unter Docetaxel eine Krankheitsprogression zeigten, da die
Chemotherapie auch aufgrund resultierender Toxizität abgebrochen werden konnte. Die
Studienbehandlung der Patienten wurde beibehalten, bis eine PSA-Progression (bestätigter Anstieg um25 % gegenüber dem Ausgangswert/Nadir des Patienten) zusammen mit einer im Protokoll definiertenradiologischen Progression und symptomatischen oder klinischen Progression auftrat. Patienten miteiner früheren Ketoconazol-Therapie zur Behandlung des Prostatakarzinoms wurden von dieser Studieausgeschlossen. Der primäre Endpunkt war das Gesamtüberleben.
Das mittlere Alter der in die Studie eingeschlossenen Patienten betrug 69 Jahre (zwischen 39 und 95
Jahre). Die Anzahl mit Abirateronacetat behandelter Patienten betrug bezogen auf ihre ethnische
Herkunft 737 Kaukasier (93,2 %), 28 Schwarze (3,5 %), 11 Asiaten (1,4 %) und 14 Patienten warenanderer ethnischer Herkunft (1,8 %). 11 % der eingeschlossenen Patienten wiesen einen ECOG-
Performance-Score von 2 auf. 70 % zeigten im radiologischen Nachweis eine Progression der
Erkrankung mit oder ohne PSA-Progression. 70 % hatten zuvor eine und 30 % zweimal einezytotoxische Chemotherapie erhalten. Lebermetastasen waren bei 11 % der mit Abirateronacetatbehandelten Patienten vorhanden.
Aus einer geplanten Analyse, die nach 552 Todesfällen durchgeführt wurde, ging hervor, dass 42 %(333 von 797) der mit Abirateronacetat behandelten Patienten und 55 % (219 von 398) der mit
Placebo behandelten Patienten verstorben waren. Eine statistisch signifikante Verbesserung desmedianen Gesamtüberlebens war bei Patienten zu beobachten, die mit Abirateronacetat behandeltwurden (siehe Tabelle 7).
Tabelle 7: Gesamtüberleben von Patienten, die entweder mit Abirateronacetat oder Placebo in
Kombination mit Prednison oder Prednisolon plus LHRH-Analoga oder vorheriger
Orchiektomie behandelt wurden
Abirateronacetat Placebo(N=797) (N=398)
Primäre
Überlebensanalyse
Todesfälle (%) 333 (42 %) 219 (55 %)
Medianes Überleben14,8 (14,1; 15,4) 10,9 (10,2; 12,0)(Monate) (KI 95 %)p-Werta < 0,0001
Hazard Ratio (95 % KI)b 0,646 (0,543; 0,768)
Aktualisierte
Überlebensanalyse
Todesfälle (%) 501 (63 %) 274 (69 %)
Medianes Überleben 15,8 (14,8; 17,0)11,2 (10,4; 13,1)(Monate) (KI 95 %)
Hazard Ratio (95 % KI)b 0,740 (0,638; 0,859)a Der p-Wert geht auf einen Log-Rank-Test zurück, der nach ECOG-Performance-Status-Score (0 - 1 versus 2),
Schmerz-Score (fehlend versus vorhanden), Anzahl früherer Chemotherapien (1 versus 2) und Typ der
Krankheitsprogression (nur PSA versus radiologisch) stratifiziert wurde.b Hazard Ratio geht auf ein stratified proportional hazards model zurück. Hazard Ratio < 1 begünstigt
Abirateronacetat.
Nach den ersten Behandlungsmonaten hatte zu jedem Bewertungszeitpunkt ein höherer Anteil, der mit
Abirateronacetat behandelten Patienten, im Vergleich zum Anteil der mit Placebo behandelten Patientenüberlebt (siehe Abbildung 6).
Abbildung 6: Kaplan-Meier-Überlebenskurven von Patienten, die entweder mit
Abirateronacetat oder Placebo in Kombination mit Prednison oder Prednisolonplus LHRH-Analoga oder vorheriger Orchiektomie behandelt wurden
AA = Abirateronacetat
Subgruppen-Analysen zum Überleben zeigten einen konsistenten Überlebensvorteil für die
Behandlung mit Abirateronacetat (siehe Abbildung 7).
Abbildung 7: Gesamtüberleben nach Subgruppe: Hazard Ratio und 95 % Konfidenzintervall
AA=Abirateronacetat; BPI=Brief Pain Inventory (Schmerz-Score); KI=Konfidenzintervall;
ECOG=Performance-Score der Eastern Cooperative Oncology Group; HR=Hazard Ratio; NE=nichtauswertbar
Zusätzlich zur beobachteten Verbesserung des Gesamtüberlebens sprachen alle sekundären Endpunkteder Studie für Abirateronacetat und waren nach Anpassung für multiples Testen wie folgt statistischsignifikant:
Patienten, die Abirateronacetat erhalten hatten, wiesen eine signifikant höhere PSA-Gesamt-
Responserate auf (definiert als ≥ 50 %iger Rückgang gegenüber dem Ausgangswert) als Patienten, die
Placebo erhalten hatten: 38 % gegenüber 10 %, p < 0,0001.
Die mediane Zeit bis zur PSA-Progression betrug bei mit Abirateronacetat behandelten Patienten 10,2
Monate und bei mit Placebo behandelten Patienten 6,6 Monate (HR = 0,580; 95 % KI: [0,462; 0,728],p < 0,0001).
Das mediane radiologische progressionsfreie Überleben betrug bei mit Abirateronacetat behandelten
Patienten 5,6 Monate und bei Patienten, die Placebo erhielten, 3,6 Monate (HR = 0,673; 95 % KI:
[0,585; 0,776], p < 0,0001).
Schmerz
Der Anteil der Patienten mit einem Schmerzrückgang war in der Abirateronacetat-Gruppe statistischsignifikant höher als in der Placebo-Gruppe (44 % gegenüber 27 %, p = 0,0002). Ein Responder aufeine Schmerztherapie war definiert als Patient, bei dem ein Rückgang der Schmerzen um mindestens30 % gegenüber dem Ausgangswert auf der Skala für den stärksten Schmerz im BPI-Schmerz-Score(BPI-SF) über die letzten 24 Stunden ohne Erhöhung der Analgetika bei zwei aufeinander folgenden
Bewertungen im Abstand von vier Wochen beobachtet werden konnte. Nur Patienten mit einem
Schmerzausgangswert von ≥ 4 und mindestens einem nach dem Schmerzausgangswert erhobenen
Wert gingen in die Bewertung zum Schmerzrückgang ein (N = 512).
Ein geringerer Anteil der mit Abirateronacetat behandelten Patienten verzeichnete im Vergleich zuplacebobehandelten Patienten eine Schmerz-Progression nach 6 (22 % gegenüber 28 %), 12 (30 %gegenüber 38 %) und 18 Monaten (35 % gegenüber 46 %). Schmerz-Progression war definiert als
Zunahme von ≥ 30 % gegenüber dem Ausgangswert auf der Skala für den stärksten Schmerz im BPI-
Schmerz-Score (BPI-SF) über die letzten 24 Stunden ohne Verringerung der Analgetika bei zweiaufeinander folgenden Besuchen oder einer Erhöhung der Analgetika um ≥ 30 % bei zwei aufeinanderfolgenden Besuchen. Die Zeit bis zur Schmerz-Progression beim 25. Perzentil betrug in der
Abirateronacetat Gruppe 7,4 Monate und in der Placebo-Gruppe 4,7 Monate.
Skelettale EreignisseVerglichen mit der Placebo-Gruppe hatte ein kleinerer Anteil der Patienten in der Abirateronacetat-
Gruppe skelettale Ereignisse nach 6 Monaten (18 % gegenüber 28 %), nach 12 Monaten (30 %gegenüber 40 %) und nach 18 Monaten (35 % gegenüber 40 %). Die Zeit bis zum ersten skelettalen
Ereignis in der 25. Perzentile war in der Abirateronacetat-Gruppe mit 9,9 gegenüber 4,9 Monatendoppelt so hoch wie in der Kontrollgruppe. Ein skelettales Ereignis war definiert als pathologische
Fraktur, Rückenmarkskompression, palliative Knochenbestrahlung oder Operation am Knochen.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für das Referenzarzneimittel, das Abirateronacetat enthält,eine Freistellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen
Altersklassen in fortgeschrittenem Prostatakarzinom gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationenzur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
Nach Gabe von Abirateronacetat wurde die Pharmakokinetik von Abirateron und Abirateronacetat beigesunden Probanden, bei Patienten mit metastasiertem fortgeschrittenem Prostatakarzinom und bei
Probanden ohne Krebserkrankung mit Leber oder Nierenfunktionsstörung untersucht.
Abirateronacetat wird in vivo schnell in den Androgen-Biosynthese-Inhibitor Abirateron umgewandelt(siehe Abschnitt 5.1).
ResorptionNach oraler Gabe von Abirateronacetat in nüchternem Zustand beträgt die Zeit bis zum Erreichen dermaximalen Abirateron-Konzentration im Plasma etwa 2 Stunden.
Die Gabe von Abirateronacetat mit Nahrungsmitteln führt im Vergleich zur Gabe im nüchternen
Zustand, abhängig vom Fettgehalt der Mahlzeit, zu einem bis zu 10fachen (AUC) und bis zu17fachen (Cmax) Anstieg der mittleren systemischen Abirateron-Exposition. Angesichts der normalen
Variation bei Inhalt und Zusammensetzung der Mahlzeiten führt die Einnahme von Abirateronzusammen mit Mahlzeiten potenziell zu einer sehr variablen Exposition. Daher darf Abirateronacetatnicht zusammen mit Nahrungsmitteln eingenommen werden. Es soll mindestens eine Stunde vor oderfrühestens zwei Stunden nach dem Essen eingenommen werden. Die Tabletten sollen unzerteilt mit
Wasser geschluckt werden (siehe Abschnitt 4.2).
VerteilungDie Plasma-Proteinbindung von 14C-Abirateron im menschlichen Plasma beträgt 99,8 %. Dasscheinbare Verteilungsvolumen beträgt etwa 5.630 l, was darauf hindeutet, dass sich Abirateronacetatstark im peripheren Gewebe verteilt.
BiotransformationNach oraler Gabe von 14C-Abirateronacetat als Kapseln wird Abirateronacetat zu Abirateronhydrolysiert und dann durch Sulfatierung, Hydroxylierung und Oxidation primär in der Lebermetabolisiert. Der Großteil der zirkulierenden Radioaktivität (etwa 92 %) liegt in Form von
Metaboliten von Abirateron vor. Von 15 nachweisbaren Metaboliten machen die beiden
Hauptmetabolite Abirateron-Sulfat und N-Oxid-Abirateron-Sulfat jeweils 43 % der gesamten
Radioaktivität aus.
EliminationDie mittlere Halbwertzeit von Abirateron im Plasma beträgt basierend auf Daten von gesunden
Probanden etwa 15 Stunden. Nach oraler Gabe von 1000 mg 14C-Abirateronacetat werden etwa 88 %der radioaktiven Dosis in den Fäzes und etwa 5 % im Urin gefunden. Die Hauptbestandteile in den
Fäzes sind unverändertes Abirateronacetat und Abirateron (etwa 55 % bzw. 22 % der angewendeten
Dosis).
NierenfunktionsstörungDie Pharmakokinetik von Abirateronacetat wurde bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz undfestem Hämodialyse-Programm gegenüber Kontrollpersonen mit normaler Nierenfunktion nach dermatched-pair-Methode verglichen. Die systemische Exposition von Abirateronacetat stieg nacheinmaliger oraler Gabe von 1000 mg bei Personen mit dialysepflichtiger terminaler Niereninsuffizienznicht an. Die Gabe bei Patienten mit einer Einschränkung der Nierenfunktion, einschließlich einerschweren Einschränkung der Nierenfunktion, erfordert keine Dosisreduktion (siehe Abschnitt 4.2).
Allerdings liegen keine klinischen Erfahrungen bei Patienten mit Prostatakarzinom und schwerer
Einschränkung der Nierenfunktion vor. Bei diesen Patienten ist Vorsicht geboten.
LeberfunktionsstörungDie Pharmakokinetik von Abirateronacetat wurde bei Probanden mit vorbestehender leichter (Child
Pugh-Klasse A) oder mäßiger (Child Pugh-Klasse B) Leberfunktionsstörung und bei gesunden
Kontrollpersonen untersucht. Die systemische Abirateronacetat-Exposition stieg nach einmaligeroraler Gabe von 1.000 mg bei Probanden mit einer vorbestehenden leichten Leberfunktionsstörung umetwa 11 % und bei Probanden mit einer vorbestehenden mäßigen Leberfunktionsstörung um 260 % an.
Die mittlere Halbwertzeit von Abirateronacetat verlängert sich bei Probanden mit einer leichten
Leberfunktionsstörung auf etwa 18 Stunden und bei Probanden mit einer mäßigen
Leberfunktionsstörung auf etwa 19 Stunden.
In einer weiteren klinischen Studie wurde die Pharmakokinetik von Abirateronacetat bei Probandenmit vorbestehender schwerer (Child-Pugh-Klasse C) Leberfunktionsstörung (n = 8) und bei 8gesunden Kontrollprobanden mit normaler Leberfunktion untersucht. Verglichen mit den Probandenmit normaler Leberfunktion stieg bei den Probanden mit einer schweren Leberfunktionsstörung die
AUC von Abirateron um etwa 600 % an und der Anteil an frei verfügbarem Wirkstoff erhöhte sich um80 %.
Bei Patienten mit vorbestehender leichter Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassungerforderlich.
Die Anwendung von Abirateronacetat soll bei Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung, bei denenein Nutzen deutlich das potenzielle Risiko überwiegt, sorgfältig überprüft werden (siehe Abschnitte4.2 und 4.4). Abirateronacetat soll bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht angewendetwerden (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.3 und 4.4).
Bei Patienten, die während der Behandlung eine Hepatotoxizität entwickeln, kann eine Unterbrechungder Behandlung und eine Dosisanpassung erforderlich sein (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
In allen tierexperimentellen Toxizitätsstudien waren die zirkulierenden Testosteron-Spiegel signifikantreduziert. Infolgedessen wurden eine Reduzierung der Organgewichte, morphologische und/oderhistopathologische Veränderungen an Reproduktionsorganen sowie an Nebennieren, Hypophyse und
Brustdrüsen beobachtet. Alle Veränderungen waren vollständig oder teilweise reversibel. Die
Veränderungen an den Reproduktionsorganen und den androgen-sensitiven Organen sind konsistentmit der Pharmakologie von Abirateronacetat. Alle mit der Behandlung zusammenhängendenhormonellen Veränderungen waren reversibel oder zeigten sich nach einem Regenerationszeitraumvon 4 Wochen rückläufig.
Abirateronacetat führte zu einer Herabsetzung der Fertilität in Reproduktionsstudien an männlichenund weiblichen Ratten, welche sich 4 bis 16 Wochen nach Absetzen des Abirateronacetats vollständigzurückbildete.
In einer Studie an Ratten zur Entwicklungstoxizität beeinflusste Abirateronacetat die Schwangerschaftund führte zu reduziertem Fetalgewicht und Überleben. Es wurden Auswirkungen auf die äußeren
Geschlechtsorgane beobachtet, auch wenn Abirateronacetat nicht teratogen war.
In den Studien zur Reproduktions und Entwicklungstoxizität an Ratten waren alle Veränderungen in
Bezug zu der pharmakologischen Wirkung von Abirateronacetat.
Abgesehen von den Veränderungen der Reproduktionsorgane, die in allen tierexperimentellen
Toxizitätsstudien beobachtet wurden, lassen die präklinischen Daten, die auf den konventionellen
Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität undkarzinogenes Potenzial basieren, keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. In einer6-monatigen Studie an transgenen Mäusen (Tg.rasH2) war Abirateronacetat nicht karzinogen. In einer24-monatigen Karzinogenitätsstudie an Ratten erhöhte Abirateronacetat die Inzidenz für
Interstitialzell-Neoplasien in den Hoden. Dieses Ergebnis wird mit der pharmakologischen Wirkungvon Abirateronacetat in Verbindung gebracht und ist rattenspezifisch. Bei weiblichen Ratten war
Abirateronacetat nicht karzinogen.
Beurteilung der Risiken für die Umwelt (Environmental risk assessment [ERA])Der Wirkstoff Abirateronacetat stellt ein Umweltrisiko für die aquatische Umwelt dar, insbesonderefür Fische.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
TablettenkernLactose-Monohydrat
Mikrokristalline Cellulose (E460)
Croscarmellose-Natrium (E468)
Hypromellose
Natriumdodecylsulfat
Hochdisperses Siliciumdioxid
Magnesiumstearat (E572)
FilmüberzugPoly(vinylalkohol) (E1203)
Titandioxid (E171)
Macrogol (E1521)
Talkum (E553 b)
Eisen(III)-oxid (E172)
Eisen(II, III)-oxid (E172)
6.2 Inkompatibilitäten
6.3 Haltbarkeit
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
Perforierte PVC/PVdC-Aluminium-Blisterpackung zur Abgabe von Einzeldosen mit 56 x 1, 60 x 1und/oder 112 x 1 Filmtabletten in einem Karton.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
Aufgrund seines Wirkmechanismus kann dieses Arzneimittel den sich entwickelnden Fetus schädigen.
Daher sollen Frauen, die schwanger sind oder schwanger sein könnten, es nicht ohne
Schutzvorkehrungen, z.B. Handschuhe, handhaben.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen. Dieses Arzneimittel kann für die aquatische Umwelt ein Risiko darstellen (siehe
Abschnitt 5.3).
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Accord Healthcare S.L.U.
World Trade Center
Moll de Barcelona s/n
Edifici Est, 6a Planta08039 Barcelona
Spanien
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/20/1512/002
EU/1/20/1512/003
EU/1/20/1512/004
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 26. April 2021
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.