Angewendet bei: Krebs; neovaskuläre Netzhauterkrankungen
Art der Anwendung: Infusion
Substanz: Bevacizumab (monoklonaler Antikörper)
ATC: L01FG01 (ANTINEOPLASTISCHE UND IMMUNMODULIERENDE MITTEL | Monoklonale Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate | Vegf/vegfr (vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor)-Inhibitoren)
Bevacizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der zur Behandlung verschiedener Krebsarten eingesetzt wird, darunter metastasierter Darmkrebs, nicht-kleinzelliger Lungenkrebs, metastasierter Brustkrebs, Eierstockkrebs und Glioblastom. Es wirkt durch die Hemmung des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors (VEGF), eines Proteins, das die Bildung neuer Blutgefäße (Angiogenese) fördert. Durch die Blockierung von VEGF wird die Blutversorgung des Tumors reduziert, was dessen Wachstum und Ausbreitung verlangsamt.
Das Medikament wird intravenös verabreicht, in der Regel in Kombination mit anderen Krebstherapien, gemäß einem vom Arzt festgelegten Zeitplan. Die Dosierung und Häufigkeit hängen von der Art des behandelten Krebses und dem allgemeinen Zustand des Patienten ab.
Häufige Nebenwirkungen sind Bluthochdruck, Müdigkeit, Blutungen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall. Seltene, aber schwerwiegende Komplikationen können gastrointestinale Perforationen, Fistelbildungen oder eine beeinträchtigte Wundheilung sein.
Bevacizumab ist kontraindiziert bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe. Die Anwendung während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen, da sie die Entwicklung des Fötus negativ beeinflussen kann. Eine engmaschige Überwachung der Patienten während der Behandlung ist entscheidend, um potenzielle Nebenwirkungen zu erkennen und zu behandeln.
Abevmy 25 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.
Jeder Milliliter Konzentrat enthält 25 mg Bevacizumab*.
Jede Durchstechflasche zu 4 ml enthält 100 mg Bevacizumab.
Jede Durchstechflasche zu 16 ml enthält 400 mg Bevacizumab.
Zur Verdünnung und sonstige Hinweise zur Handhabung, siehe Abschnitt 6.6.
*Bevacizumab ist ein rekombinanter humanisierter monoklonaler Antikörper, der mittels DNA-
Technologie aus Ovarialzellen des chinesischen Hamsters (CHO-Zellen) gewonnen wird.
Sonstige Bestandteile mit bekannter WirkungJede Durchstechflasche zu 4 ml enthält 4,196 mg Natrium.
Jede Durchstechflasche zu 16 ml enthält 16,784 mg Natrium.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (steriles Konzentrat).
Klare bis leicht opalisierende, farblose bis schwach braune Flüssigkeit mit einem pH von 5,70 bis6,40, einer Osmolalität von 0,251 - 0,311 Osmol/kg und frei von sichtbaren Partikeln.
Abevmy wird in Kombination mit einer Chemotherapie auf Fluoropyrimidin-Basis zur Behandlungvon erwachsenen Patienten mit metastasiertem Kolon- oder Rektumkarzinom angewendet.
Abevmy wird in Kombination mit Paclitaxel zur First-Line-Behandlung von erwachsenen
Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom angewendet. Zu weiteren Informationen wie auchzum humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER2)-Status siehe Abschnitt 5.1.
Abevmy wird in Kombination mit Capecitabin zur First-Line-Behandlung von erwachsenen
Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom angewendet, bei denen eine Behandlung mitanderen Chemotherapie-Optionen, einschließlich Taxanen oder Anthracyclinen, als nicht geeignetangesehen wird. Patienten, die innerhalb der letzten 12 Monate Taxan- und Anthracyclin-haltige
Therapieregime im Rahmen der adjuvanten Behandlung erhalten haben, sollten nicht mit Abevmyin Kombination mit Capecitabin therapiert werden. Zu weiteren Informationen wie auch zum
HER2-Status siehe Abschnitt 5.1.
Abevmy wird zusätzlich zu einer platinhaltigen Chemotherapie zur First-Line-Behandlung vonerwachsenen Patienten mit inoperablem fortgeschrittenem, metastasiertem oder rezidivierendemnicht- kleinzelligem Bronchialkarzinom, außer bei vorwiegender Plattenepithel-Histologie,angewendet.
Abevmy wird in Kombination mit Erlotinib zur First-Line-Behandlung von erwachsenen Patientenmit inoperablem fortgeschrittenem, metastasiertem oder rezidivierendem nicht-kleinzelligem
Nicht- Plattenepithel-Bronchialkarzinom mit Mutationen, die den epidermalen
Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) aktivieren, angewendet (siehe Abschnitt 5.1).
Abevmy wird in Kombination mit Interferon alfa-2a zur First-Line-Behandlung von erwachsenen
Patienten mit fortgeschrittenem und/oder metastasiertem Nierenzellkarzinom angewendet.
Abevmy wird in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel zur Primärbehandlung vonerwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem epithelialem Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oderprimärem Peritonealkarzinom in den International Federation of Gynecology and Obstetrics[FIGO]-Stadien IIIB, IIIC und IV angewendet (siehe Abschnitt 5.1.).
Abevmy wird in Kombination mit Carboplatin und Gemcitabin oder in Kombination mit
Carboplatin und Paclitaxel zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit einem erstenplatinsensitiven Rezidiv eines epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären
Peritonealkarzinoms angewendet, die zuvor noch nicht mit Bevacizumab oder mit anderen VEGF-
Inhibitoren bzw. auf den VEGF-Rezeptor zielenden Substanzen behandelt wurden.
Abevmy wird in Kombination mit Paclitaxel, Topotecan oder pegyliertem liposomalen Doxorubicinzur Behandlung von erwachsenen Patienten mit platinresistentem Rezidiv eines epithelialen
Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms angewendet, die zuvor mithöchstens zwei Chemotherapien behandelt wurden und die zuvor keine Therapie mit Bevacizumaboder einem anderen VEGF-Inhibitor bzw. auf den VEGF-Rezeptor zielenden Substanzen erhaltenhaben (siehe Abschnitt 5.1).
Abevmy wird in Kombination mit Paclitaxel und Cisplatin - oder alternativ mit Paclitaxel und
Topotecan bei Patienten, die keine platinhaltige Therapie erhalten können - zur Behandlung vonerwachsenen Patienten mit persistierendem, rezidivierendem oder metastasiertem Zervixkarzinomangewendet (siehe Abschnitt 5.1).
Durchstechflasche nicht schütteln.
Die Applikation von Abevmy muss stets unter Aufsicht eines in der Anwendung vonantineoplastischen Arzneimitteln erfahrenen Arztes erfolgen.
DosierungDie empfohlene, als intravenöse Infusion applizierte Abevmy-Dosis beträgt entweder 5 mg/kg oder10 mg/kg Körpergewicht (KG) einmal alle 2 Wochen oder 7,5 mg/kg oder 15 mg/kg KG einmalalle 3 Wochen.
Es wird empfohlen, die Behandlung bis zum Fortschreiten der Grunderkrankung oder bis zum
Auftreten nicht mehr tolerierbarer Nebenwirkungen fortzuführen.
Metastasiertes MammakarzinomDie empfohlene Abevmy-Dosis beträgt 10 mg/kg KG einmal alle 2 Wochen oder 15 mg/kg KGeinmal alle 3 Wochen als intravenöse Infusion.
Es wird empfohlen, die Behandlung bis zum Fortschreiten der Grunderkrankung oder bis zum
Auftreten nicht mehr tolerierbarer Nebenwirkungen fortzuführen.
Nicht-kleinzelliges BronchialkarzinomFirst-Line-Behandlung des nicht-kleinzelligen Nicht-Plattenepithel-Bronchialkarzinoms in
Kombination mit einer platinhaltigen Chemotherapie
Abevmy wird über bis zu 6 Behandlungszyklen zusätzlich zu einer platinhaltigen Chemotherapieund in der Folge bis zum Fortschreiten der Erkrankung als Monotherapie angewendet.
Die empfohlene Abevmy-Dosis beträgt 7,5 mg/kg oder 15 mg/kg KG einmal alle 3 Wochen alsintravenöse Infusion.
Der klinische Nutzen bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom wurde sowohl mitder 7,5-mg/kg- als auch mit der 15-mg/kg-Dosierung gezeigt (siehe Abschnitt 5.1).
Es wird empfohlen, die Behandlung bis zum Fortschreiten der Grunderkrankung oder bis zum
Auftreten nicht mehr tolerierbarer Nebenwirkungen fortzuführen.
First-Line-Behandlung des nicht-kleinzelligen Nicht-Plattenepithel-Bronchialkarzinoms mit EGFR-aktivierenden Mutationen in Kombination mit Erlotinib
Vor Beginn einer Behandlung mit der Kombination von Abevmy und Erlotinib sollte ein Test auf
EGFR-Mutationen durchgeführt werden. Es ist wichtig, eine gut validierte und robuste Methode zuwählen, um falsch negative oder falsch positive Bestimmungen zu vermeiden.
Wird Abevmy zusätzlich zu Erlotinib gegeben, beträgt die empfohlene Abevmy-Dosis 15 mg/kg
KG einmal alle 3 Wochen als intravenöse Infusion.
Es wird empfohlen, die Behandlung mit Abevmy zusätzlich zu Erlotinib bis zum Fortschreiten der
Erkrankung fortzuführen.
Zur Dosierung und Art der Anwendung von Erlotinib, beachten Sie bitte die Fachinformation von
Erlotinib.
Fortgeschrittenes und/oder metastasiertes NierenzellkarzinomDie empfohlene Abevmy-Dosis beträgt 10 mg/kg KG einmal alle 2 Wochen als intravenöse
Infusion. Es wird empfohlen, die Behandlung bis zum Fortschreiten der Grunderkrankung oder biszum Auftreten nicht mehr tolerierbarer Nebenwirkungen fortzuführen.
Epitheliales Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom und primäres PeritonealkarzinomAbevmy wird über bis zu 6 Behandlungszyklen zusätzlich zu Carboplatin und Paclitaxel und in der
Folge als Monotherapie bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zu einem maximalen
Zeitraum von 15 Monaten oder bis zum Auftreten nicht mehr tolerierbarer Nebenwirkungen, jenachdem was früher eintritt, angewendet.
Die empfohlene Abevmy-Dosis beträgt 15 mg/kg KG einmal alle 3 Wochen als intravenöse
Infusion.
Behandlung des platinsensitiven RezidivsAbevmy wird entweder in Kombination mit Carboplatin und Gemcitabin über 6 und bis zu 10
Behandlungszyklen oder in Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel über 6 und bis zu 8
Behandlungszyklen und in der Folge als Monotherapie bis zum Fortschreiten der Erkrankungangewendet. Die empfohlene Abevmy-Dosis beträgt 15 mg/kg KG einmal alle 3 Wochen alsintravenöse Infusion.
Behandlung des platinresistenten RezidivsAbevmy wird in Kombination mit einer der folgenden Substanzen verabreicht - Paclitaxel,
Topotecan (wöchentlich verabreicht) oder pegyliertem liposomalen Doxorubicin. Die empfohlene
Abevmy-Dosis beträgt 10 mg/kg KG einmal alle 2 Wochen als intravenöse Infusion. Wird Abevmyin Kombination mit Topotecan (Verabreichung an den Tagen 1-5, alle 3 Wochen) verwendet,beträgt die empfohlene Abevmy-Dosis 15 mg/kg Körpergewicht einmal alle 3 Wochen alsintravenöse Infusion. Es wird empfohlen, die Behandlung bis zur Krankheitsprogression oder biszum Auftreten nicht mehr tolerierbarer Nebenwirkungen fortzusetzen (siehe Abschnitt 5.1, Studie
MO22224).
ZervixkarzinomAbevmy wird in Kombination mit einem der folgenden Chemotherapie-Schemata verabreicht:
Paclitaxel und Cisplatin oder Paclitaxel und Topotecan.
Die empfohlene Dosis von Abevmy beträgt 15 mg/kg KG einmal alle 3 Wochen als intravenöse
Infusion.
Es wird empfohlen, die Behandlung bis zum Fortschreiten der Grunderkrankung oder bis zum
Auftreten nicht mehr tolerierbarer Nebenwirkungen fortzuführen (siehe Abschnitt 5.1).
Spezielle PatientengruppenBei Patienten ab 65 Jahren ist keine Dosisanpassung erforderlich.
NierenfunktionsstörungEs wurden keine Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten mit
Nierenfunktionsstörungen durchgeführt (siehe Abschnitt 5.2).
LeberfunktionsstörungEs wurden keine Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten mit
Leberfunktionsstörungen durchgeführt (siehe Abschnitt 5.2).
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Bevacizumab bei Kindern im Alter unter 18 Jahren ist nichterwiesen. Zurzeit vorliegende Daten werden in den Abschnitten 4.8, 5.1 und 5.2 beschrieben; eine
Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.
Es gibt in den Anwendungsgebieten Kolon-, Rektum-, Brust-, Lungen-, Ovarial-, Eileiter-,
Peritoneal-, Zervix- und Nierenkarzinom keinen relevanten Nutzen von Bevacizumab bei Kindernund Jugendlichen.
Art der AnwendungAbevmy wird intravenös angewendet. Die initiale Dosis sollte über einen Zeitraum von 90 Minutenals intravenöse Infusion appliziert werden. Wenn die erste Infusion gut vertragen wird, kann diezweite Infusion über 60 Minuten erfolgen. Wenn auch die 60-Minuten-Infusion gut vertragen wird,können alle folgenden Infusionen über 30 Minuten erfolgen.
Abevmy sollte nicht als intravenöse Druck- oder Bolusinjektion angewendet werden.
Eine Dosisreduktion aufgrund von Nebenwirkungen wird nicht empfohlen. Wenn erforderlich,sollte die Behandlung entweder dauerhaft abgesetzt oder, wie in Abschnitt 4.4 beschrieben,zeitweilig ausgesetzt werden.
Vorsichtsmaßnahmen vor der Handhabung bzw. vor der Anwendung des Arzneimittels
Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6. Abevmy
Infusionslösungen dürfen nicht mit Glucoselösungen gemischt oder zusammen appliziert werden.
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
* Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genanntensonstigen Bestandteile.
* Überempfindlichkeit gegen CHO-Zellprodukte oder andere rekombinante humane oderhumanisierte Antikörper.
* Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6).
Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutigdokumentiert werden.
Magen-Darm(GI)-Perforationen und Fisteln (siehe Abschnitt 4.8)
Bei Patienten unter Bevacizumab-Behandlung kann das Risiko einer Magen-Darm-Perforation undeiner Gallenblasenperforation erhöht sein. Ein intraabdomineller Entzündungsprozess kann bei
Patienten mit metastasiertem Kolon- oder Rektumkarzinom ein Risikofaktor für Magen-Darm-
Perforationen sein. Bei der Behandlung dieser Patienten ist daher Vorsicht geboten. Einevorausgegangene Strahlentherapie ist ein Risikofaktor für Gastrointestinal(GI)-Perforationen bei
Patienten, die gegen persistierendes, rezidivierendes oder metastasiertes Zervixkarzinom mit
Bevacizumab behandelt werden. Alle Patienten mit GI-Perforationen erhielten zuvor eine
Strahlentherapie. Bei Patienten, die eine Magen-Darm-Perforation entwickeln, ist die Behandlungdauerhaft abzusetzen.
GI-vaginale Fisteln in Studie GOG-0240Patienten, die gegen persistierendes, rezidivierendes oder metastasiertes Zervixkarzinom mit
Bevacizumab behandelt werden, unterliegen einem erhöhten Risiko für Fisteln zwischen der
Vagina und dem GI-Trakt (gastrointestinal-vaginale Fisteln). Eine vorausgegangene
Strahlentherapie ist ein Hauptrisikofaktor für die Entwicklung von GI-vaginalen Fisteln. Alle
Patienten mit GI-vaginalen Fisteln erhielten zuvor eine Strahlentherapie. Ein Krebsrezidiv im
Bereich der vorausgegangenen Bestrahlung ist ein zusätzlicher wichtiger Risikofaktor für die
Entwicklung von GI-vaginalen Fisteln.
Nicht-GI-Fisteln (siehe Abschnitt 4.8)Bei Anwendung von Bevacizumab besteht ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Fisteln.
Bei Patienten mit ösophagotrachealen Fisteln oder anderen Fisteln vom Grad 4 gemäß der Common
Terminology Criteria for Adverse Events (CTCAE) des National Cancer Institutes (NCI) (NCI-
CTCAE v.3) der USA muss Bevacizumab dauerhaft abgesetzt werden. Zur Anwendung von
Bevacizumab bei Patienten mit anderen Fisteln liegen nur begrenzte Informationen vor.
Im Falle von inneren Fisteln, die nicht im Gastrointestinaltrakt auftreten, sollte ein Absetzen von
Bevacizumab in Betracht gezogen werden.
Komplikationen der Wundheilung (siehe Abschnitt 4.8)Bevacizumab kann die Wundheilung beeinträchtigen. Es wurden schwerwiegende Komplikationenbei der Wundheilung, einschließlich Komplikationen an Anastomosen, mit tödlichem Ausgangberichtet. Die Behandlung soll frühestens 28 Tage nach einem größeren operativen Eingriff odererst nach völliger Abheilung der Operationswunde eingeleitet werden. Bei Patienten, bei denen esunter der Therapie zu Wundheilungsstörungen kommt, soll die Behandlung bis zum völligen
Abheilen der Wunde abgesetzt werden. Vor einem elektiven Eingriff muss die Therapie abgesetztwerden.
Nekrotisierende Fasziitis, einschließlich tödlicher Fälle, ist bei mit Bevacizumab behandelten
Patienten selten berichtet worden. Diese Erkrankung tritt gewöhnlich sekundär bei
Wundheilungskomplikationen, Magen-Darm-Perforation oder Fistelbildung auf. Bei Patienten, dieeine nekrotisierende Fasziitis entwickeln, soll die Therapie mit Bevacizumab abgebrochen werdenund umgehend eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.
Hypertonie (siehe Abschnitt 4.8)Die Inzidenz von Hypertonie war bei Patienten unter Behandlung mit Bevacizumab erhöht.
Klinische Sicherheitsdaten lassen vermuten, dass die Inzidenz der Hypertonie wahrscheinlichdosisabhängig ist. Eine vorbestehende Hypertonie sollte vor Beginn der Behandlung mit
Bevacizumab angemessen eingestellt werden. Zur Wirkung von Bevacizumab bei Patienten mitnicht eingestellter Hypertonie zum Zeitpunkt der Einleitung der Behandlung liegen keine
Erkenntnisse vor. Während der Therapie sollte der Blutdruck generell überwacht werden. In denmeisten Fällen konnte die Hypertonie durch eine individuell angepasste, blutdrucksenkende
Standardbehandlung angemessen eingestellt werden. Bei Patienten, die eine cisplatinhaltige
Chemotherapie erhalten, wird die Gabe von Diuretika zur Einstellung der Hypertonie nichtempfohlen. Wenn eine medizinisch bedeutsame Hypertonie nicht angemessen durch eineblutdrucksenkende Behandlung eingestellt werden kann oder wenn der Patient eine hypertensive
Krise oder eine hypertensive Enzephalopathie entwickelt, ist Bevacizumab dauerhaft abzusetzen.
Posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) (siehe Abschnitt 4.8)Es liegen seltene Berichte von mit Bevacizumab behandelten Patienten vor, die Zeichen und
Symptome eines posterioren reversiblen Enzephalopathie-Syndroms (PRES) entwickelten. Hierbeihandelt es sich um eine seltene neurologische Störung, die sich unter anderem in folgenden
Anzeichen und Symptomen äußern kann: epileptische Anfälle, Kopfschmerzen, veränderter
Geisteszustand, Sehstörungen oder kortikale Erblindung, mit oder ohne assoziierte Hypertonie. Die
Diagnose eines PRES muss durch bildgebende Verfahren, vorzugsweise eine
Magnetresonanztomographie (MRT), bestätigt werden. Bei Patienten, die ein PRES entwickeln,wird eine Behandlung der spezifischen Symptome einschließlich Blutdruckkontrolle empfohlen.
Außerdem sollte Bevacizumab abgesetzt werden. Zur Sicherheit einer erneuten Anwendung von
Bevacizumab bei Patienten, die bereits früher ein PRES entwickelt haben, liegen keine
Erkenntnisse vor
Proteinurie (siehe Abschnitt 4.8)Bei Patienten mit Hypertonie in der Anamnese liegt möglicherweise ein erhöhtes Risiko vor, unter
Bevacizumab-Therapie eine Proteinurie zu entwickeln. Es gibt Hinweise darauf, dass unter
Bevacizumab-Therapie dosisabhängig eine Proteinurie aller Schweregrade gemäß der Common
Terminology Criteria for Adverse Events (CTCAE v.3) des National Cancer Institutes (NCI) der
USA auftreten kann. Vor Beginn und im Verlauf der Behandlung wird die Überwachung des
Proteins im Urin mittels Urin-Teststreifen empfohlen. Eine Grad-4-Proteinurie (nephrotisches
Syndrom) wurde bei bis zu 1,4 % der mit Bevacizumab behandelten Patienten beobachtet. Bei
Auftreten eines nephrotischen Syndroms (NCI-CTCAE v.3) soll die Therapie dauerhaft abgesetztwerden.
Arterielle Thromboembolie (siehe Abschnitt 4.8)In klinischen Studien war die Inzidenz arterieller thromboembolischer Ereignisse einschließlichzerebrovaskulärer Ereignisse, transitorischer ischämischer Attacken und Myokardinfarkten bei
Patienten unter Bevacizumab-Behandlung in Kombination mit einer Chemotherapie höher als bei
Patienten, die nur mit Chemotherapie behandelt wurden.
Patienten unter Behandlung mit Bevacizumab in Kombination mit Chemotherapie und mitarterieller Thromboembolie in der Anamnese, Diabetes oder mit einem Lebensalter von über 65
Jahren unterliegen einem erhöhten Risiko für thromboembolische Nebenwirkungen während der
Therapie. Bei der Behandlung dieser Patienten mit Bevacizumab ist Vorsicht geboten.
Die Behandlung ist bei Auftreten arterieller thromboembolischer Ereignisse dauerhaft abzusetzen.
Venöse Thromboembolie (siehe Abschnitt 4.8)Während einer Bevacizumab-Behandlung besteht ein Risiko für die Patienten hinsichtlich der
Entwicklung venöser thromboembolischer Nebenwirkungen, einschließlich Lungenembolie.
Patienten, die mit Bevacizumab in Kombination mit Paclitaxel und Cisplatin gegen persistierendes,rezidivierendes oder metastasiertes Zervixkarzinom behandelt werden, haben möglicherweise einerhöhtes Risiko für venöse thromboembolische Ereignisse.
Bei Patienten mit lebensbedrohlichen (Grad 4) thromboembolischen Ereignissen, einschließlich
Lungenembolie (NCI-CTCAE v.3), muss Bevacizumab abgesetzt werden. Patienten mitthromboembolischen Ereignissen vom Grad ≤ 3 (NCI-CTCAE v.3) müssen engmaschig überwachtwerden.
BlutungenPatienten, die mit Bevacizumab behandelt werden, haben ein erhöhtes Risiko für Blutungen,insbesondere tumorassoziierter Blutungen. Bei Patienten, bei denen unter Behandlung mit
Bevacizumab Blutungen 3. oder 4. Grades (NCI-CTCAE v.3) auftreten, ist die Behandlung mit
Bevacizumab daher dauerhaft abzusetzen (siehe Abschnitt 4.8).
Patienten mit unbehandelten ZNS-Metastasen wurden, gestützt auf bildgebende Verfahren,klinische Zeichen oder Symptome, routinemäßig aus klinischen Studien mit Bevacizumabausgeschlossen. Daher wurde bei diesen Patienten das Risiko von Blutungen im
Zentralnervensystem (ZNS) nicht prospektiv in randomisierten klinischen Studien untersucht (siehe
Abschnitt 4.8). Die Patienten sollen hinsichtlich klinischer Zeichen und Symptome von ZNS-
Blutungen beobachtet werden. Im Falle intrakranieller Blutungen soll die Bevacizumab-
Behandlung abgesetzt werden.
Zum Sicherheitsprofil von Bevacizumab bei Patienten mit angeborenen hämorrhagischen
Diathesen, erworbener Koagulopathie oder bei Patienten, die zur Behandlung einer
Thromboembolie vor Beginn der Bevacizumab-Therapie mit Antikoagulanzien in voller Dosishöhebehandelt wurden, liegen keine Informationen vor, da diese Patienten von klinischen Studienausgeschlossen wurden. Die Einleitung einer Behandlung bei diesen Patienten sollte dahersorgfältig überlegt werden. Jedoch war offenbar bei Patienten, die unter der Therapie eine
Venenthrombose entwickelten, die Häufigkeit von Blutungen der Schweregrade 3 oder höher(NCI-CTCAE v.3) nicht erhöht, wenn sie gleichzeitig Warfarin in voller Dosishöhe und
Bevacizumab erhielten.
Lungeneinblutung/Bluthusten
Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom, die mit Bevacizumab behandelt wurden,können dem Risiko schwerwiegender und manchmal tödlich verlaufender
Lungeneinblutung/Bluthusten unterliegen. Patienten mit kürzlich aufgetretener
Lungeneinblutung/Bluthusten (> 2,5 ml Blut) dürfen nicht mit Bevacizumab behandelt werden.
Aneurysmen und ArteriendissektionenDie Verwendung von VEGF-Signalweg-Hemmern bei Patienten mit oder ohne Hypertonie kanndie Entstehung von Aneurysmen und/oder Arteriendissektionen begünstigen. Vor Beginn der
Behandlung mit Bevacizumab sollte dieses Risiko bei Patienten mit Risikofaktoren wie Hypertonieoder Aneurysmen in der Vorgeschichte sorgfältig abgewogen werden.
Kongestive Herzinsuffizienz (siehe Abschnitt 4.8)
Fälle von kongestiver Herzinsuffizienz wurden in klinischen Studien berichtet. Die Befundereichten von asymptomatischer Abnahme der linksventrikulären Auswurffraktion bis zusymptomatischer kongestiver Herzinsuffizienz, die eine Behandlung oder Hospitalisierungerforderte. Bei der Behandlung von Patienten mit klinisch bedeutsamer kardiovaskulärer
Erkrankung mit Bevacizumab, wie z. B. bei vorbestehender koronarer Herzkrankheit oderkongestiver Herzinsuffizienz, ist Vorsicht geboten.
Die meisten Patienten mit kongestiver Herzinsuffizienz litten unter einem metastasierten
Mammakarzinom und hatten eine vorhergehende Anthracyclin-Behandlung oder einevorhergehende Strahlentherapie der linken Brustwand erhalten oder hatten andere Risikofaktorenfür eine kongestive Herzinsuffizienz.
Bei Patienten in der AVF3694g Studie, die zum ersten Mal eine Behandlung mit Anthracyclinenerhielten, wurde in der Anthracyclin+Bevacizumab-Gruppe kein vermehrtes Auftreten vonkongestiven Herzinsuffizienzen jeglicher Grade beobachtet, im Vergleich zu der Gruppe, die nurmit Anthracyclinen behandelt wurde. Kongestive Herzinsuffizienzen 3. Grades oder höher tratenbei Patienten, die Bevacizumab zusammen mit einer Chemotherapie erhielten, geringfügig häufigerauf als bei Patienten, die nur Chemotherapie erhielten. Dies stimmt mit Ergebnissen von Patientenaus anderen Studien zum metastasierten Mammakarzinom überein, die nicht gleichzeitig mit
Anthracyclinen behandelt wurden (NCI-CTCAE v.3) (siehe Abschnitt 4.8).
Neutropenie und Infektionen (siehe Abschnitt 4.8)Bei Patienten, die mit einer myelotoxischen Chemotherapie und Bevacizumab behandelt wurden,wurden im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie erhöhte Inzidenzen von schwerer Neutropenie,febriler Neutropenie oder Infektion mit oder ohne schwere Neutropenie (einschließlich einiger
Todesfälle) beobachtet. Diese Fälle wurden hauptsächlich bei Kombinationstherapien mit Platinoder Taxanen zur Behandlung des NSCLC und des metastasierten Mammakarzinoms sowie bei
Kombinationstherapien mit Paclitaxel und Topotecan zur Behandlung von persistierendem,rezidivierendem oder metastasiertem Zervixkarzinom beobachtet.
Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich anaphylaktischer Schock)/Infusionsreaktionen(siehe Abschnitt 4.8)
Für die Patienten besteht ein Risiko für die Entwicklung von Überempfindlichkeits- oder
Infusionsreaktionen (einschließlich anaphylaktischer Schock). Eine engmaschige Überwachung des
Patienten während und nach der Gabe von Bevacizumab wird, wie bei allen Infusionen vontherapeutischen humanisierten monoklonalen Antikörpern, empfohlen. Wenn eine Reaktionauftritt, sollte die Infusion abgesetzt und eine angemessene medizinische Therapie durchgeführtwerden. Eine systematische Prämedikation ist nicht erforderlich.
Kiefernekrose (siehe Abschnitt 4.8)Bei Krebspatienten unter Bevacizumab Behandlung sind Fälle von Kiefernekrosen berichtetworden. Die Mehrzahl dieser Patienten wurde vorher oder gleichzeitig intravenös mit
Bisphosphonaten behandelt, was ein bekanntes Risiko für die Entstehung von Kiefernekrosendarstellt. Bei gleichzeitiger oder aufeinanderfolgender Anwendung von Bevacizumab undintravenösen Bisphosphonaten ist daher besondere Vorsicht geboten.
Invasive zahnärztliche Eingriffe stellen ebenfalls einen zusätzlichen Risikofaktor dar. Vor Beginneiner Behandlung mit Bevacizumab sollten eine zahnärztliche Untersuchung und geeignetezahnmedizinische Vorsorgemaßnahmen erwogen werden. Bei Patienten, die intravenös
Bisphosphonate erhalten oder erhalten haben, sollten invasive zahnärztliche Eingriffe nach
Möglichkeit vermieden werden.
Intravitreale AnwendungDie Formulierung von Bevacizumab wurde nicht für die intravitreale Anwendung entwickelt.
AugenerkrankungenNach nicht zugelassener intravitrealer Anwendung von Bevacizumab, hergestellt aus
Durchstechflaschen für die intravenöse Anwendung bei Krebspatienten, wurden Einzelfälle und
Cluster schwerwiegender unerwünschter Ereignisse am Auge berichtet. Diese umfassten infektiöse
Endophthalmitis, intraokuläre Entzündung wie sterile Endophthalmitis, Uveitis und Vitritis,
Retinaablösung, Riss des retinalen Pigmentepithels, erhöhten intraokulären Druck, intraokuläre
Hämorrhagie wie Glaskörper- oder Retinablutung sowie Bindehautblutung. Einige dieser
Nebenwirkungen führten zu unterschiedlich starken Sehbeeinträchtigungen, einschließlichdauerhafter Erblindung.
Systemische Wirkungen nach intravitrealer AnwendungEs wurde gezeigt, dass nach einer intravitrealen Anti-VEGF-Behandlung die Konzentration deszirkulierenden VEGF abnimmt. Nach intravitrealer Injektion von VEGF-Inhibitoren wurdensystemische unerwünschte Ereignisse einschließlich nicht-okularer Hämorrhagien und arteriellerthromboembolischer Ereignisse berichtet.
Ovarialinsuffizienz/Fertilität
Bevacizumab kann die weibliche Fertilität beeinträchtigen (siehe Abschnitte 4.6 und 4.8). Deshalbsollte mit Frauen im gebärfähigen Alter vor Beginn einer Behandlung mit Bevacizumab über
Maßnahmen zur Erhaltung der Fertilität gesprochen werden.
Abevmy enthält Natrium
Abevmy enthält 4,196 mg Natrium pro Durchstechflasche zu 4 ml, entsprechend 0,21 % der vonder World Health Organization (WHO) für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen
Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.
Abevmy enthält 16,784 mg Natrium pro Durchstechflasche zu 16 ml, entsprechend 0,84 % der vonder WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der
Nahrung von 2 g.
Basierend auf den Ergebnissen von pharmakokinetischen Populationsanalysen wurden keineklinisch relevanten Wechselwirkungen einer gleichzeitigen Chemotherapie auf die
Pharmakokinetik von Bevacizumab beobachtet. Es bestanden weder statistisch signifikante nochklinisch relevante Unterschiede in der Bevacizumab-Clearance zwischen Patienten, die mit
Bevacizumab allein behandelt wurden, und Patienten, die Bevacizumab in Kombination mit
Interferon alfa-2a, Erlotinib oder Chemotherapien (5-Fluorouracil/Folinsäure/Irinotecan, 5-
Fluorouracil/Folinsäure, Carboplatin/Paclitaxel, Capecitabin/Doxorubicin oder
Cisplatin/Gemcitabin) erhalten hatten.
Wirkung von Bevacizumab auf die Pharmakokinetik anderer zytostatischer ArzneimittelEs wurden keine klinisch relevanten Wechselwirkungen zwischen Bevacizumab und der
Pharmakokinetik von gleichzeitig verabreichtem Interferon alfa-2a, Erlotinib (und dessen aktivem
Metaboliten OSI-420) oder einer gleichzeitig angewendeten Chemotherapie mit Irinotecan (unddessen aktivem Metaboliten SN38), Capecitabin, Oxaliplatin (nach Bestimmung des freien und desgesamten Platingehalts) und Cisplatin beobachtet. Rückschlüsse auf den Einfluss von Bevacizumabauf die Pharmakokinetik von Gemcitabin können nicht gezogen werden.
Kombinationsbehandlung mit Bevacizumab und Sunitinibmaleat
In zwei klinischen Studien zum metastasierten Nierenzellkarzinom wurde bei 7 von 19 Patienten,die gleichzeitig mit Bevacizumab (10 mg/kg alle zwei Wochen) und Sunitinibmaleat (50 mgtäglich) behandelt wurden, über das Auftreten einer mikroangiopathischen hämolytischen Anämie(MAHA) berichtet.
Bei einer MAHA handelt es sich um eine hämolytische Erkrankung, die sich in einer
Fragmentierung roter Blutzellen, Anämie und Thrombozytopenie äußern kann. Darüber hinauswurden bei einigen dieser Patienten eine Hypertonie (einschließlich einer hypertensiven Krise),erhöhte Kreatininwerte und neurologische Symptome beobachtet. Alle diese Befunde waren nach
Absetzen von Bevacizumab und Sunitinibmaleat reversibel (siehe Hypertonie, Proteinurie, PRES in
Abschnitt 4.4).
Kombinationsbehandlung mit platin- oder taxanhaltigen Therapien (siehe Abschnitte 4.4 und 4.8)Erhöhte Raten von schweren Neutropenien, febrilen Neutropenien oder Infektionen mit oder ohneschwere Neutropenie (einschließlich einiger Todesfälle) wurden hauptsächlich bei Patientenbeobachtet, die zur Behandlung eines NSCLC oder metastasierten Mammakarzinoms platin- odertaxanhaltige Therapien erhielten.
StrahlentherapieDie Sicherheit und Wirksamkeit einer gleichzeitigen Anwendung von Strahlentherapie und
Bevacizumab wurde nicht ermittelt.
Monoklonale EGFR-Antikörper in Kombination mit Bevacizumab und ChemotherapieEs wurden keine Wechselwirkungsstudien durchgeführt. Monoklonale EGFR-Antikörper dürfenzur Behandlung des metastasierten Kolorektalkarzinoms nicht zusammen mit Bevacizumab-haltigen Chemotherapie-Schemata angewendet werden. Die Ergebnisse der randomisierten Phase-
III-Studien PACCE und CAIRO-2 bei Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom lassen im
Vergleich zur alleinigen Anwendung von Bevacizumab plus Chemotherapie auf eine Abnahme desprogressionsfreien Überlebens und/oder des Gesamtüberlebens sowie auf eine Zunahme der
Nebenwirkungen schließen, wenn die monoklonalen EGFR-Antikörper Panitumumab oder
Cetuximab in Kombination mit Bevacizumab plus Chemotherapie gegeben werden.
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während und bis zu 6 Monate nach der Behandlung einezuverlässige Verhütungsmethode anwenden.
SchwangerschaftEs liegen keine klinischen Studiendaten über die Anwendung von Bevacizumab bei Schwangerenvor. In tierexperimentellen Studien wurde Reproduktionstoxizität einschließlich Missbildungenbeobachtet (siehe Abschnitt 5.3). IgGs passieren bekanntlich die Plazentaschranke; es ist zuerwarten, dass Bevacizumab die Angiogenese beim Fetus hemmt, und es steht daher in Verdacht,bei Anwendung während der Schwangerschaft schwerwiegende Geburtsfehler zu verursachen.
Nach der Markteinführung wurden Fälle von fetalen Anomalien bei Frauen beobachtet, die mit
Bevacizumab allein oder in Kombination mit bekannt embryotoxischen Chemotherapeutikabehandelt wurden (siehe Abschnitt 4.8). Bevacizumab ist während der Schwangerschaftkontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Bevacizumab in die Muttermilch übergeht. Da humanes IgG in die
Muttermilch ausgeschieden wird und Bevacizumab Wachstum und Entwicklung des Säuglingsbeeinträchtigen könnte (siehe Abschnitt 5.3), müssen Frauen während der Therapie das Stillenabsetzen und dürfen auch bis mindestens sechs Monate nach der letzten Bevacizumab-Dosis nichtstillen.
FertilitätStudien bei Tieren zur Toxizität bei wiederholter Gabe zeigten, dass Bevacizumab die weibliche
Fertilität beeinträchtigen kann (siehe Abschnitt 5.3). Im Rahmen einer Studie der Phase III zuradjuvanten Behandlung von Patienten mit Kolonkarzinom traten in einer Substudie mitprämenopausalen Frauen Fälle von Ovarialinsuffizienz häufiger in der Bevacizumab-Gruppe als inder Kontrollgruppe auf. Nach Abbruch der Behandlung mit Bevacizumab erholte sich die
Ovarialfunktion bei der Mehrzahl der Patientinnen. Die Langzeitwirkungen einer Behandlung mit
Bevacizumab auf die Fertilität sind nicht bekannt.
Bevacizumab hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum
Bedienen von Maschinen. Jedoch wurden Schläfrigkeit und Synkopen bei der Verwendung von
Bevacizumab berichtet (siehe Tabelle 1 in Abschnitt 4.8). Wenn Patienten Symptome wahrnehmen,die das Sehvermögen, die Konzentration oder die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen, sollte ihnengeraten werden, nicht selbst zu fahren und keine Maschinen zu bedienen, bis die Symptomeabgeklungen sind.
Das Gesamtsicherheitsprofil von Bevacizumab basiert auf den Daten von über 5.700 Patienten mitverschiedenen Tumorerkrankungen, die im Rahmen klinischer Studien überwiegend mit
Bevacizumab in Kombination mit einer Chemotherapie behandelt wurden.
Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen waren:
* Magen-Darm-Perforationen (siehe Abschnitt 4.4).
* Blutungen, einschließlich Lungeneinblutung/Bluthusten, die bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom häufiger auftreten (siehe Abschnitt 4.4).
* arterielle Thromboembolie (siehe Abschnitt 4.4).
Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen in klinischen Studien waren bei Patienten unter
Bevacizumab: Hypertonie, Fatigue oder Asthenie, Diarrhö und Bauchschmerzen.
Aus den Auswertungen der klinischen Sicherheitsdaten geht hervor, dass das Auftreten von
Hypertonie und Proteinurie unter Bevacizumab-Therapie wahrscheinlich dosisabhängig ist.
Tabellarische Auflistung von NebenwirkungenDie in diesem Abschnitt genannten Nebenwirkungen werden den folgenden Häufigkeitskategorienzugeordnet: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1.000, <1/100), selten (≥1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage derverfügbaren Daten nicht abschätzbar. Innerhalb jeder Häufigkeitskategorie werden die
Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Tabellen 1 und 2 enthalten Nebenwirkungen, die bei Anwendung von Bevacizumab in
Kombination mit verschiedenen Chemotherapie-Schemata in mehreren Indikationen auftraten,aufgelistet nach MedDRA-Systemorganklasse.
Tabelle 1 enthält alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit, für die ein kausaler Zusammenhang mit
Bevacizumab festgestellt wurde durch:
* vergleichbare Vorkommnisse in klinischen Studienarmen (mit mindestens einer 10%igen
Differenz verglichen mit dem Kontrollarm für NCI-CTCAE Grad 1-5 Nebenwirkungen odermindestens einer 2%igen Differenz verglichen mit dem Kontrollarm für NCI-CTCAE Grad3-5 Nebenwirkungen),
* Sicherheitsstudien nach der Markteinführung,
* Spontanberichte,
* epidemiologische Studien/nicht-interventionelle oder Beobachtungsstudien,
* oder durch eine Bewertung individueller Fallberichte.
Tabelle 2 enthält die Häufigkeiten von schweren Nebenwirkungen. Schwere Nebenwirkungen sinddefiniert als unerwünschte Ereignisse mit mindestens einer 2%igen Differenz verglichen zum
Kontrollarm in klinischen Studien für NCI-CTCAE Grad 3-5 Nebenwirkungen. Tabelle 2 beinhaltetauch Nebenwirkungen, welche durch den Zulassungsinhaber als klinisch signifikant oder schwererachtet werden.
Nebenwirkungen nach Markteinführung sind in den beiden Tabellen 1 und 2 enthalten, wennzutreffend. Detaillierte Informationen über diese Nebenwirkungen nach Markteinführung sind in
Tabelle 3 enthalten.
Entsprechend der größten Inzidenz in einer der Indikationen wurden die Nebenwirkungen derentsprechenden Häufigkeitskategorie zugeordnet.
Einige Nebenwirkungen sind jene, die häufig unter Chemotherapie beobachtet werden;
Bevacizumab kann diese Reaktionen jedoch verschlimmern, wenn es mit chemotherapeutischen
Substanzen kombiniert wird. Beispiele hierfür sind palmoplantares Erythrodysästhesie-Syndromunter pegyliertem liposomalen Doxorubicin oder Capecitabin, periphere, sensorische Neuropathieunter Paclitaxel oder Oxaliplatin, Nagelerkrankungen oder Alopezie unter Paclitaxel und
Paronychie unter Erlotinib.Tabelle 1: Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Systemorg Sehr häufig Häufig Selten Sehr Nicht bekanntan- klasse selten
Infektionen Sepsis, Nekrotisiereund parasitäre Abszessb,d, nde
Erkrankungen Zellulitis, Fasziitisa
Infektion,
Harnwegsinfekt
Erkrankungen Febrile Anämie,des Blutes Neutropenie, Lymphopenund des Leukopenie, ie
Lymphsystem Neutropenieb,s Thrombozyto-penie
Erkrankung Überemp- Anaphy-en des findlichkeit, laktischer
Immunsyste infusions- Schockms bedingte
Reaktionena,b,d
Stoffwechse Anorexie, Hypo- Dehydratatil- und magnesiämie, on
Ernährungs Hyponatriämie
- störungen
Erkrankung Periphere Apoplex, Posteriores, Hypertensen des sensorische Synkope, reversibles ive
Nervensyste Neuropathieb, Schläfrigkei Enzephalo- Enzephaloms Dysarthrie,Kopfsch t pathie- - pathieamer- zen, Syndroma,b,d
Dysgeusie
Augener- Augen- erkrankung,krankungen erhöhter
Tränenfluss
Herzerkran- Kongestivekungen Herzinsuffi-zienzb,d,supraven-trikuläre
TachykardieGefäßerkran Hypertonieb,d, (arterielle) Renale
- kungen (venöse) Thrombo- Thrombo- thrombotischeembolieb,d embolieb,d, Mikroangio-
Blutungenb,d pathiea,b,, tiefe Hyaline
Venen- okklusivethrombose glomeruläre
Mikroangiopathiea,Aneurysmenund Arterien-dissektionen
Systemorg Sehr häufig Häufig Selten Sehr Nicht bekanntan- klasse selten
Erkrankunge Dyspnoe, Rhinitis Lungenein- Pulmonalen der Epistaxis, Husten blutung/ Hypertoniea,
Atemwege, Bluthustenb, Perforation derdes d, Nasenscheide-
Brustraums Lungenem- wandaund bolie,
Mediastinum Hypoxie,s Dysphoniea
Erkrankung Rektalblutung, Magen- Magen-Darm-en des Stomatitis, Darm- Ulzeraa
Gastrointes- Verstopfung, Perforationb,tinaltrakts Diarrhö, Übelkeit, d, Darm-
Erbrechen, Bauch- Perforation,schmerzen Ileus,intestinale
Obstruktion,rektovaginale Fistelnd,e,
Erkrankungdes
Gastrointes-tinaltrakts,
Proktalgie
Leber- und Gallenblasen-
Gallenerkra perforationa,bn- kungen
Erkrankung Wundheilungs- Palmoplantaen der Haut störungenb,d, resund des exfoliative Erythrodys-
Unterhaut- Dermatitis, trockene ästhesie-gewebes Haut, Hautverfär- Syndrombung
Skelettmus- Arthralgie, Myalgie Fistelnb,d, Kiefer-kulatur-, Muskel- nekrosea,b,
Bindegewe schwäche, nicht-bs- und Rücken- mandibuläre
Knochener- schmerzen Osteonekrosea,fkrankungen
Erkrankung Proteinurieb,den der
Nieren- und
Harnwege
Erkrankungen Ovarial- Schmerzender insuffizienzb,c,d im Becken
Geschlechts-organe undder Brustdrüse
Kongenitale Fetale, familiäre Anomaliena,bundgenetische
Erkrankungen
Systemorg Sehr häufig Häufig Selten Sehr Nicht bekanntan- klasse selten
Allgemeine Asthenie, Fatigue, Lethargie
Erkrankung Pyrexie,en und Schmerzen,
Beschwerde Schleimhaut-n am entzündung
Verabrei-chungsort
Unter- Gewichts- abnahmesuchungen
Wurden Ereignisse sowohl für alle Grade als auch als Grad 3-5 Nebenwirkungen in klinischen
Studien vermerkt, dann wurde die höchste bei den Patienten beobachtete Häufigkeit berichtet. Dieunterschiedliche Behandlungszeit ist in diesen Daten nicht berücksichtigt.
a Für weitere Informationen siehe Tabelle 3 'Nebenwirkungen aus dem Spontanmeldesystem nachder Markteinführung“.b Die verwendeten Begriffe stellen eine Gruppe von Ereignissen dar, die eher ein medizinisches
Krankheitsbild beschreiben als einen einzelnen Zustand oder einen MedDRA (Medical Dictionaryfor Regulatory Activities)-Fachbegriff. Diese Gruppe medizinischer Begriffe kann dieselbezugrundeliegende Pathophysiologie beinhalten (z. B. arterielle thromboembolische
Nebenwirkungen schließen Schlaganfall, Myokardinfarkt, transitorische ischämische Attacke undandere arterielle thromboembolische Nebenwirkungen ein).c Basierend auf einer Substudie der Studie NSABP C-08 mit 295 Patienten.d Für weitere Informationen siehe unten in Abschnitt 'Weitere Informationen zu ausgewähltenschwerwiegenden Nebenwirkungen“.e Rektovaginale Fisteln sind die häufigsten Fisteln in der Kategorie der GI-vaginalen Fisteln.f Wurde nur bei Kindern und Jugendlichen beobachtet.
Tabelle 2: Schwere nach Häufigkeit
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Selten Nicht bekannt
Infektionen und Sepsis, Zellulitis, Nekrotisierendeparasitäre Abszessa,b, Fasziitisc
Erkrankungen Infektion,
Harnwegsinfekt
Erkrankungen des Febrile Anämie,
Blutes und des Neutropenie, Lymphopenie
Lymphsystems Leukopenie,
Neutropeniea,
ThrombozytopenieErkrankungen des Überemp- Anaphylaktischer
Immunsystems findlichkeit, Schockinfusionsbedingte
Reaktionena,b,c
Stoffwechsel- und Dehydratation
Ernährungs- Hyponatriämiestörungen
Erkrankungen des Periphere Apoplex, Synkope, Posteriores
Nervensystems sensorische Somnolenz, reversibles
Neuropathiea Kopfschmerzen Enzephalopathie-
Syndroma,b,c,hypertensive
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Selten Nicht bekannt
Enzephalopathiec
Herzerkrankungen Kongestive
Herzinsuffizienza,b,supraven-trikukäre
TachykardieGefäßerkrankungen Hypertoniea,b (arterielle) Renale
Thromboemboliea,b thrombotische, Blutungena,b, Mikroangiopathieb,c,(venöse) Thrombo- Hyaline okklusiveemboliea,b , tiefe glomeruläre
Venenthrombose Mikroangiopathiea ,
Aneurysmen und
Arterien-dissektionen
Erkrankungen der Lungenein-blutung/ Pulmonale
Atemwege, des Bluthustena,b, Hypertoniec,
Brustraums und Lungenembolie, Perforation der
Mediastinums Epistaxis, Nasenscheide-
Dyspnoe, Hypoxie wandc
Erkrankungen des Diarrhö, Darm-Perforation, Magen-Darm-
Gastrointestinal- Übelkeit, Ileus, intestinale Perforationa,b,trakts Erbrechen, Obstruktion, Magen-Darm-
Bauch- rektovaginale Ulzerac, Rektalblu-schmerzen Fistelnc,d, tungen
Erkrankung des
Gastrointes-tinaltrakts,
Stomatitis,
Proktalgie
Leber- und Gallenblasen-
Gallenerkran- perforationb,ckungen
Erkrankungen der Wundheilungs-
Haut und des störungena,b,
Unterhautgewebes palmoplantares
Erythrodysästhesie-
Syndrom
Skelettmuskulatur-, Fistelna,b, Myalgie, Kiefernekroseb,c
Bindegewebs- und Arthralgie,
Knochen- Muskel- schwäche,erkrankungen Rücken-schmerzen
Erkrankungen der Proteinuriea,b
Nieren- und
Harnwege
Erkrankungen der Schmerzen im Ovarial-
Geschlechts-organe Becken insuffizienza,bund der Brustdrüse
Kongenitale, Fetale Anomaliena,cfamiliäre undgenetische
Erkrankungen
Systemorganklasse Sehr häufig Häufig Selten Nicht bekannt
Allgemeine Asthenie, Schmerzen,
Erkrankungen und Fatigue, Lethargie,
Beschwerden am Schleimhaut-
Verabreichungsort entzündung
Tabelle 2 enthält die Häufigkeiten von schweren Nebenwirkungen. Schwere Nebenwirkungen sinddefiniert als unerwünschte Ereignisse mit mindestens einer 2%igen Differenz verglichen zum
Kontrollarm in klinischen Studien für NCI-CTCAE Grad 3-5 Nebenwirkungen. Tabelle 2 beinhaltetauch Nebenwirkungen, welche durch den Zulassungsinhaber als klinisch signifikant oder schwererachtet werden. Diese klinisch signifikanten Nebenwirkungen wurden in klinischen Studienberichtet, aber die Nebenwirkungen mit Grad 3-5 erreichten nicht den Grenzwert von einermindestens 2%igen Differenz verglichen zum Kontrollarm. Tabelle 2 beinhaltet auch klinischsignifikante Nebenwirkungen, die nur im Spontanmeldesystem nach der Markteinführungbeobachtet wurden. Daher sind die Häufigkeiten und die NCI-CTCAE Grade nicht bekannt. Dieseklinisch signifikanten Nebenwirkungen wurden daher in die Tabelle 2 unter der Spalte mit dem
Titel 'Häufigkeit nicht bekannt“ eingefügt.
a Die verwendeten Begriffe stellen eine Gruppe von Ereignissen dar, die eher ein medizinisches
Krankheitsbild beschreiben als einen einzelnen Zustand oder einen MedDRA (Medical Dictionaryfor Regulatory Activities)-Fachbegriff. Diese Gruppe medizinischer Begriffe kann dieselbezugrundeliegende Pathophysiologie beinhalten (z. B. arterielle thromboembolische
Nebenwirkungen schließen Schlaganfall, Myokardinfarkt, transitorische ischämische Attacke undandere arterielle thromboembolische Nebenwirkungen ein).b Für weitere Informationen siehe unten in Abschnitt 'Weitere Informationen zu ausgewähltenschwerwiegenden Nebenwirkungen“c Für weitere Informationen siehe Tabelle 3 'Nebenwirkungen aus dem Spontanmeldesystem nachder Markteinführung“.d Rektovaginale Fisteln sind die häufigsten Fisteln in der Kategorie der GI-vaginalen Fisteln.
Beschreibung von ausgewählten schwerwiegenden NebenwirkungenMagen-Darm(GI)-Perforationen und Fisteln (siehe Abschnitt 4.4)
Bevacizumab wurde mit schweren Fällen von Magen-Darm-Perforation in Verbindung gebracht.
In klinischen Studien wurden Magen-Darm-Perforationen mit einer Inzidenz von weniger als 1 %bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom ohne Plattenepithel-Histologie, von bis zu1,3 % bei Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom, von bis zu 2,0 % bei Patienten mitmetastasiertem Nierenzellkarzinom oder Patienten mit Ovarialkarzinom und von bis zu 2,7 %(einschließlich Magen- Darm-Fisteln und Abszess) bei Patienten mit metastasiertem
Kolorektalkarzinom berichtet. In einer klinischen Studie mit Patienten mit persistierendem,rezidivierendem oder metastasiertem Zervixkarzinom (Studie GOG-0240) wurden GI-
Perforationen (aller Grade) bei 3,2 % der Patienten berichtet, von denen alle zuvor mit einer
Strahlentherapie im Beckenbereich behandelt wurden.
Das Vorkommen dieser Ereignisse war in Art und Schweregrad unterschiedlich und reichte voneiner Luftansammlung, die auf einem nativen Abdominal-Röntgenbild beobachtet wurde und ohne
Behandlung zurückging, bis zu einer intestinalen Perforation mit Abdominalabszess und tödlichem
Ausgang. In einigen Fällen war eine zugrundeliegende intraabdominale Entzündung vorhanden,entweder infolge eines gastrointestinalen Ulkus, von Tumornekrose, Divertikulitis oderchemotherapiebedingter Colitis.
Etwa ein Drittel der schwerwiegenden Fälle von Magen-Darm-Perforationen verlief tödlich. Diesentspricht einer Häufigkeit von 0,2 %-1 % aller mit Bevacizumab behandelten Patienten.
In klinischen Studien mit Bevacizumab wurden gastrointestinale Fisteln (aller Grade) bei Patientenmit metastasiertem Kolorektalkarzinom und Ovarialkarzinom mit einer Häufigkeit von bis zu 2 %berichtet. Bei Patienten mit anderen Karzinomen traten sie weniger häufig auf.
GI-vaginale Fisteln in Studie GOG-0240In einer Studie mit Patienten mit persistierendem, rezidivierendem oder metastasiertem
Zervixkarzinom lag die Häufigkeit von GI-vaginalen Fisteln bei mit Bevacizumab behandelten
Patienten bei 8,3 % und in der Kontrollgruppe bei 0,9 %. Alle diese Patienten erhielten zuvor eine
Strahlentherapie im Beckenbereich. Die Häufigkeit von GI-vaginalen Fisteln in der mit
Bevacizumab plus Chemotherapie behandelten Gruppe war höher bei Patienten mit Rezidiv im
Bereich der vorausgegangenen Bestrahlung (16,7 %) verglichen mit Patienten ohnevorausgegangene Bestrahlung und/oder ohne Rezidiv innerhalb des Bereichs der vorausgegangenen
Bestrahlung (3,6 %). Die entsprechenden Häufigkeiten in der Kontrollgruppe, die nur
Chemotherapie erhielt, waren 1,1 % vs. 0,8 %. Bei Patienten, bei denen GI-vaginale Fistelnauftreten, können auch Darmobstruktionen auftreten, und ein chirurgischer Eingriff sowieumleitende Stomaoperationen können erforderlich werden.
Nicht-GI-Fisteln (siehe Abschnitt 4.4)Die Anwendung von Bevacizumab wurde mit schwerwiegenden Fällen von Fisteln, einschließlich
Todesfällen, in Verbindung gebracht.
In einer klinischen Studie mit Patienten mit persistierendem, rezidivierendem oder metastasiertem
Zervixkarzinom (GOG-0240) wurden bei 1,8 % der mit Bevacizumab behandelten Patienten undbei 1,4 % der Kontrollpatienten nicht-gastrointestinale Fisteln - Vaginalfisteln, Blasenfisteln oder
Fisteln im weiblichen Genitaltrakt - berichtet.
Gelegentlich (≥0,1 %, <1 %) wurden bei verschiedenen Indikationen Fisteln in anderen
Körperregionen als im Gastrointestinaltrakt beobachtet (z. B. Bronchopleural- und biliäre Fisteln).
Es liegen auch Berichte über Fisteln aus Erfahrungen nach der Markteinführung vor.
Diese Fälle wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Behandlung im Zeitraum von einer
Woche bis zu mehr als einem Jahr nach Behandlungsbeginn mit Bevacizumab beobachtet. Diemeisten Fälle traten innerhalb der ersten 6 Monate der Behandlung auf.
Wundheilung (siehe Abschnitt 4.4)Da Bevacizumab die Wundheilung ungünstig beeinflussen kann, wurden Patienten mit größerenoperativen Eingriffen innerhalb der letzten 28 Tage von der Teilnahme an klinischen Studien der
Phase III ausgeschlossen.
In klinischen Studien zum metastasierten Kolon- oder Rektumkarzinom wurde bei Patienten, diesich 28 bis 60 Tage vor Aufnahme der Bevacizumab-Behandlung einer größeren Operationunterzogen hatten, kein erhöhtes Risiko für postoperative Blutungen oder Wundheilungsstörungenbeobachtet. Eine erhöhte Inzidenz postoperativer Blutungen oder Wundheilungsstörungeninnerhalb von 60 Tagen nach einer größeren Operation wurden beobachtet, wenn der Patient zum
Zeitpunkt der Operation mit Bevacizumab behandelt worden war. Die Inzidenz variierte zwischen10 % (4/40) und 20 % (3/15).
Es wurden schwerwiegende Komplikationen bei der Wundheilung, einschließlich Komplikationenan Anastomosen, berichtet. Einige dieser Komplikationen hatten einen tödlichen Ausgang.
In Studien zur Behandlung des lokal rezidivierenden und metastasierten Mammakarzinoms wurdenbei bis zu 1,1 % der mit Bevacizumab behandelten Patienten Wundheilungsstörungen der
Schweregrade 3-5 beobachtet, wohingegen diese im Kontrollarm bei bis zu 0,9 % der Patientenauftraten (NCI-CTCAE v.3).
In klinischen Studien zum Ovarialkarzinom wurden im Bevacizumab-Arm bei bis zu 1,8 % der
Patienten Wundheilungsstörungen der Grade 3-5 beobachtet, im Vergleich zu 0,1 % der Patientenim Kontrollarm (NCI-CTCAE v.3).
Hypertonie (siehe Abschnitt 4.4)In klinischen Studien, mit Ausnahme der Studie JO25567, betrug die Gesamtinzidenz von
Hypertonie aller Schweregrade in den Armen mit Bevacizumab bis zu 42,1 %, verglichen mit biszu 14 % in den Vergleichsarmen. Die Gesamtinzidenz von Hypertonie der Grade 3 und 4 gemäß
NCI-CTC betrug bei Patienten unter Bevacizumab 0,4 % bis 17,9 %. Hypertonie vom Grad 4 (einehypertensive Krise) trat bei bis zu 1,0 % der Patienten unter Bevacizumab und Chemotherapie auf,verglichen mit bis zu 0,2 % bei Patienten, die mit der gleichen Chemotherapie allein behandeltwurden.
In der Studie JO25567 wurde bei 77,3 % der Patienten, die Bevacizumab in Kombination mit
Erlotinib als First-Line-Behandlung gegen das nicht-kleinzellige Nicht-Plattenepithel-
Bronchialkarzinom mit EGFR aktivierenden Mutationen erhielten, Hypertonie aller Gradebeobachtet, im Vergleich zu 14,3 % der Patienten, die nur mit Erlotinib behandelt wurden.
Hypertonie von Grad 3 trat bei 60 % der mit Bevacizumab in Kombination mit Erlotinibbehandelten Patienten auf, im Vergleich zu 11,7 % der Patienten, die nur mit Erlotinib behandeltwurden. Es trat keine Hypertonie der Grade 4 oder 5 auf.
Die Hypertonie wurde in der Regel mit oralen blutdrucksenkenden Mitteln wie z. B. ACE-
Hemmern, Diuretika und Calciumantagonisten ausreichend eingestellt. Nur selten führte sie zum
Abbruch der Bevacizumab-Behandlung oder einer Klinikeinweisung.
Es wurden sehr seltene Fälle einer hypertensiven Enzephalopathie berichtet, von denen einige letalverliefen.
In keinem Fall bestand eine Korrelation zwischen dem Risiko für eine Bevacizumab-bedingte
Hypertonie und den demographischen Daten der Patienten, der Grundkrankheit oder der
Begleittherapie.
Posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (siehe Abschnitt 4.4)Es liegen seltene Berichte von mit Bevacizumab-behandelten Patienten vor, die Zeichen und
Symptome eines PRES entwickelten. Hierbei handelt es sich um eine seltene neurologische
Störung, die sich unter anderem in folgenden Anzeichen und Symptomen äußern kann: epileptische
Anfälle, Kopfschmerzen, veränderter Geisteszustand, Sehstörungen oder kortikale Erblindung, mitoder ohne assoziierte Hypertonie. Das klinische Bild eines PRES ist oft unspezifisch. Die Diagnosemuss deshalb durch bildgebende Verfahren, vorzugweise eine MRT, bestätigt werden.
Bei Patienten, die ein PRES entwickeln, wird eine frühzeitige Symptomerkennung mit umgehender
Behandlung der spezifischen Symptome einschließlich Blutdruckkontrolle (wenn in Verbindungmit schwerer nicht eingestellter Hypertonie) empfohlen. Außerdem sollte Bevacizumab abgesetztwerden. Einige Tage nach Therapieunterbrechung verbessern sich in der Regel die Symptome oderverschwinden vollständig. Einige Patienten erlitten jedoch neurologische Spätfolgen. Zur
Sicherheit einer erneuten Anwendung von Bevacizumab bei Patienten, die bereits früher ein PRESentwickelt haben, liegen keine Erkenntnisse vor.
Aus den klinischen Studien wurden 8 Fälle von PRES berichtet, von denen 2 nicht radiologischmittels MRT bestätigt wurden.
Proteinurie (siehe Abschnitt 4.4)In klinischen Studien wurde bei 0,7 % bis 54,7 % der mit Bevacizumab behandelten Patienten übereine Proteinurie berichtet.
Der Schweregrad der Proteinurie reichte von vorübergehender, klinisch asymptomatischer leichter
Proteinurie bis zum nephrotischen Syndrom, wobei es sich in der Mehrzahl um eine Proteinurievom Grad 1 handelte (NCI-CTCAE v.3). Eine Proteinurie vom Grad 3 wurde bei bis zu 10,9 % derbehandelten Patienten berichtet. Eine Grad-4-Proteinurie (ein nephrotisches Syndrom) wurde beibis zu 1,4 % der behandelten Patienten beobachtet. Vor Beginn der Bevacizumab-Behandlung wirdeine Untersuchung auf Proteinurie empfohlen. In den meisten klinischen Studien führten Urin-
Proteinspiegel von ≥ 2 g/24 Stunden zu einem Aussetzen der Bevacizumab-Behandlung bis zur
Abnahme der Urin-Proteinspiegel auf < 2 g/24 Stunden.
Blutungen (siehe Abschnitt 4.4)In klinischen Studien aller Indikationen betrug die Gesamtinzidenz der Blutungsereignisse von
NCI- CTCAE v.3 Grad 3-5 bei den mit Bevacizumab behandelten Patienten von 0,4 % bis 6,9 %,verglichen mit bis zu 4,5 % bei Patienten in den Kontrollgruppen, die Chemotherapie erhielten.
In einer klinischen Studie mit Patienten mit persistierendem, rezidivierendem oder metastasiertem
Zervixkarzinom (Studie GOG-0240) wurden bei bis zu 8,3 % der Patienten, die mit Bevacizumab in
Kombination mit Paclitaxel und Topotecan behandelt wurden, Blutungen der Grade 3-5 berichtet,verglichen mit bis zu 4,6 % der Patienten, die mit Paclitaxel und Topotecan behandelt wurden.
Bei den hämorrhagischen Ereignissen, die in den klinischen Studien beobachtet wurden, handelte essich vorwiegend um tumorassoziierte Blutungen (s. u.) und kleinere Schleimhautblutungen (z. B.
Nasenbluten).
Tumorassoziierte Blutungen (siehe Abschnitt 4.4)Schwere oder massive Lungeneinblutung/Bluthusten wurde in erster Linie in Studien mit Patientenmit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom beobachtet. Mögliche Risikofaktoren sind
Plattenepithel- Histologie, Behandlung mit antirheumatischen/entzündungshemmenden
Wirkstoffen, Behandlung mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen, vorhergehende
Strahlentherapie, Bevacizumab-Therapie, Atherosklerose in der Vorgeschichte, zentrale
Tumorlokalisation und Tumorkavitation vor oder während der Therapie. Die einzigen Variablenmit statistisch signifikanter Korrelation zu den Blutungen waren die Bevacizumab-Therapie unddie Plattenepithel-Histologie. Patienten mit nicht- kleinzelligem Bronchialkarzinom mit bekannter
Plattenepithel-Histologie oder mit überwiegender Plattenepithel-Histologie bei gemischtem Zelltypwurden von den nachfolgenden Phase-III-Studien ausgeschlossen. Patienten mit unbekannter
Tumor-Histologie wurden hingegen in die Studie eingeschlossen.
Bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom ohne vorherrschende Plattenepithel-
Histologie wurden Blutungsereignisse aller Schweregrade in einer Häufigkeit von bis zu 9,3 % bei
Behandlung mit Bevacizumab plus Chemotherapie beobachtet, verglichen mit bis zu 5 % bei
Patienten, die nur mit Chemotherapie behandelt wurden. Blutungsereignisse vom Grad 3-5 wurdenbei bis zu 2,3 % der Patienten beobachtet, die mit Bevacizumab plus Chemotherapie behandeltwurden, gegenüber < 1 % bei Chemotherapie allein (NCI-CTCAE v.3). Schwere oder massive
Lungeneinblutung/Bluthusten kann plötzlich auftreten und zwei Drittel der schwerwiegenden
Lungeneinblutungen verliefen tödlich.
Bei Patienten mit Kolorektalkarzinom wurden gastrointestinale Blutungen einschließlich
Rektalblutungen und Melaena beschrieben, die jedoch als tumorassoziiert bewertet wurden.
In seltenen Fällen wurden tumorassoziierte Blutungen auch bei anderen Tumorartenund -lokalisationen beobachtet, einschließlich Fällen von ZNS-Blutung (zentrales Nervensystem)bei Patienten mit ZNS-Metastasen (siehe Abschnitt 4.4).
Die Inzidenz von ZNS-Blutungen bei Patienten mit unbehandelten ZNS-Metastasen, die
Bevacizumab erhalten, wurde nicht prospektiv in randomisierten klinischen Studien untersucht. Ineiner exploratorischen, retrospektiven Auswertung der Daten von 13 beendeten, randomisierten
Studien mit Patienten mit verschiedenen Tumorarten traten bei 3 von 91 Patienten mit
Hirnmetastasen (3,3 %) unter der Bevacizumab-Behandlung ZNS-Blutungen vom Grad 4 auf,verglichen mit einer ZNS- Blutung vom Grad 5 bei 1 von 96 Patienten (1 %), die nicht mit
Bevacizumab behandelt wurden. In zwei nachfolgenden Studien, an denen ca. 800 Patienten mitbehandelten Hirnmetastasen teilnahmen, wurde zum Zeitpunkt der Zwischenauswertung der
Sicherheitsdaten bei 83 Patienten, die mit Bevacizumab behandelt wurden, 1 Fall (1,2 %) einer
ZNS-Blutung vom Grad 2 berichtet (NCI- CTCAE v.3).
Betrachtet man alle klinischen Studien zusammen, so wurden Schleimhautblutungen bei bis zu 50% der mit Bevacizumab behandelten Patienten beobachtet. In den meisten Fällen handelte es sichum Nasenbluten von Grad 1 (NCI-CTCAE v.3) mit einer Dauer von max. 5 Minuten, das sich ohnemedizinische Intervention zurückbildete und keine Veränderungen im Bevacizumab-
Behandlungsschema erforderte. Klinische Sicherheitsdaten legen nahe, dass die Inzidenzgeringfügiger Schleimhautblutungen (z. B. Epistaxis) dosisabhängig sein kann.
Weniger häufig kam es auch zu geringfügigen Schleimhautblutungen an anderen Stellen, wie z. B.
Zahnfleischbluten oder Vaginalblutungen.
Thromboembolien (siehe Abschnitt 4.4)Bei Patienten unter Bevacizumab wurde unabhängig von der Indikation eine erhöhte Inzidenzarterieller Thromboembolien einschließlich Apoplexie, Myokardinfarkt, transitorischerischämischer Attacken und anderer arterieller thromboembolischer Nebenwirkungen beobachtet.
In klinischen Studien betrug die Gesamtinzidenz arterieller thromboembolischer Ereignisse bei denmit Bevacizumab behandelten Patienten bis zu 3,8 %, verglichen mit bis zu 2,1 % in den
Kontrollarmen, die mit Chemotherapie allein behandelt wurden. Einen tödlichen Verlauf nahmendie arteriellen thromboembolischen Ereignisse bei 0,8 % der Patienten unter Bevacizumab,verglichen mit 0,5 % bei mit Chemotherapie allein behandelten Patienten. Zerebrale Insulte(einschließlich transitorischer ischämischer Attacken) wurden bei bis zu 2,7 % der Patienten unterder Kombination von Bevacizumab und Chemotherapie berichtet, verglichen mit bis zu 0,5 % der
Patienten unter Chemotherapie allein. Myokardinfarkte wurden bei bis zu 1,4 % der Patienten unterder Kombination Bevacizumab und Chemotherapie verglichen mit bis zu 0,7 % unter
Chemotherapie allein berichtet.
Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom, die nicht für eine Behandlung mit Irinotecangeeignet waren, wurden in die klinische Studie AVF2192g eingeschlossen, in der Bevacizumab in
Kombination mit 5-Fluorouracil/Folinsäure untersucht wurde. In dieser Studie wurden bei 11 %(11/100) der Patienten arterielle thromboembolische Ereignisse beobachtet, verglichen mit 5,8 %(6/104) in der Kontrollgruppe mit Chemotherapie.
Venöse ThromboembolienIn klinischen Studien war die Inzidenz venöser Thromboembolien bei Patienten, die Bevacizumabin Kombination mit Chemotherapie erhielten, vergleichbar zu der bei Patienten unter
Chemotherapie allein. Die venösen thromboembolischen Ereignisse umfassten tiefe
Beinvenenthrombosen, Lungenembolien und Thrombophlebitis.
In klinischen Studien betrug die Gesamtinzidenz thromboembolischer Ereignisse unabhängig vonder Indikation von 2,8 % bis 17,3 % der mit Bevacizumab behandelten Patienten, verglichen mit3,2 % bis 15,6 % in den Kontrollarmen.
Venöse thromboembolische Ereignisse vom Grad 3-5 (NCI-CTCAE v.3) wurden bei bis zu 7,8 %der Patienten berichtet, die mit Chemotherapie plus Bevacizumab behandelt wurden, verglichen mitbis zu 4,9 % der Patienten, die ausschließlich Chemotherapie erhielten (Dies betrifft alle
Indikationen mit Ausnahme des persistierenden, rezidivierenden oder metastasierten
Zervixkarzinoms.).
In einer klinischen Studie mit Patienten mit persistierendem, rezidivierendem oder metastasiertem
Zervixkarzinom (Studie GOG-0240) wurden bei bis zu 15,6 % der mit Bevacizumab in
Kombination mit Paclitaxel und Cisplatin behandelten Patienten venöse thromboembolische
Ereignisse von Grad 3-5 berichtet, im Vergleich zu bis zu 7,0 % der Patienten, die mit Paclitaxelund Cisplatin behandelt wurden.
Patienten, die bereits eine venöse Thromboembolie hatten, können einem höheren Rezidiv-Risikounterliegen, wenn sie Bevacizumab in Kombination mit Chemotherapie erhalten, als Patienten unter
Chemotherapie allein.
Kongestive Herzinsuffizienz (KHI)Kongestive Herzinsuffizienz (KHI) wurde in klinischen Studien mit Bevacizumab bisher in allen
Indikationen beobachtet; sie trat jedoch überwiegend bei Patienten mit metastasiertem
Mammakarzinom auf. In vier Phase-III-Studien (AVF2119g, E2100, BO17708 und AVF3694g)zum metastasierten Mammakarzinom wurde bei bis zu 3,5 % der Patienten, die mit Bevacizumabin Kombination mit einer Chemotherapie behandelt wurden, eine KHI vom Grad 3 (NCI-CTCAEv.3) oder höher berichtet, verglichen mit bis zu 0,9 % in den Kontrollarmen. Bei den Patienten inder AVF3694g Studie, die Anthracycline in Kombination mit Bevacizumab erhielten, war das
Auftreten von KHI vom Grad 3 oder höher in den jeweiligen Bevacizumab- und Kontrollarmenvergleichbar zu dem in anderen Studien zum metastasierten Mammakarzinom: 2,9 % im
Anthracyclin+Bevacizumab- Arm und 0 % im Anthracyclin+Placebo-Arm. Zusätzlich war in der
Studie AVF3694g das Auftreten von KHI aller Grade zwischen dem Anthracyclin+Bevacizumab-
Arm (6,2 %) und dem Anthracyclin+Placebo-Arm (6,0 %) vergleichbar.
Nach entsprechender medizinischer Behandlung besserten sich bei den meisten Patienten, diewährend Studien zum metastasierten Mammakarzinom eine KHI entwickelten, die Symptomeund/oder die linksventrikuläre Funktion.
In den meisten klinischen Studien mit Bevacizumab wurden Patienten mit vorbestehender KHI
NYHA (New York Heart Association) II-IV ausgeschlossen. Deshalb liegen keine Informationenzum Risiko einer KHI in dieser Studienpopulation vor.
Eine vorhergehende Anthracyclin-Behandlung und/oder Bestrahlung der Brustwand könnenmögliche Risikofaktoren für die Entwicklung einer KHI sein.
In einer klinischen Studie mit Patienten mit diffusem großzelligen B-Zell-Lymphom wurde nach
Gabe von Bevacizumab zusammen mit einer kumulativen Doxorubicin-Dosis von mehr als 300mg/m² ein vermehrtes Auftreten von KHI beobachtet. In dieser klinischen Studie der Phase IIIwurde die Behandlung mit Rituximab/Cyclophosphamid/Doxorubicin/Vincristin/Prednison (R-
CHOP) plus Bevacizumab mit einer R-CHOP-Behandlung ohne Bevacizumab verglichen. Inbeiden Behandlungsarmen war die Häufigkeit von KHI höher als bei bisherigen Behandlungen mit
Doxorubicin; der Anteil von KHI war jedoch im R-CHOP plus Bevacizumab-Arm höher. Diese
Ergebnisse weisen darauf hin, dass eine enge klinische Überwachung mit geeigneten
Herzuntersuchungen für Patienten in Erwägung gezogen werden sollte, die eine kumulative Dosisan Doxorubicin größer als 300 mg/m² in Kombination mit Bevacizumab erhalten haben.
Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich anaphylaktischer Schock)/Infusionsreaktionen(siehe Abschnitt 4.4 und Erfahrungen nach der Markteinführung unten stehend)
In einigen klinischen Studien wurden anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen häufiger bei
Patienten berichtet, die Bevacizumab in Kombination mit Chemotherapie erhalten hatten, als bei
Chemotherapie allein. Das Auftreten dieser Reaktionen in klinischen Studien mit Bevacizumab isthäufig (bis zu 5 % bei mit Bevacizumab behandelten Patienten).
InfektionenIn einer klinischen Studie mit Patienten mit persistierendem, rezidivierendem oder metastasiertem
Zervixkarzinom (Studie GOG-0240) wurden bei bis zu 24 % der Patienten, die mit Bevacizumab in
Kombination mit Paclitaxel und Topotecan behandelt wurden, Infektionen von Grad 3-5 berichtet,im Vergleich zu bis zu 13 % der Patienten, die mit Paclitaxel und Topotecan behandelt wurden.
Ovarialinsuffizienz/Fertilität (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6)In der Phase-III-Studie NSABP C-08 zur adjuvanten Behandlung von Patienten mit
Kolonkarzinom mit Bevacizumab wurde die Häufigkeit neuer Fälle von Ovarialinsuffizienz bei 295prämenopausalen Frauen untersucht. Eine Ovarialinsuffizienz wurde dabei als Amenorrhö vonmindestens 3 Monaten Dauer, FSH-Spiegeln von ≥ 30 mIE/ml sowie einem negativen Serum-
Schwangerschaftstest (ß-HCG) definiert. Neue Fälle von Ovarialinsuffizienz wurden bei 2,6 % der
Patientinnen aus der mFOLFOX-6-Gruppe verglichen mit 39 % der Patientinnen aus dermFOLFOX-6+Bevacizumab-Gruppe berichtet. Nach Abbruch der Behandlung mit Bevacizumabkam es bei 86,2 % dieser Frauen zu einer Wiederherstellung der Ovarialfunktion. Die
Langzeitauswirkungen einer Behandlung mit Bevacizumab auf die Fertilität sind nicht bekannt
LaborauffälligkeitenEine reduzierte Neutrophilenzahl, eine reduzierte Leukozytenzahl und das Vorhandensein von
Protein im Urin können eine Folge der Bevacizumab-Behandlung sein.
Über alle klinischen Studien hinweg traten bei Patienten, die mit Bevacizumab behandelt wurden,die folgenden Laborauffälligkeiten 3. und 4. Grades (NCI-CTCAE v.3) mit einem Unterschied vonmindestens 2 % im Vergleich zu den entsprechenden Kontrollgruppen auf: Hyperglykämie,erniedrigter Hämoglobinwert, Hypokaliämie, Hyponatriämie, reduzierte Leukozytenzahl, erhöhte
International Normalised Ratio (INR).
In klinischen Studien wurde gezeigt, dass vorübergehende Erhöhungen der Serumkreatininspiegel(in einem Bereich von 1,5-fach bis 1,9-fach höher als die Ausgangswerte), sowohl mit als auchohne Proteinurie, mit der Anwendung von Bevacizumab in Verbindung stehen. Der beobachtete
Anstieg der Serumkreatininspiegel war bei mit Bevacizumab behandelten Patienten nicht mit einemvermehrten Auftreten klinischer Manifestationen von Nierenfunktionsstörungen verbunden.
Andere spezielle PatientengruppenIn randomisierten klinischen Prüfungen war ein Alter von > 65 Jahren mit einem höheren Risikofür die Entwicklung arterieller thromboembolischer Ereignisse einschließlich zerebraler Insulte,transitorischer ischämischer Attacken und Myokardinfarkten verbunden. Andere Nebenwirkungenmit größerer Häufigkeit bei Patienten über 65 Jahren als bei Patienten ≤ 65 Jahren, wenn diese mit
Bevacizumab behandelt werden, waren Leukopenien und Thrombozytopenien vom Grad 3-4 (NCI-
CTCAE v.3), Neutropenien aller Grade, Diarrhö, Übelkeit, Kopfschmerzen und Müdigkeit (siehe
Abschnitte 4.4 und 4.8 bei Thromboembolien). In einer klinischen Studie war die Inzidenz einer
Hypertonie vom Grad ≥ 3 bei Patienten > 65 Jahre doppelt so hoch wie in der Gruppe der jüngeren
Patienten (< 65 Jahre). In einer Studie mit Patienten mit platinresistentem, rezidivierenden
Ovarialkarzinom wurden auch Alopezie, Schleimhautentzündungen, periphere sensorische
Neuropathie, Proteinurie und Hypertonie berichtet und traten mit einer mindestens 5 % höheren
Rate im CT+BV-Arm bei mit Bevacizumab behandelten Patienten ≥ 65 Jahren auf, verglichen mit
Bevacizumab-behandelten Patienten < 65 Jahren.
Die Inzidenz anderer Nebenwirkungen einschließlich Magen-Darm-Perforation,
Wundheilungsstörungen, kongestiver Herzinsuffizienz und Blutungen war nicht erhöht bei älteren
Patienten (> 65 Jahre) unter Bevacizumab-Behandlung verglichen mit den bis zu 65-Jährigen(≤ 65 Jahre) unter Behandlung mit Bevacizumab.
Kinder und JugendlicheDie Sicherheit und Wirksamkeit von Bevacizumab bei Kindern unter 18 Jahren wurde nichtnachgewiesen.
In der klinischen Studie BO25041 wurde Bevacizumab zusätzlich zu einer postoperativen
Strahlentherapie (RT) mit gleichzeitiger und adjuvanter Temozolomid-Therapie Kindern und
Jugendlichen mit neu diagnostiziertem supratentoriellem und infratentoriellem bzw. zerebelläremsowie pedunkulärem höhergradigem Gliom verabreicht; das Sicherheitsprofil war vergleichbar mitjenem, welches bei anderen Tumortypen bei mit Bevacizumab behandelten Erwachsenenbeobachtet wurde.
In der klinischen Studie BO20924 von Bevacizumab mit der aktuellen Standardtherapie beimetastasiertem Rhabdomyosarkom und Nicht-Rhabdomyosarkom Weichteilsarkom war das
Sicherheitsprofil von mit Bevacizumab behandelten Kindern vergleichbar mit dem, welches bei mit
Bevacizumab behandelten Erwachsenen beobachtet wurde.
Bevacizumab ist zur Anwendung bei Patienten unter 18 Jahren nicht zugelassen. In derwissenschaftlichen Literatur wurden Fälle von nicht-mandibulärer Osteonekrose bei Patienten unter18 Jahren, die mit Bevacizumab behandelt wurden, berichtet.
Erfahrungen nach der MarkteinführungTabelle 3: Nebenwirkungen aus dem Spontanmeldesystem nach der Markteinführung
MedDRA- Nebenwirkung (Häufigkeit*)
Systemorganklasse
Infektionen und Nekrotisierende Fasziitis, gewöhnlich sekundär beiparasitäre Erkrankungen Wundheilungskomplikationen, Magen-Darm-Perforation oder
Fistelbildung (selten) (siehe auch Abschnitt 4.4).
Erkrankungen des Überempfindlichkeits- und Infusionsreaktionen (häufig), mit den
Immunsystems folgenden möglichen Ko-Manifestationen: Dyspnoe/Atemnot,
Flush/Rötung/Ausschlag, Hypotonie oder Hypertonie, verminderte
Sauerstoffsättigung, Schmerzen im Brustkorb, Schüttelfrost und
Übelkeit/Erbrechen (siehe auch Abschnitt 4.4 und
Überempfindlichkeits- und Infusionsreaktionen oben stehend)
Anaphylaktischer Schock (selten) (siehe auch Abschnitt 4.4)
Erkrankungen des Hypertensive Enzephalopathie (sehr selten) (siehe auch Abschnitt 4.4
Nervensystems sowie Hypertonie in Abschnitt 4.8)
Posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES) (selten)(siehe auch Abschnitt 4.4)
Gefäßerkrankungen Nierenthrombotische Mikroangiopathie mit oder ohne gleichzeitige
Anwendung von Sunitinib und hyaline okklusive glomeruläre
Mikroangiopathie , die sich klinisch als Proteinurie manifestieren kann(nicht bekannt). Weitere Informationen zur Proteinurie finden Sie in
Abschnitt 4.4 und Proteinurie in Abschnitt 4.8.
Erkrankungen der Perforation der Nasenscheidewand (nicht bekannt)
Atemwege, des Pulmonale Hypertonie (nicht bekannt)
Brustraums und Dysphonie (häufig)
Mediastinums
Erkrankungen des Magen-Darm-Ulzera (nicht bekannt)
Gastrointestinaltrakts
Leber- und Gallenblasenperforation (nicht bekannt)
Gallenerkrankungen
Skelettmuskulatur-, Fälle von Kiefernekrosen wurden bei Patienten unter Behandlung mit
Bindegewebs- und Bevacizumab berichtet. Die meisten dieser Fälle traten bei Patienten
Knochenerkrankungen mit bekannten Risikofaktoren für die Entstehung einer Kiefernekroseauf, darunter insbesondere die intravenöse Anwendung von
Bisphosphonaten und/oder Zahnerkrankungen in der Anamnese, dieinvasive zahnärztliche Eingriffe erfordert hatten (siehe auch Abschnitt4.4).
Bei Kindern und Jugendlichen, die mit Bevacizumab behandeltwurden, sind Fälle von nicht-mandibulärer Osteonekrose berichtetworden (siehe Abschnitt 4.8, Kinder und Jugendliche).
Kongenitale, familiäre Fälle von fetalen Anomalien wurden bei Frauen beobachtet, die mitund genetische Bevacizumab allein oder in Kombination mit bekannt embryotoxischen
Erkrankungen Chemotherapeutika behandelt wurden (siehe Abschnitt 4.6).
* Angegebene Häufigkeiten wurden aus den Daten klinischer Studien abgeleitet.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.
Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des
Arzneimittels.Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer
Nebenwirkung über das in Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
Die höchste beim Menschen geprüfte Dosis (20 mg/kg KG, intravenös (i.v.) alle 2 Wochen) führtebei mehreren Patienten zu schwerer Migräne.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische und immunmodulierende Mittel,antineoplastische Mittel, andere antineoplastische Mittel, monoklonale Antikörper, ATC-Code:
L01FG01
Abevmy ist ein biologisch/biotechnologisch hergestelltes Arzneimittel, das im Wesentlicheneinem bereits zugelassenen Arzneimittel gleicht. Ausführliche Informationen sind auf den
Internetseiten der Europäischen Arzneimittelagentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.
WirkmechanismusBevacizumab bindet an den Gefäßwachstumsfaktor VEGF (vascular endothelial growth factor),den Schlüsselfaktor der Vaskulogenese und Angiogenese, und hemmt dadurch die Bindung von
VEGF an seine Rezeptoren, Flt-1 (VEGFR-1) und KDR (VEGFR-2) auf der Oberfläche von
Endothelzellen. Die Neutralisierung der biologischen Aktivität von VEGF reduziert die
Vaskularisierung von Tumoren, normalisiert das vorhandene Tumorgefäßsystem und hemmt die
Bildung neuer Tumorgefäßsysteme, wodurch das Tumorwachstum gehemmt wird.
Pharmakodynamische WirkungenDie Verabreichung von Bevacizumab oder seines parentalen Mausantikörpers in Xenotransplantat-
Modellen von Krebs in Nacktmäusen führte zu einer ausgeprägten antitumoralen Aktivität gegenmenschliche Krebsarten, einschließlich Kolon-, Brust-, Pankreas- und Prostatakrebs. Die
Progression der metastasierten Erkrankung wurde gehemmt und die mikrovaskuläre Permeabilitätreduziert.
Klinische WirksamkeitDie Sicherheit und Wirksamkeit der empfohlenen Dosis (5 mg/kg KG alle zwei Wochen) beimetastasiertem Kolon- oder Rektumkarzinom wurden in drei randomisierten, aktiv kontrolliertenklinischen Prüfungen in Kombination mit einer First-Line-Chemotherapie auf Fluoropyrimidin-
Basis untersucht. Bevacizumab wurde mit zwei Chemotherapie-Schemata kombiniert:
* AVF2107g: Einmal wöchentliche Gabe von Irinotecan/Bolus 5-Fluorouracil/Folinsäure (IFL)über insgesamt 4 Wochen eines jeweils 6-wöchigen Zyklus (Saltz-Schema)
* AVF0780g: In Kombination mit Bolus 5-Fluorouracil/Folinsäure (5-FU/FA) über insgesamt6 Wochen eines jeweils 8-wöchigen Zyklus (Roswell-Park-Schema)
* AVF2192g: In Kombination mit Bolus 5-Fluorouracil/Folinsäure (5-FU/FA) über insgesamt6 Wochen eines jeweils 8-wöchigen Zyklus (Roswell-Park-Schema) bei Patienten, die keineoptimalen Kandidaten für eine First-Line-Irinotecan-Therapie waren.
Bei Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom wurden drei weitere Studien mit
Bevacizumab durchgeführt: eine Studie zur First-Line-Behandlung (NO16966), eine Studie zur
Second-Line- Behandlung ohne vorhergehende Bevacizumab-Therapie (E3200) und eine Studie zur
Second-Line- Behandlung mit vorhergehender Bevacizumab-Therapie nach Fortschreiten der
Erkrankung während der First-Line-Behandlung (ML18147). In diesen Studien wurde
Bevacizumab in Kombination mit FOLFOX-4 (5-FU/LV/Oxaliplatin), XELOX(Capecitabin/Oxaliplatin) und Fluoropyrimidin/Irinotecan bzw. Fluoropyrimidin/Oxaliplatin in denfolgenden Dosisschemata angewendet:
* NO16966: Bevacizumab 7,5 mg/kg KG alle 3 Wochen in Kombination mit oral gegebenem
Capecitabin und intravenös appliziertem Oxaliplatin (XELOX) oder Bevacizumab 5 mg/kg
Körpergewicht alle 2 Wochen in Kombination mit Leucovorin plus 5-Fluorouracil als
Bolusinjektion, gefolgt von 5-Fluorouracil als Infusion und intravenös gegebenem
Oxaliplatin (FOLFOX-4).
* E3200: Bevacizumab 10 mg/kg KG alle 2 Wochen in Kombination mit Leucovorin plus 5-
Fluorouracil als Bolusinjektion, gefolgt von 5-Fluorouracil als Infusion und intravenösgegebenem Oxaliplatin (FOLFOX-4) bei Patienten, die zuvor nicht mit Bevacizumabbehandelt worden waren.
* ML18147: Bevacizumab 5 mg/kg KG alle 2 Wochen oder Bevacizumab 7,5 mg/kg KG alle3 Wochen in Kombination mit Fluoropyrimidin/Irinotecan oder Fluoropyrimidin/Oxaliplatinbei Patienten mit fortschreitender Erkrankung nach einer First-Line-Behandlung mit
Bevacizumab. Ein Irinotecan-haltiges Therapieschema wurde durch ein Oxaliplatin-haltiges
Therapieschema ersetzt oder vice versa, je nachdem, welches dieser Arzneimittel in der
First-Line-Behandlung gegeben worden war.
AVF2107gIn dieser randomisierten, doppelblinden, aktiv kontrollierten klinischen Phase-III-Studie wurde
Bevacizumab in Kombination mit IFL als First-Line-Behandlung von metastasiertem Kolon- oder
Rektumkarzinom untersucht. 813 Patienten wurden randomisiert einer Behandlung mit IFL +
Placebo (Studienarm 1) oder IFL + Bevacizumab (5 mg/kg alle 2 Wochen, Studienarm 2)zugewiesen. Eine dritte Gruppe von 110 Patienten erhielt Bolus 5-FU/FA + Bevacizumab(Studienarm 3). Die Rekrutierung in Arm 3 wurde, wie zuvor festgelegt, beendet, sobald die
Sicherheit der Anwendung von Bevacizumab mit dem IFL-Schema bekannt und als akzeptabelbetrachtet worden war. Alle Behandlungen wurden bis zur Progression der Erkrankung fortgesetzt.
Das Alter betrug insgesamt im Mittel 59,4 Jahre; 56,6 % der Patienten wiesen einen ECOG-
Performance-Status von 0 auf, 43 % einen Wert von 1 und 0,4 % einen Wert von 2. 15,5 % der
Patienten hatten zuvor eine Strahlentherapie und 28,4 % eine Chemotherapie erhalten.
Die primäre Wirksamkeitsvariable der Studie war das Gesamtüberleben (overall survival, OS). Die
Zugabe von Bevacizumab zu IFL resultierte in einer statistisch signifikanten Verlängerung des OS,des progressionsfreien Überlebens (progression-free survival, PFS) und der Gesamtansprechrate(overall response rate, ORR) (siehe Tabelle 4). Der klinische Nutzen, wie er durch das OSquantifiziert wurde, wurde in allen zuvor festgelegten Patienten-Untergruppen beobachtet,einschließlich derer, die durch Alter, Geschlecht, Leistungsstatus, Lokalisierung des Primärtumors,
Zahl der befallenen Organe und Dauer der metastasierten Erkrankung definiert waren.
Die Wirksamkeitsergebnisse von Bevacizumab in Kombination mit IFL-Chemotherapie sind in
Tabelle 4 dargestellt.
Tabelle 4: Wirksamkeitsergebnisse für Studie AVF2107g
AVF2107gArm 1 IFL + Placebo Arm 2
IFL + Bevacizumaba
Anzahl der Patienten 411 402
Gesamtüberleben
Median (Monate) 15,6 20,395-%-KI 14,29 - 16,99 18,46 - 24,18
Hazard Ratiob 0,660(p-Wert = 0,00004)
Progressionsfreies Überleben
Median (Monate) 6,2 10,6
Hazard Ratio 0,54(p-Wert < 0,0001)
Gesamtansprechrate
Rate (%) 34,8 44,8(p-Wert = 0,0036)a 5 mg/kg alle 2 Wochen.b Relativ zum Kontrollarm.
Für die 110 Patienten, die randomisiert Arm 3 (5-FU/FA + Bevacizumab) zugewiesen wordenwaren, betrug vor dem Behandlungsende das OS im Median 18,3 Monate und das PFS im Median8,8 Monate.
AVF2192gIn dieser randomisierten, doppelblinden, aktiv kontrollierten klinischen Phase-II-Studie wurden die
Wirksamkeit und Sicherheit von Bevacizumab in Kombination mit 5-FU/FA als First-Line-
Behandlung von metastasiertem Kolon- oder Rektumkarzinom bei Patienten untersucht, die keineoptimalen Kandidaten für eine First-Line-Behandlung mit Irinotecan waren. 105 Patienten wurdenrandomisiert dem 5-FU/FA+Placebo-Arm und 104 Patienten dem 5-FU/FA+Bevacizumab-Arm(5 mg/kg alle 2 Wochen) zugewiesen. Alle Behandlungen wurden bis zur Progression der
Erkrankung fortgesetzt. Das Hinzufügen von Bevacizumab 5 mg/kg alle zwei Wochen zu 5-FU/FAführte zu höheren objektiven Ansprechraten, signifikant längerem PFS und einem tendenzielllängeren Überleben im Vergleich zu 5-FU/FA-Chemotherapie alleine.
AVF0780gIn dieser randomisierten, aktiv kontrollierten, offenen klinischen Phase-II-Studie wurde
Bevacizumab in Kombination mit 5-FU/FA als First-Line-Behandlung des metastasierten
Kolorektalkarzinoms untersucht. Das Alter der Patienten betrug im Median 64 Jahre. 19 % der
Patienten hatten zuvor eine Chemotherapie und 14 % eine Strahlentherapie erhalten. 71 Patientenwurden einer Behandlung mit Bolus 5-FU/FA oder 5-FU/FA + Bevacizumab (5 mg/kg alle 2
Wochen) randomisiert zugewiesen. Eine dritte Gruppe von 33 Patienten erhielt als Bolus 5-FU/FA+ Bevacizumab (10 mg/kg alle 2 Wochen). Die Patienten wurden bis zur Progression der
Erkrankung behandelt. Die primären Endpunkte der Studie waren die objektive Ansprechrate unddas PFS. Das Hinzufügen von Bevacizumab 5 mg/kg alle zwei Wochen zu 5-FU/FA führte zuhöheren objektiven Ansprechraten, längerem PFS und zu einem tendenziell längeren Überleben im
Vergleich zu 5-FU/FA-Chemotherapie alleine (siehe Tabelle 5). Diese Wirksamkeitsdaten stimmenmit den Ergebnissen überein, die in Studie AVF2107g beobachtet wurden
Die Wirksamkeitsdaten aus den Studien AVF0780g und AVF2192g zu Bevacizumab in
Kombination mit 5-FU/FA-Chemotherapie sind in Tabelle 5 zusammengefasst.
Tabelle 5: Wirksamkeitsergebnisse der Studien AVF0780g und AVF2192g
AVF0780g AVF2192g5-FU/FA 5-FU/FA + 5-FU/FA + 5-FU/FA + 5-FU/FA +
Bevacizumaba Bevacizumabb Placebo Bevacizumab
Anzahl der 36 35 33 105 104
Patienten
Gesamtüberleben
Median (Monate) 13,6 17,7 15,2 12,9 16,695-%-KI 10,35 - 13,63 - 19,3216,95
Hazard Ratioc - 0,52 1,01 0,79p-Wert 0,073 0,978 0,16
Progressionsfreies Überleben
Median (Monate) 5,2 9,0 7,2 5,5 9,2
Hazard Ratio 0,44 0,69 0,5p-Wert - 0,0049 0,217 0,0002
Gesamtansprechrate
Rate (%) 16,7 40,0 24,2 15,2 2695-%-KI 7,0 − 24,4 − 57,8 11,7 - 42,6 9,2 - 23,9 18,1 - 35,633,5p-Wert 0,029 0,43 0,055
Ansprechdauer
Median (Monate) NR 9,3 5,0 6,8 9,225-75 Perzentile 5,5 − NR 6,1 − NR 3,8 - 7,8 5,59 - 9,17 5,88 - 13,01(Monate)a 5 mg/kg alle 2 Wochenb 10 mg/kg alle 2 Wochenc Relativ zum Kontrollarm NR = nicht erreicht
NO16966Hierbei handelte es sich um eine randomisierte, bezüglich Bevacizumab doppelblinde, klinische
Studie der Phase III zur Untersuchung der Anwendung von Bevacizumab in einer Dosierung von7,5 mg/kg Körpergewicht alle 3 Wochen in Kombination mit oral gegebenem Capecitabin undintravenös appliziertem Oxaliplatin (XELOX) bzw. der Anwendung von Bevacizumab in einer
Dosierung von 5 mg/kg Körpergewicht alle 2 Wochen in Kombination mit Leucovorin plus 5-
Fluorouracil als Bolusinjektion, gefolgt von 5-Fluorouracil als Infusion und intravenös gegebenem
Oxaliplatin (FOLFOX-4). Die Studie bestand aus zwei Teilen: einem initialen, offenen,zweiarmigen Teil (Teil I), in dem die Patienten randomisiert zwei verschiedenen
Behandlungsgruppen zugeteilt wurden (XELOX und FOLFOX-4) und einem nachfolgenden, 2 x 2-faktoriellen, vierarmigen Teil (Teil II), in dem die Patienten randomisiert vier Behandlungsgruppenzugewiesen wurden (XELOX + Placebo, FOLFOX-4 + Placebo, XELOX + Bevacizumab,
FOLFOX-4 + Bevacizumab). Im Teil II war die Zuteilung zur Bevacizumab-Behandlungdoppelblind.
Im Teil II der Studie wurden jedem der 4 Behandlungsarme ca. 350 Patienten randomisiertzugewiesen.
Tabelle 6: Behandlungsschemata in der Studie NO16966
Behandlung Anfangsdosierung Ablaufplan
FOLFOX-4 Oxaliplatin 85 mg/m² intravenös Oxaliplatin am Tag 1oder FOLFOX- Leucovorin 2 Std. Leucovorin am Tag 1 und 24 + 200 mg/m² intravenös
Bevacizumab 2 Std.5-Fluorouracil 400 mg/m² intravenös 5-Fluorouracil intravenös
Bolus, 600 mg/m² Bolus/Infusion, jeweils an denintravenös 22 Std. Tagen 1 und 2
Placebo oder 5 mg/kg intravenös Tag 1, vor FOLFOX-4, alle 2
Bevacizumab 30-90 Min. Wochen
XELOX Oxaliplatin 130 mg/m² intravenös Oxaliplatin am Tag 1oder XELOX + Capecitabin 2 Std. Capecitabin oral 2 x tägl. über
Bevacizumab 1000 mg/m² oral 2 Wochen (gefolgt von 1 Woche2 x tägl. Therapiepause)
Placebo oder 7,5 mg/kg intravenös Tag 1, vor XELOX, alle 3
Bevacizumab 30-90 Min. Wochen5-Fluorouracil: intravenöse Bolusinjektion unmittelbar nach Leucovorin
Der primäre Wirksamkeitsparameter dieser Studie war die Dauer des PFS. Die Studie hatte zweiprimäre Zielkriterien: den Nachweis der Nichtunterlegenheit von XELOX gegenüber FOLFOX-4und den Nachweis der Überlegenheit von Bevacizumab in Kombination mit XELOX- oder
FOLFOX-4- Chemotherapie gegenüber alleiniger Chemotherapie. Beide co-primären Zielkriterienwurden erfüllt:
* Die Nichtunterlegenheit der XELOX-Behandlungsarme gegenüber den FOLFOX-4-Armenwurde im Gesamtvergleich anhand des PFS und des OS in der auswertbaren Per-Protokoll-
Population nachgewiesen.
* Die Überlegenheit der Bevacizumab-Behandlungsarme gegenüber den reinen
Chemotherapie- Armen wurde im Gesamtvergleich anhand des PFS in der Intent-to-
Treat(ITT)-Population nachgewiesen (Tabelle 7).
Sekundärauswertungen des PFS, die auf Untersuchungen des Ansprechens unter der Behandlungbasierten, bestätigten den signifikant höheren klinischen Nutzen der Bevacizumab-Behandlung(Auswertungen in Tabelle 7), in Übereinstimmung mit dem statistisch signifikanten Vorteil, der inder gepoolten Auswertung beobachtet wurde.
Tabelle 7: Wesentliche Wirksamkeitsergebnisse der Überlegenheitsprüfung (ITT-Population,
Studie NO16966)
Endpunkt (Monate) FOLFOX-4 FOLFOX-4 p-Wertoder XELOX oder XELOX+ Placebo (n=701) + Bevacizumab(n=699)
Primärer Endpunkt
Medianes PFS** 8,0 9,4 0,0023
Hazard Ratio (97,5-%-KI)a 0,83 (0,72-0,95)
Sekundäre Endpunkte
Medianes PFS 7,9 10,4 < 0,0001(während der Behandlung)**
Hazard Ratio (97,5-%-KI) 0,63 (0,52-0,75)
Gesamtansprechrate (Beurteilung 49,2 % 46,5 %durch Prüfarzt)**
Medianes Gesamtüberleben* 19,9 21,2 0,0769
Hazard Ratio (97,5-%-KI) 0,89 (0,76-1,03)
* Auswertung des OS zum Stichtag 31. Januar 2007
** Primärauswertung zum Stichtag 31. Januar 2006a Relativ zum Kontrollarm
In der Subgruppe, die mit FOLFOX behandelt wurde, betrug das mediane PFS unter Placebo8,6 Monate und unter Anwendung von Bevacizumab 9,4 Monate (Hazard Ratio [HR]=0,89; 97,5-%- KI=0,73 - 1,08; p=0,1871). In der Subgruppe, die mit XELOX behandelt wurde, waren dieentsprechenden Ergebnisse 7,4 vs. 9,3 Monate (HR=0,77; 97,5-%-KI=0,63 - 0,94; p=0,0026).
Das mediane OS betrug in der Subgruppe, die mit FOLFOX behandelt wurde, 20,3 Monate unter
Placebo und 21,2 Monate unter Anwendung von Bevacizumab (HR=0,94; 97,5-%-KI=0,75 - 1,16;p=0,4937). In der Subgruppe, die mit XELOX behandelt wurde, waren die entsprechenden
Ergebnisse 19,2 vs. 21,4 Monate (HR=0,84; 97,5-%-KI=0,68 - 1,04; p=0,0698).
ECOG E3200Hierbei handelte es sich um eine randomisierte, offene Phase-III-Studie mit aktiver Kontrolle zur
Untersuchung der Anwendung von Bevacizumab in einer Dosierung von 10 mg/kg Körpergewichtalle 2 Wochen, in Kombination mit Leucovorin plus 5-Fluorouracil als Bolusinjektion, gefolgt von5-Fluorouracil als Infusion und intravenös appliziertem Oxaliplatin (FOLFOX-4) beivorbehandelten Patienten (Second-Line) mit fortgeschrittenem Kolorektalkarzinom. In den
Studienarmen mit Chemotherapie wurde FOLFOX-4 in derselben Dosierung und nach demgleichen Ablaufschema angewendet, wie es in Tabelle 6 für die Studie NO16966 dargestellt ist.
Der primäre Wirksamkeitsparameter der Studie war das OS, das als die Zeitspanne zwischen der
Randomisierung und dem Tod (jeder Ursache) definiert wurde. 829 Patienten wurden randomisiertden Behandlungen zugewiesen (292 zu FOLFOX-4, 293 zu Bevacizumab + FOLFOX-4 und 244zur Bevacizumab-Monotherapie). Die Hinzugabe von Bevacizumab zu FOLFOX-4 führte zu einerstatistisch signifikanten Verlängerung des Überlebens. Ebenso wurden statistisch signifikante
Erhöhungen des PFS und der objektiven Ansprechrate beobachtet (siehe Tabelle 8).
Tabelle 8: Wirksamkeitsergebnisse der Studie E3200
E3200
FOLFOX-4 FOLFOX-4 + Bevacizumaba
Anzahl der Patienten 292 293
Gesamtüberleben
Median (Monate) 10,8 13,095-%-KI 10,12 - 11,86 12,09 - 14,03
Hazard Ratiob 0,751(p-Wert = 0,0012)
Progressionsfreies Überleben
Median (Monate) 4,5 7,5
Hazard Ratio 0,518(p-Wert < 0,0001)
Objektive Ansprechrate
Rate 8,6 % 22,2 %(p-Wert < 0,0001)a 10 mg/kg KG alle 2 Wochenb Relativ zum Kontrollarm
Zwischen den Patienten, die Bevacizumab als Monotherapie erhielten, und denjenigen, die mit
FOLFOX-4 behandelt wurden, wurde kein signifikanter Unterschied bezüglich der OS beobachtet.
Das PFS und die objektive Ansprechrate waren im Studienarm mit Bevacizumab-Monotherapieniedriger als im FOLFOX-4-Arm.
ML18147Hierbei handelte es sich um eine randomisierte, kontrollierte, offene Phase-III-Studie zur
Untersuchung von Bevacizumab 5 mg/kg Körpergewicht alle 2 Wochen oder 7,5 mg/kg
Körpergewicht alle 3 Wochen in Kombination mit einer Fluoropyrimidin-haltigen Chemotherapie,im Vergleich zu einer alleinigen Fluoropyrimidin-haltigen Chemotherapie, bei Patienten mitmetastasiertem Kolorektalkarzinom, deren Erkrankung während einer First-Line-Behandlung miteinem Bevacizumab-haltigen Therapieschema fortgeschritten war.
Patienten mit histologisch bestätigtem metastasiertem Kolorektalkarzinom und fortschreitender
Erkrankung wurden innerhalb von 3 Monaten nach Absetzen der First-Line-Behandlung mit
Bevacizumab im Verhältnis 1:1 randomisiert einer Fluoropyrimidin/Oxaliplatin- oder
Fluoropyrimidin/Irinotecan-haltigen Chemotherapie mit oder ohne Bevacizumab zugewiesen. Die
Chemotherapie wurde dabei gegenüber derjenigen, die in der First-Line-Behandlung angewendetworden war, umgestellt. Die Behandlung wurde bis zur Progression oder bis zum Auftreten nichttolerierbarer Nebenwirkungen fortgesetzt. Primärer Endpunkt war das OS, das als die Zeitspannevon der Randomisierung bis zum Tod jeglicher Ursache definiert wurde.
Es wurden insgesamt 820 Patienten randomisiert. Die Zugabe von Bevacizumab zu der
Fluoropyrimidin-haltigen Chemotherapie führte zu einer statistisch signifikanten Verlängerung des
Gesamtüberlebens bei Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom, deren Erkrankung nach
First-Line-Behandlung mit einem Bevacizumab enthaltenden Therapieschema fortgeschritten war(ITT=819) (siehe Tabelle 9).
Tabelle 9: Wirksamkeitsergebnisse der Studie ML18147 (ITT-Population)
ML18147Fluoropyrimidin/Irinotecan Fluoropyrimidin/Irinotecanoder oder
Fluoropyrimidin/Oxaliplatin- Fluoropyrimidin/Oxaliplatinhaltige Chemotherapie - haltige Chemotherapie +
Bevacizumaba
Anzahl der Patienten 410 409
Gesamtüberleben
Median (Monate) 9,8 11,2
Hazard Ratio 0,81 (0,69; 0,94)(95 % Konfidenzintervall) (p-Wert = 0,0062)
Progressionsfreies Überleben
Median (Monate) 4,1 5,7
Hazard Ratio 0,68 (0,59; 0,78)(95 % Konfidenzintervall) (p-Wert < 0,0001)
Objektive Ansprechrate (ORR)
Anzahl der ausgewerteten 406 404
Patienten
Rate 3,9 % 5,4 %(p-Wert = 0,3113)a5 mg/kg alle 2 Wochen oder 7,5 mg/kg alle 3 Wochen
Eine statistisch signifikante Verlängerung des PFS wurde ebenfalls beobachtet. Die objektive
Ansprechrate war in beiden Behandlungsarmen niedrig und der Unterschied war statistisch nichtsignifikant.
Während in der Studie E3200 eine Bevacizumab-Dosis von 5 mg/kg/Woche bei nicht mit
Bevacizumab vorbehandelten Patienten appliziert wurde, betrug die Dosis in der Studie ML18147bei Bevacizumab-vorbehandelten Patienten 2,5 mg/kg/Woche. Ein studienübergreifender Vergleichder Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten wird durch Unterschiede zwischen diesen beiden Studienbegrenzt, insbesondere hinsichtlich der Patientenpopulationen, der vorhergehenden Bevacizumab-
Exposition und der Chemotherapieschemata. Beide Bevacizumab-Dosierungen von 5mg/kg/Woche und 2,5 mg/kg/Woche ergaben einen statistisch signifikanten Vorteil hinsichtlich des
OS (HR 0,751 in Studie E3200; HR 0,81 in Studie ML18147) und des PFS (HR 0,518 in Studie
E3200; HR 0,68 in Studie ML18147). Bezüglich der Sicherheit ergab sich in der Studie E3200 einehöhere Gesamtinzidenz von unerwünschten Ereignissen der Grade 3-5 im Vergleich zur Studie
ML18147.Zur Untersuchung der Wirksamkeit einer Behandlung mit Bevacizumab in Kombination mit zweiindividuellen Chemotherapeutika wurden zwei große Phase-III-Studien konzipiert. Der primäre
Endpunkt dieser Studien war das PFS. Eine klinisch bedeutsame und statistisch signifikante
Verbesserung des PFS wurde in beiden Studien beobachtet.
Im Folgenden sind die PFS-Ergebnisse, die mit den einzelnen in den Indikationen eingeschlossenen
Chemotherapie-Kombinationen erzielt wurden, zusammengefasst:
* Studie E2100 (Paclitaxel)
* Mediane PFS-Verlängerung um 5,6 Monate, HR 0,421 (p < 0,0001, 95-%-KI 0,343;0,516)
* Studie AVF3694g (Capecitabin)
* Mediane PFS-Verlängerung 2,9 Monate, HR 0,69 (p=0,0002, 95-%-KI 0,56; 0,84)
Detaillierte Angaben zu jeder Studie und die Ergebnisse sind weiter unten aufgeführt.
ECOG E2100Bei der Studie E2100 handelte es sich um eine offene, randomisierte, aktiv-kontrollierte,multizentrische Studie zur Beurteilung von Bevacizumab in Kombination mit Paclitaxel beim lokalrezidivierenden oder metastasierten Mammakarzinom bei Patienten, die zuvor noch keine
Chemotherapie zur Behandlung ihrer lokal rezidivierenden oder metastasierten Erkrankungerhalten hatten. Die Patienten wurden einer Behandlung mit Paclitaxel allein (90 mg/m² i.v. über 1
Stunde einmal wöchentlich über 3 Wochen eines vierwöchigen Behandlungszyklus) oder in
Kombination mit Bevacizumab (10 mg/kg als i.v. Infusion alle zwei Wochen) zugeteilt. Einevorhergehende Hormontherapie zur Behandlung der metastasierten Erkrankung war erlaubt. Eineadjuvante Behandlung mit einem Taxan war nur erlaubt, wenn diese mindestens 12 Monate vor
Aufnahme in die Studie beendet worden war. Von den 722 Studienteilnehmern hatte die Mehrzahl(90 %) einen negativen HER2-Rezeptorstatus. Bei 8 % der Patienten war der HER2-Rezeptorstatusunbekannt und 2 % waren HER2-positiv. Diese Patienten waren zuvor mit Trastuzumab behandeltworden oder wurden als ungeeignet für die Trastuzumab-Therapie eingeordnet. Darüber hinaushatten 65 % der Patienten zuvor eine adjuvante Chemotherapie erhalten, die bei 19 % aus Taxanenund bei 49 % aus Anthracyclinen bestand. Patienten mit ZNS-Metastasen, einschließlichvorbehandelter oder resezierter Hirnläsionen, waren von der Studie ausgeschlossen.
Die Studienteilnehmer in Studie E2100 wurden bis zum Fortschreiten der Erkrankung behandelt.
Wenn ein frühzeitiges Abbrechen der Chemotherapie erforderlich war, wurde die Behandlung mit
Bevacizumab als Monotherapie bis zum Fortschreiten der Erkrankung fortgesetzt. Die
Patientencharakteristika waren in beiden Studienarmen ähnlich. Der primäre Endpunkt der Studiewar das PFS, basierend auf der Bewertung des Fortschreitens der Erkrankung durch den Prüfarzt.
Zusätzlich wurde eine unabhängige Nachprüfung des primären Endpunktes durchgeführt. Die
Ergebnisse der Studie sind in Tabelle 10 dargestellt.
Tabelle 10: Studie E2100 Wirksamkeitsergebnisse
Progressionsfreies Überleben
Bewertung durch den Prüfarzt* Bewertung durch dasunabhängige Review-Komitee(IRC)
Paclitaxel Paclitaxel/ Paclitaxel Paclitaxel/(n=354) Bevacizumab (n=354) Bevacizumab(n=368) (n=368)
Medianes PFS 5,8 11,4 5,8 11,3(Monate)
HR (95-%-KI) 0,421 0,483(0,343; 0,516) (0,385; 0,607)p-Wert < 0,0001 < 0,0001
Ansprechraten (von Patienten mit messbarer Erkrankung)
Bewertung durch den Prüfarzt Bewertung durch dasunabhängige Review-Komitee(IRC)
Paclitaxel Paclitaxel/ Paclitaxel Paclitaxel/(n=273) Bevacizumab (n=243) Bevacizumab(n=252) (n=229)% Patienten mit 23,4 48,0 22,2 49,8objektivem
Ansprechenp-Wert < 0,0001 < 0,0001
* primäre Auswertung
Gesamtüberleben
Paclitaxel Paclitaxel/ Bevacizumab (n=368)(n=354)
Medianes OS 24,8 26,5(Monate)
HR (95-%-KI) 0,869(0,722; 1,046)p-Wert 0,1374
Der klinische Nutzen von Bevacizumab, gemessen als PFS, wurde in allen vorher bestimmten unduntersuchten Subgruppen nachgewiesen (einschließlich krankheitsfreies Intervall, Zahl dermetastasierten Stellen, vorhergehende adjuvante Chemotherapie und Östrogenrezeptor [ER]-
Status).
AVF3694gBei der Studie AVF3694g handelt es sich um eine multizentrische, randomisierte,placebokontrollierte Studie der Phase III zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von
Bevacizumab in Kombination mit Chemotherapie, im Vergleich zu Chemotherapie plus Placebo,als First-Line-Behandlung bei Patienten mit HER2-negativem metastasiertem oder lokalrezidiviertem Mammakarzinom.
Die jeweilige Chemotherapie wurde nach Ermessen des Prüfarztes ausgewählt, bevor die Patientenin einem Verhältnis von 2:1 entweder Chemotherapie plus Bevacizumab oder Chemotherapie plus
Placebo randomisiert zugeteilt wurden. Als Chemotherapie kamen Capecitabin, Taxane(proteingebundenes Paclitaxel, Docetaxel) oder Anthracyclin-basierte Wirkstoffe (Doxorubicin/
Cyclophosphamid oder Epirubicin/ Cyclophosphamid, 5-Fluorouracil/ Doxorubicin/
Cyclophosphamid, 5-Fluorouracil/ Epirubicin/ Cyclophosphamid) in Frage, die jeweils einmal alledrei Wochen angewendet wurde. Die Gabe von 15 mg/kg Bevacizumab oder Placebo erfolgteeinmal alle drei Wochen.
Die Studie beinhaltete eine verblindete Behandlungsphase, eine optionale offene Post-
Progressionsphase und eine Nachbeobachtungsphase hinsichtlich des Überlebens. Während derverblindeten Behandlungsphase erhielten die Patienten die Chemotherapie und das Arzneimittel(Bevacizumab oder Placebo) alle 3 Wochen bis zur Krankheitsprogression, zubehandlungslimitierenden Nebenwirkungen oder zum Tod. Nach dokumentierter
Krankheitsprogression konnten Patienten, die an der optionalen offenen Phase teilgenommenhatten, Bevacizumab unverblindet zusammen mit einer großen Bandbreite von Second-Line-
Behandlungen erhalten.
Statistische Auswertungen wurden unabhängig voneinander vorgenommen für 1.) Patienten, dieeine Behandlung mit Capecitabin in Kombination mit Bevacizumab oder Placebo erhielten, 2.)
Patienten, die eine Behandlung mit Taxanen oder Anthracyclinen in Kombination mit Bevacizumaboder Placebo erhielten. Der primäre Studienendpunkt war, basierend auf der Bewertung des
Prüfarztes, das PFS. Der primäre Endpunkt wurde zusätzlich durch ein unabhängiges Review-
Komitee (IRC) überprüft.
Die Ergebnisse dieser Studie aus den finalen, im Protokoll definierten Analysen zum PFS und zuden Ansprechraten der unabhängig gepowerten Capecitabin-Kohorte der Studie AVF3694g sind in
Tabelle 11 dargestellt. Die Ergebnisse einer explorativen Gesamtüberlebensanalyse, die einezusätzliche Nachbeobachtungsphase von 7 Monaten beinhalten, werden ebenfalls dargestellt. Zudiesem Zeitpunkt waren ungefähr 46 % der Patienten verstorben. Der Prozentsatz der Patienten, diein der offenen Phase der Studie Bevacizumab erhielten, betrug 62,1 % im Capecitabin+Placebo-
Arm und 49,9 % im Capecitabin+Bevacizumab-Arm.
Tabelle 11: Wirksamkeitsergebnisse zur Studie AVF3694g: - Capecitabina und
Bevacizumab/Placebo (Cap + Bevacizumab/Pl)
Progressionsfreies Überlebenb
Bewertung durch den Prüfarzt Bewertung durch das unabhängige
Review-Komitee (IRC)
Cap + Pl Cap + Cap + Pl Cap +(n=206) Bevacizumab (n=206) Bevacizumab(n=409) (n=409)
Medianes PFS 5,7 8,6 6,2 9,8(Monate)
Hazard Ratio vs. 0,69 (0,56; 0,84) 0,68 (0,54; 0,86)
Placebo-Arm (95-%-KI)p-Wert 0,0002 0,0011
Ansprechrate (bei Patienten mit messbarer Erkrankung)b
Cap + Pl (n=161) Cap + Bevacizumab (n=325)% der Patienten 23,6 35,4mit objektivem
Ansprechenp-Wert 0,0097
Gesamtüberlebenb
HR (95-%-KI) 0,88 (0,69; 1,13)p-Wert 0,33(explorativ)a 1000 mg/m² oral zweimal täglich über 14 Tage alle 3 Wochenb Die stratifizierte Analyse berücksichtigte alle Ereignisse (Progression und Tod) mit Ausnahmederjenigen, bei denen vor der dokumentierten Progression eine nicht im Protokoll festgelegte
Behandlung (non-protocol therapy, NPT) eingeleitet wurde. Die Daten dieser Patienten wurdenzum Zeitpunkt der letzten Tumorbestimmung vor Beginn der NPT zensiert.
Es wurde eine nicht stratifizierte Analyse des PFS durchgeführt (Bewertung durch den Prüfarzt), inder nicht im Protokoll festgelegte Behandlungen vor Krankheitsprogression nicht zensiert wurden.
Die Ergebnisse dieser Analysen waren den primären Ergebnissen zum PFS sehr ähnlich.
Nicht-kleinzelliges BronchialkarzinomFirst-Line-Behandlung des nicht-kleinzelligen Nicht-Plattenepithel-Bronchialkarzinoms in
Kombination mit einer platinhaltigen Chemotherapie
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Bevacizumab zusätzlich zu einer platinhaltigen
Chemotherapie in der First-Line-Behandlung von Patienten mit nicht-kleinzelligem
Bronchialkarzinom ohne Plattenepithel-Histologie wurde in den Studien E4599 und BO17704untersucht. In der Studie E4599 wurde mit einer Dosierung von 15 mg/kg Bevacizumab alle 3
Wochen ein Vorteil hinsichtlich des OS gezeigt. In der Studie BO17704 wurde gezeigt, dass beide
Bevacizumab-Dosierungen von 7,5 mg/kg alle 3 Wochen und 15 mg/kg alle 3 Wochen das PFSverlängern und die Response-Rate erhöhen.
E4599Die Studie E4599 war eine multizentrische, offene, randomisierte Studie mit aktiver Kontrolle zur
Prüfung von Bevacizumab in der First-Line-Behandlung von Patienten mit lokal fortgeschrittenem(Stadium IIIb mit malignem Pleuraerguss), metastasiertem oder rezidivierendem nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom mit nicht vorherrschender Plattenepithel-Histologie.
Die Patienten wurden einer platinhaltigen Chemotherapie (Paclitaxel 200 mg/m² und Carboplatin
AUC=6,0, beide als intravenöse Infusion [PC] am Tag 1 eines 3-wöchigen Zyklus über bis zu6 Zyklen) oder einer Therapie aus PC in Kombination mit Bevacizumab in einer Dosierung von15 mg/kg als intravenöse Infusion am Tag 1 eines 3-wöchigen Zyklus randomisiert zugewiesen.
Nach Beendigung von 6 Zyklen der Carboplatin/Paclitaxel-Chemotherapie oder vorzeitigem
Abbruch der Chemotherapie setzten die Patienten im Bevacizumab + Carboplatin/Paclitaxel-
Studienarm die Bevacizumab als Monotherapie alle 3 Wochen bis zum Fortschreiten der
Erkrankung fort. Insgesamt wurden 878 Patienten den beiden Studienarmen zugeteilt.
Während der Studie erhielten 32,2 % (136/422) der Patienten, die das Prüfpräparat erhielten, 7-12
Bevacizumab-Anwendungen und 21,1 % (89/422) erhielten 13 oder mehr Bevacizumab-
Anwendungen.
Der primäre Studienendpunkt war die Überlebensdauer. Die Ergebnisse sind in Tabelle 12dargestellt.
Tabelle 12: Wirksamkeitsergebnisse der Studie E4599
Arm 1 Arm 2 Carboplatin/Paclitaxel
Carboplatin/Paclitaxel + Bevacizumab15 mg/kg alle 3 Wochen
Anzahl der Patienten 444 434
Gesamtüberleben
Median (Monate) 10,3 12,3
Hazard Ratio 0,80 (p=0,003)95-%-KI (0,69; 0,93)
Progressionsfreies Überleben
Median (Monate) 4,8 6,4
Hazard Ratio 0,65 (p < 0,0001)95-%-KI (0,56; 0,76)
Gesamtansprechrate
Rate (%) 12,9 29,0 (p < 0,0001)
In einer explorativen Analyse war das Ausmaß des Vorteils von Bevacizumab beim OS in der
Untergruppe der Patienten ohne Adenokarzinom-Histologie weniger ausgeprägt.
BO17704Studie BO17704 war eine randomisierte, doppelblinde Phase-III-Studie mit Bevacizumabzusätzlich zu Cisplatin und Gemcitabin gegenüber Placebo, Cisplatin und Gemcitabin bei Patientenmit lokal fortgeschrittenem (Stadium IIIb mit supraklavikulären Lymphknotenmetastasen oder mitmalignem Pleura- oder Perikarderguss), metastasiertem oder rezidivierendem nicht-kleinzelligem
Bronchialkarzinom ohne Plattenepithel-Histologie, die noch keine vorhergehende Chemotherapieerhalten haben. Der primäre Studienendpunkt war das PFS. Die sekundären Studienendpunktebeinhalteten die Dauer des OS.
Die Patienten wurden randomisiert einer platinhaltigen Chemotherapie (Cisplatin 80 mg/m² alsintravenöse Infusion am Tag 1 und Gemcitabin 1.250 mg/m² als intravenöse Infusion an den Tagen1 und 8 eines 3-wöchigen Zyklus über bis zu 6 Zyklen [CG]) in Kombination mit Placebo oder CGin Kombination mit Bevacizumab in einer Dosierung von 7,5 mg/kg oder 15 mg/kg als intravenöse
Infusion am Tag 1 eines 3-wöchigen Zyklus zugeteilt. In den Studienarmen, die eine Bevacizumab-
Behandlung beinhalteten, konnten die Patienten nach Abschluss der Chemotherapie weiterhin
Bevacizumab alle 3 Wochen als Monotherapie erhalten, bis zum Fortschreiten der Erkrankung oderbis zum Auftreten nicht mehr tolerierbarer Nebenwirkungen. Die Studienergebnisse zeigen, dass 94% (277/296) der auswertbaren Patienten die Bevacizumab-Monotherapie bei Zyklus 7 fortsetzten.
Ein großer Teil der Patienten (ca. 62 %) erhielt nachfolgend verschiedene, nichtprotokollspezifizierte Antitumortherapien, die einen Einfluss auf die Auswertung des OS gehabthaben können.
Die Wirksamkeitsergebnisse werden in Tabelle 13 dargestellt.
Tabelle 13: Wirksamkeitsergebnisse der Studie BO17704
Cisplatin/Gemcit Cisplatin/Gemcitabin Cisplatin/Gemcitabinabin + Bevacizumab + Bevacizumab+ Placebo 7,5 mg/kg alle 3 15 mg/kg alle 3
Wochen Wochen
Anzahl der Patienten 347 345 351
Progressionsfreies
Überleben
Median (Monate) 6,1 6,7 6,5(p=0,0026) (p=0,0301)
Hazard Ratio 0,75 0,82[0,62; 0,91] [0,68; 0,98]
Bestes 20,1 % 34,1 % 30,4 %
Gesamtansprechena(p < 0,0001) (p=0,0023)
Gesamtüberleben
Median (Monate) 13,1 13,6 13,4(p=0,4203) (p=0,7613)
Hazard Ratio 0,93 1,03[0,78; 1,11] [0,86; 1,23]a Patienten mit messbarer Erkrankung zu Behandlungsbeginn
First-Line-Behandlung des nicht-kleinzelligen Nicht-Plattenepithel-Bronchialkarzinoms mit EGFR-aktivierenden Mutationen in Kombination mit Erlotinib
JO25567Bei der Studie JO25567 handelt es sich um eine randomisierte, offene, multizentrische Studie der
Phase II, die in Japan zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von Bevacizumab zusätzlichzu Erlotinib bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Nicht-Plattenepithel-Bronchialkarzinom mit
EGFR- aktivierenden Mutationen (Exon 19 Deletion oder Exon 21 L858R Mutation) durchgeführtwurde, die keine vorherige systemische Behandlung gegen Stadium IIIB/IV oder einerezidivierende Erkrankung erhalten haben.
Der primäre Endpunkt war PFS basierend auf einer unabhängigen Review-Bewertung. Sekundäre
Endpunkte umfassten OS, Ansprechrate, Krankheitskontrollrate, Ansprechdauer und Sicherheit.
Der EGFR-Mutationsstatus wurde bei jedem Patienten vor dem Screening bestimmt, und154 Patienten wurden randomisiert und erhielten entweder Erlotinib + Bevacizumab (Erlotinib 150mg täglich oral + Bevacizumab [15 mg/kg alle drei Wochen als intravenöse Infusion]) oder
Erlotinib als Monotherapie (150 mg täglich oral) bis zur Krankheitsprogression (PD) oder bis zum
Auftreten nicht mehr tolerierbarer Nebenwirkungen. Bei nicht fortschreitender Erkrankung führtedas Absetzen einer Komponente der Studienbehandlung im Arm mit Erlotinib + Bevacizumabnicht zum Absetzen der anderen Komponente der Studienbehandlung, wie im Studienprotokolldargelegt.
Die Wirksamkeitsergebnisse der Studie sind in Tabelle 14 dargestellt.
Tabelle 14: Wirksamkeitsergebnisse der Studie JO25567
Erlotinib N=77# Erlotinib + Bevacizumab
N=75#
PFS^ (Monate) Median 9,7 16,0
HR (95-%-KI) 0,54 (0,36; 0,79)p-Wert 0,0015
Gesamtansprechrate 63,6 % (49) 69,3 % (52)
Rate (n) 0,4951p-Wert
Gesamtüberleben* (Monate) 47,4 47,0
Median
HR (95-%-KI) 0,81 (0,53; 1,23)p-Wert 0,3267# Insgesamt wurden 154 Patienten (ECOG-Performance-Status 0 oder 1) randomisiert. Zwei derrandomisierten Patienten brachen die Studie jedoch ab, bevor sie eine Studienbehandlung erhaltenhatten.^ Verblindete, unabhängige Bewertung (Primäranalyse wie im Protokoll definiert)
* Exploratorische Analyse: Zum Zeitpunkt des klinischen Stichtags am 31. Oktober 2017 für diefinale OS-Analyse waren ungefähr 59 % der Patienten verstorben.
KI, Konfidenzintervall; HR, Hazard Ratio aus der nicht stratifizierten Cox-Regressionsanalyse; NE,nicht erreicht.
Fortgeschrittenes und/oder metastasiertes NierenzellkarzinomBevacizumab in Kombination mit Interferon alfa-2a zur First-Line-Behandlung desfortgeschrittenen und/oder metastasierten Nierenzellkarzinoms (BO17705)
Hierbei handelte es sich um eine randomisierte Doppelblindstudie der Phase III zur Prüfung der
Sicherheit und Wirksamkeit von Bevacizumab in Kombination mit Interferon (IFN) alfa-2agegenüber IFN alfa-2a allein zur First-Line-Behandlung des fortgeschrittenen und/odermetastasierten Nierenzellkarzinoms. Die 649 in die Studie randomisierten Patienten (641 Patientenbehandelt) hatten einen Karnofsky-Performance-Status (KPS) von ≥ 70 %, keine ZNS-Metastasenund eine angemessene Organfunktion. Die Patienten wurden hinsichtlich eines primären
Nierenzellkarzinoms einer Nephrektomie unterzogen. Bis zum Fortschreiten der Erkrankung wurde
Bevacizumab 10 mg/kg alle 2 Wochen gegeben. IFN alfa-2a wurde bis zu 52 Wochen oder bis zum
Fortschreiten der Erkrankung in einer empfohlenen Startdosis von 9 Mio. I.E. dreimal wöchentlichgegeben, mit der Möglichkeit einer Dosisreduktion auf 3 Mio. I.E. dreimal wöchentlich in zwei
Schritten. Die Patienten wurden nach Land und Motzer-Score stratifiziert. Es konnte gezeigtwerden, dass die Behandlungsarme hinsichtlich der prognostischen Faktoren ausgeglichen waren.
Der primäre Studienendpunkt war das OS. Die sekundären Studienendpunkte beinhaltetenaußerdem das PFS. Die zusätzliche Gabe von Bevacizumab zu IFN alfa-2a erhöhte signifikant das
PFS und die objektive Tumoransprechrate.
Diese Ergebnisse wurden durch eine unabhängige radiologische Überprüfung bestätigt. Die
Erhöhung des OS, d. h. des primären Studienendpunktes, um 2 Monate war jedoch nicht signifikant(HR=0,91). Ein Großteil der Patienten (ca. 63 % im IFN+Placebo-Arm; 55 % im
Bevacizumab+IFN-Arm) erhielt nach Studienende ein breites Spektrum nicht spezifizierter
Tumortherapien, einschließlich zytostatischer Wirkstoffe, die die Bestimmung des OS beeinflussthaben könnten.
Die Wirksamkeitsergebnisse sind in Tabelle 15 dargestellt.
Tabelle 15: Wirksamkeitsergebnisse der Studie BO17705
BO17705
Placebo + IFNa Bvb + IFNa
Anzahl der Patienten 322 327
Progressionsfreies Überleben
Median (Monate) 5,4 10,2
Hazard Ratio 0,6395-%-KI 0,52; 0,75(p-Wert < 0,0001)
Objektive Ansprechrate (%)bei Patienten mit messbarer
Erkrankungn 289 306
Ansprechrate 12,8 % 31,4 %(p-Wert < 0,0001)
Gesamtüberleben
Median (Monate) 21,3
Hazard Ratio 0,9195-%-KI 0,76; 1,10(p-Wert 0,3360)aInterferon alfa-2a 9 Mio. I.E. 3x/WochebBevacizumab 10 mg/kg alle 2 Wochen
Ein exploratives multivariates Cox-Regressionsmodell zeigte retroselektiv, dass die folgendenprognostischen Basisfaktoren unabhängig von der Behandlung einen starken Einfluss auf das
Überleben hatten: Geschlecht, Zahl der weißen Blutzellen, Blutplättchenzahl, Gewichtsverlust inden 6 Monaten vor Studieneintritt, Zahl der Metastasierungsstellen, Summe des längsten
Durchmessers der Zielläsionen, Motzer-Score. Die Neuauswertung unter Berücksichtigung dieser
Basisfaktoren ergab ein behandlungsbedingtes Hazard Ratio von 0,78 (95-%-KI [0,63; 0,96],p=0,0219), was gleichbedeutend mit einer 22%igen Risikoreduktion hinsichtlich des Todes für die
Patienten im Bevacizumab+IFN-alfa-2a-Arm im Vergleich zum IFN-alfa-2a-Arm ist.
97 Patienten im IFN-alfa-2a-Arm und 131 Patienten im Bevacizumab-Arm verringerten, wie im
Protokoll vorgegeben, die IFN-alfa-2a-Dosis von 9 Mio. I.E. auf 6 oder 3 Mio. I.E. dreimalwöchentlich. Wie in einer Subgruppen-Analyse gezeigt werden konnte, schien, bezogen auf das
PFS ohne Zwischenfälle im Beobachtungszeitraum, eine Dosisreduktion von IFN-alfa-2a keinen
Einfluss auf die Wirksamkeit der Kombination von Bevacizumab + IFN-alfa-2a zu haben. Die 131
Patienten im Bevacizumab+IFN-alfa-2a-Arm, die während der Studie die IFN alfa-2a-Dosisdauerhaft auf 6 oder 3 Mio. I.E. reduzierten, hatten nach 6, 12 und 18 Monaten Raten ohne
Krankheitsprogression von 73 %, 52 % und 21 %, im Vergleich zu 61 %, 43 % und 17 % in dergesamten Patientenpopulation, die Bevacizumab + IFN-alfa-2a erhielt.
AVF2938Hierbei handelte es sich um eine randomisierte Doppelblindstudie der Phase II zur Untersuchungvon Bevacizumab 10 mg/kg alle 2 Wochen mit oder ohne Erlotinib 150 mg täglich bei Patientenmit metastasiertem, klarzelligem Nierenzellkarzinom. Insgesamt wurden 104 Patientenrandomisiert der Studienbehandlung zugeteilt, davon 53 zu Bevacizumab 10 mg/kg alle 2 Wochenplus Placebo und 51 zu Bevacizumab 10 mg/kg alle 2 Wochen plus Erlotinib 150 mg täglich. Die
Auswertung des primären Studienendpunktes zeigte keinen Unterschied zwischen dem
Bevacizumab+Placebo- und dem Bevacizumab+Erlotinib-Arm (medianes PFS 8,5 gegenüber 9,9
Monaten). Sieben Patienten in jedem Studienarm zeigten ein objektives Ansprechen. Die
Hinzugabe von Erlotinib zu Bevacizumab führte nicht zu einer Erhöhung des Gesamtüberlebens(HR=1,764; p=0,1789), der Dauer des objektiven Ansprechens (6,7 vs. 9,1 Monaten) oder der Zeitbis zur Symptomprogression (HR=1,172; p=0,5076).
AVF0890Hierbei handelte es sich um eine randomisierte Phase-II-Studie zur Sicherheit und Wirksamkeitvon Bevacizumab im Vergleich zu Placebo. Insgesamt 116 Patienten erhielten randomisiertentweder Bevacizumab 3 mg/kg alle 2 Wochen (n=39) oder Bevacizumab 10 mg/kg alle 2 Wochen(n=37) oder Placebo (n=40). Eine Zwischenauswertung ergab eine signifikante Verlängerung der
Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung in der Gruppe mit 10 mg/kg Bevacizumab im Vergleichzur Placebo- Gruppe (Hazard Ratio=2,55; p < 0,001). Zwischen den Zeiten bis zum Fortschreitender Erkrankung in der Gruppe mit 3 mg/kg Bevacizumab und in der Placebo-Gruppe gab es einengeringfügigen Unterschied von grenzwertiger Signifikanz (Hazard Ratio=1,26; p=0,053). Vier
Patienten, von denen alle die 10 mg/kg Bevacizumab-Dosis erhalten hatten, zeigten ein objektives(partielles) Ansprechen. Die Gesamtansprechrate nach Gabe der 10-mg/kg-Dosis betrug 10 %.
Epitheliales Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom und primäres PeritonealkarzinomDie Sicherheit und Wirksamkeit von Bevacizumab in der Primärbehandlung von Patienten mitepithelialem Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primärem Peritonealkarzinom wurde in zweiklinischen Studien der Phase III untersucht (GOG-0218 und BO17707). In beiden Studien wurdedie Wirkung der Zugabe von Bevacizumab zu Carboplatin und Paclitaxel mit dem alleinigen
Chemotherapie-Schema verglichen.
GOG-0218Bei der GOG-0218 Studie handelte es sich um eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde,placebokontrollierte, dreiarmige Studie der Phase III zur Untersuchung der Wirkung der Zugabevon Bevacizumab zu einem zugelassenen Chemotherapie-Schema (Carboplatin und Paclitaxel) bei
Patienten mit fortgeschrittenem epithelialem Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primärem
Peritonealkarzinom (Stadien IIIB, IIIC und IV gemäß der FIGO- Klassifikation von 1988).
Patienten, die zuvor bereits eine Bevacizumab-Therapie oder eine systemische Ovarialkarzinom-
Behandlung (z. B. Chemotherapie, monoklonale Antikörper-Therapie, Tyrosinkinaseinhibitor-
Therapie oder Hormontherapie) oder eine Strahlentherapie des Abdomens oder des Beckenserhalten hatten, wurden von der Studienteilnahme ausgeschlossen.
Insgesamt wurden 1.873 Patienten im gleichen Verhältnis einem der drei folgenden Studienarmerandomisiert zugeteilt:
* CPP-Arm: 5 Zyklen Placebo (im 2. Zyklus begonnen) in Kombination mit Carboplatin (AUC6) und Paclitaxel (175 mg/m²) über sechs Zyklen, gefolgt von Placebo allein, über eine
Behandlungsdauer von insgesamt bis zu 15 Monaten.
* CPB15-Arm: Fünf Zyklen Bevacizumab (15 mg/kg einmal alle drei Wochen, im 2. Zyklusbegonnen) in Kombination mit Carboplatin (AUC 6) und Paclitaxel (175 mg/m²) über 6
Zyklen, gefolgt von Placebo allein, über eine Behandlungsdauer von insgesamt bis zu 15
Monaten.
* CPB15+-Arm: Fünf Zyklen Bevacizumab (15 mg/kg einmal alle drei Wochen, im 2. Zyklusbegonnen) in Kombination mit Carboplatin (AUC 6) und Paclitaxel (175 mg/m²) über 6
Zyklen, gefolgt von Bevacizumab (15 mg/kg einmal alle drei Wochen) als Monotherapie,über eine Behandlungsdauer von insgesamt bis zu 15 Monaten.
Die Mehrzahl der in die Studie eingeschlossenen Patienten waren Weiße (87 % in allen drei
Armen); das Alter betrug im Median 60 Jahre im CPP- und CPB15-Arm sowie 59 Jahre im
CPB15+-Arm; 29 % der Patienten im CPP- bzw. CPB15-Arm und 26 % im CPB15+-Arm warenälter als 65 Jahre. Insgesamt hatten ca. 50 % der Patienten vor Behandlungsbeginn einen GOG
Performance-Status (PS) von 0, 43 % einen GOG PS von 1 und 7 % einen GOG PS von 2. Diemeisten Patienten hatten ein epitheliales Ovarialkarzinom (82 % im CPP- und CPB15-Arm, 85 %im CPB15+-Arm), gefolgt von einem primären Peritonealkarzinom (16 % im CPP-, 15 % im
CPB15-, 13 % im CPB15+-Arm) und einem Eileiterkarzinom (1 % im CPP-, 3 % im CPB15-, 2 %im CPB15+-Arm). Die Mehrzahl der Patienten hatte eine seröse Adenokarzinom-Histologie (85 %im CPP- und CPB15-Arm, 86 % im CPB15+-Arm). Insgesamt befanden sich ca. 34 % der
Patienten im FIGO-Stadium III, optimal operiert (per Definition mit großem postoperativem
Tumorrest), 40 % im FIGO-Stadium III, sub-optimal operiert, und 26 % im FIGO-Stadium IV.
Der primäre Endpunkt war das PFS, basierend auf der Beurteilung radiologischer Aufnahmen oderder CA-125-Spiegel durch den Prüfarzt, oder auf symptomatischer Verschlechterung gemäß
Protokoll. Zusätzlich wurden eine zuvor festgelegte Datenanalyse, die über einen CA-125-Anstiegdefinierte Progressionsereignisse zensiert, sowie eine unabhängige Überprüfung des PFS, dasanhand radiologischer Aufnahmen bestimmt wurde, durchgeführt.
Der primäre Endpunkt dieser Studie, die Verbesserung des PFS, wurde erreicht. Verglichen mit
Patienten, die in der Primärbehandlung nur Chemotherapie erhielten (Carboplatin und Paclitaxel),kam es bei Patienten, die mit Bevacizumab in einer Dosierung von 15 mg/kg einmal alle 3 Wochenin Kombination mit Chemotherapie und danach als Monotherapie behandelt wurden (CPB15+), zueiner klinisch bedeutsamen und statistisch signifikanten Verbesserung des PFS.
Bei Patienten, die Bevacizumab nur in Kombination mit Chemotherapie erhielten und die
Behandlung dann nicht als Monotherapie fortsetzten (CPB15), wurde keine klinisch bedeutsame
Verbesserung des PFS beobachtet.
Die Ergebnisse dieser Studie sind in Tabelle 16 zusammengefasst.
Tabelle 16: Wirksamkeitsergebnisse aus der Studie GOG-0218
Progressionsfreies Überleben1
CPP CPB15 CPB15+(n=625) (n=625) (n=623)
Medianes PFS (Monate) 10,6 11,6 14,7
Hazard Ratio (95-%-KI)2 0,89 (0,78; 1,02) 0,70 (0,61;0,81)p-Wert3, 4 0,0437 < 0,0001
Objektive Ansprechrate5
CPP (n=396) CPB15 (n=393) CPB15 (n=403)63,4 66,2 66,0% Patienten mit objektivem 0,2341 0,2041
Ansprechen
Overall survival6
CPP CPB15 CPB15 +(n=625) (n=625) (n=623)
Medianes OS (Monate) 40,6 38,8 43,8
Hazard Ratio (95-%-KI)2 1,07 (0,91; 1,25) 0,88 (0,75; 1,04)p-Wert3 0,2197 0,06411PFS-Analyse gemäß Bewertung durch den Prüfarzt, wie im GOG-Prüfplan festgelegt (nichtzensiert hinsichtlich CA-125-Progression und einer nicht im Protokoll festgelegten Behandlung[non-protocol therapy; NPT] vor Krankheitsprogression), mit Stichtag 25. Februar 2010.2Relativ zum Kontrollarm; Hazard Ratio stratifiziert.3Einseitiger Logrank-p-Wert4Entsprechend einem p-Wert-Grenzwert von 0,0116.5Patienten mit messbarer Erkrankung bei Behandlungsbeginn.6Endauswertung des OS, die durchgeführt wurde, nachdem 46,9 % der Patienten verstorben waren.
Die zuvor festgelegten PFS-Analysen wurden mit Stichtag 29. September 2009 durchgeführt. Die
Ergebnisse sind wie folgt:
* Die im Prüfplan zuvor festgelegte Analyse des vom Prüfarzt bewerteten PFS (nicht zensierthinsichtlich CA-125-Progression oder einer nicht im Protokoll festgelegten Behandlung[non- protocol therapy; NPT]) ergibt beim Vergleich von CPB15+ mit CPP ein stratifiziertes
Hazard Ratio von 0,71 (95-%-KI: 0,61-0,83; einseitiger Logrank-p-Wert < 0,0001) mit einemmedianen PFS von 10,4 Monaten im CPP-Arm und 14,1 Monaten im CPB15+-Arm.
* Die Primäranalyse des vom Prüfarzt bewerteten PFS (zensiert hinsichtlich CA-125-
Progression und NPT) ergibt beim Vergleich von CPB15+ mit CPP ein stratifiziertes Hazard
Ratio von 0,62 (95-%-KI: 0,52-0,75; einseitiger Logrank-p-Wert < 0,0001) mit einemmedianen PFS von12,0 Monaten im CPP-Arm und 18,2 Monaten im CPB15+-Arm.
* Die Analyse des vom unabhängigen Review-Komitee bewerteten PFS (zensiert hinsichtlich
NPT) ergibt beim Vergleich von CPB15+ mit CPP ein stratifiziertes Hazard Ratio von 0,62(95-%-KI: 0,50-0,77; einseitiger Logrank-p-Wert < 0,0001) mit einem medianen PFS von13,1 Monaten im CPP-Arm und 19,1 Monaten im CPB15+-Arm.
Die PFS-Subgruppenanalyse nach Krankheitsstadium und postoperativem Tumorrest ist in Tabelle17 zusammengefasst. Die Ergebnisse zeigen die Robustheit der in Tabelle 16 dargestellten PFS-
Analyse.
Tabelle 17: PFS1-Ergebnisse nach Krankheitsstadium und postoperativem Tumorrest der
Studie GOG-0218
Randomisierte Patienten im FIGO-Stadium III, optimal operiert2,3
Medianes PFS (Monate) Hazard CPP (n=219) CPB15 (n=204) 14,3 CPB15+
Ratio (95-%-KI)4 12,4 0,81 (0,62; 1,05) (n=216) 17,50,66 (0,50; 0,86)
Randomisierte Patienten mit FIGO-Stadium III, sub-optimal operiert3
Medianes PFS (Monate) Hazard CPP (n=253) CPB15 (n=256) 10,9 CPB15+
Ratio (95-%-KI)4 10,1 0,93 (0,77; 1,14) (n=242) 13,90,78 (0,63; 0,96)
Randomisierte Patienten im FIGO-Stadium IV
Medianes PFS (Monate) Hazard CPP (n=153) CPB15 (n=165) 10,4 CPB15+
Ratio (95-%-KI)4 9,5 0,90 (0,70; 1,16) (n=165) 12,80,64 (0,49; 0,82)1PFS-Analyse gemäß Bewertung durch den Prüfarzt, wie im GOG-Prüfplan festgelegt (nichtzensiert hinsichtlich CA-125-Progression und einer nicht im Protokoll festgelegten Behandlung[non-protocol therapy; NPT] vor Krankheitsprogression), mit Stichtag 25. Februar 20102Per Definition mit großem postoperativem Tumorrest.
33,7 % aller randomisierten Patienten befanden sich im FIGO-Stadium IIIB.4Relativ zum Kontrollarm.
BO17707 (ICON7)Bei der Studie BO17707 handelte es sich um eine zweiarmige, multizentrische, randomisierte,kontrollierte, offene Studie der Phase III, in der die Wirkung der Zugabe von Bevacizumab zu
Carboplatin plus Paclitaxel bei Patienten mit epithelialem Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oderprimärem Peritonealkarzinom im FIGO-Stadium I oder IIA (Grad 3 oder nur Klarzell-Histologie;n=142) oder FIGO-Stadium IIB - IV (alle Grade und histologische Typen, n=1.386) nach einer
Operation untersucht wurde (NCI-CTCAE v.3). In dieser Studie wurde die FIGO-Klassifikationvon 1988 verwendet.
Patienten, die zuvor bereits eine Bevacizumab-Therapie oder eine systemische Ovarialkarzinom-
Behandlung (z. B. Chemotherapie, monoklonale Antikörper-Therapie, Tyrosinkinaseinhibitor-
Therapie oder Hormontherapie) oder eine Strahlentherapie des Abdomens oder des Beckenserhalten hatten, wurden von der Studienteilnahme ausgeschlossen.
Insgesamt wurden 1.528 Patienten im Verhältnis 1:1 einem der zwei folgenden Studienarmerandomisiert zugeteilt:
* CP-Arm: Carboplatin (AUC 6) und Paclitaxel (175 mg/m²) über sechs 3-wöchige Zyklen.
* CPB7,5+- Carboplatin (AUC 6) und Paclitaxel (175 mg/m²) über sechs 3-wöchige Zyklenplus Bevacizumab (7,5 mg/kg einmal alle drei Wochen) bis zu 12 Monaten (Bevacizumabwurde im zweiten Chemotherapie-Zyklus begonnen, wenn die Behandlung innerhalb von 4
Wochen nach einer Operation begonnen wurde, oder im 1. Zyklus, wenn die Behandlungspäter als 4 Wochen nach einer Operation begonnen wurde).
Die Mehrzahl der in die Studie eingeschlossenen Patienten waren Weiße (96 %); das Alter betrugin beiden Behandlungsarmen im Median 57 Jahre; 25 % der Patienten in jedem Behandlungsarmwaren 65 Jahre oder älter. Ca. 50 % der Patienten hatten einen ECOG-Performance-Status (PS) von1, und 7 % der Patienten in jedem Behandlungsarm hatten einen ECOG-PS von 2. Die Mehrzahlder Patienten hatte ein epitheliales Ovarialkarzinom (87,7 %), gefolgt von einem primären
Peritonealkarzinom (6,9 %) und einem Eileiterkarzinom (3,7 %), oder eine Mischung dieser drei
Typen (1,7 %). Die meisten Patienten befanden sich im FIGO-Stadium III (68 % in beiden
Behandlungsarmen), gefolgt von 13 % bzw. 14 % im FIGO-Stadium IV, 10 % bzw. 11 % im
FIGO- Stadium II und 9 % bzw. 7 % im FIGO-Stadium I. Die Mehrzahl der Patienten in jedem
Behandlungsarm (74 % bzw. 71 %) hatte schlecht differenzierte (Grad 3) Primärtumore vor
Behandlungsbeginn. Die Inzidenz jedes histologischen Subtyps des epithelialen Ovarialkarzinomswar in den Behandlungsarmen vergleichbar; 69 % der Patienten in jedem Behandlungsarm hatteneine seröse Adenokarzinom-Histologie.
Der primäre Endpunkt war das PFS, das durch den Prüfarzt nach RECIST beurteilt wurde.
Der primäre Endpunkt dieser Studie, die Verbesserung des PFS, wurde erreicht. Verglichen mit
Patienten, die in der Primärbehandlung nur Chemotherapie erhielten (Carboplatin und Paclitaxel),kam es bei Patienten, die mit Bevacizumab in einer Dosierung von 7,5 mg/kg einmal alle drei
Wochen in Kombination mit Chemotherapie und im weiteren Verlauf mit Bevacizumab über eine
Dauer von bis zu 18 Zyklen behandelt wurden, zu einer statistisch signifikanten Verbesserung des
PFS.
Die Ergebnisse dieser Studie sind in Tabelle 18 zusammengefasst.
Tabelle 18: Wirksamkeitsergebnisse der Studie BO17707 (ICON7)
Progressionsfreies Überleben
CP CPB7,5+(n=764) (n=764)
Medianes PFS (Monate)2 16,9 19,3
Hazard Ratio [95-%-KI]2 0,86 [0,75; 0,98](p-Wert = 0,0185)
Objektive Ansprechrate1
CP CPB7,5+(n=277) (n=272)
Ansprechrate 54,9 % 64,7 %(p-Wert = 0,0188)
Gesamtüberleben3
CP CPB7,5+(n=764) (n=764)
Median (Monate) 58,0 57,4
Hazard Ratio [95-%-KI] 0,99 [0,85; 1,15](p-Wert = 0,8910)1Bei Patienten mit messbarer Erkrankung bei Behandlungsbeginn.2PFS-Analyse gemäß Bewertung durch den Prüfarzt, mit Stichtag 30. November 2010.3Finale Analyse des OS, durchgeführt nachdem 46,7 % der Patienten verstorben waren, mit Stichtag31. März 2013.
Die Primäranalyse des vom Prüfarzt bewerteten PFS zum Stichtag 28. Februar 2010 zeigt einenicht stratifizierte Hazard Ratio von 0,79 (95-%-KI: 0,68-0,91; zweiseitiger Logrank-p-Wert =0,0010), mit einem medianen PFS von 16,0 Monaten im CP-Arm und 18,3 Monaten im CPB7,5+-
Arm.
Die PFS-Subgruppenanalyse nach Krankheitsstadium und postoperativem Tumorrest ist in Tabelle19 zusammengefasst. Die Ergebnisse zeigen die Robustheit der in Tabelle 18 dargestellten PFS-
Analyse.
Tabelle 19: PFS1-Ergebnisse nach Krankheitsstadium und postoperativem Tumorrest der
Studie BO17707 (ICON7)
Randomisierte Patienten mit FIGO-Stadium III, optimal operiert2,3
Medianes PFS (Monate) CP (n=368) 17,7 CPB7,5+ (n=383) 19,3
Hazard Ratio (95-%-KI)4 0,89 (0,74; 1,07)
Randomisierte Patienten mit FIGO-Stadium III, sub-optimal operiert3
Medianes PFS (Monate) CP CPB7,5+
Hazard Ratio (95-%-KI)4 (n=154) (n=140)10,1 16,90,67 (0,52; 0,87)
Randomisierte Patienten mit FIGO-Stadium IV
Medianes PFS (Monate) CP CPB7,5+
Hazard Ratio (95-%-KI)4 (n=97) (n=104)10,1 13,50,74 (0,55; 1,01)1PFS-Analyse gemäß Bewertung durch den Prüfarzt mit Stichtag 30. November 2010.2Per Definition mit oder ohne großen postoperativen Tumorrest.35,8 % aller randomisierten Patienten befanden sich im FIGO-Stadium IIIB.4Relativ zum Kontrollarm.
Rezidivierendes OvarialkarzinomDie Sicherheit und Wirksamkeit von Bevacizumab in der Behandlung des Rezidivs einesepithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms wurde in drei
Studien der Phase III (AVF4095g, MO22224 und GOG-0213) mit unterschiedlichen
Patientenpopulationen und verschiedenen Chemotherapien untersucht.
* In der Studie AVF4095g wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Bevacizumab in
Kombination mit Carboplatin und Gemcitabin, gefolgt von Bevacizumab als Monotherapiebei Patienten mit platinsensitivem Rezidiv eines epithelialen Ovarialkarzinoms,
Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms evaluiert.
* In der Studie GOG-0213 wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Bevacizumab in
Kombination mit Carboplatin und Paclitaxel, gefolgt von Bevacizumab als Monotherapie bei
Patienten mit platinsensitivem Rezidiv eines epithelialen Ovarialkarzinoms,
Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms evaluiert.
* In der Studie MO22224 wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Bevacizumab in
Kombination mit Paclitaxel, Topotecan oder pegyliertem liposomalen Doxorubicin bei
Patienten mit platinresistentem Rezidiv eines epithelialen Ovarialkarzinoms,
Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms evaluiert.
AVF4095gDie Sicherheit und Wirksamkeit von Bevacizumab in der Behandlung von Patienten mitrezidivierendem platinsensitivem epithelialem Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primärem
Peritonealkarzinom, die zuvor noch keine Chemotherapie im rezidivierten Krankheitsstadium odernoch keine Bevacizumab-Therapie erhalten hatten, wurde in einer randomisierten, doppelblinden,placebokontrollierten Phase-III-Studie untersucht (AVF4095g). In dieser Studie wurde die
Wirkung der Zugabe von Bevacizumab zu Carboplatin und Gemcitabin mit nachfolgenderkontinuierlicher Bevacizumab-Monotherapie bis zur Progression mit Carboplatin und Gemcitabinalleine verglichen.
In die Studie wurden ausschließlich Patienten mit histologisch dokumentiertem Ovarialkarzinom,
Eileiterkarzinom oder primärem Peritonealkarzinom eingeschlossen, deren Rezidiv frühestens 6
Monate nach einer platinhaltigen Chemotherapie aufgetreten war, die noch keine Chemotherapie imrezidivierten Krankheitsstadium erhalten hatten und die zuvor noch nicht mit Bevacizumab oderanderen VEGF-Inhibitoren bzw. auf den VEGF-Rezeptor zielenden Substanzen behandelt wordenwaren.
Insgesamt wurden 484 Patienten mit messbarer Erkrankung im Verhältnis 1:1 einem der zweifolgenden Studienarme randomisiert zugeteilt:
* Carboplatin (AUC4, Tag 1) und Gemcitabin (1.000 mg/m² an den Tagen 1 und 8),kombiniert mit Placebo alle 3 Wochen über 6 und bis zu 10 Zyklen, mit nachfolgenderalleiniger Placebo- Behandlung alle 3 Wochen bis zur Krankheitsprogression oder nichttolerierbaren Nebenwirkungen.
* Carboplatin (AUC4, Tag 1) und Gemcitabin (1.000 mg/m² an den Tagen 1 und 8), kombiniertmit Bevacizumab (15 mg/kg, Tag 1) alle 3 Wochen über 6 und bis zu 10 Zyklen, mitnachfolgender alleiniger Bevacizumab-Behandlung (15 mg/kg alle 3 Wochen) bis zur
Krankheitsprogression oder bis zu nicht tolerierbaren Nebenwirkungen.
Der primäre Endpunkt war das PFS, das durch den Prüfarzt nach den modifizierten RECIST-1.0-
Kriterien beurteilt wurde. Zusätzliche Endpunkte umfassten das objektive Ansprechen, die Dauerdes Ansprechens, das OS und die Sicherheit der Behandlung. Ebenso wurde eine unabhängige
Überprüfung des primären Endpunktes durchgeführt.
Die Studienergebnisse sind in Tabelle 20 zusammengefasst.
Tabelle 20: Wirksamkeitsergebnisse der Studie AVF4095g
Progressionsfreies Überleben
Bewertung durch den Prüfarzt Bewertung durch das unabhängige
Review-Komitee (IRC)
Placebo + Bevacizumab + Placebo + Bevacizumab +
C/G (n=242) C/G (n=242) C/G (n=242) C/G (n=242)
Nicht zensiert bezüglich NPT
Medianes PFS 8,4 12,4 8,6 12,3(Monate)
Hazard Ratio (95-%- 0,524 (0,425; 0,645) 0,480 (0,377; 0,613)
KI)p-Wert < 0,0001 < 0,0001
Zensiert bezüglich NPT
Medianes PFS 8,4 12,4 8,6 12,3(Monate)
Hazard Ratio (95-%- 0,484 (0,388; 0,605) 0,451 (0,351; 0,580)
KI)p-Wert < 0,0001 < 0,0001
Objektive Ansprechrate
Bewertung durch den Prüfarzt Bewertung durch das unabhängige
Review-Komitee (IRC)
Placebo+ Bevacizumab + Placebo+ C/G Bevacizumab +
C/G (n=242) C/G (n=242) (n=242) C/G (n=242)% Patienten mit 57,4 % 78,5 % 53,7 % 74,8 %objektivem
Ansprechenp-Wert < 0,0001 < 0,0001
Gesamtüberlebenacebo+ C/G (n=242) izumab + C/G (n=242)
Medianes OS 32,9 33,6(Monate)
Hazard Ratio (95-%- 0,952 (0,771; 1,176)
KI)p-Wert 0,6479
Die Subgruppenanalyse des PFS in Abhängigkeit vom Auftreten des Rezidivs nach der letzten
Platintherapie ist in Tabelle 21 zusammengefasst.
Tabelle 21: Progressionsfreies Überleben in Abhängigkeit vom Zeitraum von der letzten
Platintherapie bis zum Rezidiv
Bewertung durch den Prüfarzt
Zeit von der letzten Placebo + C/G (n=242) Bevacizumab + C/G (n=242)
Platintherapie bis zum
Rezidiv6 - 12 Monate (n=202)
Median 8,0 11,9
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,41 (0,29 - 0,58)> 12 Monate (n=282)
Median 9,7 12,4
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,55 (0,41 - 0,73)
GOG-0213In der Studie GOG-0213, eine randomisierte, kontrollierte, offene Phase-III-Studie, wurden die
Sicherheit und Wirksamkeit von Bevacizumab bei der Behandlung von Patienten mitplatinsensitivem Rezidiv des epithelialen Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären
Peritonealkarzinoms, die bisher noch keine Chemotherapie im rezidivierten Krankheitsstadiumerhalten hatten, untersucht. Eine vorangehende antiangiogene Therapie stellte jedoch kein
Ausschlusskriterium dar. In dieser Studie wurde die Wirkung der Zugabe von Bevacizumab zu
Carboplatin+Paclitaxel sowie die Fortführung der Behandlung mit Bevacizumab als Monotherapiebis zum Auftreten einer Krankheitsprogression oder nicht mehr tolerierbarer Nebenwirkungen im
Vergleich zu Carboplatin+Paclitaxel allein untersucht.
Insgesamt 673 Patienten wurden den folgenden beiden Behandlungsarmen per Randomisierung ingleichem Verhältnis zugeordnet:
* CP-Arm: Carboplatin (AUC5) und Paclitaxel (175 mg/m² intravenös) alle 3 Wochen über 6und bis zu 8 Zyklen.
* CPB-Arm: Carboplatin (AUC5) und Paclitaxel (175 mg/m² intravenös) in Kombination mit
Bevacizumab (15 mg/kg) alle 3 Wochen über 6 und bis zu 8 Zyklen, gefolgt von
Bevacizumab (15 mg/kg alle 3 Wochen) allein bis zum Auftreten einer
Krankheitsprogression oder nicht mehr tolerierbarer Nebenwirkungen).
In beiden Armen waren die meisten Patienten Weiße, im CP-Arm (80,4 %) und im CPB-Arm(78,9 %). Das Durchschnittsalter lag bei 60,0 Jahren im CP-Arm und 59,0 Jahren im CPB-Arm.
Der Großteil der Patienten (CP: 64,6 %; CPB: 68,8 %) befand sich in der Altersklasse der < 65-
Jährigen. Zu Behandlungsbeginn hatten die meisten Patienten aus beiden Behandlungsarmen einen
GOG-PS von 0 (CP: 82,4 %; CPB: 80,7 %) oder 1 (CP: 16,7 %; CPB: 18,1 %). Ein GOG-PS von 2zu Behandlungsbeginn wurde bei 0,9 % der Patienten aus dem CP-Arm und 1,2 % der Patienten ausdem CPB-Arm berichtet.
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das OS. Der wichtigste sekundäre Wirksamkeitsendpunktwar das PFS. Die Ergebnisse sind in Tabelle 22 dargestellt.
Tabelle 22: Wirksamkeitsergebnisse1,2 der Studie GOG-0213
Primärer Endpunkt
Gesamtüberleben (OS) CP (n=336) CPB (n=337)
Medianes OS (Monate) 37,3 42,6
Hazard Ratio (95-%-KI) (eCRF)a 0,823 (KI: 0,680; 0,996)p-Wert 0,0447
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,838 (KI: 0,693; 1,014)(Registrierungsformular)bp-Wert 0,0683
Sekundärer Endpunkt
Progressionsfreies Überleben (PFS) CP (n=336) CPB (n=337)
Medianes PFS (Monate) 10,2 13,8
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,613 (KI: 0,521; 0,721)p-Wert < 0,00011Finale Analyse.2Tumorbeurteilung und Bewertung des Ansprechens wurden von den Prüfärzten anhand der GOG-
RECIST-Kriterien (Revidierte RECIST-Leitlinie [Version 1.1] Eur J Cancer. 2009; 45: 228Y247)durchgeführt.
aDie Schätzung der Hazard Ratio erfolgte gemäß Cox Proportional Hazards-Modell, stratifiziertnach Dauer des platinfreien Intervalls vor der Aufnahme in die Studie gemäß eCRF (= electroniccase report form) und sekundärem chirurgischem Debulking-Status Ja/Nein (Ja = randomisiert füreine Zytoreduktion oder randomisiert für keine Zytoreduktion; Nein = kein Kandidat für oder keine
Einwilligung zu einer Zytoreduktion).bStratifiziert nach Dauer des behandlungsfreien Intervalls vor Aufnahme in diese Studie anhand des
Registrierungsformulars und sekundärem chirurgischem Debulking-Status Ja/Nein.
Die Studie erreichte ihren primären Endpunkt einer Verlängerung des OS. Die Therapie mit
Bevacizumab 15 mg/kg alle 3 Wochen in Kombination mit Chemotherapie (Carboplatin und
Paclitaxel) für 6 bis zu 8 Zyklen, gefolgt von Bevacizumab bis zum Auftreten einer
Krankheitsprogression oder nicht mehr tolerierbarer Nebenwirkungen, führte, gemäß der Daten ausdem eCRF und dem Vergleich mit einer Behandlung mit Carboplatin und Paclitaxel allein, zu einerklinisch bedeutsamen und statistisch signifikanten Verbesserung des OS.
MO22224In der Studie MO22224 wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Bevacizumab in Kombinationmit Chemotherapie bei Patienten mit platinresistentem Rezidiv eines epithelialen
Ovarialkarzinoms, Eileiterkarzinoms oder primären Peritonealkarzinoms evaluiert. Diese Studiewurde als offene, randomisierte, zweiarmige Studie der Phase III zur Bewertung von Bevacizumabplus Chemotherapie (CT+BV) im Vergleich zu Chemotherapie allein (CT) ausgelegt.
Insgesamt wurden 361 Patienten in die Studie aufgenommen und erhielten entweder
Chemotherapie (Paclitaxel, Topotecan oder pegyliertes liposomales Doxorubicin [PLD]) allein oderin Kombination mit Bevacizumab:
* CT-Arm (Chemotherapie allein):
* Paclitaxel 80 mg/m² als i.v. Infusion über 1 Stunde an den Tagen 1, 8, 15 und 22 alle4 Wochen.
* Topotecan 4 mg/m² als i.v. Infusion über 30 Minuten an den Tagen 1, 8 und 15 alle4 Wochen. Alternativ konnte eine 1,25-mg/m²-Dosis über 30 Minuten an den Tagen 1-5 alle3 Wochen verabreicht werden.
* PLD 40 mg/m² als i.v. Infusion 1 mg/min an Tag 1 nur alle 4 Wochen. Nach Zyklus 1 konntedas Arzneimittel als Infusion über 1 Stunde gegeben werden.
* CT+BV-Arm (Chemotherapie plus Bevacizumab):
* Die ausgewählte Chemotherapie wurde kombiniert mit Bevacizumab 10 mg/kg i.v. alle 2
Wochen (oder Bevacizumab 15 mg/kg alle 3 Wochen, wenn in Kombination mit Topotecan1,25 mg/m² an den Tagen 1-5 alle 3 Wochen).
Geeignete Patienten hatten ein epitheliales Ovarialkarzinom, Eileiterkarzinom oder primäres
Peritonealkarzinom, bei denen es innerhalb von < 6 Monaten nach der vorherigen Platintherapie,bestehend aus mindestens 4 Platintherapiezyklen, zu einer Progression gekommen ist. Patientensollten eine Lebenserwartung von ≥ 12 Wochen gehabt haben und keine vorherige Strahlentherapiedes Beckens oder Abdomens. Die meisten Patienten waren FIGO-Stadium IIIC oder Stadium IV.
Die Mehrheit der Patienten hatte in beiden Armen einen ECOG-Performance-Status (PS) von 0(CT: 56,4 % vs. CT+BV: 61,2 %). Der prozentuale Anteil der Patienten mit ECOG-PS von 1 bzw.≥ 2 war 38,7 % bzw. 5,0 % im CT-Arm und 29,8 % bzw. 9,0 % im CT+BV-Arm. Informationenzur ethnischen Gruppe liegen für 29,3 % der Patienten vor und fast alle Patienten waren Weiße.
Das Durchschnittsalter der Patienten war 61,0 (Bereich: 25-84) Jahre. Insgesamt 16 Patienten (4,4%) waren > 75 Jahre. Die Gesamtraten von Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungenwaren 8,8 % im CT-Arm und 43,6 % im CT+BV-Arm (meist aufgrund von Grad 2-3
Nebenwirkungen) und die mittlere Zeit bis zum Abbruch im CT+BV-Arm war 5,2 Monateverglichen mit 2,4 Monaten im CT-Arm. Die Abbruchraten aufgrund von Nebenwirkungen in der
Subgruppe der Patienten > 65 Jahre waren 8,8 % im CT-Arm und 50,0 % im CT+BV-Arm. Die HRfür PFS war 0,47 (95 % KI: 0,35; 0,62) bzw. 0,45 (95 % KI: 0,31; 0,67) für die Subgruppe < 65bzw. ≥ 65.
Der primäre Endpunkt war PFS, sekundäre Endpunkte schlossen objektive Ansprechrate und OSein. Die Ergebnisse sind in Tabelle 23 dargestellt.
Tabelle 23: Wirksamkeitsergebnisse aus der Studie MO22224
Primärer Endpunkt
Progressionsfreies Überleben*
CT (n=182) CT+BV (n=179)
Median (Monate) 3,4 6,7
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,379 (0,296; 0,485)p-Wert < 0,0001
Sekundäre Endpunkte
Objektive Ansprechrate**
CT (n=144) CT+BV (n=142)
Patienten mit objektivem Ansprechen 18 (12,5 %) 40 (28,2 %)p-Wert 0,0007
Gesamtüberleben (OS) (finale Analyse)***
CT (n=182) CT+BV (n=179)
Medianes OS (Monate) 13,3 16,6
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,870 (0,678; 1,116)p-Wert 0,2711
Bei allen in dieser Tabelle aufgeführten Analysen handelt es sich um stratifizierte Analysen.
* Die Primäranalyse wurde mit Stichtag 14. November 2011 durchgeführt.
** Randomisierte Patienten mit messbarer Erkrankung zu Behandlungsbeginn.
*** Die finale Analyse des OS wurde durchgeführt, nachdem 266 Todesfälle, was 73,7 % dereingeschlossenen Patienten entspricht, beobachtet wurden.
Der primäre Endpunkt dieser Studie, die Verbesserung des PFS, wurde erreicht. Patienten mitplatinresistentem Rezidiv, die Bevacizumab in Kombination mit Chemotherapie erhalten haben,hatten eine statistisch signifikante Verbesserung des PFS im Vergleich zu Patienten, die mit
Chemotherapie allein (Paclitaxel, Topotecan oder PLD) behandelt wurden. Patienten erhielten
Bevacizumab in einer Dosis von 10 mg/kg alle 2 Wochen (oder 15 mg/kg alle 3 Wochen, wenn in
Kombination mit 1,25 mg/m² Topotecan an den Tagen 1-5 alle 3 Wochen) in Kombination mit
Chemotherapie und weiter bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten nicht mehrtolerierbarer Nebenwirkungen. Die exploratorischen PFS- und OS-Analysen sind nach
Chemotherapiekohorten (Paclitaxel, Topotecan und PLD) in Tabelle 24 zusammengefasst.
Tabelle 24: Exploratorische PFS- und OS-Analysen nach Chemotherapiekohorte
CT CT+BV
Paclitaxel n=115
Medianes PFS (Monate) 3,9 9,2
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,47 [0,31; 0,72]
Medianes OS (Monate) 13,2 22,4
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,64 [0,41; 0,99]
Topotecan n=120
Medianes PFS (Monate) 2,1 6,2
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,28 [0,18; 0,44]
Medianes OS (Monate) 13,3 13,8
Hazard Ratio (95-%-KI) 1,07 [0,70; 1,63]
PLD n=126
Medianes PFS (Monate) 3,5 5,1
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,53 [0,36; 0,77]
Medianes OS (Monate) 14,1 13,7
Hazard Ratio (95-%-KI) 0,91 [0,61; 1,35]
ZervixkarzinomDie Wirksamkeit und Sicherheit von Bevacizumab in Kombination mit Chemotherapie (Paclitaxelund Cisplatin oder Paclitaxel und Topotecan) bei der Behandlung von Patienten mitpersistierendem, rezidivierendem oder metastasiertem Zervixkarzinom wurde aus der Studie GOG-0240, einer randomisierten, vierarmigen, offenen, multizentrischen Phase-III-Studie, evaluiert.
Insgesamt wurden 452 Patienten randomisiert und erhielten entweder:
* Paclitaxel 135 mg/m² intravenös über 24 Stunden an Tag 1 und Cisplatin 50 mg/m²intravenös an Tag 2 (alle 3 Wochen); oder
Paclitaxel 175 mg/m² intravenös über 3 Stunden an Tag 1 und Cisplatin 50 mg/m² intravenösan Tag 2 (alle 3 Wochen); oder
Paclitaxel 175 mg/m² intravenös über 3 Stunden an Tag 1 und Cisplatin 50 mg/m² intravenösan Tag 1 (alle 3 Wochen)
* Paclitaxel 135 mg/m² intravenös über 24 Stunden an Tag 1 und Cisplatin 50 mg/m²intravenös an Tag 2 plus Bevacizumab 15 mg/kg intravenös an Tag 2 (alle 3 Wochen); oder
Paclitaxel 175 mg/m² intravenös über 3 Stunden an Tag 1 und Cisplatin 50 mg/m² intravenösan Tag 2 plus Bevacizumab 15 mg/kg intravenös an Tag 2 (alle 3 Wochen); oder
Paclitaxel 175 mg/m² intravenös über 3 Stunden an Tag 1 und Cisplatin 50 mg/m² intravenösan Tag 1 plus Bevacizumab 15 mg/kg intravenös an Tag 1 (alle 3 Wochen)
* Paclitaxel 175 mg/m² intravenös über 3 Stunden an Tag 1 und Topotecan 0,75 mg/m²intravenös über 30 Minuten an den Tagen 1-3 (alle 3 Wochen)
* Paclitaxel 175 mg/m² intravenös über 3 Stunden an Tag 1 und Topotecan 0,75 mg/m²intravenös über 30 Minuten an den Tagen 1-3 plus Bevacizumab 15 mg/kg intravenös an
Tag 1 (alle 3 Wochen)
Geeignete Patienten hatten ein persistierendes, rezidivierendes oder metastasiertes
Plattenepithelkarzinom, ein adenosquamöses Karzinom oder ein Adenokarzinom des
Gebärmutterhalses, das nicht durch eine kurative Operation und/oder Strahlentherapie behandelbarwar. Die Patienten hatten zuvor noch keine Behandlung mit Bevacizumab oder mit anderen VEGF-
Inhibitoren bzw. auf den VEGF-Rezeptor zielenden Substanzen erhalten.
Das Durchschnittsalter betrug 46,0 Jahre (zwischen 20 und 83 Jahren) in der mit Chemotherapieallein behandelten Gruppe und 48,0 Jahre (zwischen 22 und 85 Jahren) in der mit Chemotherapieplus Bevacizumab behandelten Gruppe; dabei waren 9,3 % der Patienten in der mit Chemotherapieallein behandelten Gruppe und 7,5 % der Patienten in der mit Chemotherapie plus Bevacizumabbehandelten Gruppe älter als 65 Jahre.
Von den zu Studienbeginn randomisierten 452 Patienten war die Mehrzahl weiß (80,0 % in der mit
Chemotherapie allein behandelten Gruppe und 75,3 % in der mit Chemotherapie plus Bevacizumabbehandelten Gruppe), hatte ein Plattenepithelkarzinom (67,1 % in der mit Chemotherapie alleinbehandelten Gruppe und 69,6 % in der mit Chemotherapie plus Bevacizumab behandelten Gruppe),eine persistierende/rezidivierende Erkrankung (83,6 % in der mit Chemotherapie allein behandelten
Gruppe und 82,8 % in der mit Chemotherapie plus Bevacizumab behandelten Gruppe), an 1-2
Stellen Metastasen (72,0 % in der mit Chemotherapie allein behandelten Gruppe und 76,2 % in dermit Chemotherapie plus Bevacizumab behandelten Gruppe), eine Lymphknotenbeteiligung (50,2 %in der mit Chemotherapie allein behandelten Gruppe und 56,4 % in der mit Chemotherapie plus
Bevacizumab behandelten Gruppe) und ein platinfreies Intervall ≥ 6 Monaten (72,5 % in der mit
Chemotherapie allein behandelten Gruppe und 64,4 % in der mit Chemotherapie plus Bevacizumabbehandelten Gruppe).
Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das OS. Sekundäre Wirksamkeitsendpunkte umfassten
PFS und die objektive Ansprechrate. Die Ergebnisse der Primäranalyse und der Nachfolgeanalysesind aufgeteilt nach Bevacizumab-Behandlung und Studienbehandlung in Tabelle 25 bzw. Tabelle26 dargestellt.
Tabelle 25: Wirksamkeitsergebnisse der Studie GOG-0240 nach Bevacizumab-Behandlung
Chemotherapie (n=225) Chemotherapie +
Bevacizumab (n=227)
Primärer Endpunkt
Gesamtüberleben - Primäranalyse6
Median (Monate)1 12,9 16,8
Hazard Ratio [95-%-KI] 0,74 [0,58; 0,94](p-Wert5 = 0,0132)
Gesamtüberleben - Nachfolgeanalyse7
Median (Monate)1 13,3 16,8
Hazard Ratio [95-%-KI] 0,76 [0,62; 0,94](p-Wert5,8 = 0,0126)
Sekundäre Endpunkte
Progressionsfreies Überleben - Primäranalyse6
Medianes PFS (Monate)1 6,0 8,3
Hazard Ratio [95-%-KI] 0,66 [0,54; 0,81](p-Wert5 < 0,0001)
Bestes Gesamtansprechen - Primäranalyse6
Responder (Ansprechrate2) 76 (33,8 %) 103 (45,4 %)95-%-KI für Ansprechraten3 [27,6 %, 40,4 %] [38,8 %, 52,1 %]
Unterschied in Ansprechraten 11,60 %95-%-KI für Unterschied in [2,4 %; 20,8 %]
Ansprechraten4p-Wert (Chi-Quadrat-Test) 0,01171Kaplan-Meier-Schätzungen2Patienten und Prozentsatz von Patienten mit bestem Gesamtansprechen auf der Basis einesbestätigten CR oder PR; Prozentsatz berechnet auf Patienten mit messbarer Erkrankung bei
Behandlungsbeginn. 395-%-KI für eine Einstichproben-Binominalvariable unter Anwendung der
Pearson-Clopper-Methode 4Approximatives 95-%-KI für Differenz zweier Ansprechraten unter
Anwendung der Hauck- Anderson-Methode5Logrank-Test (stratifiziert)6Die Primäranalyse wurde mit Stichtag 12. Dezember 2012 durchgeführt und wird als finale
Analyse betrachtet.7Die Nachfolgeanalyse wurde mit Stichtag 7. März 2014 durchgeführt.8Die p-Werte sind nur zu erläuternden Zwecken ausgewiesen.
Tabelle 26: Ergebnisse zum Gesamtüberleben aus der Studie GOG-0240 nach
Studienbehandlung
Behandlungsvergleich Andere Faktoren Gesamtüberleben - Gesamtüberleben -
Primäranalyse1 Nachfolgeanalyse2
Hazard Ratio (95-%- Hazard Ratio (95-%-KI)
KI)
Bevacizumab Cisplatin + 0,72 (0,51; 1,02) 0,75 (0,55; 1,01)
Paclitaxelvs. (17,5 vs. 14,3 Monate; (17,5 vs. 15,0 Monate;kein Bevacizumab p=0,0609) p=0,0584)
Topotecan + 0,76 (0,55; 1,06) 0,79 (0,59; 1,07)
Paclitaxel (14,9 vs. 11,9 Monate; (16,2 vs. 12,0 Monate;p=0,1061) p=0,1342)
Topotecan+Paclitaxel Bevacizumab 1,15 (0,82; 1,61) 1,15 (0,85; 1,56)vs. (14,9 vs. 17,5 Monate; (16,2 vs. 17,5 Monate;
Cisplatin+ Paclitaxel p=0,4146) p=0,3769)
Kein Bevacizumab 1,13 (0,81; 1,57) 1,08 (0,80; 1,45)(11,9 vs. 14,3 Monate; (12,0 vs. 15,0 Monate;p=0,4825) p=0,6267)1Die Primäranalyse wurde mit Stichtag 12. Dezember 2012 durchgeführt und wird als finale
Analyse betrachtet.2Die Nachfolgeanalyse wurde mit Stichtag 7. März 2014 durchgeführt; die p-Werte sind nur zuerläuternden Zwecken ausgewiesen.
Kinder und JugendlicheDie Europäische Arzneimittel-Agentur hat für das Referenzmittel, das Bevacizumab enthält, eine
Freistellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in allen pädiatrischen
Altersklassen beim Mammakarzinom, beim Adenokarzinom des Kolons und des Rektums, beim
Lungenkarzinom (kleinzelliges und nicht-kleinzelliges Karzinom), beim Nierenzell- und
Nierenbeckenkarzinom (mit Ausnahme des Nephroblastoms, der Nephroblastomatose, desklarzelligen Sarkoms, des mesoblastischen Nephroms, des medullären Nierenkarzinoms und des
Rhabdoidtumors der Niere), beim Ovarialkarzinom (mit Ausnahme des Rhabdomyosarkoms undvon Keimzelltumoren), beim Eileiterkarzinom (mit Ausnahme des Rhabdomyosarkoms und von
Keimzelltumoren), beim Peritonealkarzinom (mit Ausnahme von Blastomen und Sarkomen) und
Zervix- und Gebärmutterkarzinom gewährt.
Höhergradiges GliomIn zwei früheren Studien wurde bei insgesamt 30 Kindern, die älter als 3 Jahre waren und dierezidivierende oder progrediente, hochgradige Gliome hatten, bei einer Behandlung mit
Bevacizumab und Irinotecan (CPT-11) keine Antitumoraktivität beobachtet. Die vorliegenden
Informationen reichen zur Beurteilung der Sicherheit und Wirksamkeit von Bevacizumab in der
Behandlung von neu diagnostizierten, hochgradigen Gliomen bei Kindern nicht aus.
* In der einarmigen Studie PBTC-022 wurden 18 Kinder mit rezidivierenden oderprogredienten, hochgradigen Non-Pons-Gliomen, davon 8 Kinder mit Glioblastom vom
WHO-Grad IV, 9 mit anaplastischem Astrozytom vom Grad III und 1 Kind mitanaplastischem Oligodendrogliom vom Grad III mit 10 mg/kg Bevacizumab im Abstand von2 Wochen und dann mit Bevacizumab in Kombination mit 125 mg/m² - 350 mg/m² CPT-11einmal alle 2 Wochen bis zur Progression behandelt. Die radiologischen Untersuchungenzeigten kein objektives (partielles oder vollständiges) Ansprechen nach den Macdonald-
Kriterien. Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen waren unter anderem arterielle
Hypertonie und Fatigue sowie Ischämien im ZNS mit akuten neurologischen Ausfällen.
* In einer einzelnen retrospektiven Institutserhebung wurden in den Jahren 2005 bis 2008nacheinander 12 Kinder mit rezidivierenden oder progredienten, hochgradigen Gliomen,davon 3 vom WHO-Grad IV und 9 vom Grad III, mit 10 mg/kg Bevacizumab und 125mg/m² Irinotecan alle 2 Wochen behandelt. Hierbei gab es in 2 Fällen ein partielles
Ansprechen nach den Macdonald-Kriterien, aber kein vollständiges Ansprechen.
In einer randomisierten Phase-II-Studie (BO25041) wurden insgesamt 121 Patienten im Alter von≥ 3 Jahren bis < 18 Jahren mit neu diagnostiziertem supratentoriellem oder infratentoriellem,zerebellarem oder pedunkulärem hochgradigem Gliom (HGG) postoperativ mit einer
Strahlentherapie (RT) und adjuvantem Temozolomid (T) mit und ohne Bevacizumab behandelt: 10mg/kg alle 2 Wochen intravenös.
Der primäre Endpunkt, nämlich der Nachweis einer signifikanten Verbesserung des ereignisfreien
Überlebens (Event Free Survival [EFS]) (bewertet durch ein zentrales radiologisches
Bewertungskomitee (Central Radiology Review Committee [CRRC]), wurde in dieser Studie nichterreicht, wenn Bevacizumab zusätzlich im RT/T-Arm gegeben wurde, verglichen mit RT/T allein(HR=1,44; 95-%-KI: 0,90; 2,30). Diese Ergebnisse stimmten mit denen von verschiedenen
Sensitivitätsanalysen und mit denen von klinisch relevanten Subgruppen überein. Die Ergebnissefür alle sekundären Endpunkte (Prüfarzt bewertetes ereignisfreies Überleben, Gesamtansprechrateund Gesamtüberleben) stimmten dahingehend überein, dass eine Verbesserung mit der Zugabe von
Bevacizumab im RT/T-Arm nicht assoziiert war, verglichen mit dem RT/T-Arm allein.
In der klinischen Studie BO25041 zeigte die Zugabe von Bevacizumab zu RT/T bei 60auswertbaren pädiatrischen Patienten mit neu diagnostiziertem supratentoriellem undinfratentoriellem bzw. zerebellärem sowie pedunkulärem höhergradigem Gliom (HGG) keinenklinischen Nutzen (für Informationen zur pädiatrischen Anwendung siehe Abschnitt 4.2).
WeichteilsarkomIn einer randomisierten Phase-II-Studie (BO20924) wurden insgesamt 154 Patienten im Alter von≥ 6 Monaten bis < 18 Jahren mit neu diagnostiziertem, metastasiertem Rhabdomyosarkom und
Nicht- Rhabdomyosarkom Weichteilsarkom mit der Standardtherapie (Einleitung IVADO/IVA+/-lokale Therapie gefolgt von der Erhaltung mit Vinorelbin und Cyclophosphamid) mit oder ohne
Bevacizumab (2,5 mg/kg/Woche) über eine Gesamtbehandlungsdauer von ca. 18 Monatenbehandelt. Zum Zeitpunkt der finalen Primäranalyse zeigte der primäre Endpunkt ereignisfreies
Überleben (Event Free Survival [EFS]) nach einer unabhängigen zentralen Bewertung keinenstatistisch signifikanten Unterschied zwischen den zwei Behandlungsarmen mit einer HR von 0,93(95-%-KI: 0,61; 1,41; p- Wert = 0,72). Der Unterschied in der Gesamtansprechrate, der unabhängigzentral bewertet wurde, war zwischen den beiden Behandlungsarmen bei den wenigen Patienten,die einen auswertbaren Tumor zu Behandlungsbeginn und ein nachgewiesenes Ansprechen vor
Erhalt einer beliebigen lokalen Therapie hatten, 18 % (KI: 0,6 %, 35,3 %): 27/75 Patienten (36,0 %,95 % KI: 25,2 %, 47,9 %) im Chemo-Arm und 34/63 Patienten (54,0 %, 95-%-KI: 40,9 %, 66,6 %)im Bevacizumab+Chemo-Arm. Die finalen Analysen des Gesamtüberlebens (OS) zeigten in dieser
Patientenpopulation keinen signifikanten klinischen Nutzen einer zusätzlichen Gabe von
Bevacizumab zur Chemotherapie.
In der klinischen Studie BO20924 zeigte die Zugabe von Bevacizumab zur Standardbehandlung bei71 auswertbaren pädiatrischen Patienten (im Alter von 6 Monaten bis unter 18 Jahren) mitmetastasiertem Rhabdomyosarkom und Nicht-Rhabdomyosarkom Weichteilsarkom keinenklinischen Nutzen (für Informationen zur pädiatrischen Anwendung siehe Abschnitt 4.2).
Die Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen, einschließlich unerwünschter Ereignisse undschwerwiegender unerwünschter Ereignisse von Grad ≥ 3, war in den beiden Behandlungsarmenähnlich. In keinem der Behandlungsarme führten unerwünschte Ereignisse zum Tod; alle Todesfällewaren auf das Fortschreiten der Erkrankung zurückzuführen. Die Zugabe von Bevacizumab zurmultimodalen Standardtherapie schien in dieser pädiatrischen Population vertragen worden zu sein.
Die pharmakokinetischen Daten für Bevacizumab stammen aus zehn klinischen Studien bei
Patienten mit soliden Tumoren. In sämtlichen klinischen Prüfungen wurde Bevacizumab alsintravenöse Infusion appliziert. Die Infusionsgeschwindigkeit richtete sich nach der
Verträglichkeit, mit einer Dauer von 90 Minuten für die erste Infusion. Die Pharmakokinetik von
Bevacizumab war in einem Dosisbereich von 1 mg/kg bis 10 mg/kg linear.
VerteilungDas Volumen des zentralen Kompartiments (Vc) betrug üblicherweise bei weiblichen Patienten2,73 Liter und bei männlichen Patienten 3,28 Liter. Diese Werte befinden sich in dem Bereich, derfür Immunglobuline G und andere monoklonale Antikörper beschrieben wurde. Das Volumen desperipheren Kompartiments (Vp) betrug bei Anwendung von Bevacizumab in Kombination mitzytostatischen Wirkstoffen üblicherweise bei weiblichen Patienten 1,69 Liter und bei männlichen
Patienten 2,35 Liter. Nach der Korrektur entsprechend dem Körpergewicht hatten die männlichen
Patienten einen höheren Vc-Wert (+ 20 %) als die Frauen.
BiotransformationDie Auswertung des Metabolismus von Bevacizumab bei Kaninchen nach einer intravenösen
Einmaldosis von 125I-Bevacizumab weist darauf hin, dass dessen Stoffwechselprofil dem einesnativen, nicht VEGF-bindenden IgG-Moleküls entspricht. Bevacizumab wird ähnlich wieendogenes IgG metabolisiert und eliminiert, d. h. der Abbau erfolgt hauptsächlich proteolytischüberall im Körper, einschließlich der Endothelzellen, und die Elimination beruht nicht primär aufden Nieren und der Leber. Die Bindung des IgG an den FcRn-Rezeptor führt zu einem Schutz vorzellulärer Metabolisierung und zu einer langen terminalen Halbwertszeit.
EliminationDie Clearance beträgt bei weiblichen Patienten durchschnittlich 0,188 Liter/Tag und beimännlichen Patienten durchschnittlich 0,220 Liter/Tag. Nach Korrektur entsprechend dem
Körpergewicht hatten die männlichen Patienten eine höhere Bevacizumab-Clearance (+ 17 %) alsdie Frauen. Nach dem Zwei-Kompartiment-Modell beträgt die Eliminationshalbwertszeit fürweibliche Patienten üblicherweise 18 Tage und für männliche Patienten 20 Tage.
Ein niedriger Albuminwert und eine hohe Tumorlast sind grundsätzlich Indikatoren für die Schwereder Erkrankung. Die Bevacizumab-Clearance war bei Patienten mit niedrigen Serumalbuminwertenum etwa 30 % schneller und bei Patienten mit höherer Tumorlast um 7 % schneller als bei einemdurchschnittlichen Patienten mit medianen Werten für Albumin und Tumorlast.
Pharmakokinetik bei speziellen GruppenDie Populationspharmakokinetik wurde bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten im Hinblickauf die Auswirkungen von demographischen Merkmalen untersucht. Bei Erwachsenen zeigten die
Ergebnisse keinen signifikanten altersabhängigen Unterschied bei der Pharmakokinetik von
Bevacizumab.
NiereninsuffizienzEs wurden keine Studien zur Untersuchung der Pharmakokinetik von Bevacizumab bei Patientenmit Nierenfunktionsstörungen durchgeführt, da die Nieren nicht Hauptorgan für die
Verstoffwechselung oder die Ausscheidung von Bevacizumab sind.
LeberinsuffizienzEs wurden keine Studien zur Untersuchung der Pharmakokinetik von Bevacizumab bei Patientenmit Leberfunktionsstörungen durchgeführt, da die Leber nicht Hauptorgan für die
Verstoffwechselung oder die Ausscheidung von Bevacizumab ist.
Kinder und JugendlicheDie Pharmakokinetik von Bevacizumab wurde anhand von 4 klinischen Studien bei 152 Kindern,
Jugendlichen und jungen Erwachsenen (7 Monate bis 21 Jahre; 5,9 kg bis 125 kg) unter
Verwendung eines populationspharmakokinetischen (populations-PK) Modells ausgewertet. Diepharmakokinetischen Ergebnisse zeigen, dass die Clearance und das Verteilungsvolumen von
Bevacizumab vergleichbar zwischen pädiatrischen und jungen erwachsenen Patienten waren, wennsie auf das Körpergewicht normiert wurden, mit einer abnehmenden Tendenz der Exposition beizurückgehendem Körpergewicht. Das Alter war nicht mit der Pharmakokinetik von Bevacizumabassoziiert, wenn das Körpergewicht berücksichtigt wurde.
Die Pharmakokinetik von Bevacizumab wurde mittels des pädiatrischen populations-PK Modellsbei 70 Patienten in der Studie BO20924 (1,4 Jahre bis 17,6 Jahre; 11,6 kg bis 77,5 kg) und bei59 Patienten in der Studie BO25041 (1 Jahr bis 17 Jahre; 11,2 kg bis 82,3 kg) gut charakterisiert. Inder Studie BO20924 war die Exposition von Bevacizumab allgemein niedriger, verglichen miteinem typischen erwachsenen Patienten unter der gleichen Dosis. In der Studie BO25041 war die
Exposition von Bevacizumab ähnlich, verglichen mit einem typischen Erwachsenen unter dergleichen Dosis. In beiden Studien nahm die Tendenz der Exposition von Bevacizumab mitzurückgehendem Körpergewicht ab.
In Studien mit einer Dauer von bis zu 26 Wochen bei Cynomolgus-Makaken wurden bei Jungtierenmit offenen Wachstumsfugen Epiphysendysplasien beobachtet, und zwar mit Bevacizumab-
Konzentrationen im Serum, die im Mittel unter den Werten lagen, die mit den empfohlenenhumantherapeutischen Serumkonzentrationen zu erwarten sind. Beim Kaninchen hemmte
Bevacizumab die Wundheilung in Dosierungen unter dem vorgeschlagenen klinischen Dosisniveau.
Die Auswirkungen auf die Wundheilung waren nachweislich vollständig reversibel.
Es wurden keine Studien zur Beurteilung des mutagenen und karzinogenen Potenzials von
Bevacizumab durchgeführt.
Es wurden keine speziellen Studien bei Tieren zur Beurteilung des Einflusses auf die Fruchtbarkeitdurchgeführt. Es kann jedoch eine unerwünschte Wirkung auf die weibliche Fruchtbarkeit erwartetwerden, weil in Toxizitätsstudien bei wiederholter Verabreichung bei Tieren gezeigt wurde, dassdie Reifung der Ovarfollikel gehemmt wird, Gelbkörperchen reduziert sind oder ganz fehlen unddaher die Ovar- und Uterusgewichte reduziert und auch die Zahl der Menstruationszyklenverringert sind.
Bevacizumab hat sich bei Applikation beim Kaninchen als embryotoxisch und teratogen erwiesen.
Zu den beobachteten Wirkungen zählt die Reduzierung des Körpergewichts von Muttertieren und
Feten, eine erhöhte Zahl von Fetusresorptionen und eine erhöhte Häufigkeit von spezifischenfetalen Wachstums- und Skelettmissbildungen. Unerwünschte Wirkungen auf den Feten wurdenbei allen untersuchten Dosisstärken beobachtet, wobei die niedrigste Dosis zu durchschnittlichen
Serumkonzentrationen führte, die etwa 3-mal höher sind als bei Menschen, die alle 2 Wochen 5mg/kg erhalten. Informationen zu fetalen Missbildungen, die nach der Markteinführung beobachtetwurden, stehen in Abschnitt 4.6 'Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit“ und 4.8'Nebenwirkungen“ zur Verfügung.
Natriumphosphat
Trehalose-Dihydrat (Ph. Eur.)
Polysorbat 20Wasser für Injektionszwecke
Das Arzneimittel darf, außer mit den unter Abschnitt 6.6 aufgeführten, nicht mit anderen
Arzneimitteln gemischt werden.
Durchstechflasche (ungeöffnet)30 Monate
Verdünntes ArzneimittelDie chemische und physikalische Anbruchstabilität wurde für einen Zeitraum von bis zu 70 Tagenbei 2 °C bis 8 °C und für einen Zeitraum bis zu 15 Tagen bei 23 °C bis 27 °C in 0,9%iger (9mg/ml) Kochsalzlösung zur Injektion nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte das
Produkt sofort verwendet werden. Wenn es nicht sofort verwendet wird, liegen die Lagerzeiten und
Lagerbedingungen nach Anbruch in der Verantwortung des Anwenders und sollten im Normalfall24 Stunden bei 2 °C bis 8 °C nicht überschreiten, es sei denn, die Verdünnung wurde unterkontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen hergestellt.
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C). Nicht einfrieren.
Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Aufbewahrungsbedingungen nach Verdünnung des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
4 ml Konzentrat in einer Durchstechflasche (Glasart I), verschlossen mit einem 20-mm-
Chlorbutylstopfen mit Flurotec-Beschichtung und Aluminiumsiegel mit Flip-Off-Verschluss aus
Kunststoff. Eine Durchstechflasche enthält 100 mg Bevacizumab. Packungen mit 1 und5 Durchstechflaschen.
16 ml Konzentrat in einer Durchstechflasche (Glasart I), verschlossen mit einem 20-mm-
Chlorbutylstopfen mit Flurotec-Beschichtung und Aluminiumsiegel mit Flip-Off-Verschluss aus
Kunststoff. Eine Durchstechflasche enthält 400 mg Bevacizumab. Packungen mit 1, 2 und3 Durchstechflaschen.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Durchstechflasche nicht schütteln.
Abevmy ist durch entsprechend ausgebildetes Personal unter aseptischen Bedingungenzuzubereiten, um zu gewährleisten, dass die zubereitete Lösung steril bleibt. Zur Zubereitung von
Abevmy sind eine sterile Nadel und Spritze zu verwenden.
Die erforderliche Menge Bevacizumab ist zu entnehmen und mit 0,9%iger (9 mg/ml)
Kochsalzlösung zur Injektion auf das gewünschte Applikationsvolumen zu verdünnen. Die
Konzentration der resultierenden Bevacizumab-Lösung sollte im Bereich 1,4 mg/ml bis 16,5 mg/mlliegen. In den meisten Fällen kann die erforderliche Menge an Abevmy mit 0,9%iger
Kochsalzinjektionslösung auf ein Gesamtvolumen von 100 ml verdünnt werden.
Arzneimittel für die parenterale Anwendung sind vor Applikation optisch auf Schwebstoffe und
Verfärbungen zu überprüfen.
Es wurden keine Inkompatibilitäten zwischen Abevmy und Polyvinylchlorid- oder Polyolefin-
Beuteln oder Infusions-Sets beobachtet.
Abevmy ist zur einmaligen Anwendung bestimmt, da das Produkt keine Konservierungsmittelenthält.
Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungenzu beseitigen.
Biosimilar Collaborations Ireland Limited
Unit 35/36 Grange Parade,
Baldoyle Industrial Estate,
Dublin 13 DUBLIN
Irland
D13 R20R
EU/1/20/1515/001
EU/1/20/1515/002
EU/1/20/1515/003
EU/1/20/1515/004
EU/1/20/1515/005
ZULASSUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 21.April 2021
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 08. Januar 2026
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu verfügbar.