ABIRATERONE ACCORD 500mg tablets merkblatt medikamente

L02BX03 Abirateron • ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | HORMONANTAGONISTEN UND VERWANDTE MITTEL | Andere Hormonantagonisten und verwandte Mittel

Abirateron ist ein Medikament, das zur Behandlung von metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakrebs eingesetzt wird. Es wirkt, indem es ein Enzym namens CYP17 hemmt, das für die Produktion von Androgenen verantwortlich ist – Hormone, die das Wachstum von Prostatakrebszellen fördern.

Abirateron wird zusammen mit Prednison oder Prednisolon verabreicht, um Nebenwirkungen durch den verringerten Cortisolspiegel zu reduzieren. Die Behandlung mit Abirateron kann das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen und die Lebensqualität der Patienten verbessern.

Häufige Nebenwirkungen sind Bluthochdruck, Hypokaliämie (niedriger Kaliumspiegel im Blut) und Flüssigkeitsretention. Es ist wichtig, dass Patienten während der Behandlung regelmäßig die Leberfunktion und den Blutdruck überwachen lassen.

Abirateron ist kontraindiziert bei schwangeren oder stillenden Frauen und wird nicht für Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz empfohlen.

Allgemeine Daten zu ABIRATERONE ACCORD 500mg

Substanz: Abirateron

Datum der letzten Medikamentenliste: 01-06-2025

Handelsgesetzbuch: W68821001

Konzentration: 500mg

Pharmazeutisches Formblatt: tablets

Quantität: 60

Produktart: generic

Preis: 9601.74 RON

Rezeptbeschränkungen: P-RF - Arzneimittelrezept, das in der Apotheke aufbewahrt wird (nicht verlängerbar).

Marketing autorisation

Zulassungshersteller: SYNTHON HISPANIA, S.L. - SPANIA

Zulassungsinhaber: ACCORD HEALTHCARE S.L.U. - SPANIA

Zulassungsnummer: 1512/2021/03

Haltbarkeit: 2 Jahre

Darreichungsformen erhältlich für Abirateron

Verfügbare Konzentrationen für Abirateron

1000mg, 250mg, 500mg

Andere ähnliche Substanzen wie Abirateron

Kombinationen mit anderen Stoffen

Vergütungslisten für ABIRATERONE ACCORD 500mg ACCORD

NGP 3 (C2) - NGP onkologie

Preis

Zuzahlung

Patient

9601.74 RON

3323.38 RON

6278.36 RON

Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ABIRATERONE ACCORD 500mg tablets

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Abirateron Accord 500 mg Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jede Filmtablette enthält 500 mg Abirateronacetat.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Jede Filmtablette enthält 253,2 mg Lactose-Monohydrat und 12 mg Natrium.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette (Tablette)

Ovale, violette Filmtablette, ca. 19 mm lang und 11 mm breit, geprägt mit 'A 7 TN“ auf einer Seiteund '500“ auf der anderen Seite.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Abirateron Accord ist indiziert mit Prednison oder Prednisolon:

* zur Behandlung des neu diagnostizierten Hochrisiko-metastasierten hormonsensitiven

Prostatakarzinoms (mHSPC) bei erwachsenen Männern in Kombination mit

Androgenentzugstherapie (androgen deprivation therapy, ADT) (siehe Abschnitt 5.1)

* zur Behandlung des metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) beierwachsenen Männern mit asymptomatischem oder mild symptomatischem Verlauf der

Erkrankung nach Versagen der Androgenentzugstherapie, bei denen eine Chemotherapie nochnicht klinisch indiziert ist (siehe Abschnitt 5.1).

* zur Behandlung des mCRPC bei erwachsenen Männern, deren Erkrankung während oder nacheiner Docetaxel-haltigen Chemotherapie progredient ist.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dieses Arzneimittel sollte von einem Arzt, der Erfahrung mit der Behandlung eines metastasierten

Prostatakarzinoms hat, verschrieben werden.

Dosierung

Die empfohlene Dosis beträgt 1000 mg (zwei 500 mg Tabletten) als tägliche Einmalgabe, die nichtzusammen mit Nahrungsmitteln eingenommen werden darf (siehe 'Art der Anwendung“ unten). Die

Einnahme der Tabletten zusammen mit Nahrungsmitteln erhöht die systemische Exposition von

Abirateron (siehe Abschnitte 4.5 und 5.2).

Dosierung von Prednison oder Prednisolon

Beim mHSPC wird Abirateron Accord mit 5 mg Prednison oder Prednisolon täglich angewendet.

Beim mCRPC wird Abirateron Accord mit 10 mg Prednison oder Prednisolon täglich angewendet.

Eine medizinische Kastration mit einem luteinisierenden Hormon Releasing Hormon (LHRH)-

Analogon soll während der Behandlung von Patienten, die nicht chirurgisch kastriert sind, fortgeführtwerden.

Empfohlene Kontrollen

Serum-Transaminasen sollen vor Beginn der Behandlung, in den ersten drei Monaten der Behandlungalle zwei Wochen und anschließend einmal im Monat bestimmt werden. Blutdruck, Serum-Kaliumund Flüssigkeitsretention sollen einmal im Monat kontrolliert werden. Patienten mit einem erheblichen

Risiko für eine kongestive Herzinsuffizienz sollen in den ersten drei Monaten der Behandlung allezwei Wochen und anschließend einmal im Monat kontrolliert werden (siehe Abschnitt 4.4).

Bei Patienten mit vorbestehender Hypokaliämie oder bei Patienten, die während der Behandlung mit

Abirateronacetat eine Hypokaliämie entwickeln, ist ein Beibehalten des Kalium-Spiegels der Patientenvon ≥ 4,0 mmol/l zu berücksichtigen.

Falls Patienten Toxizitäten im Schweregrad ≥ 3, einschließlich Hypertonie, Hypokaliämie, Ödeme undandere nicht mineralkortikoid-bedingte Toxizitäten, entwickeln, soll die Behandlung unterbrochenwerden und eine entsprechende medizinische Versorgung eingeleitet werden. Die Behandlung mit

Abirateronacetat soll nicht fortgesetzt werden, bis die Symptome der Toxizität auf Schweregrad 1 oderauf den Ausgangswert zurückgegangen sind.

Im Falle einer versäumten Tagesdosis von Abirateron Accord, Prednison oder Prednisolon soll die

Behandlung am folgenden Tag mit der üblichen Tagesdosierung fortgeführt werden.

Hepatotoxizität

Falls Patienten während der Behandlung eine Hepatotoxizität entwickeln (Anstieg der

Alaninaminotransferase [ALT] oder der Aspartataminotransferase [AST] über das 5­Fache der oberen

Grenze des Normbereichs [upper limit of normal, ULN]), soll die Behandlung unverzüglichunterbrochen werden (siehe Abschnitt 4.4). Nach Rückgang der Leberwerte auf die Ausgangswertedes Patienten kann eine erneute Behandlung mit einer reduzierten Dosis von 500 mg (eine Tablette)einmal täglich erfolgen. Bei Patienten, die erneut behandelt werden, sollen die Serum-Transaminasenüber drei Monate mindestens alle zwei Wochen und anschließend einmal monatlich überwachtwerden. Tritt die Hepatotoxizität unter reduzierter Dosis von 500 mg täglich erneut auf, muss die

Behandlung abgebrochen werden.

Wenn Patienten zu irgendeinem Zeitpunkt während der Behandlung eine schwere Hepatotoxizitätentwickeln (ALT oder AST 20­fach über dem ULN), muss die Behandlung abgebrochen und diese

Patienten dürfen nicht erneut behandelt werden.

Nierenfunktionsstörung

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich (siehe Abschnitt 5.2).

Da jedoch bei Patienten mit Prostatakarzinom und schwerer Nierenfunktionsstörung keine klinischen

Erfahrungen vorliegen, ist bei diesen Patienten Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.4).

Leberfunktionsstörung

Bei Patienten mit vorbestehender leichter Leberfunktionsstörung, Child-Pugh-Klasse A, ist keine

Dosisanpassung erforderlich.

Eine mäßige Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse B) erhöht die systemische Exposition von

Abirateronacetat nach einer oralen Einmaldosis von 1000 mg Abirateronacetat um das ungefähr4­Fache (siehe Abschnitt 5.2). Es liegen keine Daten zur klinischen Sicherheit und Wirksamkeit vonmultiplen Abirateronacetat-Dosen bei Verabreichung an Patienten mit mäßiger bis schwerer

Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse B oder C) vor.

Es kann keine Empfehlung zur Dosisanpassung gegeben werden. Die Anwendung von Abirateron

Accord soll bei Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung, bei denen ein Nutzen deutlich daspotenzielle Risiko überwiegt, mit Vorsicht bewertet werden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2). Abirateron

Accord soll bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht angewendet werden (siehe

Abschnitte pct. 4.3, pct. 4.4 und 5.2).

Kinder und Jugendliche

Es gibt keinen relevanten Nutzen von Abirateronacetat bei Kindern und Jugendlichen.

Art der Anwendung

Abirateron Accord ist zum Einnehmen.

Die Tabletten sollen mindestens eine Stunde vor oder frühestens zwei Stunden nach dem Esseneingenommen werden. Sie sollen unzerteilt mit Wasser geschluckt werden.

4.3 Kontraindikationen

- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

- Frauen, die schwanger sind oder schwanger sein könnten (siehe Abschnitt 4.6).

- schwere Leberfunktionsstörung [Child-Pugh-Klasse C (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.4 und 5.2)].

- Abirateronacetat mit Prednison oder Prednisolon ist in der Kombination mit Ra­223kontraindiziert.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Hypertonie, Hypokaliämie, Flüssigkeitsretention und Herzinsuffizienz infolge eines Mineralkortikoid-

Überschusses

Abirateronacetat kann aufgrund der erhöhten Mineralkortikoid-Spiegel infolge der CYP17-Inhibition(siehe Abschnitt 5.1) Hypertonie, Hypokaliämie und Flüssigkeitsretention hervorrufen (siehe

Abschnitt 4.8). Die gleichzeitige Gabe eines Kortikosteroids supprimiert die Ausschüttung desadrenokortikotropen Hormons (ACTH), wodurch die Inzidenz und die Schwere dieser

Nebenwirkungen verringert werden. Vorsicht ist bei der Behandlung von Patienten geboten, deren

Grunderkrankungen durch einen Blutdruckanstieg, Hypokaliämie (z. B. Patienten unter

Herzglykosiden), oder Flüssigkeitsretention (z. B. Patienten mit Herzinsuffizienz, schwerer oderinstabiler Angina pectoris, kürzlich aufgetretenem Myokardinfarkt oder ventrikulärer Arrhythmiebeeinträchtigt werden könnten, sowie bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung).

Bei Patienten mit einer kardiovaskulären Erkrankung in der Anamnese soll Abirateronacetat mit

Vorsicht angewendet werden. Patienten mit unkontrollierter Hypertonie, klinisch signifikanter

Herzerkrankung nachgewiesen durch Myokardinfarkt oder arterielle thrombotische Ereignisse in denletzten 6 Monaten, schwere oder instabile Angina, Herzinsuffizienz der New York Heart Association(NYHA)-Klasse III oder IV (Studie 301) oder Herzinsuffizienz der Klasse II bis IV (Studien 3011 und302) oder mit einer kardialen Ejektionsfraktion von < 50 % waren von der Phase-III-Studie mit

Abirateronacetat ausgeschlossen. Patienten mit Vorhofflimmern oder anderen kardialen Arrhythmien,die eine medizinische Therapie benötigen, waren von den Studien 3011 und 302 ausgeschlossen. Die

Sicherheit bei Patienten mit einer linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) von < 50 % oder einer

Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse III oder IV (Studie 301) oder einer Herzinsuffizienz der NYHA-

Klasse II bis IV (Studien 3011 und 302) wurde nicht nachgewiesen (siehe Abschnitte 4.8 und 5.1).

Vor Beginn der Behandlung von Patienten mit einem erheblichen Risiko für eine kongestive

Herzinsuffizienz (z. B. Herzinsuffizienz, unkontrollierte Hypertonie oder kardiale Ereignisse wieischämische Herzerkrankung in der Anamnese) ist eine Kontrolle der Herzfunktion (z. B.

Echokardiogramm) in Betracht zu ziehen. Vor Beginn der Behandlung mit Abirateronacetat soll eine

Herzinsuffizienz behandelt und die Herzfunktion optimiert werden. Hypertonie, Hypokaliämie, und

Flüssigkeitsretention sollen korrigiert und kontrolliert werden. Während der Behandlung sollen

Blutdruck, Serum-Kalium, Flüssigkeitsretention (Gewichtszunahme, periphere Ödeme) und andere

Anzeichen und Symptome für eine Herzinsuffizienz über drei Monate alle zwei Wochen undanschließend einmal im Monat kontrolliert und Anomalien korrigiert werden. Eine QT-Verlängerungwurde bei Patienten beobachtet, die eine Hypokaliämie im Zusammenhang mit einer Abirateronacetat-

Behandlung entwickelten. Die Herzfunktion ist nach klinischer Indikation zu kontrollieren, eineentsprechende Versorgung ist einzuleiten und ein Abbruch dieser Behandlung ist in Betracht zuziehen, wenn eine klinisch signifikante Verminderung der Herzfunktion auftritt (siehe Abschnitt 4.2).

Hepatotoxizität und Leberfunktionsstörung

In kontrollierten klinischen Studien traten deutlich erhöhte Leberwerte auf, die zum Absetzen der

Behandlung oder einer Dosismodifikation führten (siehe Abschnitt 4.8). Serum-Transaminasenspiegelsollen vor Beginn der Behandlung, in den ersten drei Monaten der Behandlung alle zwei Wochen undanschließend einmal im Monat bestimmt werden. Wenn klinische Symptome oder Anzeichenauftreten, die auf eine Hepatotoxizität hindeuten, sollen Serum-Transaminasen umgehend bestimmtwerden. Wenn es zu irgendeinem Zeitpunkt zu einem Anstieg von ALT oder AST über das 5­Fachedes ULN kommt, soll die Behandlung unverzüglich unterbrochen und die Leberfunktion engmaschigüberwacht werden. Eine erneute Behandlung kann erst nach Rückgang der Leberwerte auf die

Ausgangswerte des Patienten und mit einer reduzierten Dosierung durchgeführt werden (siehe

Abschnitt 4.2).

Wenn Patienten zu irgendeinem Zeitpunkt während der Behandlung eine schwere Hepatotoxizitätentwickeln (ALT oder AST 20­fach über dem ULN), muss die Behandlung abgebrochen und diese

Patienten dürfen nicht erneut behandelt werden.

Patienten mit einer aktiven oder symptomatischen viralen Hepatitis wurden von klinischen Studienausgeschlossen. Daher liegen keine Daten vor, die die Anwendung von Abirateron Accord in dieser

Population stützen.

Es liegen keine Daten zur klinischen Sicherheit und Wirksamkeit von multiplen Abirateronacetat-

Dosen bei Patienten mit mäßiger bis schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse B oder C)vor. Die Anwendung von Abirateronacetat soll bei Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung, beidenen ein Nutzen deutlich das potenzielle Risiko überwiegt, sorgfältig überprüft werden (siehe

Abschnitte 4.2 und 5.2). Abirateronacetat soll bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nichtangewendet werden (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.3 und 5.2).

Nach Markteinführung liegen seltene Berichte über akutes Leberversagen und fulminante Hepatitisvor, einige mit tödlichem Ausgang (siehe Abschnitt 4.8).

Absetzen von Kortikosteroiden und Absicherung von Stresssituationen

Vorsicht ist geboten und eine Überwachung auf eine Insuffizienz der Nebennierenrinde soll erfolgen,wenn Patienten die Behandlung mit Prednison oder Prednisolon absetzen. Wenn die Behandlung mit

Abirateronacetat nach Absetzen der Kortikosteroide fortgeführt wird, sollen die Patienten auf

Symptome eines Überschusses an Mineralkortikoiden überwacht werden (siehe Informationen oben).

Bei Patienten unter Prednison oder Prednisolon, die ungewohntem Stress ausgesetzt sind, kann eineerhöhte Dosis von Kortikosteroiden vor, während und nach der Stresssituation indiziert sein.

Knochendichte

Bei Männern mit metastasiertem fortgeschrittenem Prostatakarzinom kann eine verminderte

Knochendichte auftreten. Die Anwendung von Abirateronacetat zusammen mit einem Glucokortikoidkönnte diesen Effekt verstärken.

Vorangegangene Therapie mit Ketoconazol

Bei Patienten, die zuvor wegen eines Prostatakarzinoms mit Ketoconazol behandelt wurden, könntengeringere Response-Raten auftreten.

Hyperglykämie

Die Anwendung von Glucokortikoiden kann eine Hyperglykämie verstärken. Daher soll der

Blutzucker-Wert bei Patienten mit Diabetes häufig gemessen werden.

Hypoglykämie

Es wurden Fälle von Hypoglykämie berichtet, wenn Abirateronacetat mit Prednison/Prednisolon von

Patienten angewendet wurde, die bei einem vorbestehenden Diabetes Pioglitazon oder Repagliniderhielten (siehe Abschnitt 4.5). Daher soll der Blutzucker-Wert bei Patienten mit Diabetes beobachtetwerden.

Anwendung zusammen mit Chemotherapie

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Abirateronacetat bei gleichzeitiger Anwendung mit einerzytotoxischen Chemotherapie ist nicht erwiesen (siehe Abschnitt 5.1).

Potenzielle Risiken

Bei Männern mit metastasiertem Prostatakarzinom, einschließlich derer unter Behandlung mit

Abirateronacetat, können Anämien und sexuelle Funktionsstörungen auftreten.

Einfluss auf die Skelettmuskulatur

Es wurden Fälle von Myopathie und von Rhabdomyolyse bei mit Abirateronacetat behandelten

Patienten berichtet. Die meisten Fälle traten innerhalb der ersten 6 Monate der Behandlung auf undwaren nach Absetzen von Abirateronacetat reversibel. Vorsicht ist geboten bei Patienten, diegleichzeitig mit Arzneimitteln behandelt werden, die mit der Entstehung von

Myopathie/Rhabdomyolyse assoziiert sind.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Starke CYP3A4-Induktoren sollen aufgrund des Risikos einer verringerten Exposition von

Abirateronacetat während der Behandlung vermieden werden, es sei denn, es gibt keine therapeutische

Alternative (siehe Abschnitt 4.5).

Kombination von Abirateron und Prednison/Prednisolon mit Ra-223

Die Behandlung mit Abirateronacetat und Prednison/Prednisolon in der Kombination mit Ra-223 istkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Grund hierfür ist ein erhöhtes Frakturrisiko und ein Trend zueiner erhöhten Mortalität bei Patienten mit asymptomatischem oder mild symptomatischem

Prostatakarzinom, wie in klinischen Studien beobachtet wurde.

Es wird empfohlen, eine nachfolgende Behandlung mit Ra-223 nicht vor Ablauf von 5 Tagen nach

Einnahme der letzten Dosis Abirateronacetat in Kombination mit Prednison/Prednisolon zu beginnen.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung

Dieses Arzneimittel enthält Lactose.

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-

Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Dieses Arzneimittel enthält 24 mg Natrium pro Dosis von zwei Tabletten; entsprechend 1,04 % dervon der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der

Nahrung von 2 g.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Einfluss von Nahrungsmitteln auf Abirateronacetat

Die Anwendung zusammen mit Nahrungsmitteln erhöht die Resorption von Abirateronacetaterheblich. Die Wirksamkeit und Sicherheit bei Gabe zusammen mit Nahrungsmitteln wurde nichtnachgewiesen. Daher darf dieses Arzneimittel nicht zusammen mit Nahrungsmitteln eingenommenwerden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Potentieller Einfluss von anderen Arzneimitteln auf die Exposition von Abirateron

In einer klinischen pharmakokinetischen Interaktionsstudie mit gesunden Probanden, die mit einemstarken CYP3A4-Induktor Rifampicin 600 mg täglich über 6 Tage vorbehandelt wurden, gefolgt voneiner Einzeldosis Abirateronacetat 1000 mg, war die mittlere Plasma-AUC∞ von Abirateronacetat um55% verringert.

Starke CYP3A4-Induktoren (z. B. Phenytoin, Carbamazepin, Rifampicin, Rifabutin, Rifapentin,

Phenobarbital, Johanniskraut [Hypericum perforatum]) sollen während der Behandlung vermiedenwerden, es sei denn, es gibt keine therapeutische Alternative.

In einer separaten klinischen pharmakokinetischen Interaktionsstudie mit gesunden Probanden hattedie gleichzeitige Anwendung von Ketokonazol, einem starken CYP3A4-Inhibitor, keinen klinischrelevanten Einfluss auf die Pharmakokinetik von Abirateronacetat.

Potentieller Einfluss auf die Exposition von anderen Arzneimitteln

Abirateronacetat ist ein Inhibitor der Arzneimittel-metabolisierenden Leberenzyme CYP2D6 und

CYP2C8.

In einer Studie, die die Wirkung von Abirateronacetat (plus Prednison) auf eine Einzeldosis des

CYP2D6-Substrats Dextromethorphan untersuchte, war die systemische Exposition mit

Dextromethorphan (AUC) um etwa das 2,9­Fache erhöht. Die AUC24 für Dextrorphan, den aktiven

Metaboliten von Dextromethorphan, stieg um ca. 33 % an.

Vorsicht ist geboten bei Anwendung zusammen mit Arzneimitteln, die durch CYP2D6 aktiviert odermetabolisiert werden, insbesondere bei Arzneimitteln mit enger therapeutischer Breite. Bei

Arzneimitteln mit enger therapeutischer Breite, die durch CYP2D6 metabolisiert werden, soll eine

Reduzierung der Dosis in Betracht gezogen werden. Arzneimittel, die durch CYP2D6 metabolisiertwerden, sind beispielsweise Metoprolol, Propranolol, Desipramin, Venlafaxin, Haloperidol,

Risperidon, Propafenon, Flecainid, Codein, Oxycodon und Tramadol (die drei letzten Arzneimittelbenötigen CYP2D6, um ihre aktiven analgetisch wirksamen Metaboliten zu bilden).

In einer CYP2C8-Arzneimittel-Interaktionsstudie mit gesunden Probanden war die AUC von

Pioglitazon bei gleichzeitiger Gabe einer 1000 mg Einzeldosis Abirateronacetat um 46 % erhöht unddie AUCs von M-III und M-IV, den aktiven Metaboliten von Pioglitazon, jeweils um 10 % verringert.

Patienten sollen auf Anzeichen einer Toxizität in Verbindung mit einem CYP2C8-Substrat mit engertherapeutischer Breite überwacht werden, wenn dieses gleichzeitig angewendet wird. Beispiele für

Arzneimittel, die über CYP2C8 metabolisiert werden, sind u. a. Pioglitazon und Repaglinid (siehe

Abschnitt 4.4).

In vitro zeigten die Hauptmetabolite Abirateron-Sulfat und N-Oxid-Abirateron-Sulfat eine Hemmungdes hepatischen Aufnahmetransporters OATP1B1, was infolgedessen zu einem Anstieg der

Konzentrationen von Arzneimitteln führen kann, die durch OATP1B1 eliminiert werden. Es liegenkeine klinischen Daten vor, die eine Transporter-basierte Interaktion bestätigen.

Anwendung mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern

Da eine Androgendeprivationstherapie das QT-Intervall verlängern kann, ist bei gleichzeitiger

Anwendung von Abirateronacetat mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern,oder mit Arzneimitteln, die Torsades de Pointes induzieren können, wie Antiarrhythmika der Klasse

IA (z.B. Chinidin, Disopyramid) oder der Klasse III (z.B. Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid),

Methadon, Moxifloxacin, Antipsychotika etc., Vorsicht geboten.

Anwendung mit Spironolacton

Spironolacton bindet an den Androgenrezeptor und kann die Serumlevel des prostataspezifischen

Antigens (PSA) erhöhen. Die gleichzeitige Anwendung mit Abirateronacetat wird nicht empfohlen(siehe Abschnitt 5.1).

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Es liegen keine Daten zur Anwendung von Abirateronacetat in der Schwangerschaft beim Menschenvor. Dieses Arzneimittel ist nicht zur Anwendung bei Frauen im gebärfähigen Alter bestimmt.

Kontrazeption bei Männern und Frauen

Es ist nicht bekannt, ob Abirateronacetat oder seine Metabolite im Sperma vorhanden sind. Ein

Kondom ist erforderlich, wenn der Patient mit einer schwangeren Frau sexuell aktiv ist. Hat der

Patient Geschlechtsverkehr mit einer Frau im gebärfähigen Alter, ist sowohl ein Kondom als auch eineandere zuverlässige Verhütungsmethode erforderlich. Tierexperimentelle Studien haben eine

Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

Schwangerschaft

Abirateronacetat ist nicht zur Anwendung bei Frauen bestimmt und ist kontraindiziert bei Frauen, dieschwanger sind oder sein könnten (siehe Abschnitte 4.3 und 5.3).

Stillzeit

Abirateronacetat ist nicht zur Anwendung bei Frauen bestimmt.

Fertilität

Abirateronacetat beeinträchtigte die Fertilität männlicher und weiblicher Ratten. Diese Effekte warenjedoch vollständig reversibel (siehe Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Maschinen

Abirateron Accord hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeitund die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8 Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die Analyse der Nebenwirkungen aus kombinierten Phase-III-Studien mit Abirateronacetat zeigtefolgende Nebenwirkungen bei ≥ 10 % der Patienten: periphere Ödeme, Hypokaliämie, Hypertonie,

Harnwegsinfektion und Anstieg der Alaninaminotransferase (ALT) und/oder Anstieg der

Aspartataminotransferase (AST). Sonstige wichtige Nebenwirkungen schließen Herzerkrankungen,

Hepatotoxizität, Frakturen und allergische Alveolitis ein.

Abirateronacetat kann als pharmakodynamische Folge seines Wirkmechanismus zu Hypertonie,

Hypokaliämie und Flüssigkeitsretention führen. In Phase-III-Studien wurden die erwartetenmineralkortikoiden Nebenwirkungen häufiger bei Patienten beobachtet, die mit Abirateronacetatbehandelt wurden, als bei Patienten der Placebo-Gruppe: Hypokaliämie bei 18 % gegenüber 8 %,

Hypertonie bei 22 % gegenüber 16 % und Flüssigkeitsretention (periphere Ödeme) bei 23 %gegenüber 17 %. Bei mit Abirateronacetat behandelten Patienten gegenüber mit Placebo behandelten

Patienten wurden bei 6 % gegenüber 1 % Hypokaliämie der CTCAE-Schweregrade 3 und 4 (Version4.0), bei 7 % gegenüber 5 % Hypertonie der CTCAE-Schweregrade 3 und 4 (Version 4.0) sowie bei1 % gegenüber 1 % Flüssigkeitsretention (periphere Ödeme) der Schweregrade 3 und 4 beobachtet.

Mineralkortikoide Wirkungen konnten im Allgemeinen erfolgreich medizinisch behandelt werden. Diegleichzeitige Anwendung eines Kortikosteroids verringert die Inzidenz und die Schwere dieser

Nebenwirkungen (siehe Abschnitt 4.4).

Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

In Studien mit Patienten mit metastasiertem fortgeschrittenem Prostatakarzinom, die mit einem

LHRH-Analogon behandelt wurden oder bei denen vorher eine Orchiektomie durchgeführt wordenwar, wurde Abirateronacetat in einer Dosierung von 1000 mg täglich in Kombination mit niedrigdosiertem Prednison oder Prednisolon (entweder 5 oder 10 mg täglich, je nach Indikation) gegeben.

Im Folgenden werden die Nebenwirkungen, die in klinischen Studien und nach Markteinführungbeobachtet wurden, nach ihrer Häufigkeit aufgeführt. Bei den Häufigkeitsangaben werden folgende

Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100, < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

In jeder Häufigkeitskategorie werden die Nebenwirkungen in abnehmendem Schweregrad dargestellt.

Tabelle 1: Nebenwirkungen, die in klinischen Studien und nach Markteinführung aufgetretensind

Systemorganklasse Nebenwirkung und Häufigkeit

Infektionen und parasitäre Erkrankungen Sehr häufig: Harnwegsinfektion

Häufig: Sepsis

Erkrankungen des Immunsystems Nicht bekannt: anaphylaktische Reaktionen

Endokrine Erkrankungen Gelegentlich: Nebenniereninsuffizienz

Stoffwechsel­ und Ernährungsstörungen Sehr häufig: Hypokaliämie

Häufig: Hypertriglyceridämie

Herzerkrankungen Häufig: Herzinsuffizienz*, Angina pectoris,

Vorhofflimmern, Tachykardie

Gelegentlich: andere Arrhythmien

Nicht bekannt: Myokardinfarkt,

QT-Verlängerung (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5)

Gefäßerkrankungen Sehr häufig: Hypertonie

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums Selten: allergische Alveolitisaund Mediastinums

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts Sehr häufig: Diarrhö

Häufig: Dyspepsie

Leber­ und Gallenerkrankungen Sehr häufig: erhöhte Alaninaminotransferaseund/oder erhöhte Aspartataminotransferaseb

Selten: fulminante Hepatitis, akutes Leberversagen

Erkrankungen der Haut und des Häufig: Hautausschlag

Unterhautgewebes

Skelettmuskulatur­, Bindegewebs­ und Gelegentlich: Myopathie, Rhabdomyolyse

Knochenerkrankungen

Erkrankungen der Nieren und Harnwege Häufig: Hämaturie

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Sehr häufig: periphere Ödeme

Verabreichungsort

Verletzung, Vergiftung und durch Eingriffe Häufig: Frakturen**bedingte Komplikationen

* Herzinsuffizienz umfasst auch kongestive Herzinsuffizienz, linksventrikuläre Dysfunktion und verminderte

Ejektionsfraktion

** Frakturen beinhalten Osteoporose sowie alle Frakturen mit Ausnahme der pathologischen Frakturena

Spontane Nebenwirkungsmeldungen nach Markteinführungb

Erhöhte Alaninaminotransferase und/oder erhöhte Aspartataminotransferase umfasst erhöhte ALT, erhöhte

AST und abnormale Leberfunktion.

Die folgenden Nebenwirkungen des CTCAE-Schweregrades 3 (Version 4.0) traten bei Patienten, diemit Abirateronacetat behandelt wurden, auf: Hypokaliämie 5 %, Harnwegsinfektion 2 %, erhöhte

Alaninaminotransferase und/oder erhöhte Aspartataminotransferase 4 %, Hypertonie 6 %, Frakturen2 %, periphere Ödeme, Herzinsuffizienz 1 % und Vorhofflimmern 1 %. Im CTCAE-Schweregrad 3(Version 4.0) traten bei < 1 % der Patienten Hypertriglyceridämie und Angina pectoris auf. Im

CTCAE-Schweregrad 4 (Version 4.0) traten bei < 1 % der Patienten Harnwegsinfektion, erhöhte

Alaninaminotransferase und/oder erhöhte Aspartataminotransferase, Hypokaliämie, Herzinsuffizienz,

Vorhofflimmern und Frakturen auf.

In der hormonsensitiven Population (Studie 3011) wurde eine höhere Inzidenz für Hypertonie und

Hypokaliämie beobachtet. Bei 36,7 % der Patienten der hormonsensitiven Population wurde über

Hypertonie berichtet (Studie 3011) im Vergleich zu 11,8 % bzw. 20,2 % in den Studien 301 und 302.

Hypokaliämie wurde bei 20,4 % der Patienten der hormonsensitiven Population beobachtet (Studie3011) im Vergleich zu 19,2 % bzw. 14,9 % in den Studien 301 und 302.

Inzidenz und Schweregrad der Nebenwirkungen waren höher in der Subgruppe der Patienten miteinem initialen ECOG-Performance-Status Grad 2 sowie auch bei älteren Patienten (≥ 75 Jahre).

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen
Kardiovaskuläre Reaktionen

Patienten mit unkontrollierter Hypertonie, klinisch signifikanter Herzerkrankung im Sinne eines

Myokardinfarktes, eines arteriellen thrombotischen Ereignisses in den letzten 6 Monaten, einerschweren oder instabilen Angina, einer Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse III oder IV (Studie 301)oder einer Herzinsuffizienz der Klasse II bis IV (Studien 3011 und 302) oder einer kardialen

Ejektionsfraktion von < 50 % waren von den drei Phase-III-Studien ausgeschlossen. Alleeingeschlossenen Patienten (aktiv behandelte und mit Placebo behandelte Patienten) erhielten einebegleitende Androgenentzugstherapie, vorwiegend unter Verwendung von LHRH-Analoga, die mit

Diabetes, Myokardinfarkt, zerebrovaskulären Ereignissen und plötzlichem Herztod in Verbindunggebracht wird. Die Inzidenz für kardiovaskuläre Nebenwirkungen in den Phase-III-Studien bei

Patienten, die Abirateronacetat eingenommen haben, verglichen mit Patienten, die Placeboeingenommen haben, war wie folgt: Vorhofflimmern 2,6 % vs. 2,0 %, Tachykardie 1,9 % vs. 1,0 %,

Angina pectoris 1,7 % vs. 0,8 %, Herzinsuffizienz 0,7 % vs. 0,2 % und Arrhythmie 0,7 % vs. 0,5 %.

Hepatotoxizität

Bei Patienten, die mit Abirateronacetat behandelt wurden, wurde über Hepatotoxizität mit erhöhten

Werten für ALT, AST und Gesamt-Bilirubin berichtet. In klinischen Phase-III-Studien wurde von

Hepatotoxizität Grad 3 und 4 (bzw. ALT­ oder AST-Anstieg von > 5­fachem ULN oder Bilirubin-

Anstieg von > 1,5­fachem ULN), typischerweise während der ersten 3 Monate nach

Behandlungsbeginn, bei ungefähr 6 % der Patienten berichtet, die Abirateronacetat erhielten. In Studie3011 trat Hepatotoxizität Grad 3 oder 4 bei 8,4 % der mit Abirateronacetat behandelten Patienten auf.

Bei zehn Patienten, die Abirateronacetat erhielten, kam es wegen Hepatotoxizität zum

Behandlungsabbruch; bei zwei lag eine Hepatotoxizität Grad 2 vor, bei sechs lag eine Hepatotoxizität

Grad 3 vor und bei zwei lag eine Hepatotoxizität Grad 4 vor. Kein Patient verstarb in der Studie 3011aufgrund von Hepatotoxizität. In den klinischen Phase-III-Studien traten erhöhte Leberwerte eher beiden Patienten mit erhöhten ALT­ oder AST-Ausgangswerten auf als bei den Patienten mit normalen

Ausgangswerten. Wenn um > 5­fach ULN erhöhte ALT­ oder AST-Werte oder um > 3­fach ULNerhöhte Bilirubinwerte gemessen wurden, wurde die Gabe von Abirateronacetat ausgesetzt oderabgebrochen. In zwei Fällen kam es zu deutlich erhöhten Leberwerten (siehe Abschnitt 4.4). Diesezwei Patienten mit einer normalen Baseline-Leberfunktion entwickelten eine Erhöhung der ALT­ oder

AST-Werte um 15­ bis 40­fach ULN und der Bilirubin-Werte um 2­ bis 6­fachem ULN. Nach

Absetzen der Behandlung normalisierten sich die Leberwerte bei beiden Patienten und ein Patientwurde erneut behandelt, ohne dass die erhöhten Werte noch einmal auftraten. In Studie 302 wurdenbei 35 (6,5 %) Patienten, die mit Abirateronacetat behandelt wurden, Erhöhungen der ALT­ oder AST-

Werte des Grades 3 oder 4 beobachtet. Erhöhungen der Aminotransferase zeigten sich bei allen bis auf3 Patienten rückläufig (2 mit neuen multiplen Lebermetastasen und 1 mit Erhöhung des AST-Wertesungefähr 3 Wochen nach der letzten Abirateronacetat-Dosis). In klinischen Phase-III-Studien wurdeüber ein Absetzen der Behandlung aufgrund von Erhöhungen der ALT­ und AST-Werte oderabnormaler Leberfunktion bei 1,1 % der mit Abirateronacetat behandelten Patienten sowie bei 0,6 %der mit Placebo behandelten Patienten berichtet; es wurde über keine Todesfälle aufgrundhepatotoxischer Ereignisse berichtet.

In klinischen Studien wurde das Risiko für eine Hepatotoxizität durch Ausschluss von Patienten miteiner Hepatitis oder signifikanten Veränderungen der Leberwerte zu Beginn der Studie verringert. Inder Studie 3011 wurden Patienten mit ALT­ und AST-Ausgangswerten von > 2,5­fachem ULN,

Bilirubinwerten von > 1,5­fachem ULN oder Patienten mit aktiver oder symptomatischer viraler

Hepatitis oder chronischer Lebererkrankung, Aszites oder Blutgerinnungsstörungen infolge einer

Leberfunktionsstörung ausgeschlossen. In der Studie 301 wurden Patienten mit ALT­ und AST-

Ausgangswerten von ≥ 2,5­fachem ULN ohne Lebermetastasen bzw. > 5­fachem ULN beivorhandenen Lebermetastasen ausgeschlossen. In der Studie 302 waren Patienten mit Lebermetastasennicht eingeschlossen und Patienten mit ALT­ und AST-Ausgangswerten ≥ 2,5­fachem ULN wurdenausgeschlossen. Traten bei Patienten während der klinischen Studien abnormale Leberwerte auf,wurden unverzüglich die nötigen Maßnahmen ergriffen: Ein Abbruch der Behandlung war erforderlichund eine erneute Behandlung wurde erst wieder aufgenommen, wenn die Leberwerte wieder auf die

Ausgangswerte des Patienten zurückgegangen waren (siehe Abschnitt 4.2). Patienten mit erhöhten

ALT­ oder AST-Werten > 20­fachem ULN wurden nicht erneut behandelt. Die Sicherheit einererneuten Behandlung bei diesen Patienten ist nicht bekannt. Der Mechanismus für eine Hepatotoxizitätist nicht bekannt.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung überdas in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Erfahrungen zur Überdosierung von Abirateronacetat beim Menschen sind begrenzt.

Es gibt kein spezifisches Antidot. Im Falle einer Überdosierung soll die Behandlung ausgesetzt undallgemeine unterstützende Maßnahmen eingeleitet werden, einschließlich der Überwachung von

Arrhythmien, Hypokaliämie und hinsichtlich Anzeichen und Symptomen einer Flüssigkeitsretention.

Auch die Leberfunktion soll untersucht werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Endokrine Therapie, andere Hormonantagonisten und verwandte

Mittel, ATC-Code: L02BX03

Wirkmechanismus

Abirateronacetat wird in vivo zu Abirateron, einem Androgen-Biosynthese-Inhibitor umgewandelt.

Abirateron inhibiert selektiv das Enzym 17α-Hydroxylase/C17,20-lyase (CYP17). Dieses Enzym wirdin Hoden, Nebennieren und Prostata-Tumorgewebe exprimiert und ist für die Androgen-Biosyntheseerforderlich. CYP17 katalysiert die Umwandlung von Pregnenolon bzw. Progesteron in die

Testosteron-Vorstufen DHEA bzw. Androstenedion durch 17α-Hydroxylierung und Spaltung der

C17,20-Bindung. Die CYP17-Inhibition führt außerdem zu einer erhöhten Mineralkortikoid-

Produktion in den Nebennieren (siehe Abschnitt 4.4).

Androgensensitive Prostatakarzinome sprechen auf eine androgenspiegelsenkende Behandlung an.

Androgenentzugstherapien, wie eine Behandlung mit LHRH-Analoga oder eine Orchiektomie, senkendie Androgenproduktion in den Hoden, wirken sich jedoch nicht auf die Androgenproduktion in den

Nebennieren oder im Tumor aus. Eine Behandlung mit Abirateron senkt den Serum-

Testosteronspiegel auf nicht nachweisbare Konzentrationen (bei Verwendung handelsüblicher Tests),wenn es gemeinsam mit LHRH-Analoga gegeben wird (oder eine Orchiektomie vorgenommenwurde).

Pharmakodynamische Wirkungen

Abirateronacetat senkt den Spiegel von Serum-Testosteron und anderen Androgenen auf

Konzentrationen, die geringer sind als die, die durch die alleinige Gabe von LHRH-Analoga oder eine

Orchiektomie erreicht werden. Dies resultiert aus der selektiven Inhibition des für die Androgen-

Biosynthese erforderlichen Enzyms CYP17. PSA dient als Biomarker bei Patienten mit

Prostatakarzinom. In einer klinischen Phase-III-Studie an Patienten, die auf eine vorherige

Chemotherapie mit Taxanen nicht mehr angesprochen hatten, wiesen 38 % der Patienten, die mit

Abirateronacetat behandelt wurden, und 10 % der Patienten unter Placebo einen Rückgang des PSA-

Werts um mindestens 50 % gegenüber dem Ausgangswert auf.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Die Wirksamkeit wurde in drei randomisierten, Placebo-kontrollierten, multizentrischen, klinischen

Phase-III-Studien an Patienten mit mHSPC und mCRPC (Studien 3011, 302 und 301) nachgewiesen.

In die Studie 3011 wurden Patienten eingeschlossen, die neu mit mHSPC diagnostiziert wurden(maximal 3 Monate vor Randomisierung) und Hochrisiko-Prognosefaktoren aufwiesen. Hochrisiko-

Prognose war definiert als Vorliegen von mindestens 2 der folgenden 3 Risikofaktoren: (1) Gleason-

Score von ≥ 8; (2) Vorliegen von mindestens 3 Läsionen in der Knochenszintigraphie; (3) Vorliegenvon messbaren viszeralen Metastasen (ausgeschlossen Lymphknotenbefall). Im aktiven Arm wurde

Abirateronacetat in einer Dosierung von 1000 mg täglich in Kombination mit niedrig dosiertem

Prednison 5 mg einmal täglich zusätzlich zur ADT (LHRH-Agonist oder Orchiektomie) gegeben.

Letztere entsprach der Standardbehandlung. Patienten im Kontroll-Arm erhielten ADT und Placebofür sowohl Abirateronacetat als auch Prednison. Die in der Studie 302 eingeschlossenen Patientenwaren Docetaxel-naïv; Patienten hingegen, die in der Studie 301 eingeschlossen waren, hatten zuvor

Docetaxel erhalten. Den Patienten wurde entweder ein LHRH-Analogon gegeben, oder es war zuvoreine Orchiektomie bei ihnen vorgenommen worden. Im aktiven Behandlungsarm wurde

Abirateronacetat in einer Dosierung von 1000 mg täglich in Kombination mit niedrig dosiertem

Prednison oder Prednisolon 5 mg zweimal täglich gegeben. Die Kontrollgruppe erhielt Placebo mitniedrig dosiertem Prednison oder Prednisolon 5 mg zweimal täglich.

Änderungen in der PSA-Konzentration im Serum allein sind nicht immer ein Hinweis auf einenklinischen Nutzen. Daher wurde in allen Studien empfohlen, die Studienbehandlungen der Patientenso lange beizubehalten, bis die weiter unten aufgeführten Abbruchkriterien der jeweiligen Studieerreicht wurden.

In allen Studien war die Anwendung von Spironolacton nicht erlaubt, da Spironolacton an den

Androgenrezeptor bindet und die Serum-PSA-Werte erhöhen kann.

Studie 3011 (Patienten mit neu diagnostiziertem Hochrisiko-mHSPC)

Das mediane Alter der in Studie 3011 (n = 1199) eingeschlossenen Patienten betrug 67 Jahre. Die

Anzahl mit Abirateronacetat behandelter Patienten betrug bezogen auf ihre ethnische Herkunft 832

Kaukasier (69,4 %), 246 Asiaten (20,5 %), 25 Schwarz­ oder Afro-Amerikaner (2,1 %), 80 andererethnischer Herkunft (6,7 %), 13 unbekannter/nicht berichteter Herkunft (1,1 %) und 3 mitindianischem oder alaskischem Ursprung (0,3 %). Der ECOG-Performance-Status war bei 97 % der

Patienten 0 oder 1. Patienten mit bekannten Hirnmetastasen, unkontrollierter Hypertonie, klinischrelevanter Herzerkrankung oder Herzinsuffizienz der New York Heart Association (NYHA) Klasse

II-IV waren ausgeschlossen. Patienten mit vorheriger Arzneimitteltherapie, Strahlentherapie oder

Operation eines metastasierten Prostatakarzinoms waren ausgeschlossen mit Ausnahme von bis zu 3

Monaten ADT oder 1 palliativen Bestrahlungszyklus oder einer chirurgischen Behandlung von

Symptomen, die durch Metastasen verursacht wurden. Co-primäre Wirksamkeitsendpunkte waren

Gesamtüberleben (overall survial, OS) und radiographisch progressionsfreies Überleben(radiographic progression free survival, rPFS). Der mediane Schmerzausgangswert, gemessen anhanddes brief pain inventory-short form (BPI-SF), betrug sowohl in der Behandlungs­ als auch in der

Placebo-Gruppe 2,0. Neben den co-primären Endpunkten wurde auch der Nutzen anhand folgender

Faktoren beurteilt: Zeit bis zum nächsten skelettalen Ereignis (skeletal-related event, SRE), Zeit biszur Folgetherapie des Prostatakarzinoms, Zeit bis zum Beginn einer Chemotherapie, Zeit bis zur

Schmerzprogression und Zeit bis zur PSA-Progression. Die Behandlung wurde bis zur

Krankheitsprogression, zum Widerruf der Einwilligung, zum Auftreten von inakzetabler Toxizitätoder zum Tod fortgesetzt.

Radiographisch progressionsfreies Überleben war definiert als Zeit von der Randomisierung bis zum

Auftreten einer radiographischen Progression oder zum Tod aufgrund jeglicher Ursache.

Radiographische Progression umfasste den Progressionsnachweis anhand einer Knochenszintigraphie(nach den modifizierten Kriterien der prostate cancer working group 2, PCWG 2) oder den

Progressionsnachweis von Weichteilläsionen anhand von CT oder MRT (nach den Kriterien für die

Bewertung des Ansprechens der Behandlung bei soliden Tumoren = response evaluation criteria insolid tumors, RECIST 1.1).

Es wurde ein signifikanter Unterschied im rPFS zwischen den Behandlungsgruppen beobachtet (siehe

Tabelle 2 und Abbildung 1).

Tabelle 2: Radiographisch progressionsfreies Überleben - Stratifizierte Analyse,

Intent-To-Treat-Population (Studie PCR3011)

Abirateronacetat mit Placebo

Randomisierte Patienten Prednison (AA-P) 602

Ereignis 239 (40,0 %) 354 (58,8 %)

Zensiert 358 (60,0 %) 248 (41,2 %)

Zeit bis Ereignis (in

Monaten)

Median (95 % KI) 33,02 (29,57, NE) 14,78 (14,69, 18,27)

Bereich (0,0 +, 41,0 +) (0,0 +, 40,6 +)p-Werta < 0,0001

Hazard Ratio (95 % KI)b 0,466 (0,394, 0,550)

Hinweis: + = zensierte Beobachtung, NE (not estimable) = nicht auswertbar. Die radiographische Progressionund der Tod sind in der Definition des rPFS-Ereignisses berücksichtigt. AA-P = Patienten, die Abirateronacetatund Prednison erhielten.ap-Wert stammt aus einem Log-Rank-Test, stratifiziert nach ECOG-PS-Score (0/1 oder 2) und viszeralen

Läsionen (nicht vorhanden oder vorhanden).b

Hazard Ratio geht auf ein stratified proportional hazards model zurück. Hazard Ratio < 1 favorisiert AA-P.

Abbildung 1: Kaplan-Meier-Kurve des radiographisch progressionsfreien Überlebens;

Intent-To-Treat-Population (Studie PCR3011)

Im Vergleich zu Placebo plus ADT war eine statistisch signifikante Verbesserung des

Gesamtüberlebens (OS) zugunsten von AA-P plus ADT mit einer 34 %igen Reduktion des Risikos zuversterben zu beobachten (HR = 0,66; 95 % KI: 0,56; 0,78; p < 0,0001), (siehe Tabelle 3 und

Abbildung 2).

Tabelle 3: Gesamtüberleben der Patienten, die entweder mit Abirateronacetat oder mit Placebosin Studie PCR3011 behandelt wurden (Intent-to-Treat-Analyse)

Gesamtüberleben Abirateronacetat mit Placebo

Prednison (N=602)(N=597)

Todesfälle (%) 275 (46 %) 343 (57 %)

Medianes Überleben (Monate) 53,3 36,5(95 % KI) (48,2; NE) (33,5; 40,0)

Hazard-Ratio (95 % KI)1 0,66 (0,56; 0,78)

NE = nicht auswertbar.

1 Das Hazard-Ratio geht auf ein stratified proportional hazards model zurück. Ein Hazard Ratio < 1favorisiert Abirateronacetat mit Prednison

Abbildung 2: Kaplan-Meier-Kurve des Gesamtüberlebens; Intent-To-Treat-Population in

Studie PCR3011

Die Subgruppen-Analysen fallen konsistent zugunsten der Behandlung mit Abirateronacetat aus. Der

Behandlungseffekt von AA-P in Hinblick auf das rPFS und OS erwies sich in allen vordefinierten

Subgruppen als vorteilhaft und stimmte konsistent mit dem der Gesamtstudienpopulation überein, mit

Ausnahme der Subgruppe mit einem ECOG-Score von 2, bei der kein vorteilhafter Trend beobachtetwurde; hier können keine aussagekräftigen Schlussfolgerungen aufgrund des geringen

Stichprobenumfangs (n = 40) gezogen werden.

Zusätzlich zu den beobachteten Verbesserungen hinsichtlich des Gesamtüberlebens und rPFS zeigtesich ein Vorteil für Abirateronacetat im Vergleich zur Placebo-Behandlung bezüglich aller prospektivdefinierten sekundären Endpunkte.

Studie 302 (Chemotherapie-naive Patienten)

In diese Studie waren Chemotherapie-naive Patienten eingeschlossen, die asymptomatisch oder mildsymptomatisch waren, und bei denen eine Chemotherapie noch nicht klinisch indiziert war. Ein Brief

Pain Inventory Short Form (BPI-SF) von 0 - 1 als stärkster Schmerz in den letzten 24 Stunden wurdeals asymptomatisch definiert und ein Score von 2 ­ 3 als mild symptomatisch.

Das mittlere Alter der in Studie 302 (n = 1088) eingeschlossenen Patienten betrug 71 Jahre für die mit

Abirateronacetat plus Prednison oder Prednisolon behandelten Patienten und 70 Jahre für die mit

Placebo plus Prednison oder Prednisolon. Die Anzahl mit Abirateronacetat behandelter Patientenbetrug bezogen auf ihre ethnische Herkunft 520 Kaukasier (95,4 %), 15 Schwarze (2,8 %), 4 Asiaten(0,7 %) und 6 Patienten waren anderer ethnischer Herkunft (1,1 %). Die eingeschlossenen Patientenwiesen in beiden Studienarmen einen Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG)-Performance-

Status von 0 bei 76 % und von 1 bei 24 % der Patienten auf. 50 % der Patienten hatten nur

Knochenmetastasen, weitere 31 % der Patienten hatten Knochen­ und Weichteil­ oder

Lymphknotenmetastasen und 19 % der Patienten hatten nur Weichteil­ oder Lymphknotenmetastasen.

Patienten mit viszeralen Metastasen waren ausgeschlossen. Co-primäre Endpunkte waren

Gesamtüberleben und radiographisch progressionsfreies Überleben (rPFS). Zusätzlich zu den co-primären Endpunkten wurde ein Vorteil durch Zeit bis zum Opiatgebrauch bei krebsbedingten

Schmerzen, Zeit bis zum Beginn einer zytotoxischen Chemotherapie, Zeit bis zur Verschlechterungdes ECOG-Performance-Score um ≥ 1 Punkt und Zeit bis zur PSA-Progression nach den Kriterien der

Prostate Cancer Working Group­2 (PCWG2) beurteilt. Die Studienbehandlung wurde zum Zeitpunktdes eindeutigen klinischen Progresses abgebrochen. Die Behandlung konnte nach Ermessen des

Prüfarztes auch zum Zeitpunkt des bestätigten radiographischen Progresses beendet werden.

Das radiographisch progressionsfreie Überleben (rPFS) wurde anhand sequenzieller bildgebender

Verfahren nach Kriterien der PCWG2 (für Knochenläsionen) und modifizierter Kriterien zur

Bewertung des Ansprechens solider Tumore (für Weichteilläsionen, Response Evaluation Criteria In

Solid Tumors, RECIST) bestimmt. Zur Analyse des rPFS wurden zentral geprüfte Befunde desradiographischen Progresses verwendet.

Zum Zeitpunkt der geplanten rPFS-Analyse waren 401 Ereignisse eingetreten: 150 (28 %) der mit

Abirateronacetat behandelten Patienten und 251 (46 %) der mit Placebo behandelten Patienten wieseneinen radiographischen Nachweis eines Progresses auf oder waren verstorben. Es wurde einsignifikanter Unterschied im rPFS zwischen den Behandlungsgruppen beobachtet (Tabelle 4 und

Abbildung 3).

Tabelle 4: Studie 302: Radiographisch progressionsfreies Überleben von Patienten, die entwedermit Abirateronacetat oder Placebo in Kombination mit Prednison oder Prednisolonplus LHRH-Analoga oder vorheriger Orchiektomie behandelt wurden

Abirateronacetat Placebo(N=546) (N=542)

Radiographischprogressionsfreies

Überleben(rPFS)

Progression oder Tod 150 (28 %) 251 (46 %)

Medianes rPFS in Monaten Nicht erreicht 8,3(95 % KI) (11,66; NE) (8,12; 8,54)p-Wert* < 0,0001

Hazard Ratio** (95 % KI) 0,425 (0,347; 0,522)

NE = nicht auswertbar

* p-Wert berechnet mit einem Log-Rank-Test stratifiziert nach ECOG-Score zu Beginn der Studie (0 oder 1)

** Hazard Ratio < 1 zugunsten von Abirateronacetat

Abbildung 3: Kaplan-Meier-Kurven des radiographisch progressionsfreien Überlebens von

Patienten, die entweder mit Abirateronacetat oder Placebo in Kombination mit

Prednison oder Prednisolon plus LHRH-Analoga oder vorheriger Orchiektomiebehandelt wurden

AA = Abirateronacetat

Patientendaten wurden über den Zeitpunkt der zweiten Interimanalyse des Gesamtüberlebens (OS)hinaus gesammelt. Eine Sensitivitätsanalyse der Nachbeobachtungsdaten des rPFS nach Einschätzungdes Prüfarztes ist in Tabelle 5 und Abbildung 4 dargestellt.

Sechshundertsieben (607) Patienten hatten einen radiographischen Progress oder waren verstorben:

271 (50 %) in der Abirateronacetat-Gruppe und 336 (62 %) in der Placebo-Gruppe. Die Behandlungmit Abirateronacetat reduzierte das Risiko der radiographischen Progression oder Tod um 47 % im

Vergleich zu Placebo (HR = 0,530; 95 % KI: [0,451; 0,623], p < 0,0001). Das mediane rPFS betrug16,5 Monate in der Abirateronacetat-Gruppe und 8,3 Monate in der Placebo-Gruppe.

Tabelle 5: Studie 302: Radiographisch progressionsfreies Überleben von Patienten, dieentweder mit Abirateronacetat oder Placebo in Kombination mit Prednison oder

Prednisolon plus LHRH-Analoga oder vorheriger Orchiektomie behandelt wurden(zum Zeitpunkt der zweiten Interimsanalyse des OS -Einschätzung des Prüfarztes)

Abirateronacetat Placebo(N=546) (N=542)

Radiographischprogressionsfreies

Überleben(rPFS)

Progression oder Tod 271 (50 %) 336 (62 %)

Medianes rPFS in Monaten 16,5 8,3 (8,05; 9,43)(95 % KI) (13,80; 16,79)p-Wert* < 0,0001

Hazard Ratio** (95 % KI) 0,530 (0,451; 0,623)

* p-Wert berechnet mit einem Log-Rank-Test stratifiziert nach ECOG-Score zu Beginn der Studie (0 oder 1)

** Hazard Ratio < 1 zugunsten von Abirateronacetat

Abbildung 4: Kaplan-Meier-Kurven des radiographisch progressionsfreien Überlebens von

Patienten, die entweder mit Abirateronacetat oder Placebo in Kombination mit

Prednison oder Prednisolon plus LHRH-Analoga oder vorheriger

Orchiektomie behandelt wurden (zum Zeitpunkt der zweiten Interimsanalysedes OS-Einschätzung des Prüfarztes)

AA = Abirateronacetat

Eine geplante Interimsanalyse (IA) des OS wurde nach 333 beobachteten Todesfällen durchgeführt.

Die Studie wurde aufgrund des Ausmaßes des klinischen Vorteils entblindet und Patienten in der

Placebogruppe eine Behandlung mit Abirateronacetat angeboten. Das Gesamtüberleben war unter

Abirateronacetat länger als unter Placebo mit einer 25%igen Reduktion des Risikos zu versterben (HR= 0,752; 95 % KI: [0,606; 0,934], p = 0,0097), aber das OS war nicht ausgereift und die

Interimsergebnisse erreichten nicht die präspezifizierte Abbruchgrenze für eine statistische Signifikanz(siehe Tabelle 6). Die Nachbeobachtung des Überlebens wurde nach dieser IA fortgesetzt.

Die geplante finale Analyse für das OS wurde durchgeführt, nachdem 741 Todesfälle beobachtetworden waren (bei medianer Nachbeobachtung von 49 Monaten). Fünfundsechzig Prozent (354 von546) der mit Abirateronacetat behandelten Patienten im Vergleich zu 71 % (387 von 542) der mit

Placebo behandelten Patienten waren verstorben. Ein statistisch signifikanter Vorteil des OSzugunsten der Abirateronacetat-Behandlungsgruppe wurde mit einer 19,4%igen Reduktion des Risikoszu versterben (HR = 0,806; 95 % KI: [0,697; 0,931], p = 0,0033) und einer Verbesserung desmedianen OS von 4,4 Monaten (Abirateronacetat 34,7 Monate, Placebo 30,3 Monate) gezeigt (siehe

Tabelle 6 und Abbildung 5). Diese Verbesserung wurde gezeigt, obwohl 44 % der Patienten im

Placeboarm Abirateronacetat als Folgetherapie erhielten.

Tabelle 6: Studie 302: Gesamtüberleben von Patienten, die entweder mit Abirateronacetat oder Placeboin Kombination mit Prednison oder Prednisolon plus LHRH-Analoga oder vorheriger

Orchiektomie behandelt wurden

Abirateronacetat Placebo(n = 546) (n = 542)

Interimsanalyse des

Gesamtüberlebens

Todesfälle (%) 147 (27 %) 186 (34 %)

Medianes Überleben Nicht erreicht 27,2(Monate) (NE; NE) (25,95; NE)(95 % KI)p-Wert* 0,0097

Hazard Ratio** (95 % KI) 0,752 (0,606; 0,934)

Finale Analyse des

Gesamtüberlebens

Todesfälle 354 (65 %) 387 (71 %)

Medianes Gesamtüberleben 34,7 (32,7; 36,8) 30,3 (28,7; 33,3)in

Monaten (95 % KI)p-Wert* 0,0033

Hazard Ratio** (95 % KI) 0,806 (0,697; 0,931)

NE= Nicht auswertbar

* p-Wert berechnet mit einem Log-Rank-Test stratifiziert nach ECOG-Score zu Beginn der Studie (0 oder 1)

** Hazard Ratio < 1 zugunsten von Abirateronacetat

Abbildung 5: Kaplan-Meier-Überlebenskurven von Patienten, die entweder mit

Abirateronacetat oder Placebo in Kombination mit Prednison oder Prednisolonplus LHRH-Analoga oder vorheriger Orchiektomie behandelt wurden, finale

Analyse

AA = Abirateronacetat

Zusätzlich zu den beobachteten Verbesserungen im Gesamtüberleben und rPFS zeigte sich ein Vorteilfür Abirateronacetat im Vergleich zu Placebo hinsichtlich aller sekundären Endpunkte wie folgt:

Zeit bis zur PSA-Progression nach Kriterien der PCWG2: Die mediane Zeit bis zur PSA-Progressionbetrug 11,1 Monate bei Patienten, welche Abirateronacetat erhielten, und 5,6 Monate bei Patienten,welche Placebo erhielten (HR = 0,488; 95 % KI: [0,420; 0,568], p < 0,0001). Die Zeit bis zur PSA-

Progression wurde unter der Behandlung mit Abirateronacetat etwa verdoppelt (HR = 0,488). Der

Anteil an Patienten mit einem bestätigten PSA-Ansprechen war in der Abirateronacetat-Gruppe größerals in der Placebo-Gruppe (62 % gegenüber 24 %; p < 0,0001). Bei Patienten mit messbarer

Weichteilmanifestation zeigten sich unter der Behandlung mit Abirateronacetat signifikant mehr Fällevollständigen und partiellen Tumor-Ansprechens.

Zeit bis zum Opiatgebrauch bei krebsbedingten Schmerzen: Zum Zeitpunkt der finalen Analyse betrugdie mediane Zeit bis zum Opiatgebrauch bei Schmerzen aufgrund von Prostatakrebs 33,4 Monate bei

Patienten, welche Abirateronacetat erhielten, und 23,4 Monate bei Patienten, welche Placebo erhielten(HR = 0,721; 95 % KI: [0,614; 0,846], p < 0,0001).

Zeit bis zum Beginn einer zytotoxischen Chemotherapie: Die mediane Zeit bis zum Beginn einerzytotoxischen Chemotherapie betrug 25,2 Monate bei Patienten, welche Abirateronacetat erhielten,und 16,8 Monate bei Patienten, welche Placebo erhielten (HR = 0,580; 95 % KI: [0,487; 0,691],p < 0,0001).

Zeit bis zur Verschlechterung des ECOG-Performance-Score um ≥ 1 Punkt: Die mediane Zeit bis zur

Verschlechterung des ECOG-Performance-Score um ≥ 1 Punkt betrug 12,3 Monate bei Patienten,welche Abirateronacetat erhielten, und 10,9 Monate bei Patienten, welche Placebo erhielten(HR = 0,821; 95 % KI: [0,714; 0,943], p = 0,0053).

Die folgenden Studienendpunkte zeigten einen statistisch signifikanten Vorteil zugunsten einer

Behandlung mit Abirateronacetat:

Objektives Ansprechen: Objektives Ansprechen war definiert als der Anteil der Patienten mitmessbarer Erkrankung, die ein vollständiges oder partielles Ansprechen nach RECIST-Kriterienerreichten (um als Ziel-Läsion berücksichtigt zu werden, wurde ein Lymphknotendurchmesser zu

Beginn der Studie ≥ 2 cm vorausgesetzt). Der Anteil der Patienten mit messbarer Erkrankung zu

Beginn der Studie, welche ein objektives Ansprechen erreichten, betrug 36% in der Abirateronacetat-

Gruppe und 16 % in der Placebo-Gruppe (p < 0,0001).

Schmerz: Die Behandlung mit Abirateronacetat reduzierte signifikant das Progressionsrisiko dermittleren Schmerzintensität um 18 % im Vergleich zu Placebo (p = 0,0490). Die mediane Zeit bis zur

Progression betrug 26,7 Monate in der Abirateronacetat-Gruppe und 18,4 Monate in der Placebo-

Gruppe.

Zeit bis zur Verschlechterung des FACT-P (Gesamt-Punktzahl): die Behandlung mit Abirateronacetatsenkte das Risiko einer Verschlechterung des FACT-P (Gesamtpunktzahl) um 22 % im Vergleich zu

Placebo (p = 0,0028). Die mediane Zeit bis zur Verschlechterung des FACT-P (Gesamt-Score) betrug12,7 Monate in der Abirateronacetat-Gruppe und 8,3 Monate in der Placebo-Gruppe.

Studie 301 (Patienten, welche eine vorangegangene Chemotherapie erhalten hatten)

In der Studie 301 wurden Patienten eingeschlossen, welche zuvor Docetaxel erhalten hatten. Es warnicht erforderlich, dass die Patienten unter Docetaxel eine Krankheitsprogression zeigten, da die

Chemotherapie auch aufgrund resultierender Toxizität abgebrochen werden konnte. Die

Studienbehandlung der Patienten wurde beibehalten, bis eine PSA-Progression (bestätigter Anstieg um25 % gegenüber dem Ausgangswert/Nadir des Patienten) zusammen mit einer im Protokoll definiertenradiologischen Progression und symptomatischen oder klinischen Progression auftrat. Patienten miteiner früheren Ketoconazol-Therapie zur Behandlung des Prostatakarzinoms wurden von dieser Studieausgeschlossen. Der primäre Endpunkt war das Gesamtüberleben.

Das mittlere Alter der in die Studie eingeschlossenen Patienten betrug 69 Jahre (zwischen 39 und 95

Jahre). Die Anzahl mit Abirateronacetat behandelter Patienten betrug bezogen auf ihre ethnische

Herkunft 737 Kaukasier (93,2 %), 28 Schwarze (3,5 %), 11 Asiaten (1,4 %) und 14 Patienten warenanderer ethnischer Herkunft (1,8 %). 11 % der eingeschlossenen Patienten wiesen einen ECOG-

Performance-Score von 2 auf. 70 % zeigten im radiologischen Nachweis eine Progression der

Erkrankung mit oder ohne PSA-Progression. 70 % hatten zuvor eine und 30 % zweimal einezytotoxische Chemotherapie erhalten. Lebermetastasen waren bei 11 % der mit Abirateronacetatbehandelten Patienten vorhanden.

Aus einer geplanten Analyse, die nach 552 Todesfällen durchgeführt wurde, ging hervor, dass 42 %(333 von 797) der mit Abirateronacetat behandelten Patienten und 55 % (219 von 398) der mit

Placebo behandelten Patienten verstorben waren. Eine statistisch signifikante Verbesserung desmedianen Gesamtüberlebens war bei Patienten zu beobachten, die mit Abirateronacetat behandeltwurden (siehe Tabelle 7).

Tabelle 7: Gesamtüberleben von Patienten, die entweder mit Abirateronacetat oder Placebo in

Kombination mit Prednison oder Prednisolon plus LHRH-Analoga oder vorheriger

Orchiektomie behandelt wurden

Abirateronacetat Placebo(N=797) (N=398)

Primäre

Überlebensanalyse

Todesfälle (%) 333 (42 %) 219 (55 %)

Medianes Überleben14,8 (14,1; 15,4) 10,9 (10,2; 12,0)(Monate) (KI 95 %)p-Werta < 0,0001

Hazard Ratio (95 % KI)b 0,646 (0,543; 0,768)

Aktualisierte

Überlebensanalyse

Todesfälle (%) 501 (63 %) 274 (69 %)

Medianes Überleben 15,8 (14,8; 17,0)11,2 (10,4; 13,1)(Monate) (KI 95 %)

Hazard Ratio (95 % KI)b 0,740 (0,638; 0,859)a Der p-Wert geht auf einen Log-Rank-Test zurück, der nach ECOG-Performance-Status-Score (0 - 1 versus 2),

Schmerz-Score (fehlend versus vorhanden), Anzahl früherer Chemotherapien (1 versus 2) und Typ der

Krankheitsprogression (nur PSA versus radiologisch) stratifiziert wurde.b Hazard Ratio geht auf ein stratified proportional hazards model zurück. Hazard Ratio < 1 begünstigt

Abirateronacetat.

Nach den ersten Behandlungsmonaten hatte zu jedem Bewertungszeitpunkt ein höherer Anteil, der mit

Abirateronacetat behandelten Patienten, im Vergleich zum Anteil der mit Placebo behandelten Patientenüberlebt (siehe Abbildung 6).

Abbildung 6: Kaplan-Meier-Überlebenskurven von Patienten, die entweder mit

Abirateronacetat oder Placebo in Kombination mit Prednison oder Prednisolonplus LHRH-Analoga oder vorheriger Orchiektomie behandelt wurden

AA = Abirateronacetat

Subgruppen-Analysen zum Überleben zeigten einen konsistenten Überlebensvorteil für die

Behandlung mit Abirateronacetat (siehe Abbildung 7).

Abbildung 7: Gesamtüberleben nach Subgruppe: Hazard Ratio und 95 % Konfidenzintervall

AA=Abirateronacetat; BPI=Brief Pain Inventory (Schmerz-Score); KI=Konfidenzintervall;

ECOG=Performance-Score der Eastern Cooperative Oncology Group; HR=Hazard Ratio; NE=nichtauswertbar

Zusätzlich zur beobachteten Verbesserung des Gesamtüberlebens sprachen alle sekundären Endpunkteder Studie für Abirateronacetat und waren nach Anpassung für multiples Testen wie folgt statistischsignifikant:

Patienten, die Abirateronacetat erhalten hatten, wiesen eine signifikant höhere PSA-Gesamt-

Responserate auf (definiert als ≥ 50 %iger Rückgang gegenüber dem Ausgangswert) als Patienten, die

Placebo erhalten hatten: 38 % gegenüber 10 %, p < 0,0001.

Die mediane Zeit bis zur PSA-Progression betrug bei mit Abirateronacetat behandelten Patienten 10,2

Monate und bei mit Placebo behandelten Patienten 6,6 Monate (HR = 0,580; 95 % KI: [0,462; 0,728],p < 0,0001).

Das mediane radiologische progressionsfreie Überleben betrug bei mit Abirateronacetat behandelten

Patienten 5,6 Monate und bei Patienten, die Placebo erhielten, 3,6 Monate (HR = 0,673; 95 % KI:

[0,585; 0,776], p < 0,0001).

Schmerz

Der Anteil der Patienten mit einem Schmerzrückgang war in der Abirateronacetat-Gruppe statistischsignifikant höher als in der Placebo-Gruppe (44 % gegenüber 27 %, p = 0,0002). Ein Responder aufeine Schmerztherapie war definiert als Patient, bei dem ein Rückgang der Schmerzen um mindestens30 % gegenüber dem Ausgangswert auf der Skala für den stärksten Schmerz im BPI-Schmerz-Score(BPI-SF) über die letzten 24 Stunden ohne Erhöhung der Analgetika bei zwei aufeinander folgenden

Bewertungen im Abstand von vier Wochen beobachtet werden konnte. Nur Patienten mit einem

Schmerzausgangswert von ≥ 4 und mindestens einem nach dem Schmerzausgangswert erhobenen

Wert gingen in die Bewertung zum Schmerzrückgang ein (N = 512).

Ein geringerer Anteil der mit Abirateronacetat behandelten Patienten verzeichnete im Vergleich zuplacebobehandelten Patienten eine Schmerz-Progression nach 6 (22 % gegenüber 28 %), 12 (30 %gegenüber 38 %) und 18 Monaten (35 % gegenüber 46 %). Schmerz-Progression war definiert als

Zunahme von ≥ 30 % gegenüber dem Ausgangswert auf der Skala für den stärksten Schmerz im BPI-

Schmerz-Score (BPI-SF) über die letzten 24 Stunden ohne Verringerung der Analgetika bei zweiaufeinander folgenden Besuchen oder einer Erhöhung der Analgetika um ≥ 30 % bei zwei aufeinanderfolgenden Besuchen. Die Zeit bis zur Schmerz-Progression beim 25. Perzentil betrug in der

Abirateronacetat Gruppe 7,4 Monate und in der Placebo-Gruppe 4,7 Monate.

Skelettale Ereignisse

Verglichen mit der Placebo-Gruppe hatte ein kleinerer Anteil der Patienten in der Abirateronacetat-

Gruppe skelettale Ereignisse nach 6 Monaten (18 % gegenüber 28 %), nach 12 Monaten (30 %gegenüber 40 %) und nach 18 Monaten (35 % gegenüber 40 %). Die Zeit bis zum ersten skelettalen

Ereignis in der 25. Perzentile war in der Abirateronacetat-Gruppe mit 9,9 gegenüber 4,9 Monatendoppelt so hoch wie in der Kontrollgruppe. Ein skelettales Ereignis war definiert als pathologische

Fraktur, Rückenmarkskompression, palliative Knochenbestrahlung oder Operation am Knochen.

Kinder und Jugendliche

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für das Referenzarzneimittel, das Abirateronacetat enthält,eine Freistellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen

Altersklassen in fortgeschrittenem Prostatakarzinom gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationenzur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach Gabe von Abirateronacetat wurde die Pharmakokinetik von Abirateron und Abirateronacetat beigesunden Probanden, bei Patienten mit metastasiertem fortgeschrittenem Prostatakarzinom und bei

Probanden ohne Krebserkrankung mit Leber­ oder Nierenfunktionsstörung untersucht.

Abirateronacetat wird in vivo schnell in den Androgen-Biosynthese-Inhibitor Abirateron umgewandelt(siehe Abschnitt 5.1).

Resorption

Nach oraler Gabe von Abirateronacetat in nüchternem Zustand beträgt die Zeit bis zum Erreichen dermaximalen Abirateron-Konzentration im Plasma etwa 2 Stunden.

Die Gabe von Abirateronacetat mit Nahrungsmitteln führt im Vergleich zur Gabe im nüchternen

Zustand, abhängig vom Fettgehalt der Mahlzeit, zu einem bis zu 10­fachen (AUC) und bis zu17­fachen (Cmax) Anstieg der mittleren systemischen Abirateron-Exposition. Angesichts der normalen

Variation bei Inhalt und Zusammensetzung der Mahlzeiten führt die Einnahme von Abirateronzusammen mit Mahlzeiten potenziell zu einer sehr variablen Exposition. Daher darf Abirateronacetatnicht zusammen mit Nahrungsmitteln eingenommen werden. Es soll mindestens eine Stunde vor oderfrühestens zwei Stunden nach dem Essen eingenommen werden. Die Tabletten sollen unzerteilt mit

Wasser geschluckt werden (siehe Abschnitt 4.2).

Verteilung

Die Plasma-Proteinbindung von 14C-Abirateron im menschlichen Plasma beträgt 99,8 %. Dasscheinbare Verteilungsvolumen beträgt etwa 5.630 l, was darauf hindeutet, dass sich Abirateronacetatstark im peripheren Gewebe verteilt.

Biotransformation

Nach oraler Gabe von 14C-Abirateronacetat als Kapseln wird Abirateronacetat zu Abirateronhydrolysiert und dann durch Sulfatierung, Hydroxylierung und Oxidation primär in der Lebermetabolisiert. Der Großteil der zirkulierenden Radioaktivität (etwa 92 %) liegt in Form von

Metaboliten von Abirateron vor. Von 15 nachweisbaren Metaboliten machen die beiden

Hauptmetabolite Abirateron-Sulfat und N-Oxid-Abirateron-Sulfat jeweils 43 % der gesamten

Radioaktivität aus.

Elimination

Die mittlere Halbwertzeit von Abirateron im Plasma beträgt basierend auf Daten von gesunden

Probanden etwa 15 Stunden. Nach oraler Gabe von 1000 mg 14C-Abirateronacetat werden etwa 88 %der radioaktiven Dosis in den Fäzes und etwa 5 % im Urin gefunden. Die Hauptbestandteile in den

Fäzes sind unverändertes Abirateronacetat und Abirateron (etwa 55 % bzw. 22 % der angewendeten

Dosis).

Nierenfunktionsstörung

Die Pharmakokinetik von Abirateronacetat wurde bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz undfestem Hämodialyse-Programm gegenüber Kontrollpersonen mit normaler Nierenfunktion nach dermatched-pair-Methode verglichen. Die systemische Exposition von Abirateronacetat stieg nacheinmaliger oraler Gabe von 1000 mg bei Personen mit dialysepflichtiger terminaler Niereninsuffizienznicht an. Die Gabe bei Patienten mit einer Einschränkung der Nierenfunktion, einschließlich einerschweren Einschränkung der Nierenfunktion, erfordert keine Dosisreduktion (siehe Abschnitt 4.2).

Allerdings liegen keine klinischen Erfahrungen bei Patienten mit Prostatakarzinom und schwerer

Einschränkung der Nierenfunktion vor. Bei diesen Patienten ist Vorsicht geboten.

Leberfunktionsstörung

Die Pharmakokinetik von Abirateronacetat wurde bei Probanden mit vorbestehender leichter (Child

Pugh-Klasse A) oder mäßiger (Child Pugh-Klasse B) Leberfunktionsstörung und bei gesunden

Kontrollpersonen untersucht. Die systemische Abirateronacetat-Exposition stieg nach einmaligeroraler Gabe von 1.000 mg bei Probanden mit einer vorbestehenden leichten Leberfunktionsstörung umetwa 11 % und bei Probanden mit einer vorbestehenden mäßigen Leberfunktionsstörung um 260 % an.

Die mittlere Halbwertzeit von Abirateronacetat verlängert sich bei Probanden mit einer leichten

Leberfunktionsstörung auf etwa 18 Stunden und bei Probanden mit einer mäßigen

Leberfunktionsstörung auf etwa 19 Stunden.

In einer weiteren klinischen Studie wurde die Pharmakokinetik von Abirateronacetat bei Probandenmit vorbestehender schwerer (Child-Pugh-Klasse C) Leberfunktionsstörung (n = 8) und bei 8gesunden Kontrollprobanden mit normaler Leberfunktion untersucht. Verglichen mit den Probandenmit normaler Leberfunktion stieg bei den Probanden mit einer schweren Leberfunktionsstörung die

AUC von Abirateron um etwa 600 % an und der Anteil an frei verfügbarem Wirkstoff erhöhte sich um80 %.

Bei Patienten mit vorbestehender leichter Leberfunktionsstörung ist keine Dosisanpassungerforderlich.

Die Anwendung von Abirateronacetat soll bei Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung, bei denenein Nutzen deutlich das potenzielle Risiko überwiegt, sorgfältig überprüft werden (siehe Abschnitte4.2 und 4.4). Abirateronacetat soll bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht angewendetwerden (siehe Abschnitte 4.2, pct. 4.3 und 4.4).

Bei Patienten, die während der Behandlung eine Hepatotoxizität entwickeln, kann eine Unterbrechungder Behandlung und eine Dosisanpassung erforderlich sein (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

5.3 Präklinische Sicherheitsdaten

In allen tierexperimentellen Toxizitätsstudien waren die zirkulierenden Testosteron-Spiegel signifikantreduziert. Infolgedessen wurden eine Reduzierung der Organgewichte, morphologische und/oderhistopathologische Veränderungen an Reproduktionsorganen sowie an Nebennieren, Hypophyse und

Brustdrüsen beobachtet. Alle Veränderungen waren vollständig oder teilweise reversibel. Die

Veränderungen an den Reproduktionsorganen und den androgen-sensitiven Organen sind konsistentmit der Pharmakologie von Abirateronacetat. Alle mit der Behandlung zusammenhängendenhormonellen Veränderungen waren reversibel oder zeigten sich nach einem Regenerationszeitraumvon 4 Wochen rückläufig.

Abirateronacetat führte zu einer Herabsetzung der Fertilität in Reproduktionsstudien an männlichenund weiblichen Ratten, welche sich 4 bis 16 Wochen nach Absetzen des Abirateronacetats vollständigzurückbildete.

In einer Studie an Ratten zur Entwicklungstoxizität beeinflusste Abirateronacetat die Schwangerschaftund führte zu reduziertem Fetalgewicht und Überleben. Es wurden Auswirkungen auf die äußeren

Geschlechtsorgane beobachtet, auch wenn Abirateronacetat nicht teratogen war.

In den Studien zur Reproduktions­ und Entwicklungstoxizität an Ratten waren alle Veränderungen in

Bezug zu der pharmakologischen Wirkung von Abirateronacetat.

Abgesehen von den Veränderungen der Reproduktionsorgane, die in allen tierexperimentellen

Toxizitätsstudien beobachtet wurden, lassen die präklinischen Daten, die auf den konventionellen

Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe, Genotoxizität undkarzinogenes Potenzial basieren, keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen. In einer6-monatigen Studie an transgenen Mäusen (Tg.rasH2) war Abirateronacetat nicht karzinogen. In einer24-monatigen Karzinogenitätsstudie an Ratten erhöhte Abirateronacetat die Inzidenz für

Interstitialzell-Neoplasien in den Hoden. Dieses Ergebnis wird mit der pharmakologischen Wirkungvon Abirateronacetat in Verbindung gebracht und ist rattenspezifisch. Bei weiblichen Ratten war

Abirateronacetat nicht karzinogen.

Beurteilung der Risiken für die Umwelt (Environmental risk assessment [ERA])

Der Wirkstoff Abirateronacetat stellt ein Umweltrisiko für die aquatische Umwelt dar, insbesonderefür Fische.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern

Lactose-Monohydrat

Mikrokristalline Cellulose (E460)

Croscarmellose-Natrium (E468)

Hypromellose

Natriumdodecylsulfat

Hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat (E572)

Filmüberzug

Poly(vinylalkohol) (E1203)

Titandioxid (E171)

Macrogol (E1521)

Talkum (E553 b)

Eisen(III)-oxid (E172)

Eisen(II, III)-oxid (E172)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Haltbarkeit

2 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Perforierte PVC/PVdC-Aluminium-Blisterpackung zur Abgabe von Einzeldosen mit 56 x 1, 60 x 1und/oder 112 x 1 Filmtabletten in einem Karton.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Aufgrund seines Wirkmechanismus kann dieses Arzneimittel den sich entwickelnden Fetus schädigen.

Daher sollen Frauen, die schwanger sind oder schwanger sein könnten, es nicht ohne

Schutzvorkehrungen, z.B. Handschuhe, handhaben.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen. Dieses Arzneimittel kann für die aquatische Umwelt ein Risiko darstellen (siehe

Abschnitt 5.3).

7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS

Accord Healthcare S.L.U.

World Trade Center

Moll de Barcelona s/n

Edifici Est, 6a Planta08039 Barcelona

Spanien

8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)

EU/1/20/1512/002

EU/1/20/1512/003

EU/1/20/1512/004

9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 26. April 2021

10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs

Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen

Arzneimittel-Agentur https://www.ema.europa.eu verfügbar.