Inhalt der Packungsbeilage des Arzneimittels ABASAGLAR 100UI / ml injektionslösung in einem fertigpen
1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS
ABASAGLAR 100 Einheiten/ml KwikPen Injektionslösung in einem Fertigpen
ABASAGLAR 100 Einheiten/ml Tempo Pen Injektionslösung in einem Fertigpen
2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG
Ein ml enthält 100 Einheiten Insulin glargin* (entsprechend 3,64 mg).
Ein Pen enthält 3 ml Injektionslösung, entsprechend 300 Einheiten.
* Hergestellt mittels gentechnologischer Methoden unter Verwendung von Escherichia coli.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
3. DARREICHUNGSFORM
Injektionslösung (Injektion)
Klare, farblose Lösung.
4. KLINISCHE ANGABEN
4.1 Anwendungsgebiete
Zur Behandlung von Diabetes mellitus bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern im Alter von 2 Jahrenund älter.
4.2 Dosierung und Art der Anwendung
DosierungABASAGLAR enthält Insulin glargin, ein Insulinanalogon mit einer lang anhaltenden Wirkdauer.
ABASAGLAR sollte einmal täglich zu einer beliebigen Zeit, jedoch jeden Tag zur gleichen Zeit, verabreichtwerden.
Dosierung und Zeitpunkt der Verabreichung sollten individuell festgelegt werden. Bei Patienten mit Typ-2-
Diabetes kann ABASAGLAR auch zusammen mit oralen Antidiabetika gegeben werden.
Die Wirkstärke dieses Arzneimittels ist in Einheiten angegeben. Diese Einheiten beziehen sich ausschließlichauf Insulin glargin und sind nicht identisch mit I.E. oder den Einheiten anderer Insulinanaloga (siehe
Abschnitt 5.1).
Besondere PatientengruppenÄltere Patienten (≥65 Jahre)Bei älteren Patienten kann eine fortschreitende Verschlechterung der Nierenfunktion zu einer Abnahme des
Insulinbedarfs führen.
Eingeschränkte NierenfunktionBei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann der Insulinbedarf aufgrund des verminderten
Insulinstoffwechsels verringert sein.
Eingeschränkte LeberfunktionBei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion kann der Insulinbedarf aufgrund der verringerten
Glukoneogenese-Kapazität und des verminderten Insulinabbaus herabgesetzt sein.
Kinder und JugendlicheJugendliche und Kinder im Alter von 2 Jahren und älter
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Insulin glargin wurde bei Jugendlichen und Kindern im Alter von 2
Jahren und älter nachgewiesen (siehe Abschnitt 5.1). Das Dosierungsschema (Dosierung und
Einnahmezeitpunkte) sollten individuell angepasst werden.
Kinder unter 2 Jahren
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Insulin glargin wurden nicht nachgewiesen. Es liegen keine Daten vor.
Umstellung von anderen Insulinen auf ABASAGLAR
Wird von einem Behandlungsschema mit einem intermediär- oder lang wirksamen Insulin auf ein Schemamit ABASAGLAR umgestellt, kann eine Änderung der Dosis des Basalinsulins erforderlich werden sowieeine Anpassung der antidiabetischen Begleitmedikation (die Dosierung und Applikationszeitpunkte vonzusätzlich verabreichten Normalinsulinen oder rasch wirksamen Insulinanaloga bzw. die Dosierung oraler
Antidiabetika).
Umstellung von einem anderen zweimal täglich gegebenem NPH Insulin auf ABASAGLAR
Um das Risiko nächtlicher und frühmorgendlicher Hypoglykämien zu verringern, sollten Patienten, die ihre
Basalinsulinbehandlung von zweimal täglich verabreichtem NPH-Insulin auf einmal täglich verabreichtes
ABASAGLAR umstellen, ihre tägliche Dosis Basalinsulin während der ersten Behandlungswochen um20−30 % reduzieren.
Umstellung von Insulin glargin 300 Einheiten/ml auf ABASAGLAR
ABASAGLAR und Toujeo (Insulin glargin 300 Einheiten/ml) sind nicht bioäquivalent und nicht direktaustauschbar. Patienten, die ihre Basalinsulin Therapie von einer einmal täglichen Gabe eines Insulin glargin300 Einheiten/ml auf eine einmal tägliche Gabe ABASAGLAR umstellen, sollten die Dosis um ungefähr20 % reduzieren, um das Risiko von Hyopglykämien zu verringern.
In den ersten Wochen sollte diese Reduzierung, zumindest zum Teil, durch höhere Dosen des
Mahlzeiteninsulins ausgeglichen werden, danach sollte das Behandlungsschema individuell angepasstwerden.
Während der Umstellung und in den ersten Wochen danach wird eine engmaschige
Stoffwechselüberwachung empfohlen. Bei einer verbesserten Stoffwechsellage und der daraus resultierenden
Zunahme der Insulinempfindlichkeit kann eine weitere Dosisanpassung erforderlich werden. Eine
Dosisanpassung kann auch dann notwendig werden, wenn sich zum Beispiel das Gewicht oder die
Lebensweise des Patienten ändert, wenn eine Änderung der Tageszeit, zu der das Insulin verabreicht wird,vorgenommen wird oder wenn sich andere Umstände ergeben, die eine verstärkte Neigung zu
Hypoglykämien oder Hyperglykämien bedingen (siehe Abschnitt 4.4).
Patienten, die aufgrund von Antikörperbildung gegen Humaninsulin hohe Insulindosen benötigen, könnenmit ABASAGLAR zu einer besseren Insulinwirkung kommen.
Art der AnwendungABASAGLAR wird subkutan verabreicht.
ABASAGLAR darf nicht intravenös verabreicht werden. Die verlängerte Wirkdauer von Insulin glarginhängt von dessen Injektion in subkutanes Gewebe ab. Die intravenöse Verabreichung der normalerweisesubkutan applizierten Dosis könnte zu einer schweren Hypoglykämie führen.
Es gibt keine klinisch relevanten Unterschiede der Insulin- oder Glukosespiegel im Serum nach Injektionvon Insulin glargin in das Unterhautfettgewebe der Bauchwand, des Oberschenkels oder des Deltamuskels.
Innerhalb desselben Bereichs sind die Injektionsstellen stets regelmäßig zu wechseln, um das Risiko einer
Lipodystrophie und einer kutanen Amyloidose zu reduzieren (siehe Abschnitt 4.4 und 4.8).
ABASAGLAR darf nicht mit einem anderen Insulin gemischt oder verdünnt werden. Mischen oder
Verdünnen kann sein Zeit-Wirk-Profil verändern. Mischen kann zu Ausfällungen führen.
Für weitere Hinweise zur Handhabung siehe Abschnitt 6.6.
Vor der Anwendung von ABASAGLAR Injektionslösung in einem Fertigpen muss die Bedienungsanleitungin der Packungsbeilage sorgfältig gelesen werden (siehe Abschnitt 6.6).
KwikPen
Der KwikPen ist in zwei Ausführungen zugelassen. Eine Ausführung kann 1 - 60 Einheiten in Schritten zuje 1 Einheit und die andere Ausführung 1 - 80 Einheiten in Schritten zu je 1 Einheit während einer einzelnen
Injektion abgeben. Die benötigte Dosis wird in Einheiten eingestellt. Die Anzahl der Einheiten wird im
Dosierfenster des Pens angezeigt.
Tempo Pen
Der Tempo Pen kann 1 - 80 Einheiten in Schritten zu je 1 Einheit während einer einzelnen Injektionabgeben. Die benötigte Dosis wird in Einheiten eingestellt. Die Anzahl der Einheiten wird im Dosierfensterdes Pens angezeigt.
Der Tempo Pen kann mit dem Tempo Smart Button, einem optionalen Modul zum Datentransfer, benutztwerden. (siehe Abschnitt 6.6).
Wie bei jeder Insulininjektion sollte der Patient vor der Verwendung von Tempo Pen, Tempo Smart Buttonund einer mobilen Applikation (App) angewiesen werden, seinen Blutzuckerspiegel zu überprüfen. Dies giltauch, wenn er eine weitere Injektion in Betracht zieht oder falls er sich nicht sicher ist, wie viel er gespritzthat.
4.3 Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
RückverfolgbarkeitUm die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung des
Arzneimittels und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.
Diabetische KetoazidoseABASAGLAR ist nicht das Insulin der Wahl für die Behandlung der diabetischen Ketoazidose. In diesen
Fällen wird stattdessen die intravenöse Gabe eines Normalinsulins empfohlen.
Insulinbedarf und Dosisanpassungen
Bei ungenügender Blutzuckereinstellung oder Neigung zu Hyperglykämien oder Hypoglykämien müssen die
Einhaltung des verschriebenen Therapieschemas durch den Patienten, die Injektionsstellen und die korrekte
Injektionstechnik sowie alle anderen relevanten Faktoren überprüft werden, bevor eine Dosisanpassung in
Erwägung gezogen wird.
Die Umstellung eines Patienten auf einen anderen Insulintyp oder eine andere Insulinmarke muss unterstrenger ärztlicher Überwachung erfolgen. Jede Änderung hinsichtlich Stärke, Insulinmarke (Hersteller),
Insulintyp (Normal, NPH, zinkverzögert, lang wirksam usw.), Ursprung (tierisches Insulin, Humaninsulinoder Insulinanalogon) und/oder Herstellungsmethode kann eine Änderung der Dosierung erforderlichmachen.
HypoglykämieDer Zeitpunkt des Auftretens einer Hypoglykämie hängt vom Wirkprofil der verwendeten Insuline ab undkann sich daher bei Umstellung des Behandlungsschemas ändern. Aufgrund der länger anhaltenden
Basalinsulin-Versorgung mit Insulin glargin können weniger Hypoglykämien in der Nacht auftreten, abereventuell mehr Hypoglykämien am frühen Morgen.
Besondere Vorsicht sowie eine verstärkte Überwachung des Blutzuckers ist bei Patienten empfehlenswert,bei denen hypoglykämische Episoden von besonderer klinischer Bedeutung sein können, wie z. B. bei
Patienten mit signifikanten Stenosen der Koronararterien oder der hirnversorgenden Blutgefäße (Risikokardialer oder zerebraler Komplikationen bei Hypoglykämie) sowie bei Patienten mit proliferativer
Retinopathie, insbesondere wenn diese nicht laserbehandelt ist (Gefahr der vorübergehenden Erblindunginfolge einer Hypoglykämie).
Den Patienten sollte bewusst gemacht werden, dass es Umstände gibt, bei denen die Warnsymptome einer
Hypoglykämie vermindert sein können. Bei bestimmten Risikogruppen können die Warnsymptome einer
Hypoglykämie verändert oder abgeschwächt sein oder ganz fehlen. Dazu zählen Patienten,
- bei denen sich die Blutzuckereinstellung deutlich verbessert hat,
- bei denen sich eine Hypoglykämie langsam entwickelt,
- die älter sind,
- die von tierischem Insulin auf Humaninsulin umgestellt worden sind,
- bei denen eine autonome Neuropathie vorliegt,
- bei denen die Diabeteserkrankung schon lange besteht,
- die an einer psychiatrischen Erkrankung leiden,
- die gleichzeitig mit bestimmten anderen Arzneimitteln behandelt werden (siehe Abschnitt 4.5).
Solche Situationen können zu einer schweren Hypoglykämie führen (und möglicherweise zum
Bewusstseinsverlust), bevor der Patient die hypoglykämische Stoffwechselentgleisung überhaupt bemerkt.
Die verlängerte Wirkung von subkutan verabreichtem Insulin glargin kann die Erholung von einer
Hypoglykämie verzögern.
Wenn normale oder erniedrigte Werte für glykosyliertes Hämoglobin vorliegen, muss auch die Möglichkeitwiederholter unerkannter (insbesondere nächtlicher) Hypoglykämien in Betracht gezogen werden.
Das Einhalten des Dosierschemas und der Ernährungsempfehlungen, die korrekte Insulinverabreichung unddas Erkennen von Symptomen einer Hypoglykämie durch den Patienten sind von zentraler Bedeutung, umdas Risiko für Hypoglykämien zu senken. Faktoren, die zu einer Verstärkung der Hypoglykämieneigungführen, müssen besonders beachtet werden und können eine Dosisanpassung erfordern. Dazu zählen:
- ein Wechsel des Injektionsgebietes,
- eine Verbesserung der Insulinempfindlichkeit (z. B. wenn Stressfaktoren entfallen),
- eine ungewohnte, stärkere oder längere körperliche Anstrengung,
- interkurrierende Erkrankungen (z. B. Erbrechen, Durchfall),
- unzureichende Nahrungsaufnahme,
- ausgelassene Mahlzeiten,
- Alkoholkonsum,
- bestimmte unkompensierte Störungen des endokrinen Systems (z. B. Unterfunktion der Schilddrüse,des Hypophysenvorderlappens oder Nebennierenrindeninsuffizienz),
- gleichzeitige Gabe bestimmter anderer Arzneimittel.
Injektionstechnik
Patienten müssen angewiesen werden, die Injektionsstelle regelmäßig zu wechseln, um das Risiko einer
Lipodystrophie und einer kutanen Amyloidose zu reduzieren. Es besteht das potenzielle Risiko einerverzögerten Insulinresorption und einer schlechteren Blutzuckerkontrolle nach Insulininjektionen an Stellenmit diesen Reaktionen. Bei einem plötzlichen Wechsel der Injektionsstelle zu einem nicht betroffenen
Bereich wurde darüber berichtet, dass dies zu Hypoglykämie führte. Nach einem Wechsel des
Injektionsbereichs wird eine Überwachung des Blutzuckers empfohlen und eine Dosisanpassung der
Antidiabetika kann in Erwägung gezogen werden.
Interkurrente ErkrankungenInterkurrente Erkrankungen erfordern eine verstärkte Stoffwechselüberwachung. In vielen Fällen sind
Ketonbestimmungen im Urin angezeigt, und oft ist eine Anpassung der Insulindosis erforderlich. Der
Insulinbedarf ist häufig erhöht. Patienten mit einem Typ-1-Diabetes müssen regelmäßig zumindest kleine
Mengen Kohlenhydrate zu sich nehmen, auch wenn sie nicht oder nur wenig essen können, erbrechen o. Ä.,und sie dürfen das Insulin nie ganz weglassen.
Insulin-Antikörper
Die Verabreichung von Insulin kann im Körper die Bildung von Insulin-Antikörpern auslösen. In seltenen
Fällen kann das Vorhandensein solcher Insulin-Antikörper die Anpassung der Insulindosis erforderlichmachen, um eine Neigung zu Hyper- oder Hypoglykämien auszugleichen (siehe Abschnitt 5.1).
AnwendungsfehlerEs wurde von Anwendungsfehlern berichtet, bei denen anstelle von Insulin glargin versehentlich andere
Insuline, insbesondere kurz wirksame Insuline, verabreicht wurden. Die Bezeichnung des Insulins muss stetsvor jeder Injektion überprüft werden, um Verwechslungen zwischen ABASAGLAR Fertigpen und anderen
Insulinen zu vermeiden.
Kombination von ABASAGLAR mit Pioglitazon
Bei der Anwendung von Pioglitazon in Kombination mit Insulin wurden Fälle von Herzinsuffizienzberichtet, insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz. Diesmuss berücksichtigt werden, wenn eine Behandlung mit Pioglitazon zusammen mit ABASAGLAR erwogenwird. Patienten, die mit dieser Kombination behandelt werden, müssen bezüglich Anzeichen und
Symptomen von Herzinsuffizienz, Gewichtszunahme und Ödemen beobachtet werden. Im Falle einer
Verschlechterung der kardialen Symptomatik muss Pioglitazon abgesetzt werden.
Tempo Pen
Der Tempo Pen enthält einen Magneten (siehe Abschnit 6.5), der die Funktionen eines implantierbarenelektronischen Medizinproduktes, wie beispielsweise eines Herzschrittmachers, beeinträchtigen kann. Das
Magnetfeld erstreckt sich auf etwa 1,5 cm.
NatriumgehaltDieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Dosis, d. h. es ist nahezu 'natriumfrei“.
4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen
Eine Reihe von Substanzen beeinflusst den Glukosestoffwechsel und kann eine Dosisanpassung von Insulinglargin erforderlich machen.
Zu den Substanzen, die eine Verstärkung der Blutzuckersenkung und eine Erhöhung der Anfälligkeit für
Hypoglykämien verursachen können, gehören z. B. orale Antidiabetika, Angiotensin-Converting-Enzym-(ACE-)Hemmer, Disopyramid, Fibrate, Fluoxetin, Monoaminoxidase-(MAO-)Hemmer, Pentoxifyllin,
Propoxyphen, Salicylate, Somatostatin-Analoga und Sulfonamid-Antibiotika.
Zu den Substanzen, die den blutzuckersenkenden Effekt abschwächen können, gehören z. B.
Kortikosteroide, Danazol, Diazoxid, Diuretika, Glukagon, Isoniazid, Östrogene, Progestagene, Phenothiazin-
Abkömmlinge, Somatropin, Sympathomimetika (z. B. Epinephrin [Adrenalin], Salbutamol, Terbutalin),
Schilddrüsenhormone, atypische Antipsychotika (z. B. Clozapin und Olanzapin) und Proteaseinhibitoren.
Betablocker, Clonidin, Lithiumsalze oder Alkohol können sowohl zu einer Verstärkung als auch zu einer
Abschwächung der blutzuckersenkenden Wirkung von Insulin führen. Pentamidin kann eine Hypoglykämieverursachen, gelegentlich mit nachfolgender Hyperglykämie.
Zusätzlich können unter der Wirkung von Sympatholytika wie Betablocker, Clonidin, Guanethidin und
Reserpin die Symptome der adrenergen Gegenregulation abgeschwächt sein oder fehlen.
4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit
SchwangerschaftFür Insulin glargin liegen keine klinischen Daten über exponierte Schwangere aus kontrollierten klinischen
Studien vor. Weitreichende Erfahrungen an schwangeren Frauen (mehr als 1.000
Schwangerschaftsausgänge) deuten weder auf substanzspezifische schädliche Auswirkungen von Insulinglargin auf die Schwangerschaft noch auf ein substanzspezifisches Fehlbildungsrisiko oder einefetale/neonatale Toxizität von Insulin glargin hin.
Tierexperimentelle Daten ergaben keine Hinweise auf eine Reproduktionstoxizität.
ABASAGLAR kann während der Schwangerschaft angewendet werden, wenn dies klinisch erforderlich ist.
Für Patientinnen mit vorbestehender Diabeteserkrankung oder einem Schwangerschaftsdiabetes ist eine gute
Stoffwechseleinstellung während der gesamten Schwangerschaft unbedingt erforderlich, um unerwünschte
Ereignisse im Zusammenhang mit Hyperglykämie zu vermeiden. Der Insulinbedarf kann während des ersten
Trimenons abfallen und steigt in der Regel während des zweiten und dritten Trimenons an. Unmittelbar nachder Entbindung fällt der Insulinbedarf rasch ab (erhöhtes Hypoglykämierisiko). Eine sorgfältige
Überwachung des Blutzuckerspiegels ist daher besonders wichtig.
StillzeitEs ist nicht bekannt, ob Insulin glargin in die Muttermilch übergeht. Es wird angenommen, dass oralaufgenommenes Insulin glargin keine Auswirkungen auf das gestillte Neugeborene/Kind hat, weil Insulinglargin als Peptid im menschlichen Magen-Darm-Trakt zu Aminosäuren abgebaut wird.
Bei stillenden Frauen kann eine Anpassung der Insulindosis und der Ernährung notwendig sein.
FertilitätTierexperimentelle Studien ergaben keine Hinweise auf direkte gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezugauf die Fertilität.
4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit des Patienten kann aufgrund einer Hypoglykämie oder
Hyperglykämie oder z. B. aufgrund von Sehstörungen beeinträchtigt sein. Dies kann in Situationen, in denendiese Fähigkeiten von besonderer Bedeutung sind (z. B. beim Autofahren oder beim Bedienen von
Maschinen), ein Risiko darstellen.
Den Patienten ist zu raten, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um Hypoglykämien beim Führen von
Kraftfahrzeugen zu vermeiden. Dies ist besonders wichtig bei Patienten mit verringerter oder fehlender
Wahrnehmung von Hypoglykämie-Warnsymptomen oder häufigen Hypoglykämie-Episoden. In diesen
Fällen ist zu überlegen, ob das Führen eines Kraftfahrzeuges oder das Bedienen von Maschinen ratsam ist.
4.8 Nebenwirkungen
Zusammenfassung des SicherheitsprofilsEine Hypoglykämie (sehr häufig), im Allgemeinen die häufigste Nebenwirkung der Insulintherapie, kannauftreten, wenn die Insulindosis den Bedarf überschreitet (siehe Abschnitt 4.4).
Tabellarische Auflistung der NebenwirkungenNachfolgend sind die aus klinischen Studien bekannt gewordenen unerwünschten Arzneimittelwirkungengemäß den bevorzugten Begriffen nach MedDRA aufgelistet, gruppiert nach Systemorganklassen undgeordnet nach abnehmender Häufigkeit ihres Auftretens (sehr häufig: ≥1/10; häufig: ≥1/100, <1/10;gelegentlich: ≥1/1.000, <1/100; selten: ≥1/10.000, <1/1.000; sehr selten: <1/10.000 und nicht bekannt:
Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).
Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe sind die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.
Systemorganklassen Sehr häufig Häufig Gelegentlich Selten Sehr Nichtgemäß MedDRA- selten bekannt
Datenbank
Erkrankungen des ImmunsystemsAllergische X
Reaktionen
Stoffwechsel- und ErnährungsstörungenHypoglykämie X
Erkrankungen des NervensystemsGeschmacksstörung X
AugenerkrankungenSehstörungen X
Retinopathie X
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesLipohypertrophie X
Lipoatrophie X
Kutane Amyloidose X
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und KnochenerkrankungenMyalgie X
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortReaktionen an der X
Einstichstelle
Ödeme X
Beschreibung ausgewählter NebenwirkungenStoffwechsel- und ErnährungsstörungenSchwere Hypoglykämien, insbesondere wenn sie wiederholt auftreten, können zu neurologischen Schädenführen. Anhaltende oder schwere Hypoglykämien können lebensbedrohlich sein. Bei vielen Patienten gehendie Zeichen der adrenergen Gegenregulation denen der Neuroglukopenie voraus. Im Allgemeinen sind diese
Gegenregulation und ihre Symptome umso ausgeprägter, je stärker und schneller der Blutzuckerspiegel fällt.
Erkrankungen des ImmunsystemsAllergische Reaktionen vom Soforttyp auf Insulin sind selten. Solche Reaktionen auf Insulin (einschließlich
Insulin glargin) oder einen der Hilfsstoffe können z. B. mit generalisierten Hautreaktionen, Angioödem,
Bronchospasmus, Blutdruckabfall und Schock einhergehen und lebensbedrohlich sein.
AugenerkrankungenEine deutliche Veränderung der Blutzuckereinstellung kann vorübergehende Sehstörungen verursachen, diedurch eine vorübergehende Veränderung des Quellungszustandes und damit der Brechkraft der Augenlinsebedingt sind.
Eine über einen längeren Zeitraum verbesserte Blutzuckereinstellung mindert das Risiko des Fortschreitenseiner diabetischen Retinopathie. Eine Intensivierung der Insulintherapie mit abrupter Verbesserung des
Blutzuckerspiegels kann jedoch zu einer vorübergehenden Verschlechterung einer diabetischen Retinopathieführen. Bei Patienten mit proliferativer Retinopathie, insbesondere wenn diese nicht laserbehandelt ist,können schwere Hypoglykämie-Episoden zu vorübergehender Erblindung führen.
Erkrankungen der Haut und des UnterhautzellgewebesEs kann an der Injektionsstelle zu einer Lipodystrophie und einer kutanen Amyloidose kommen, die die
Insulinresorption im betroffenen Bereich verzögert. Ein ständiger Wechsel der Einstichstelle im gegebenen
Injektionsbereich kann helfen, diese Reaktionen abzuschwächen oder zu vermeiden (siehe Abschnitt 4.4).
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortReaktionen an der Einstichstelle können sich in Form von Rötung, Schmerz, Juckreiz, Quaddeln, Schwellungoder Entzündung äußern. Die meisten leichteren Reaktionen auf Insulin an der Injektionsstelle bilden sich inder Regel innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen zurück.
In seltenen Fällen kann Insulin eine Natriumretention und Ödeme verursachen, insbesondere wenn einezuvor schlechte Stoffwechseleinstellung durch Intensivierung der Insulintherapie verbessert wird.
Kinder und JugendlicheIm Allgemeinen ist das Sicherheitsprofil bei Kindern und Jugendlichen (≤18 Jahre) ähnlich dem bei
Erwachsenen. Die nach Markteinführung eingegangenen Berichte über unerwünschte Ereignisse betrafen bei
Kindern und Jugendlichen (≤18 Jahre) relativ häufiger Reaktionen an der Einstichstelle (Schmerz und lokale
Reaktion an der Einstichstelle) und Hautreaktionen (Ausschlag, Urtikaria) als bei Erwachsenen.
Für Kinder unter 2 Jahren liegen keine Daten zur Sicherheit aus klinischen Prüfungen vor.
Meldung des Verdachts auf NebenwirkungenDie Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sieermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.
Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das in
Anhang V aufgeführte nationale Meldesystem anzuzeigen.
4.9 Überdosierung
SymptomatikEine Überdosierung von Insulin kann zu einer schweren, unter Umständen lang anhaltenden undlebensbedrohlichen Hypoglykämie führen.
MaßnahmenLeichte hypoglykämische Episoden können in der Regel durch die orale Zufuhr von Kohlenhydratenausgeglichen werden. Es kann aber auch eine Anpassung der Insulindosis, der Ess- oder Sportgewohnheitenerforderlich werden.
Schwerere Hypoglykämien mit diabetischem Koma, Krampfanfällen oder neurologischen Ausfällen könnenmit intramuskulären/subkutanen Glukagongaben oder intravenösen Gaben von konzentrierter Glukoselösungbehandelt werden. Wiederholte Kohlenhydrataufnahme und eine Überwachung können erforderlich sein, dadie Hypoglykämie nach scheinbarer klinischer Erholung wieder auftreten kann.
5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN
5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften
Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiabetika, Insuline und Analoga zur Injektion, lang wirkend.
ATC-Code: A10AE04.
ABASAGLAR ist ein ist ein biologisch/biotechnologisch hergestelltes Arzneimittel, das im Wesentlicheneinem bereits zugelassenen Arzneimittel gleicht. Ausführliche Informationen sind auf den Internetseiten der
Europäischen Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.
WirkmechanismusInsulin glargin ist ein Humaninsulinanalogon mit einer geringen Löslichkeit im neutralen pH-Bereich. Imsauren pH-Bereich der ABASAGLAR-Injektionslösung (pH 4) ist es vollständig löslich. Nach der Injektionin das Subkutangewebe wird die saure Lösung neutralisiert, was zur Bildung von Mikropräzipitaten führt,aus denen kontinuierlich geringe Mengen von Insulin glargin freigesetzt werden. Dies hat ein gleichmäßiges,berechenbares Konzentrations-Zeit-Profil ohne Spitzen und eine lang anhaltende Wirkdauer zur Folge.
Insulin glargin wird in die zwei aktiven Metaboliten M1 und M2 (siehe Abschnitt 5.2) verstoffwechselt.
Insulinrezeptorbindung
In-vitro-Untersuchungen zeigen, dass Insulin glargin und seine Metaboliten M1 und M2 eine ähnliche
Affinität zum Humaninsulinrezeptor haben wie Humaninsulin.
IGF-1-Rezeptorbindung: Die Affinität von Insulin glargin zum Human-IGF-1-Rezeptor ist etwa 5- bis 8-fachgrößer als die von Humaninsulin (aber etwa 70- bis 80-fach geringer als die von IGF-1), wohingegen M1und M2 mit etwas geringerer Affinität an den IGF-1-Rezeptor binden als Humaninsulin.
Die bei Typ-1-Diabetikern gefundene therapeutische Insulinkonzentration (Insulin glargin und seine
Metaboliten) war deutlich geringer als die Menge, die für eine halbmaximale Besetzung des IGF-1-
Rezeptors und die nachfolgend durch den Rezeptor initiierte Aktivierung des mitogen-proliferativen
Signalwegs erforderlich wäre. Physiologische Konzentrationen an endogenem IGF-1 können denmitogen-proliferativen Signalweg aktivieren. Dagegen sind die unter der Insulintherapie, einschließlich unterder Therapie mit ABASAGLAR, gefundenen therapeutischen Insulinkonzentrationen deutlich geringer alsdie pharmakologischen Konzentrationen, die für eine Aktivierung des IGF-1-Signalwegs erforderlich sind.
Pharmakodynamische WirkungenDie primäre Wirkung von Insulin, einschließlich Insulin glargin, ist die Regulation des
Glukosestoffwechsels. Insulin und seine Analoga senken den Blutzuckerspiegel durch eine Stimulierung derperipheren Glukoseaufnahme, insbesondere durch die Skelettmuskulatur und das Fettgewebe, sowie durcheine Hemmung der Glukoneogenese in der Leber. Insulin hemmt die Lipolyse in den Fettzellen, hemmt die
Proteolyse und fördert die Proteinsynthese.
In klinischen pharmakologischen Studien konnte gezeigt werden, dass intravenös verabreichtes Insulinglargin und Humaninsulin die gleiche Wirkstärke besitzen, wenn sie in identischen Dosen verabreichtwerden. Wie bei allen Insulinen kann der zeitliche Wirkverlauf von Insulin glargin durch körperliche
Aktivität und andere Parameter beeinflusst werden.
In euglykämischen Clamp-Studien mit Probanden oder Typ-1-Diabetikern trat die Wirkung von subkutanverabreichtem Insulin glargin langsamer ein als bei humanem NPH-Insulin. Das Wirkprofil von Insulinglargin verlief gleichmäßig, ohne Spitzen, und seine Wirkdauer war lang anhaltend.
Abbildung 1 zeigt die Ergebnisse einer Untersuchung bei Patienten.
Abbildung 1: Wirkprofil bei Typ-1-Diabetikern____ Insulin glargin
- ----- NPH-Insulin
Ende der
Beobachtungsphase
Zeit (h) nach subkutaner Injektion
*Ermittelt als Menge der infundierten Glukose, die zum Erhalt von konstanten Plasmaglukosespiegelnerforderlich ist (stündliche Mittelwerte).
Die längere Wirkdauer von subkutanem Insulin glargin hängt direkt mit dessen verzögerter Resorptionzusammen und spricht für eine einmal tägliche Verabreichung. Der Zeit-Wirkungs-Verlauf bei Insulin und
Insulinanaloga wie Insulin glargin kann inter- und intraindividuell erheblich verschieden sein.
In einer klinischen Studie waren nach der intravenösen Verabreichung von Insulin glargin und Humaninsulindie Symptome einer Hypoglykämie bzw. die adrenerge Gegenreaktion sowohl bei gesunden Freiwilligen alsauch bei Patienten mit Typ-1-Diabetes ähnlich.
Klinische Wirksamkeit und UnbedenklichkeitIn klinischen Studien wurden Antikörper beobachtet, die mit Humaninsulin und Insulin glarginkreuzreagieren. Dabei war die Häufigkeit in den beiden Behandlungsarmen (NPH-Insulin- und Insulinglargin) gleich.
Der Einfluss von Insulin glargin (einmal täglich) auf eine diabetische Retinopathie wurde in einer offenen,fünfjährigen NPH-kontrollierten Studie (NPH zweimal täglich) an 1.024 Typ-2-Diabetikern untersucht, beidenen eine Verschlechterung ihrer Retinopathie um 3 oder mehr Stufen auf der Skala der Early Treatment
Diabetic Retinopathy Study (ETDRS) mithilfe der Fundusfotografie bestimmt wurde. Es gab statistischkeinen Unterschied zwischen Insulin glargin und NPH-Insulin in Bezug auf eine Progression diabetischer
Retinopathie.
Die ORIGIN-Studie (Outcome Reduction with Initial Glargine INtervention) war eine multizentrische,randomisierte Studie mit einem 2x2-faktoriellen Design bei 12.537 Patienten mit einem hohenkardiovaskulären Risiko und gestörter Nüchternglukose (impaired fasting glucose, IFG) oder verminderter
Glukosetoleranz (impaired glucose tolerance, IGT) (12 % der Patienten) oder einem Typ-2-Diabetesmellitus, der mit ≤ 1 oralen Antidiabetikum behandelt wurde (88 % der Patienten). Die Studienteilnehmerwurden (1:1) randomisiert der Behandlung mit Insulin glargin (n = 6.264) oder Standardtherapie (n = 6.273)zugeteilt, wobei Insulin glargin auf einen Nüchternblutzuckerspiegel (fasting plasma glucose, FPG) von≤95 mg/dl (5,3 mmol/l) titriert wurde.
Glukose-Utilisationsrate*(mg/kg/min)
Erster koprimärer Wirksamkeitsendpunkt war die Zeit bis zum ersten Auftreten von kardiovaskulärem Tod,nicht tödlichem Myokardinfarkt oder nicht tödlichem Schlaganfall. Zweiter koprimärer
Wirksamkeitsendpunkt war die Zeit bis zum ersten Auftreten eines der ersten koprimären Ereignisse oder biszur Durchführung eines Revaskularisierungsverfahrens (des Herzens, der Karotis oder peripher) oder einer
Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz.
Die sekundären Endpunkte waren unter anderem Gesamtmortalität und ein kombinierter mikrovaskulärer
Endpunkt.
Durch Insulin glargin war im Vergleich zur Standardtherapie das relative Risiko für eine Herz-Kreislauf-
Erkrankung oder kardiovaskulären Tod nicht verändert. Es gab keine Unterschiede zwischen Insulin glarginund Standardtherapie bezüglich der beiden koprimären Endpunkte, der Einzelkomponenten dieser
Endpunkte, der Gesamtmortalität oder bezüglich des kombinierten mikrovaskulären Endpunkts.
Die durchschnittliche Insulin-glargin-Dosis betrug bei Studienende 0,42 E/kg. Bei Studienbeginn hatten die
Teilnehmer einen medianen HbA1c-Wert von 6,4 %, die medianen HbA1c-Werte unter der Behandlunglagen während des gesamten Beobachtungszeitraums zwischen 5,9 und 6,4 % in der Insulin-glargin-Gruppeund zwischen 6,2 und 6,6 % in der Standardtherapie-Gruppe. Die Rate schwerer Hypoglykämien (betroffene
Teilnehmer pro 100 Patientenjahre) betrug 1,05 in der Insulin-glargin-Gruppe und 0,30 in der
Standardtherapie-Gruppe, die Rate von bestätigten nicht schweren Hypoglykämien betrug 7,71 in der
Insulin-glargin-Gruppe und 2,44 in der Standardtherapie-Gruppe. Im Verlauf dieser 6-Jahres-Studie trat bei42 % der Insulin-glargin-Patienten überhaupt keine Hypoglykämie auf.
In der Insulin-glargin-Gruppe kam es von Studienbeginn bis zum letzten Besuch unter der
Studienmedikation zu einer mittleren Zunahme des Körpergewichts von 1,4 kg und in der Standardtherapie-
Gruppe zu einer mittleren Abnahme von 0,8 kg.
Kinder und JugendlicheIn einer randomisierten, kontrollierten klinischen Studie wurden pädiatrische Patienten (6−15 Jahre alt) mit
Typ-1-Diabetes (n=349) 28 Wochen lang nach einem Basal-Bolus-Insulin-Regime mit normalem
Humaninsulin vor jeder Mahlzeit behandelt. Zusätzlich wurde Insulin glargin einmal täglich vor dem
Schlafengehen verabreicht oder NPH-Humaninsulin ein- oder zweimal täglich. Beide Gruppen verhieltensich ähnlich in Bezug auf glykosyliertes Hämoglobin und das Auftreten symptomatischer Hypoglykämien,jedoch wurden in der Insulin-glargin-Gruppe die Nüchtern-Plasmaglukosewerte bezogen auf den
Ausgangswert stärker gesenkt als in der NPH-Gruppe. In der Insulin-glargin-Gruppe traten weniger schwere
Hypoglykämien auf. 143 der mit Insulin glargin behandelten Patienten dieser Studie führten die Behandlungmit Insulin glargin in einer nicht kontrollierten Fortsetzungsstudie mit einer durchschnittlichen
Beobachtungsdauer von 2 Jahren weiter. Dabei wurden während dieser längeren Behandlungsdauer mit
Insulin glargin keine neuen sicherheitsrelevanten Hinweise gefunden.
Es wurde auch eine Überkreuz-Studie mit 26 jugendlichen Typ-1-Diabetikern im Alter von 12−18 Jahrendurchgeführt zum Vergleich von Insulin glargin und Insulin lispro mit NPH- und normalem Humaninsulin(jede Behandlung wurde 16 Wochen lang durchgeführt, die Reihenfolge war zufällig). Wie in der weiteroben beschriebenen Studie mit Kindern und Jugendlichen wurden in der Insulin-glargin-Gruppe die
Nüchtern-Plasmaglukosewerte bezogen auf den Ausgangswert stärker gesenkt als in der NPH-Gruppe. Die
Änderungen des HbA1c-Wertes bezogen auf den Ausgangswert waren in beiden Behandlungsgruppenähnlich; die über Nacht gemessenen Blutzuckerwerte waren jedoch in der Insulin-glargin/-lispro-Gruppesignifikant höher als in der NPH-/Normalinsulin-Gruppe, mit einem durchschnittlichen Tiefstwert von5,4 mM gegen 4,1 mM. Entsprechend betrug die Inzidenz nächtlicher Hypoglykämien 32 % in der Insulin-glargin/-lispro-Gruppe gegen 52 % in der NPH-/Normalinsulin-Gruppe.
Eine 24-wöchige Parallelgruppenstudie wurde bei 125 Kindern mit Typ-1-Diabetes mellitus im Alter von2 bis 6 Jahren durchgeführt. Es wurde die einmal tägliche Gabe von Insulin glargin am Morgen mit dereinmal oder zweimal täglichen Gabe von NPH-Insulin als Basalinsulin verglichen. Beide Gruppen erhieltenvor den Mahlzeiten ein Bolus-Insulin. Das primäre Ziel des Nachweises der Nichtunterlegenheit von Insulinglargin im Vergleich zu NPH-Insulin bzgl. aller Hypoglykämien wurde nicht erreicht. Es gab tendenziellmehr Hypoglykämieereignisse unter Insulin glargin [Verhältnis der Ereignisraten Insulin glargin: NPH-
Insulin (95 %CI) = 1,18 (0,97-1,44)]. Glykohämoglobin (HbA1c) und Blutzuckerschwankungen waren inbeiden Gruppen vergleichbar. Es traten in dieser Studie keine neuen Fragen zur Sicherheit auf.
5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften
ResorptionNach subkutaner Injektion von Insulin glargin wiesen die Insulinkonzentrationen im Serum bei Probandenund Diabetikern auf eine im Vergleich zu humanem NPH-Insulin langsamere und wesentlich längeranhaltende Resorption hin und zeigten einen gleichförmigen Wirkverlauf ohne Wirkgipfel. Die
Konzentrationen stimmten demnach mit dem zeitlichen Verlauf der pharmakodynamischen Wirkung von
Insulin glargin überein. Abbildung 1 zeigt die Wirkprofile von Insulin glargin und NPH-Insulin im zeitlichen
Verlauf.
Bei einmal täglicher Injektion von Insulin glargin werden 2−4 Tage nach der ersten Gabe Steady-State-
Spiegel erreicht.
BiotransformationNach subkutaner Injektion bei Diabetikern wird Insulin glargin rasch am Carboxy-Ende der Beta-Ketteabgebaut, wodurch die zwei aktiven Metaboliten M1 (21A-Gly-Insulin) und M2 (21A-Gly-des-30B-Thr-
Insulin) entstehen. Im Plasma zirkuliert als Hauptbestandteil der Metabolit M1. Der M1-Spiegel steigt mitder verabreichten Insulin glargin-Dosis.
Die pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Daten zeigen, dass die Wirkung der subkutanen
Injektion von Insulin glargin in erster Linie auf der M1-Exposition beruht. Insulin glargin und der Metabolit
M2 waren bei der überwältigenden Mehrheit der Personen nicht nachweisbar, und wenn sie nachweisbarwaren, dann waren ihre Konzentrationen unabhängig von der verabreichten Dosis von Insulin glargin.
EliminationBei intravenöser Verabreichung waren die Eliminationshalbwertszeiten von Insulin glargin und
Humaninsulin vergleichbar.
Besondere PatientengruppenIn klinischen Studien gaben Subgruppenanalysen nach Alter und Geschlecht keinen Hinweis auf einen
Unterschied bezüglich Sicherheit und Wirksamkeit zwischen mit Insulin glargin behandelten Patienten undder gesamten Studienpopulation.
Kinder und JugendlicheDie Pharmakokinetik bei Kindern im Alter von 2 bis unter 6 Jahren mit Typ-1-Diabetes mellitus wurde ineiner klinischen Studie untersucht (siehe Abschnitt 5.1). Bei den mit Insulin glargin behandelten Kindernwurden Plasma-'Tal“-Spiegel von Insulin glargin und seinen Hauptmetaboliten M1 und M2 gemessen. Siezeigten ähnliche Muster in der Plasmakonzentration wie bei Erwachsenen und es gab keinen Hinweis aufeine Akkumulation von Insulin glargin oder seinen Metaboliten bei dauerhafter Verabreichung.
5.3 Präklinische Sicherheitsdaten
Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter Gabe,
Reproduktions- und Entwicklungstoxizität, Genotoxizität und zum kanzerogenen Potential lassen diepräklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.
6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN
6.1 Liste der sonstigen Bestandteile
Zinkoxid
MetacresolGlycerol
Salzsäure (zur Einstellung des pH-Werts)
Natriumhydroxid (zur Einstellung des pH-Werts)
Wasser für Injektionszwecke
6.2 Inkompatibilitäten
Das Arzneimittel darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.
6.3 Haltbarkeit
2 Jahre.
Dauer der Haltbarkeit nach der ersten Verwendung
Das Arzneimittel kann maximal 28 Tage lang bei einer Temperatur bis zu 30 °C und vor direkter
Hitzeeinwirkung und direktem Licht geschützt aufbewahrt werden. Den Pen nach Anbruch nicht im
Kühlschrank aufbewahren.
Die Pen-Kappe muss nach jeder Injektion wieder auf den Pen gesetzt werden, um den Inhalt vor Licht zuschützen.
6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung
Vor Anbruch
Im Kühlschrank lagern (2 °C - 8 °C).
Nicht einfrieren.
ABASAGLAR nicht in der Nähe des Gefrierfachs oder eines Kühlelements lagern.
Den Fertigpen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Nach AnbruchAufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels, siehe Abschnitt 6.3.
6.5 Art und Inhalt des Behältnisses
KwikPen
Patrone (farbloses Glas, Typ 1) mit einem Kolben (Halobutylgummi) und einem Scheibenstopfen (Laminataus Polyisopren und Halobutylgummi) mit einer Aluminiumkappe, enthält 3 ml Lösung.
Die Patrone ist fest verbunden mit einem Fertigpen.
Es gibt Packungen mit 5 Fertigpens und Bündelpackungen mit 10 (2 Packungen mit je 5) Fertigpens.
Tempo Pen
Patrone (farbloses Glas, Typ 1) mit einem Kolben (Halobutylgummi) und einem Scheibenstopfen (Laminataus Polyisopren und Halobutylgummi) mit einer Aluminiumkappe, enthält 3 ml Lösung. Die Patrone ist festverbunden mit einem Fertigpen. Der Tempo Pen enthält einen Magneten (siehe Abschnitt 4.4).
Es gibt Packungen mit 5 Fertigpens und Bündelpackungen mit 10 (2 Packungen mit je 5) Fertigpens.
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Nadeln sind nicht in der Packung enthalten.
6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung
ABASAGLAR darf nicht mit einem anderen Insulin oder Arzneimittel gemischt oder verdünnt werden.
Mischen oder Verdünnen kann sein Zeit-Wirk-Profil verändern. Mischen kann zu Ausfällungen führen.
Die Patrone vor Gebrauch genau prüfen. Sie darf nur verwendet werden, wenn die Lösung klar und farblosist, keine sichtbaren Partikel enthält und von wässriger Konsistenz ist. Da ABASAGLAR eine Lösung ist, istein Resuspendieren vor Gebrauch nicht erforderlich.
ABASAGLAR darf nicht mit einem anderen Insulin gemischt oder verdünnt werden. Mischen oder
Verdünnen kann sein Zeit-Wirk-Profil verändern. Mischen kann zu Ausfällungen führen.
Leere Pens dürfen nie wiederverwendet werden und müssen ordnungsgemäß entsorgt werden.
Zur Vermeidung einer möglichen Übertragung von Krankheiten darf jeder Pen nur von einem einzigen
Patienten benutzt werden.
Die Bezeichnung des Insulins muss stets vor jeder Injektion überprüft werden, um Verwechslungenzwischen Insulin glargin und anderen Insulinen zu vermeiden (siehe Abschnitt 4.4).
Der Patient ist darauf hinzuweisen, dass die Anweisungen in der Gebrauchsinformation vor der Anwendungvon ABASAGLAR Injektionslösung in einem Fertigpen sorgfältig gelesen werden müssen.
Tempo Pen
Der Tempo Pen wurde konzipiert, um die Verwendung mit dem Tempo Smart Button zu ermöglichen. Der
Tempo Smart Button ist ein optionales Produkt, das an den Dosierknopf des Tempo Pens angebracht werdenkann und die Übermittlung der Abasaglar Dosierungsinformationen von dem Tempo Pen auf einekompatible mobile Applikation (App) ermöglicht. Der Tempo Pen injiziert Insulin mit oder ohneangebrachten Tempo Smart Button. Um Daten an eine mobile App zu übertragen, sollen die Anweisungenbefolgt werden, die mit dem Tempo Smart Button und einer mobilen Applikation zur Verfügung gestelltwerden.
7. INHABER DER MARKETING-ERLAUBNIS
Eli Lilly Nederland B.V., Papendorpseweg 83, 3528 BJ Utrecht, The Netherlands
8. GENEHMIGUNGSNUMMER(N)
EU/1/14/944/007
EU/1/14/944/008
EU/1/14/944/012
EU/1/14/944/013
EU/1/14/944/014
EU/1/14/944/015
9. DATUM DER ERSTEN GENEHMIGUNG/ERWEITERUNG DER GENEHMIGUNG
Datum der Erteilung der Zulassung: 9. September 2014
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 25. Juli 2019
10. DATUM DER ÜBERARBEITUNG DES TEXTs
Ausführliche Informationen zu diesem Arzneimittel sind auf den Internetseiten der Europäischen
Arzneimittel-Agentur http://www.ema.europa.eu/ verfügbar.